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Verwalter

Das Substantiv Verwalter ist seit dem 16. Jahrhundert bezeugt und ebenso wie Verwaltung eine Ableitung des Verbs verwalten. Die Semantik von Verwalter entfaltet sich zunächst von den Bedeutungen des Verbs her. Unter Verwalter – im früheren Verständnis bedeutungsverwandt mit Verweser – wird jemand verstanden, ›der für etwas zuständig ist‹ und in diesem Sinn etwas (legal) in seiner Gewalt hat. Im landwirtschaftlichen Kontext hat Verwalter die Bedeutung ›eine des Haushaltens fähige Person‹, die mit der Besorgung fremder Angelegenheiten betraut ist. An die Semantik der Besorgung fremder Angelegenheiten knüpft auch das heutige Verständnis von Verwalter an – so zum Beispiel in Komposita wie Insolvenzverwalter und Hausverwalter. Im IT-Bereich erhält Verwalter eine semantische Neuakzentuierung.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

verdrängen

durch drängen hinwegbewegen. das einfache drängen im mhd. nur selten nachgewiesen, die zusammensetzung sowol im mhd. wie im mnd. unbelegbar, doch der substantivische infinitiv verdrangen (vom jahre 1441): die fraw die huob alls lang sie mocht, sie was ain trostlich weib, mit täding sie es darzu bracht, man trost die knecht irs leibs, man nams uff gnad gefangen, man tät inen dhain vertrangen, es ist inen wol ergangen, sie hetten glickhes vil. anzeiger 21, 47. beweist, dasz verdrangen mhd. existierte. verdrängen (Lessing schreibt alterthümlich verdrengen) ist der bedeutung nach stärker als drängen, indem ver in der bedeutung hinweg ein vollständiges beseitigen ausdrückt, 1) sinnlich durch drängen beseitigen, fugare, extrudere Stieler 338: er verdrängte mich von meinem platze; die soldaten verdrängten den feind; eine welle verdrängt die andre; durch anderweitige mittel, so durch allmälige ausdehnung: in England verdrängten die Angelsachsen die ältere bevölkerung; sein recensent würde zugeben, dasz, wenn allein durch die aufnahme fremder bürger ein staat bevölkert wird, so werde diese bevölkerung leicht schädlich, denn sie verdrängen bald die eingebornen. Herder lit. u. kunst 2, 174; man fliehe besonders die magazine der vielwisserei, die bibliotheken, die, wenn die wuth sie zu sammeln noch tausend jahre so fort geht, endlich die weite welt einnehmen und das menschengeschlecht daraus verdrängen werden. Thümmel 1, 225; (jede nessel, die) den busch voll rosen will verdrängen. Gökingk 3, 109; in Italien aber begegnen weder trümmer einer verdrängten nation .. noch ist daselbst bis jetzt die verlassenschaft eines verschollenen urvolkes nachgewiesen worden. Mommsen röm. gesch.² 1, 9. 2) bildlich und abstract: glatz oder Schwedenkopf verdrängten die perrücke, selbst in der schönen haar gerieth der mode tücke. Gotter 1, 306; die zärtliche Elmire wird von einer wollüstigen Delia verdrengt. Lessing 7, 153; (man wird inne) dasz die grundsätze, mit denen sich speculative vernunft über ihre grenze hinauswagt .. (eine) verengung unseres vernunftgebrauchs zum unausbleiblichen erfolg haben, indem sie wirklich .. den reinen (praktischen) vernunftgebrauch gar zu verdrängen drohen. Kant 2, 22; der tag ist so lang, das nachdenken ungestört und die herrlichen bilder der umwelt verdrängen keineswegs den poetischen sinn. Göthe 27, 27; so bleibt uns nun die pflicht, ... vor augen zu legen, wie ... die platonischen und aristotelischen überzeugungen wieder emporgehoben, wie sie verdrängt oder genutzt werden mochten. 53, 88; jene erklärungsart ... wird aber von der newtonischen völlig verdrängt, nachdem sie vorher durch Boyle bei seite geschoben war. 240; einen aus seinem amte verdrängen; ein klaggeschrei verdrängt die hymenäen. Gotter 1, 355; bin ich der mann, den unsinn zu verdrängen, der von der Seine her im strom der mode kömmt? 1, 407.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Disputant

Stumpf um 1535 Chronik I 361 die ratsbottschafften, predicanten und disputanten obgemelt die ka[...]

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Das Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache hat zum Ziel, die deutsche Sprache in Gegenwart und Geschichte umfassend und wissenschaftlich verlässlich zu beschreiben. In Form dieses Portals bietet es Zugriff auf umfangreiche gegenwartssprachliche und historische Wortinformationen. Diese reichen von der Darstellung der Schreibweise, der Grammatik und der Bedeutungen eines Begriffs über die seiner typischen Verbindungen bis hin zur Beschreibung seiner Frequenz und Bedeutungsentwicklung. Die Suchergebnisse werden übersichtlich auf einer Ergebnisseite präsentiert, von wo aus die individuellen Ressourcen angesteuert werden können. Die ZDL-Portalseite befindet sich im Aufbau. Weitere Dienste und Ressourcen der Akademien und weiterer Projektpartner werden im Laufe des Projekts eingebunden.

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