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„hauen“

Di­gi­ta­les Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che

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hauen

Grammatik

Verb · haut, haute, hat/ist gehauen

Bedeutungen

  1. 1. ausholend einen Schlag führen, schlagen
    1. a) [umgangssprachlich] jmdn. prügeln, verhauen
    2. b) auf etw. schlagen, einer Sache einen oder mehrere Schläge versetzen
  2. 2. mit einer Waffe, einem Werkzeug schlagen
    1. a) zur Bekämpfung, Vernichtung
    2. b) ⟨sich durch etw. hauen⟩
    3. c) [Jägersprache] ...
  3. 3. etw. mit einem Werkzeug in etw. hineinschlagen
    1. a) [umgangssprachlich] ...
    2. b) ⟨seine Zähne in etw. hauen⟩
  4. 4. [salopp] etw., jmdn. krachend, mit Schwung werfen, schleudern
    1. a) ...
    2. b) [übertragen] etw. schwungvoll, rasch schreiben
  5. 5. [umgangssprachlich] ...
    1. a) ⟨an, gegen etw. hauen⟩ an, gegen etw. stoßen
    2. b) ⟨sich an einer Sache hauen⟩
  6. 6. [umgangssprachlich] mit Getöse fallen, stürzen
  7. 7. etw. mit Werkzeugen herstellen
    1. a) künstlerische Figuren mit Hammer und Meißel herausarbeiten, meißeln
    2. b) einen Stein in die erforderliche Form bringen, bearbeiten
    3. c) einen freien Raum, eine Vertiefung in Gestein schlagen, aushauen
  8. 8. etw. mit einem Werkzeug abschlagen, loshacken
    1. a) etw. fällen, abhacken
    2. b) [landschaftlich] etw. mähen
    3. c) [Bergmannssprache] ...
  9. 9. etw. durch Schlagen mit einem Werkzeug zerteilen
    1. a) [landschaftlich, veraltend] etw. mit einem Beil durch Schlagen zerlegen, zerkleinern
    2. b) [landschaftlich] ...
  10. 10. [umgangssprachlich, übertragen] ...
    1. a) ⟨über den Strang, die Stränge, Schnur hauen⟩
    2. b) [salopp] ⟨das (ganze) Geld auf den Kopf hauen⟩
    3. c) ⟨in den Sack hauen⟩

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WAHRIG Deutsches Wörterbuch

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hauen

I
I.1 ⟨umg.⟩ jmdn. ~ prügeln, schlagen
I.2 schlagen, fällen (Bäume, Holz)
I.3 zerhacken (Holz od. Fleisch)
I.4 mähen (Gras)
I.5 bearbeiten (Stein, a. künstlerisch)
I.6 herstellen (Feilen)
I.7 ⟨Bgb.⟩ loshacken, -brechen (Erz)
● Erz ~; das Gras, die Wiese ~; Holz ~
● die beiden haben sich/einander grün und blau gehauen; jmdn. krumm und lahm ~ ⟨umg.⟩ ; alles kurz und klein ~ ⟨umg.⟩ zerschlagen
● das Geld auf den Kopf ~ ⟨fig.; umg.⟩ leichtsinnig ausgeben; jmdm. eine, eins hinter die Ohren ~ ⟨umg.⟩ eine Backpfeife geben; in den Felsen gehauene Stufen; eine Büste in Marmor ~; etwas in Stücke ~ ⟨umg.⟩ zerschlagen; die Tasche in die Ecke ~ ⟨umg.⟩ schleudern; das hat mich fast vom Stuhl gehauen ⟨umg.⟩ sehr überrascht, verblüfft; jmdn. zum Krüppel ~
II
II.1 schlagen, heftig klopfen
II.2 ⟨Fechten⟩ mit der breiten Klinge schlagen
● jmdm. (jmdn.) auf die Finger, ins Gesicht ~; das haut ihr aufs Gemüt ⟨fig.; umg.⟩ ; mit der Faust auf den Tisch ~; auf Hauen und Stechen mit jmdm. stehen ⟨fig.; umg.⟩ verfeindet sein; in den Sack ~ ⟨fig.⟩ kündigen; kräftig in die Tasten ~ ⟨umg.⟩ (auf dem Klavier); wild um sich ~; hierbei weiß man nicht, was gehauen und gestochen ist ⟨fig.; umg.⟩ hierbei ist alles unklar; das ist gehauen wie gestochen ⟨umg.⟩ das bleibt sich gleich, ist ein und dasselbe
[←mhd. houwen, engl. hew ←germ. haw(w) ←idg. *kau-]

