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Wortgeschichte zu

Bewegung

neue soziale Bewegung

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Das Wort Bewegung, das sich bis ins Althochdeutsche zurückverfolgen lässt, hat über die Jahrhunderte ein breites Spektrum an Bedeutungen ausgebildet. Mit der im 19. Jahrhundert aufkommenden Bedeutung Bestreben einer (organisierten) gesellschaftlichen Gruppierung, gemeinsam bestimmte (politische, soziale und dergleichen) Ziele zu erreichen entwickelt es sich zu einem zentralen Wort des Themenfeldes Politik und Gesellschaft. Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wird Bewegung sukzessive durch die Nationalsozialisten besetzt und steht im NS-Sprachgebrauch für der Nationalsozialismus, die NSDAP. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickeln sich neue soziale Bewegungen, die ab den 1980er Jahren auch unter der Wortverbindung neue soziale Bewegungen zusammengefasst werden.

Wortgeschichte

Von Truppenbewegung bis innere Bewegtheit. Das Bedeutungsspektrum von Bewegung

Das Wort Bewegung, das sich bis zum althochdeutschen biwegunga zurückverfolgen lässt, hat über die Jahrhunderte ein breites Spektrum an Bedeutungen entwickelt (vgl. 2DWB 5, 97–102DWDS; daneben auch Pfeifer unter BewegungDWDS). Das Spektrum reicht von konkret-räumlichen Lesarten wie Veränderung einer Position, einer Stellung (1676) bzw. Truppenbewegung (1653) bis zu Gefühlsregung, Ergriffenheit, Rührung (1531). Zudem hat das Wort über die Jahrhunderte Eingang in die verschiedensten disziplinären Zusammenhänge, wie unter anderem in die Physiologie (1759), Physik (1828), Soziologie (1930a) und nicht zuletzt in die Linguistik (2005) gefunden (vgl. auch den Artikel Bewegung des Wikis zur interdisziplinären Begriffsgeschichte des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin).

Semantische Wegbereiter der politisch-sozialen Bedeutungslinie von Bewegung

Ist Bewegung also ein recht altes Wort, ist seine im engeren Sinn politisch-soziale Bedeutung Bestreben einer (organisierten) gesellschaftlichen Gruppierung, gemeinsam bestimmte (politische, soziale und dergleichen) Ziele zu erreichen; auch die Gruppe selbst erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts anzusetzen und damit deutlich jüngeren Datums. Gleichwohl gibt es ältere Bedeutungen, die jene semantische Entwicklung des 19. Jahrhunderts vorbereiten. So ist Bewegung dem Frühneuhochdeutschen Wörterbuch zufolge mit der Bedeutung individuelle Aufsässigkeit, Widerborstigkeit; politisch-gesellschaftliche Bewegung, Parteibildung gegen etw. bereits im 14. Jahrhundert bezeugt (vgl. FWB-online unter bewegung). Die Wortverbindung bürgerliche Bewegung als Synonym für Aufruhr ist spätestens seit dem 17. Jahrhundert bezeugt (1663). Erstmals lexikographisch gebucht wird die im weiteren Sinn soziale Lesart von Bewegung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und zwar sowohl bei Adelung (2Adelung 1, 967) als auch bei Campe (Campe Wörterbuch 1, 517), bei beiden in etwa übereinstimmend mit der Bedeutung Unruhe, Aufruhr, Auflauf. Noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts hat Bewegung seine heutige semantische Kontur nicht endgültig erhalten. In den 1830er Jahren tritt Bewegung dann besonders in der politischen Publizistik auf und kann zu dieser Zeit auch mit Bezug auf die Pariser Julirevolution von 1830 und deren Folgeereignisse verwendet werden (1832, 1843, vgl. HWPh 1, 880).

Ausbildung der Lesart Bestreben einer gesellschaftlichen Gruppierung, um gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen im 19. Jahrhundert

Für die Beschreibung der Ausbildung der politisch-sozialen Lesart von Bewegung Bestreben einer gesellschaftlichen Gruppierung, um gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen im Verlauf der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufschlussreich ist zudem eine Beobachtung des Auftretens und der semantischen Transformation der beiden Wortverbindungen politische Bewegung und soziale Bewegung im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Politische Bewegung ist als Kollokation bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts bezeugt (1809). Soziale Bewegung – das als Verbindung seine Ursprünge wohl in Frankreich im 18. Jahrhundert hat (vgl. EdN unter Soziale Bewegungen, religiöse) – tritt im Deutschen spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf (1834a; 1840c; 1849d).

