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aus: Wortgeschichte digital

Abwanderung

Beim Substantiv Abwanderung handelt es sich um eine Wortbildung zu abwandern. Das im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegte Verb trägt die Bedeutungen ›fortwandern, weggehen‹ sowie ›eine Strecke wandernd zurücklegen‹. Das Substantiv begegnet seit dem 17. Jahrhundert zunächst in der Lesart ›Fortwanderung, Weggang‹. Ab Ende des 19. Jahrhundert wird es zunehmend in der Bedeutung ›Übersiedelung in eine andere Region innerhalb der Staatsgrenzen‹ gebraucht, vereinzelt auch schon in Bezug auf länderübergreifende Migration. Seither ist zudem die Personenbezeichnung Abwanderer nachweisbar. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert mehren sich Verwendungen von Abwanderung in Bezug auf den Verlust hochqualifizierter Arbeitskräfte; hier weist das Wort semantische Überscheidungen auf zu dem in den 1960ern aus dem Englischen entlehnten Braindrain ›Auswanderung von Wissenschaftlern und anderen hoch qualifizierten Arbeitskräften ins Ausland, wodurch dem Abwanderungsland Arbeitskräfte verloren gehen‹.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

grunsen

grünsen, schallmalendes wort, mit grunzen bedeutungsparallel, bes. in ndd. und benachbarten mdd. gebieten, aber ursprünglich selbständige bildung von grunnen nach dem muster der -isôn-, -asôn-gruppe, wenn auch gelegentliche vermischungen denkbar sind; vgl. grinsen, grinzen von grinnen th. 4, 1, 6, 379. verwandt ist mnl. grun(d)selen 'brummen, brüllen' Verwijs-Verdam 232ᵇ. — die älteren belege weisen gegenüber grunnen auf ein schwächeres geräusch: da die meusz fast greinen und grunsen, zeygt es auch ein kälte an M. Herr feldb. (Straszbg. 1551) 15ᵇ; vom knurren des bauches (vgl.grunnen): wann er auch nur (auf) seim secretstul gesessen, nicht eins hab können grunsen oder ein fürtzlin schleichen lassen Fischart binenkorb (1588) 174ᵇ; von schwachem, entferntem donner: dat grünst bloots 'n beeten Mensing schlesw.-holst. wb. 2, 503, vgl. auch ¹grunzen in ders. bedeutung bei Notker 1, 743; vom grunzen des schweins: grunsen oder grunzen Kindleben stud.-lex. (1899) 87; grunsen Dähnert vorpomm.-rüg. 164ᵃ; grunschen lux. ma. 157ᵃ; grunschen neben grunzen Müller rhein. 2, 1468. ähnlich vom dachs: (dasz) mit schwerfälligen tritten und halbunterdrücktem grunsen ein unförmliches, graues, schweinartiges tier durchs gebüsch bricht. es ist der dachs Fr. v. Tschudi tierleben d. Alpenw. (1853) 191; sonst 'stöhnen, ächzen': de bull grünst Mensing a. a. o.; grunschen, grunzen 'von tieren, klagende töne von sich geben' Müller rhein. 2, 1468, auch vom menschen: 'grunsen in der stille seinem schmerz nachhängen, ohne ihn laut werden zu lassen, höchstens zuweilen einen stöhnenden ton hören lassen' Danneil altmärk. spr. 71ᵃ; sikk grunsen, heimlich grämen Dähnert vorpomm.-rügen. 164ᵃ; grunsen (Mecklenbg.) sich grämen Fulda idiot.-samml. 141. wie grunzen 4 'murren', 'zürnen': dasz (der elephant), als ihme sein speisz zu rechter zeit nicht sei gereicht worden, über seinen meister oder pfleger gewaltig hat gemurret und gegrünset Peter Uffenbach (Frankf. 1609) Atlas minor 640; sinnlicher: der (elephant) denn dem Schmit durch sein grunsen und schreien den begangenen fehler hat verwiesen ebda 640; grunsen grollen, sich ärgern Schumann Lübeck 30; grunschen greinen, dazu grunschech 'mürrisch', grunsch, f., 'greinendes frauenzimmer' lux. ma. 157ᵃ, vgl.grunscheln 'grunzen, zanken' Schmeller cimbr. 126ᵇ und das adj. grunsig 'grimmig, wütend' Lexer 1, 1086: des wart er gar ain grunsig man der maget crône s. 66 Zingerle; ein saukopf, das ist faul, wüst, unflätig, grunsig Fischart w. 3, 256 Hauffen.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

robust

Adj., bereits im frühen 17. Jh. vereinzelt nachgewiesene, jedoch erst seit Ende 18. Jh. häufiger belegte Entlehnung über gleichbed. frz. robuste aus lat. robustus ‘aus hartem (Eichen-)Holz, eichen; stark, hart’ (zu robur ‘Kernholz; Steineiche; Härte, Stärke’) in der Bed. ‘(baum-)stark, hart; kr[...]

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