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aus: Wortgeschichte digital

Aussiedler

Sowohl Aussiedler als auch Umsiedler sind seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen nachweisbar. Sie bezeichnen seither Personen, die ihren ursprünglichen Wohnort verlassen haben, um an einem anderen Ort dauerhaft zu leben. Adressiert Umsiedler bereits vor 1933 auch schon Personen, die aufgrund gezielter Umsiedelungsmaßnahmen den Wohnort wechseln, wird das Substantiv im NS-Sprachgebrauch vereinnahmt und nun für Zwangsmigrierte sogenannter ‚deutscher Volksgruppen‘ gebraucht. Seltener ist Aussiedler zu dieser Zeit synonym zu Umsiedler belegt. Nach 1945 treten Aussiedler und Umsiedler semantisch auseinander: Im offiziellen Sprachgebrauch der DDR wird Umsiedler zwischen 1945 und der Mitte der 1950er Jahre nunmehr für deutschstämmige Personen verwendet, die aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Grenze in die SBZ/DDR migrieren, bevor das Wort aus dem offiziellen Sprachgebrauch wieder verschwindet. Im bundesrepublikanischen Sprachgebrauch bezeichnet dahingegen Aussiedler deutschstämmige Personen, die aus entsprechenden Gebieten nach (West-)Deutschland migrieren. In Abgrenzung dazu bezeichnet Übersiedler hier solche Personen, die aus der DDR in die BRD migrieren. Aussiedler begegnet im bundesrepublikanischen Sprachgebrauch daneben seltener auch in Bezug auf Personen, die auf einem Hof leben, der aus einer geschlossenen Ortschaft aufs freie Land verlegt wurde. Hierzu wird zudem das Kompositum Aussiedlerhof gebildet.

Deutsches Wörterbuch

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russe

ein angehöriger des russischen volkes oder staates. das wort ist ins deutsche aus dem slav. eingedrungen, rusĭ, plur. rusi. es stammt indes ursprünglich aus dem germanischen, und bezeichnet zunächst eine skandinavische völkerschaft, die Ruszland eroberte und staatlich organisierte. noch heute ist Ruotsi der finnische name der Schweden. man darf darin wol germ. hrôþ 'ruhm' vermuten (vgl. Gutzeit über den ursprung des namens der Russen, und: untersuchungen über gegenstände der ältesten gesch. Ruszlands. Riga 1890). das wort begegnet vielleicht schon im ahd., ruzin rozi Graff 2, 563 (aus dem 12. jahrh.). hier wie im mhd. mit ʒ. mhd. erscheint auszerdem, wie zu erwarten, langer vocal mit oder ohne umlaut, Rûʒ oder Riuʒ; die flexion ist bald stark, bald schwach. die form Riuʒe lebt fort im nhd. Reusze: die Reussen .. Russi, vulgo Rutheni Frisch 2, 112ᵇ, daneben ein Rusz 137ᶜ, die Rüssen, Ropolani, Rutheni Maaler 337ᶜ, vgl. die ähnliche entwicklung des namens Preusze. Ruthenus .. ein ruse od. rusze, rusche, rutze, .. ryse, reuse, rewzse, rewsse, reüsse Dief. gloss. 505ᵃ, russe, rewssz nov. gloss. 323ᵃ. vgl. altn. plur. Rûssar, annal. 1348, s. Vigfusson 504ᵇ, dän. Russer, schwed. Ryssar, holl. Rus, s. ferner Weigand 2, 506. Schmeller 2, 153. 1) eigentlich: dô sprach von den Riuʒen der künic Yljas. Ortnit 11, 1. ze Riuzen in Ruszland Iwein 7584. die Russen wortspielend mit rusz. Rückert 1, 98. 2) übertragen. a) früher meist mit bezug auf ihre wildheit und grobheit, vgl. mhd. den künic von wilden Riuzen. Ortnit 76, 4 u. ähnl. Wolfdietrich C 2, 10, 4. D 6, 1, 3. grober bengel, flegel Schmeller 2, 154. so noch appenzellisch: russ eine wilde, ungeschlachte person. Tobler 374ᵃ. aber auch mit hinblick auf die slavische unbeständigkeit: ungetriuwer Rûz. Helmbr. 1809. b) in der heutigen volkssprache ein wahrer Russe, ein abgehärteter, gesunder mensch. Albrecht 194ᵇ. in der redensart einen Russen machen oder loslassen, lose streiche begehen, ebenda, ist Russe wol nur volksetymologische entstellung für risse. 3) bezeichnung einer insektenart, schaben, küchenkäfer, blatter Oken 5, 1503 ff., im volksmunde gewöhnlich schwaben genannt. Schm. 2, 154. Schöpf 572. Frischbier 2, 239ᵇ.

Fremdwörter

exit_to_app aus: Deutsches Fremdwörterbuch

Explosivität

taz 13. 6. 1988 Da schoß Spaniens Michel ein Tor, und spätestens jetzt war klar, daß am vielbes[...]

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