Beide Verbindungen zeigen in den frühen Belegen allerdings noch eine andere semantische Kontur als gegenwärtig. Sie werden – wie Bewegung selbst – erst im Laufe des 19. Jahrhunderts im heutigen Sinn gebraucht (1840a, 1848a, 1874, 1914). Das Historische Wörterbuch der Philosophie setzt die gegenwärtige Bedeutung von politische Bewegung, in der Bewegung in der politisch-sozialen Lesart verwendet wird, ab ungefähr 1845 an (vgl. HWPh 1, 881). Auch der erste unzweideutige Beleg der Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs für Bewegung in der Lesart Bestreben einer (organisierten) gesellschaftlichen Gruppierung, gemeinsam bestimmte (politische, soziale u. dgl.) Ziele zu erreichen; auch die Gruppe selbst fällt mit 1846 in diesen Zeitraum (vgl. 2DWB 5, 97–102DWDS). Darüber hinaus spricht für eine Ansetzung der politisch-sozialen Bedeutung von Bewegung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, dass zu dieser Zeit erste Abhandlungen zu sozialen Bewegungen in unserem heutigen Verständnis entstehen, so etwa Lorenz von Steins Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich von 1789 bis auf unsere Tage (1850). Damit kann die politisch-soziale Lesart ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als lexikalisiert gelten.

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Die Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs setzt die Bedeutung Bestreben einer (organisierten) gesellschaftlichen Gruppierung, gemeinsam bestimmte (politische, soziale und dergleichen) Ziele zu erreichen; auch die Gruppe selbst allerdings bereits ab der Mitte des 18. Jahrhunderts an, genauer mit einem ersten Beleg aus dem Jahr 1768: die absicht des bundschuhes und andrer nicht undeutlich bezeichneter bewegungen (2DWB, 5, 97). Gerade dieser Beleg, der auf die Bundschuh-Bewegung und also eine Reihe von Bauernaufständen (sic!) in Südwestdeutschland an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert referiert, verdeutlicht allerdings gerade die fließenden Grenzen zur im Deutschen Wörterbuch ab dem 15. Jahrhundert gebuchten Bedeutung Aufruhr, Krieg (vgl. 2DWB, 5, 97).

Von Volksbewegung bis Umweltbewegung. Komposita im Wandel der Zeit

Soziale Bewegungen gab und gibt es zahlreiche: Das Spektrum reicht von der Arbeiterbewegung – während des 19. Jahrhunderts wohl die soziale Bewegung schlechthin und zu dieser Zeit auch schlicht als die Bewegung bezeichnet (1873a; vgl. auch Schmitz-Berning 2000, 100) – über Turn- und Sportbewegung, Frauen-, Jugend- und Lebensreformbewegung der Jahrhundertwende bis hin zur UmweltbewegungWGd der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit Reformationsbewegung gibt es verhältnismäßig früh (1839) auch eine Bildung, die sich nicht auf eine zeitgenössische soziale Bewegung bezieht, sondern als historische Beschreibungskategorie genutzt wird.

Es ist mit Blick auf die Ausbildung der semantischen Kontur der politisch-sozialen Bedeutung von Bewegung selbst aufschlussreich, zu beobachten, wann welche Komposita mit Bewegung als Grundwort auftreten. Allgemein lassen sich Komposita mit Bewegung bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen (1648). Die Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs vermerkt zudem, dass Zusammensetzungen mit Bewegung als Erstglied ebenfalls ab dem 17. Jahrhundert anzusetzen sind. Das erste Kompositum mit Bewegung als Grundwort und in der Bedeutung politisch-soziale Bestrebung ist im Deutschen Textarchiv hingegen erst mit Volksbewegung Ende des 18. Jahrhunderts nachweisbar (1791). Volksbewegung steht seinerseits in einer Bedeutungslinie mit der älteren Wortverbindung bürgerliche Bewegung, Aufruhr.

Nur wenig nach Volksbewegung entsteht Reformbewegung, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders auch in Bezug auf politische Zusammenhänge auftritt (1834b, 1837). Ab den 1840er Jahren und insbesondere um 1848/49 sind dann eine ganze Reihe von Komposita bezeugt, die teilweise einen sehr konkreten Bezug auf bestimmte politische Bewegungen aufweisen, so beispielsweise Chartistenbewegung (1840b), Wahlbewegung (1845), Freiheitsbewegung (1848c), Märzbewegung (1849c), Mai- und Junibewegung (1848b), Einheitsbewegung (1849a) oder Fortschrittsbewegung (1849b). Diese Komposita haben mehrheitlich wohl den Status von Spontanbildungen.

Vor dem Hintergrund der Industrialisierung und der sie begleitenden sozialen Frage entstehen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend auch Komposita, die nicht nur im engeren Sinn auf politische, sondern im weiteren Sinn auf soziale und gesamtgesellschaftliche Veränderung abzielen. Auf eine übergreifende, gesamtgesellschaftliche Veränderung zielt insbesondere die sogenannte Lebensreformbewegung ab (1908). Weitere Beispiele für die Vielzahl vergleichbarer Bestrebungen sind: Genossenschaftsbewegung (1870), Frauenbewegung (1873b), Temperenzbewegung (1892), Abstinenzbewegung (1898), Naturheilbewegung (1904), Emanzipationsbewegung (1901), Waldschutzbewegung (1909), Freilandbewegung (1913). Einige dieser Komposita haben sich bis in die Gegenwart erhalten (2013, 2016, 2017).

