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konventionell

Das Adjektiv konventionell wird in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus dem Französischen ins Deutsche entlehnt. Seit seiner Entlehnung kann es in der gesellschaftlichen Bedeutungslinie im Sinne von ›auf kultureller Übereinkunft beruhend‹ sowie im Sinne von ›althergebracht, üblich‹ gebraucht werden. Daneben kann konventionell zunächst auch noch ›vertragsgemäß, gesetzeskonform‹ bedeuten. In 1980er Jahren erfährt das Wort eine semantische Erweiterung und kann nun auch im Sinne von ›herkömmlich in der Herstellung, Verfahrensweise oder ähnlichem, nicht nachhaltig‹ verwendet werden.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

reiste

zusammengedrehtes bund gehechelten flachses; mhd. rîste (schwaches fem.), ahd. rîsta, das wahrscheinlich auf ein älteres wrîsta zurückführt, und mit ags. vrîđan binden, altnord. rîđa flechten, ahd. rîdan winden, drehen, verwandt ist. im niederd. ist der stammvocal vor der doppelconsonanz gekürzt riste, risse, ndl. rist, ris. das wort scheint auf das deutsche im engeren sinne beschränkt gewesen zu sein; bekannt zuerst durch glossen: rista cerillum Graff 2, 541; riste cerilla, tradula ebenda; hispa reisten, reiszt, flachs o. hanfs, riste flasses, riste flasze, rysthe flasz, en rijste, ristflasz, eyn ryst flachses, rysch flasses, ryst flaysche. Dief. 278ᶜ; protula riste 468ᵇ; stuppa ryst o. kunkel, reiszt o. gunggel-flachs 558ᵃ; cerillum rista 114ᵇ; cerillum riste nov. gloss. 86; auch ins mittellat. gedrungen, wo es als rista erscheint (Du Cange). in der nhd. schriftsprache seltener geworden zeigt reiste in den mundarten ein reges fortleben; reihste urbarb. v. Sonnenburg bei Lexer mhd. wb. 2, 462, bair. reistn, reissn, reischn Schmeller 2, 160, alem. rîste Hunziker 207, hess. riste Vilmar 329, nd. riste, risse brem. wb. 3, 505. ausgehend von der vorstellung des zusammendrehens oder flechtens und des so gewordenen haben sich bedeutungsschattierungen entwickelt. 1) reiste der durch die hechel gezogene hanf oder flachs, stoffbezeichnung, s. unter reisten adj., vgl. Hunziker 207. 2) reiste büschel, zopf gehechelten hanfes oder flachses, maszbezeichnung: pensum, riste vlasses, reyseten, eyn rist Dief. 423ᵇ; pensum, rist, ristin flasz nov. gloss. 286ᵃ; cuta ein riste flasis Dief. 165ᵃ; riste van vlachs, manipulus lini Kilian. in Hessen macht 1 kaute 6 reisten, 1 reiste 2 hände voll flachs zum brechen Pfister 231; 7 risten machen eine kûe Schambach 115ᵇ. mehrere risten zusammengelegt und mit den enden scharf in einen knoten zusammengedreht bilden einen knockn Danneil 110ᵃ. nd. ristenflass und knockenflass unterschieden, je nachdem der flachs in reisten oder knocken liegt ebenda 173ᵇ, vgl. theil 5, 1462 und kaute theil 5, 363. di reine frouwe lobesam bi sich in iren buͦsen nam alles ir gewasses gar cleine risten flasses. leben d. heil. Elisabeth 3007; wa ich gee zu den peurin ein, das ich in sag, was in sei verstoln, so gibt si mir verholn ein reisten flachs oder zwu. fastn. sp. 688, 23; so ist in meim hausz heür noch ferdt kein reisten flachs noch nye nit kommen. H. Sachs fastn. sp. 2, 99, 202 neudruck; wann die mandel geschwellen: nimm einen eyer-dotter, mische saltz darunter, dasz es dick wird, thue darzu ein wenig wilde saffran-blühe, streich es auf eine reisten hänfes wercke, und legs auf die mandeln, ist bewährt. Hohberg 1, 275ᵇ; reisten, wenn die weiber hecheln, so nennen sie an manchen orten, eine hand voll flachs, ein reisten. haushaltungslex. 777; dimin. ein reistle garn, ein gebund garn Schmid schwäb. wb. 430. 3) reiste büschel, gebünde überhaupt. reistn zwifel. Schmeller 2, 160, ndl. een rist druiven u. ähnl. ten Doornkaat - Koolman 3, 45ᵇ. 4) die bezeichnung geht auf das aus dem flachs gearbeitete tuch über: reisten, m. grober flachs, grobes tuch. Lexer kärnt. wb. 207. vgl. Schmid schwäb. wb. 430.

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