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„genießen“

Di­gi­ta­les Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che

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genießen

Grammatik

Verb · genießt, genoss, hat genossen

Bedeutungen

  1. 1. Speise und Trank zu sich nehmen
  2. 2. Freude, Genuss, Befriedigung an etw. haben, sich an etw. freuen
    1. ● [veraltet] ⟨jmds., einer Sache genießen⟩
  3. 3. etw. erhalten, bekommen
    1. a) etw. haben
    2. b) ⟨einer Sache genießen⟩

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WAHRIG Deutsches Wörterbuch

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genießen

1 essen, trinken
2 mit Wohlbehagen zu sich nehmen (Speise) od. auf sich wirken lassen (Anblick)
3 auskosten, Freude haben an
4 erhalten (Ausbildung, Erziehung, Zuwendung)
● ich habe meinen Urlaub sehr genossen; sie genoss eine hervorragende Erziehung erhielt eine hervorragende E.; das Essen ist nicht zu ~ ist sehr schlecht; du bist ja heute nicht zu ~! ⟨fig.; umg.; scherzh.⟩ du bist unausstehlich, sehr schlechter Laune; sie genoss den Urlaub in vollen Zügen
[←ahd. (gi)niozan, got. (ga)niutan; zu germ. nut-; zu idg. neud- „fangen, ergreifen, benutzen“; NutzenGenosse u. dem 1. Teil von Nießbrauch]

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Schweizerisches Idiotikon

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G(e)nīsseⁿ

Bedeutung

  1. eine Kleinigkeit, ein wenig (von einer Speise); bes. mit Verneinung

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g(e)nǖsseⁿ I

Bedeutung

  1. geniessen, in der ä. Spr. vom XV./XVIII. meist mit Gen. (seltener Acc.) S., auch abs., Genuss, Vorteil von Etw. haben; den Lohn für Etw. ernten

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Jacob Grimm und Wil­helm Grimm, Deut­sches Wör­ter­buch (DWB)

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frauengeneusz

consuetudo, commercium feminarum, unerlaubter umgang mit frauen, frauengenusz. s. fleck 2.

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geneisz

darumb die hohen kolen zu gebrauchen sind, und nit das geneisz. Paracelsus chir. schr. Straszb. 1618 317ᶜ. die hohen kolen müssen wol hochglühende sein (vgl.hochofen?), das geneisz also nur glimmendes kohlenfeuer mit asche, sodasz es nebenform zu geneist scheint, vergl. dort erloschner gneist favilla.

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geneiszen

plagen, necken u. ähnl., schwäb. gneiszen Schmeller 2, 707, Schmid 404, mhd. geneiʒen irritare Schm.² 1, 1760, Lexer nachtr. 193, goth. ganaitjan; s. dazu neiszen (md. auch in Posen nêsen Bernd 189). vgl. auch geneusen, das auch als geneiszen erscheint, wittern, spüren.

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geniesz

genosse, s. geniesze.

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geniesz

genusz, mhd. genieʒ m., mnd. genêt m. n., mnl. geniet n.; es steht zu genieszen neben genusz (das doch sehr jung ist), wie z. b. fliesz, verdriesz zu flieszen, verdrieszen neben flusz, verdrusz, hat sich auch im gebrauch einzeln bis in späte zeit erhalten, landschaftlich noch jetzt, z. b. bair. Schm. 2, 709, auch nd. geneet z. b. bei Dähnert 149ᵃ, Stürenburg 68ᵇ. früher auch einfach niesz (...

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geniesz

rettung, genesen, s. genies.

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geniesz

für genist, s. d.

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geniesze

genosse, mitgenieszer, theilhaber, mhd. genieʒe Lexer 1, 859 (als fem.), als m. pl. genieʒen vielleicht MF. 97, 13. es lebt noch in Thüringen und weiter östlich, in Weimar heiszt der mietsmann hausgeniesze (wie sonst hausgenosse), ebenso z. b. in der gegend von Greiz und Leipzig auf dem dorfe (Albrecht Leipz. mundart 121ᵇ). im 16. jh. geniesz so, pl.: die weisheit, warheit und gerechtigkeit s...

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genieszen

frui, uti, vesci, mhd. genieʒen (genôʒ, plur. genuʒʒen, part. genoʒʒen), ahd. ginioʒan, goth. ganiutan; altn. njóta, alts. nur niotan mit biniotan (in andrer bed., s. u. 1, b), wie ags. neotan und beneotan; aber mnd. genêten, mnl. nnl. genieten. der genaue imp. geneusz neben geniesze, dem mhd. geniuʒ entsprechend, auch geneuszt (mhd. geniuʒet) einzeln noch im 18. jahrh.: geneusz der sel'g...

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genist

zu genesen, mhd. genist, noch um 1400: do er gewinnen muͦst sein genist mit arbait und in sways. gesta Rom. 4, lebensunterhalt. hierher wol auch noch im 16. jh. zu genist kommen, zum ziele, bei einem gefährlichen unternehmen, z. b. von zwei dieben, die sich verabreden: es begab sich, als es ganz finster worden was, das die zwen dieb ieder nach seiner wahr gieng. der mit den nüssen was mit ers...

