{"publication":"2020-08-14","url":"https://www.zdl.org/wb/wortgeschichten/Masse","authors":["Volker Harm"],"lemmas":[{"type":"main","lemma":["Masse"]},{"type":"sub","lemma":["Massenpsychose"]},{"lemma":["Massenhysterie"],"type":"sub"}],"domains":["Politik & Gesellschaft"],"summary":"<p class=\"wgd-textblock\"><span class=\"wgd-stichwort\">Masse</span>, ein Lehnwort aus dem Lateinischen, bedeutet zunächst ›Stoff, Teig, Klumpen‹. Für den Bereich ›Gesellschaft‹ relevante Bedeutungen bilden sich erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts heraus. Aus der quantifizierenden Lesart <span class=\"wgd-ez\">große Masse (von)</span> ›große Menge von etwas‹ entwickelt sich (als Spezialisierung) zunächst die Bedeutung ›große Menge von Menschen‹, dann auch ›Mehrheit der Menschen, größter Bevölkerungsanteil‹ sowie ›besitzlose ärmere Bevölkerung‹. Im 19. und 20. Jahrhundert ist der Wortgebrauch auch von ideologischen Positionen geprägt: Aus einer konservativen, kulturkritischen Position heraus wird das Wort meist abwertend verwendet; eine besondere Rolle spielt dabei das Stereotyp der affektgeleitet und irrational handelnden Masse. Im Marxismus treten <span class=\"wgd-ez\">die Massen</span> (häufig im Plural) hingegen als positiv besetzte historische Akteure in Erscheinung.</p>"}