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Aktivist

Die vom Adjektiv aktiv abgeleitete Personenbezeichnung Aktivist (dazu Aktivismus und aktivistisch) weist eine wechselvolle Geschichte mit mehreren sich überlagernden und teils sehr unterschiedlichen Gebrauchstraditionen auf: Handelte es sich zu Beginn der Bezeugung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch um einen Ausdruck der Philosophie, steht das Wort seit dem Ersten Weltkrieg für die Anhänger pro-deutscher politischer Bewegungen im europäischen Ausland (bzw. für diese Bewegungen selbst). Ab ca. 1920 kommt die Bedeutung ›engagierter, besonders aktiver Vertreter einer politischen Partei, Bewegung‹ neu hinzu. Über eine von hier ausgehende Bedeutungserweiterung entwickelt sich dann ab der Mitte des 20. Jahrhunderts allmählich die heute verbreitete Lesart ›Person, die sich aktiv für eine politisch-gesellschaftliche Sache einsetzt‹.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

prickeln

nd. prickeln prikkeln prekkeln, md. prickeln preckeln, entweder abgeleitet von prickel oder iterativbildung zu pricken. vgl. jucken, sticheln. 1) (mit dem prickel) eine menge kleiner stiche versetzen, stechen, stacheln, pungere, stimulare Dief. 473ᵇ. 553ᵃ; de wurste prikkeln, mit einer nadel in die würste stechen, damit die luft herausgehe brem. wb. 3, 363; ochsen prickeln, stimulare boves Stieler 1479. 2) mit oder wie mit kleinen stichen einen brennenden, stechenden schmerz verursachen: altmärkisch de sunne prickelt (sticht, vgl. sonnenstich) Danneil 161ᵃ; westpreuszisch die sonne prikkelt oder prekkelt sehr. Hennig 195; prickelnde nesseln. P. Heyse ges. werke 2, 57, prickelnde regentropfen 8, 225. 3) einen körperlichen oder geistigen sinn wie mit kleinen stichen lebhaft erregen und reizen. a) körperlich: das ewige prickeln der fingernerven durch stricknadeln. J. Paul Tit. 1, 198; mir prickelts in den fingern, gliedern u. s. w.; eine prickelnde unruhe in allen gliedern (vergl. 4). Auerbach ges. schriften 1, 334; der prickelnde geschmack (des mostes, weines). Oken 3, 1869; in die nase steigt (aus dem Rheinwein) ein prickeln so süsz. H. Heine 17, 139; in der nase prickelt mir noch der duft des groszen blühenden magnolienbaumes. 10, 180; nd. dat prikkelt mi up den liwe, in de bên Dähnert 359ᵇ. Danneil 161ᵃ. b) geistig: (ihr geister) verstopft die zugänge der reue, dasz kein prickeln zurückwallender natur mein gräszliches vorhaben erschüttre! Bürger 292ᵃ (Macb. 2, 1); es war die goldne poetische jugend, die .. jeden schon am gemüthe prickelnden schmerz ... mit dem troste heilt: du bist jung. Gutzkow ritter⁴ 1, 50; allein er konnte bei allem ermahnen .. uns doch nie so das herz prickeln und rühren. Kortüm Jobsiade 2, 30, 7; wem das herz, von liebeszwickeln eingepreszt, begierden prickeln. Platen 4, 115. namentlich in kleinlicher weise sticheln, tadeln mit dem nebenbegriffe des höhnischen, ironischen, spöttischen, sarkastischen: weit unerträglicher wars, wenn der gallsüchtige .. mit höfischen stacheln prickelte. Voss wie ward Fr. Stolberg ein unfreier 31; er möchte mich deszhalb (weil er immer die bibel in meinen händen findet) gern ein biszchen prickeln (wie aufziehen 11). H. Heine 12, 77; niederhess. prêkeln, unaufhörliche, meist kleinliche vorwürfe machen, kleinlich tadeln Vilmar 306. 4) intransitiv, eine empfindung wie von lauter kleinen stichen haben, jucken: meine hände prickelten mir; ich kratzte die tische (vor ungeduld). Göthe 40, 323. prickeln nach: als prickelten ihnen schon die hände nach karst und haue. Hegener molkenkur 3, 11.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Pomeranze

F., eigtl. ‘die bittere Apfelsine’, ein ursprünglich persisches Wort, das über ital. Mittelformen zu uns gelangte [frühester Beleg aus dem Schrifttum Breidenbach 1483 Reiseinstr. (Deutsche Pilgerreisen 132) pomerantzaenn; aus Glossaren 1440 u. 1466 (Diefenbach, Gloss. u. Nov. Gloss.), 1482 Voca[...]

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