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aus: exit_to_app Neologismenwörterbuch

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aus: Wortgeschichte digital

Protestation

Protestation, eine Entlehnung aus dem lateinischen prōtēstātio ›Bezeugung‹, ist seit dem 15. Jahrhundert vor allem ein Wort des Rechts und der Kaufmannssprache und bedeutet ›(förmlicher) Einspruch‹. Historisch wie wortgeschichtlich besonders relevant ist die Protestation der reformatorisch gesinnten Fürsten beim Reichstag in Speyer 1529: In der Nachfolge wird das Substantiv Protestant von Protestation abgeleitet und bezeichnet seither vornehmlich Anhänger der Reformation. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert kommt Protestation zunehmend außer Gebrauch.

Deutsches Wörterbuch

exit_to_app von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm

rubin

edelstein von dunkelroter farbe; aus mittellat. rubinus in gleicher bedeutung: rubin, feüwrroter edler stein, pyropus carbunculus. Maaler 336ᶜ. Oken 1, 153. im mhd. mit dem ton bald auf der ersten, bald auf der zweiten silbe, sehr häufig vorkommend. die betonung rúbin findet sich auch später noch (vgl. die belege). 1) der rubin wird seiner roten farbe und seiner geheimen kräfte wegen von altersher hochgeschätzt. Megenberg 437, 15 ff.; der rubin aber dienet für böse trewme. Wittich ber. v. d. wunderb. bez. steinen (1589) 39; der rehte edel rubîn, der gît des nahtes schîn, daʒ man siht in der vinster wol, als ein glüejender kol. dem man sîn guot nimer zergât der den selben stein hât. Volmar steinb. 643; der blitz und strahl in diamant, und der rubine feuer-flammen, sind nichts als heiszer liebes-brand, der mehrmahls steine schmeltzt zusammen. Lohenstein Armin. 2, 1404ᵇ; hier, wo die reinste gluth den stoff veredelt hat, blüht duftender rubin, sproszt türkis und granat. Wieland 17, 274; an dauer weicht die rose dem rubin, ihn aber schmückt des thaues thräne nicht. Platen 73ᵃ; er steigt hinab in den schwarzen schacht, taucht in des oceans wellen, und sucht der rothen rubinen pracht, und bricht die perlen, die hellen. Geibel 1, 29. zu schmuck und zierde verwendet: meysterlich warent darein (in den goldenen kranz) gebolliert sechs edel gestein zuͦ puͦchstaben. der erst waʒ ein feiner rubin und waʒ gemacht zuͦ einem c. Wilhelm aus Osterreich 25ᵃ (1482); wie ein rubin in feinem golde leucht, also zieret ein gesang das mahl. Sir. 32, 7; laszt den blitzenden rubin auf der fürsten scheitel bluten. Günther 109; um die locken winde sich ein diadem, gefüget aus dem köstlichsten gestein, worinn der feurig glühende rubin mit dem smaragd die farbenblitze kreuze. Schiller braut von Mess. 836 (werke 14, 47); beschaut gefälligst dieses diadem, wo diamanten mit sapphiren wechseln ... und diesen hellgeschliffenen rubin. Platen 175ᵇ. rubin für fingerring, dessen stein ein rubin ist: diesen rubin zog ich einem minister vom finger, den ich auf der jagd zu den füszen seines fürsten niederwarf. Schiller räuber 2, 3 schauspiel; langsam das fräulein die rechte streckt, und langsam, wie aus der spiegelwand, sich linie um linie entgegenreckt mit gleichem rubine die gleiche hand (der doppelgängerin). Droste-Hülshoff 1, 301. 2) in vergleichung und bildlich: schon ist in rotem carmesin die morgenröt erstanden, schon glänzend wie der best rubin die sonn sich zeigt verhanden. Spee trutzn. 133, 3 Balke; die rose stand im thau, es waren perlen grau, als sonne sie beschienen, wurden sie zu rubinen. Rückert 2, 373 (1839). frauenlippen leuchten, brennen, blühen wie der rubin; sie sind rubine: ir mündlin rot wie ein rubin. Grobian. 2133 neudr.; ein rosenroter munde, der alzeit als ein rubin brinnet. H. Sachs meisterl. 254, 44 Gödeke; und jhre lippen schön seind rubin anzusehen, darunder jhre zän wie gute perlein stehen. Weckherlin 360; (Venus spricht:) so meines munds rubin kan baitzen und befehlen. 738; die zarte pforte der gedancken, ist mit rubinen auszgesetzt: von klaren perlen sind die schrancken, so gantz kein mackel hat verletzt. Venusgärtlein 208 neudruck; wie die rohten röszelein, aller blumen zieraht seyn; vor den gliedern allen, auch so jhre lippen blühn, schön und röhter als rubien, purpur und korallen. 18; vom rubin des munds ein lächeln dient an rother beerchen statt, und ein sprenkelchen ist fertig, wie mich eins gefangen hat. Rückert ges. werke 1, 453; von der röte der wangen: dasz du dergleichen furchterscheinungen anschaun und den natürlichen rubin auf deinen wangen kannst behalten. Schiller Macbeth 3, 8; von den roten beeren der weintraube: frisch greif' in die krystallne schale, frisch, die saftigen rubinen glühn und locken. Droste - Hülshoff 67. von der dunkelroten flut des weines selbst: dann musz klang der gläser tönen, und rubin des weins erglänzen. Göthe 5, 12; gieb wein und thu dein amt, in goldne becher fasse rubine, juwelier! Platen 79ᵇ. im gesichte des trinkers glänzen rubine und karfunkel: was bedeuten dike nasen mit rubinen ausgestikt? nur des Bacchus herrenfarbe, die er seinen knechten schikt. Grob versuchg. 51; er trug im kupfrigen gesicht rubinen und karfunkel. Hölty 28 Halm.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

firmeln, firmen

um 1275 Schwabenspiegel 345 ein bischoff virmet;

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