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Schweizerisches Idiotikon

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Hau(w)eⁿ

Bedeutungen

  1. 1. Hacke mit Schneide, zur Arbeit in Feld und Garten, auch zum 'Falgen' im Weinberg, verschieden von 'Karst' und 'Bickel'
  2. 2. grosses Messer (scherzh.)
  3. 3. bildl., wildes, hageres, grobes Weib

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hau(w)eⁿ

Bedeutungen

  1. 1. schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung
  2. a) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, «Eiⁿᵉm (Eiⁿs) h.», ihm einen Schlag versetzen
  3. b) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, spec. mit Bez. auf Hiebwaffen und schneidende Werkzeuge
  4. α) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, spec. mit Bez. auf Hiebwaffen und schneidende Werkzeuge
  5. β) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, spec. mit Bez. auf Hiebwaffen und schneidende Werkzeuge, 'Äpfel h.', subst. auch 'Äpfel-Hauet', militärische Übung der Dragoner, darin bestehend, dass diese hinter einander im Galopp mit dem Säbel nach einem Apfel hauen mussten, der an einem Pfahle aufgehängt war
  6. γ) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, spec. mit Bez. auf Hiebwaffen und schneidende Werkzeuge, «Holz, en Wald h.», schlagen, fällen
  7. δ) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, spec. mit Bez. auf Hiebwaffen und schneidende Werkzeuge, behauen
  8. ε) schlagen, in mehrfach modifizierter Anwendung, spec. mit Bez. auf Hiebwaffen und schneidende Werkzeuge, aushauen
  9. 2. mit der Hacke («Haueⁿ») arbeiten, bearbeiten
  10. 3. schneiden
  11. a) schneiden, mit menschl. Subj.
  12. b) schneiden, mit sächl. Subj.: scharf sein
  13. c) schneiden, mit unbest. Subj. «es»
  14. α) schneiden, mit unbest. Subj. «es», im eig. S.
  15. β) schneiden, mit unbest. Subj. «es», bildl. «es haut 's» = das Geschäft geht gut von Statten, gelingt
  16. 4. werfen, z. B. einen Stein
  17. 5. scharf reden

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Jacob Grimm und Wil­helm Grimm, Deut­sches Wör­ter­buch (DWB)

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gehauen

verstärktes hauen, mhd. gehouwen, nhd. z. b.: man kan der im winter nit gehawen. Tucher baum. 77, 14, das ge- doch von dem kan.

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gehauen

zu hauen, in der wendung gehauen oder gestochen u. ä. (s. u. hauen 8): niemand weisz zu erkennen, wie man spricht, wo kopf oder schwanz steht, ob es teutsch gehauwen oder welsch gestochen heisze. Fischart vorr. zum Antimachiavellus (1624) 3, was den ursprung deutlicher macht, der quelle näher, von einer wunde, deren entstehung unsicher ist, vgl. die stelle aus dem Simpl. unten IV, 2, 577, wo ...

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geheugen

s. geheien sp. 2349fg.

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haue

werkzeug zum hauen, ligo; ahd. houwa, mhd. houwe. zunächst zur bearbeitung der erde: how ligo voc. inc. theut. k 3ᵇ; fossorum ein hauwe Dief. 244ᶜ; rastrum rechhe, houwe, karst nov. gloss. 313ᵇ; die hauwen oder karst wie die räbleüt brauchend, pastinum, bipalium, curvus dens, rastrum Maaler 215ᵇ; hauwen mit zwei zinken capreolus 215ᶜ; und namen mit inen hauwen schaufeln und karst. Steinhöwel ...