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genist

coll. zu nest, mhd. geniste. 1) das nest selber: si lesent an Tristande, daʒ ein swalwe ze Îrlande von Kurnewâle kæme, ein frouwen hâr dâ næme ze ir bûwe und zir geniste. Trist. 8609; (der storch) der kleinen sperling thut verschonen, in seim genist umsonst leszt wohnen. Wolgemut Es. 1, 135; ein storch, der kröten in sein geniste trägt. Wiedemann jul. 12; die schwalbe, die, we...

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genist

abfälle aller art: purgamenta, quisquiliae, gnist Schönsleder (1618) X 4ᵃ, im 16. jahrh. gnist, peripsema, scobs Dief. 427ᵇ. 519ᵇ aus Altenstaig, schon mhd. im 14. jh. genist (s. u. 1, b). es ist aber nichts als das vorige in weiterer anwendung, wie schon Adelung vermutete. nebenformen unter 3. 1) a) es ist eigentlich das, was der vogel für den bau seines nestes oder genistes braucht un...

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genosse

socius, consors, aequalis, ein wertvolles und lehrreiches altes wort, auch gut erhalten und vortheilhaft wieder auflebend. 1) formen und grammatisches. a) ahd. mhd. in doppelter grammatischer form, ginôʒ und ginôʒo, genôʒ und genôʒe, doch herrscht die starke form durchaus vor, während nhd. die schwache den sieg erhielt, genosz ist jetzt veraltet (als acc. nicht mehr möglich), genosse ha...

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genosz

s. unter genosse.

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gniesz

dasselbe wie geniesz (s. d.), 'nutzen, gewinn': der koch bræt dem keller ain wurst, so lœst (var. leschet) er im hin wider den durst ... der koch hat vil gniesz und lekri an im teufels netz 8418 Barack; es ist underweilen groszer gniesz oder gwinn, das gelt nit achten Boltz Terenz (Tübingen 1544) 125ᵃ; vgl.gnys unter geniesz 3 a und gnies ebda 3 d; vgl. ferner Fischer schwäb. 3, 360 f.; ...

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gniesz

s. unter ¹gniest.

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gnosz

seit spätahd. zeit belegbare (Notker 1, 100, 16 P., ahd. gl. 3, 135, 36; 183, 34; 227, 46; 268, 35; 313, 50, vgl. Braune ahd. gramm.⁵ § 71 anm. 4; Schatz ahd. gr. § 85), häufig im mhd. und frühnhd. neben genosz, genosse auftretende synkopierte form (s. d.). heute noch mundartlich, s. Staub-Tobler schweizer. 4, 819; Schmeller-Fr. bair. 1, 1768.

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Goethe-Wörterbuch

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genießen

Eintrag

  1. genießen bes in der frühen Zeit (eigenh) statt -ß- häufig -ss- od -s-, statt -ss- (Prät) gelegentl -ß-; geneußt 14,300,7 Faust I Plp nach Quelle. Neben Akk durchgehend u etwa gleich häufig Gen, ohne daß eine einfache Regel formulierbar wäre 1) (beides nebeneinander im selben Satzglied zB B49,275,23 CBCotta 15.3.32 ); daneben absol; öfter mit Präp ‘von’, bes in Punkt 2, vereinzelt mit ‘an’, zB 17,230,25 GrCoph V 5. Mehrfach subst Inf od Part. Rund 2000 Belege, Verteilungsschwerpunkte in 1, 4, 8; 2 häufig metaphorisch. Von den Bedeutungen 1 u 2 abgesehen, ist das Gebrauchsprofil von ‘genießen’ weitgehend mit dem von ‘empfinden’ u ‘fühlen’ vergleichbar; so kann es wie ‘empfinden’ für alle Arten der sinnl Wahrnehmung stehen (3), mit ‘fühlen’ teilt es insbes den reflexiven Bezug auf das Selbst u dessen seel Befindlichkeit (9); als kunstästhet Vermögen greift es deutl weniger auf die Seite der Produktion aus (5 e); der Objektbereich von ‘genießen’ ist einerseits eingeschränkter durch das Kriterium des (subjektiven) Behagens u Gefallens (doch vgl 9 d), andererseits um manche Facetten reicher (zB Zeit- […]

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Literatur zur Wortforschung

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6 Einträge gefunden

  • Gräfe, M.: Der Bedeutungsgehalt der Wortgruppe genießen - Genuß bei Goethe, Diss. (maschinenschr.), 1950.
  • Gräfe, M.: Die Bedeutungsentfaltung der Wortgruppe genießen - Genuß bei Goethe, 1956.
  • Jellinek: Zur Textkritik und Erklärung der Kudrun, 1935.
  • Meringer, R.: Wörter und Sachen III, 1905.
  • Saran, F.: Das Übersetzen aus dem Mittelhochdeutschen: eine Anleitung für Studierende, Lehrer und zum Selbstunterricht, 1957.
  • Wiessner, E.: Über Ruhe- und Richtungskonstruktionen mhd. Verba, untersucht in den Werken der drei grossen höfischen Epiker, im Nibelungenlied und in der Gudrun. II, 1902.

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