Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch (DWB)
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geneisz
darumb die hohen kolen zu gebrauchen sind, und nit das geneisz. Paracelsus chir. schr. Straszb. 1618 317ᶜ. die hohen kolen müssen wol hochglühende sein (vgl.hochofen?), das geneisz also nur glimmendes kohlenfeuer mit asche, sodasz es nebenform zu geneist scheint, vergl. dort erloschner gneist favilla.
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geneiszen
plagen, necken u. ähnl., schwäb. gneiszen Schmeller 2, 707, Schmid 404, mhd. geneiʒen irritare Schm.² 1, 1760, Lexer nachtr. 193, goth. ganaitjan; s. dazu neiszen (md. auch in Posen nêsen Bernd 189). vgl. auch geneusen, das auch als geneiszen erscheint, wittern, spüren.
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geniesz
genusz, mhd. genieʒ m., mnd. genêt m. n., mnl. geniet n.; es steht zu genieszen neben genusz (das doch sehr jung ist), wie z. b. fliesz, verdriesz zu flieszen, verdrieszen neben flusz, verdrusz, hat sich auch im gebrauch einzeln bis in späte zeit erhalten, landschaftlich noch jetzt, z. b. bair. Schm. 2, 709, auch nd. geneet z. b. bei Dähnert 149ᵃ, Stürenburg 68ᵇ. früher auch einfach niesz (...
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geniesze
genosse, mitgenieszer, theilhaber, mhd. genieʒe Lexer 1, 859 (als fem.), als m. pl. genieʒen vielleicht MF. 97, 13. es lebt noch in Thüringen und weiter östlich, in Weimar heiszt der mietsmann hausgeniesze (wie sonst hausgenosse), ebenso z. b. in der gegend von Greiz und Leipzig auf dem dorfe (Albrecht Leipz. mundart 121ᵇ). im 16. jh. geniesz so, pl.: die weisheit, warheit und gerechtigkeit s...
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genieszen
frui, uti, vesci, mhd. genieʒen (genôʒ, plur. genuʒʒen, part. genoʒʒen), ahd. ginioʒan, goth. ganiutan; altn. njóta, alts. nur niotan mit biniotan (in andrer bed., s. u. 1, b), wie ags. neotan und beneotan; aber mnd. genêten, mnl. nnl. genieten. der genaue imp. geneusz neben geniesze, dem mhd. geniuʒ entsprechend, auch geneuszt (mhd. geniuʒet) einzeln noch im 18. jahrh.:
geneusz der sel'g...
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genist
zu genesen, mhd. genist, noch um 1400: do er gewinnen muͦst sein genist mit arbait und in sways. gesta Rom. 4, lebensunterhalt. hierher wol auch noch im 16. jh. zu genist kommen, zum ziele, bei einem gefährlichen unternehmen, z. b. von zwei dieben, die sich verabreden: es begab sich, als es ganz finster worden was, das die zwen dieb ieder nach seiner wahr gieng. der mit den nüssen was mit ers...
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genist
coll. zu nest, mhd. geniste.
1)
das nest selber:
si lesent an Tristande,
daʒ ein swalwe ze Îrlande
von Kurnewâle kæme,
ein frouwen hâr dâ næme
ze ir bûwe und zir geniste.
Trist. 8609;
(der storch) der kleinen sperling thut verschonen,
in seim genist umsonst leszt wohnen.
Wolgemut Es. 1, 135;
ein storch, der kröten in sein geniste trägt. Wiedemann jul. 12; die schwalbe, die, we...
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genist
abfälle aller art: purgamenta, quisquiliae, gnist Schönsleder (1618) X 4ᵃ, im 16. jahrh. gnist, peripsema, scobs Dief. 427ᵇ. 519ᵇ aus Altenstaig, schon mhd. im 14. jh. genist (s. u. 1, b). es ist aber nichts als das vorige in weiterer anwendung, wie schon Adelung vermutete. nebenformen unter 3.
1)
a)
es ist eigentlich das, was der vogel für den bau seines nestes oder genistes braucht un...
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genosse
socius, consors, aequalis, ein wertvolles und lehrreiches altes wort, auch gut erhalten und vortheilhaft wieder auflebend.
1)
formen und grammatisches.
a)
ahd. mhd. in doppelter grammatischer form, ginôʒ und ginôʒo, genôʒ und genôʒe, doch herrscht die starke form durchaus vor, während nhd. die schwache den sieg erhielt, genosz ist jetzt veraltet (als acc. nicht mehr möglich), genosse ha...
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gniesz
dasselbe wie geniesz (s. d.), 'nutzen, gewinn':
der koch bræt dem keller ain wurst,
so lœst (var. leschet) er im hin wider den durst ...
der koch hat vil gniesz und lekri an im
teufels netz 8418 Barack;
es ist underweilen groszer gniesz oder gwinn, das gelt nit achten Boltz Terenz (Tübingen 1544) 125ᵃ; vgl.gnys unter geniesz 3 a und gnies ebda 3 d; vgl. ferner Fischer schwäb. 3, 360 f.; ...
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gnosz
seit spätahd. zeit belegbare (Notker 1, 100, 16 P., ahd. gl. 3, 135, 36; 183, 34; 227, 46; 268, 35; 313, 50, vgl. Braune ahd. gramm.⁵ § 71 anm. 4; Schatz ahd. gr. § 85), häufig im mhd. und frühnhd. neben genosz, genosse auftretende synkopierte form (s. d.). heute noch mundartlich, s. Staub-Tobler schweizer. 4, 819; Schmeller-Fr. bair. 1, 1768.
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