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hauen

caedere. I. formelles und etymologisches. ahd. hawan, hauwan, howan, houwan; alts. hawan, hauwan; ags. heávan; mhd. mnl. houwen, mittelengl. hewen, neuengl. hew; altn. höggva, schwed. hugga, dän. hugge. bereits unter hacken und hagel ist darauf hingedeutet worden, dasz in den hoch- und niederdeutschen formen des wortes die wurzel nicht unverstümmelt erscheint. die gothische form entgeht ...

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haune

(mhd. hûne neben hiune), der hüne (s. d.): sagt man hingegen von risen und haunen. Garg. 41ᵃ.

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haut

cutis; corium. alts. hûd; ags. hŷd, engl. hide; fries. hûd und hêde; nl. huyd, huid; altn. hûđ, schwed. dän. hud; ahd. hût, plur. hûtî und später hiute, mhd. hût, plur. hiute. das wort ist urverwandt dem lat. cu-tis und scu-tum, griech. κύ-τος und σκύ-τος, und gehört, wie unter haus sp. 640 angeführt ist, zur sanskr. wurzel sku bedecken, verhüllen, so dasz der ursprüngliche allgemeine sinn ...

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heuen

heu machen, mhd. höuwen; mit acc. des objects: so sol der weibel oder sin botte da sin, unze das höwe gehöwet werde. weisth. 4, 208; wenn man die matten höwet, so sol man machen einen schochen. 480 (d. h. wenn man das gemähte gras wendet und zusammen rafft, verschieden von dem kurz vorher stehenden wenne man die matten meyet, das gras abmäht); seine wisen wessern und hewen. H. Sachs 3, 1, 8...

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hieb

ictus. das wort ist erst seit dem 17. jahrh. an stelle des ältern hau (sp. 561) zu belegen; vorbereitet aber wird es dadurch, dasz das ehemals wurzelschlieszende w des verbums ahd. hauwan, mhd. houwan hauen, mit dem hieb zusammenhängt, sich in b verhärtet, und das particip des besagten verbums neben gehauen sich seit dem 16. jahrh. auch als gehieben festsetzt (vergl. sp. 574. 575). im 17. j...

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Goethe-Wörterbuch

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hauen

Eintrag

  1. hauen 1. u 3.SgPrät fast ausschließl ‘hieb’, 3.PlPrät nur ‘hieben’; einmal PartPrät ‘gehaun’
    1 schlagen, Schläge führen, austeilen
    a (mit einem Gegenstand) einen Hieb, Hiebe versetzen, prügeln Götz haut ihn [ Metzler ] über den Kopf daß er stürzt 8,151,16 Götz 2 V Regiebem ich hab mir bey der Schlittenfahrt mit der Peitsche höllisch übers Aug gehaun drum schreib ich so quir B3,16,14 Herder [7.1.76] so das Meerweib [ wohl für CAHvHaugwitz ] nicht schreibt, so haut’s, wenns aus dem Bade steigt, mit Nesseln B2,298,3 FLStolbg uGenossen [4.10.75 Korr B3,327] 38,494,9 Späne meist iZshg mit Kriegsgeschehen: mit einer Hiebwaffe auf jdn einschlagen, einen Schwertstreich führen; gelegentl ‘nach jdm, etw h.’; einmal ‘jdm die Schmarre durch das Gesicht hauen’ [ Buyck: ] Gravelingen .. Den Sieg haben wir allein .. wir drängten und schossen und hieben, daß sie die Mäuler verzerrten und ihre Linien zuckten […]

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Literatur zur Wortforschung

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3 Einträge gefunden

  • Schwartz, H.: Zur neuhochdeutschen Verbalrection. Aus dem Nachlasse des Gymnasiallehrers zu Soest, Dr. Hubertus Schwartz, geb. 1853, gest. 1882, 1885.
  • Tamsen, M.: Das Zeitwort 'hauen' (Fortsetzung und Schluss).
  • Tamsen, M.: Das Zeitwort hauen. Stilwert, Bedeutungen und Beugungen, 1961.

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