Über die Beobachtung der Zusammensetzungen, die Bewegung im Laufe des 19. Jahrhunderts ausbildet, wird so zugleich sichtbar, wie sich die Semantik des hier einschlägigen Wortgebrauchs von Bewegung in der Bedeutungslinie Bestreben einer gesellschaftlichen Gruppierung, um gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen sukzessive von politische Bestrebung auf politisch-soziale Bestrebung erweitert: Ist Bewegung in der ersten Hälfte und der Mitte des 19. Jahrhunderts noch dominant politisch konnotiert, erweitert sich die Bedeutung des Wortes ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und insbesondere an der Wende zum 20. Jahrhundert auf den gesamtgesellschaftlichen Bereich.

Nationalsozialistische Wortbesetzung im 20. Jahrhundert

Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wird Bewegung zunehmend durch die Nationalsozialisten besetzt (1924). Hitler verwendet Bewegung in Mein Kampf sowohl als Selbstbezeichnung der NSDAP als auch für die Konkurrenten (1925a, 1925b) und auch der Völkische Beobachter gebraucht das Wort vor der Übernahme durch die Nationalsozialisten noch recht allgemein für alle antisemitischen und rechtsradikalen Gruppen (vgl. Schmitz-Berning 2000, 100–101). In der Nachfolge verengt sich Bewegung bzw. nun die Bewegung sukzessive auf die Bedeutung der Nationalsozialismus, die NSDAP (vgl. Schmitz-Berning 2000, 100–101). Daneben tritt Hitlerbewegung als neues Kompositum auf (1930b), das ebenfalls gleichermaßen für Nationalsozialismus wie für die nationalsozialistische Partei steht (1931).

Von Anti-Atomkraft- bis Bürgerinitiativbewegung. Neue soziale Bewegung im ausgehenden 20. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsteht eine Vielzahl neuer sozialer Bewegungen, von der Studentenbewegung über die Neue Friedensbewegung und die Bürgerinitiativbewegung bis hin zur Anti-Atomkraft- und Umweltbewegung. Sie werden nun unter der Wortverbindung neue soziale Bewegung(en) (1982a) zusammengefasst. Die Ausbildung dieser Verbindung ist gleichermaßen als Anschluss an wie Abgrenzung zu den großen sozialen Bewegungen zu verstehen. So wird hier zum einen auf ältere unter soziale Bewegungen zusammengefasste Bewegungen insbesondere des 19. Jahrhunderts wie Arbeiter- oder Frauenbewegung Bezug genommen. Zum anderen findet über das Adjektiv neu eine Abgrenzung von den älteren Bewegungen statt insofern neue soziale Bewegung nunmehr auf die grundlegend anders gelagerten Probleme der eigenen Zeit ausgerichtet ist. Als feste Wortverbindung mit der Bedeutung Alternativbewegung(en) tritt neue soziale Bewegung erstmals Anfang der 1980er Jahre auf, zunächst über Anführungszeichen noch als neue Wortverbindung markiert (1982b, 1982c, 1987, 1999). Die Verbindung begegnet überwiegend, jedoch nicht ausschließlich pluralisch (1982a).

Anna S. Brasch

Literatur

2Adelung Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen, 2. vermehrte und verbesserte Ausg. Bd. 1–4. 2. Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1793–1801. Hildesheim u. a. 1990. (woerterbuchnetz.de)

Campe Wörterbuch Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch der deutschen Sprache. Theil [Bd.] 1–5. Braunschweig 1807–1811.

2DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Neubearbeitung. Hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (vormals Deutsche Akademie der Wissenschaften) und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bd. 1–9. Stuttgart 1983–2018. (woerterbuchnetz.de)

EdN Enzyklopädie der Neuzeit online. Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern hrsg. von Friedrich Jaeger. Leiden 2019. [basierend auf der Druckausg. im J. B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005–2012]. (brillonline.com)

FWB-online Frühneuhochdeutsches Wörterbuch/FWB-online. Hrsg. von Ulrich Goebel, Anja Lobenstein-Reichmann, Oskar Reichmann. 2017 ff. (fwb-online.de)

HWPh Historisches Wörterbuch der Philosophie. Hrsg. von Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel. Völlig neubearb. Ausg. des „Wörterbuchs der philosophischen Begriffe“ von Rudolf Eisler. Bd. 1–13. Basel 1971–2007.

Pfeifer Pfeifer, Wolfgang u. a.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. (dwds.de)

Schmitz-Berning 2000 Schmitz-Berning, Cornelia: Vokabular des Nationalsozialismus. Berlin/New York 2000 [Nachdruck der Ausg. Berlin/New York 1998].

Weitere wortgeschichtliche Literatur zu Bewegung, neue soziale Bewegung.

Belegauswahl

Inn dem der selb Furst / als wir dazumal redens wurden der Concilien / so er vnirsal vnd fur die Kirche hielt / vnd ich zuwider sprach / wie die selben geirret het ten / vnd die Kirch nicht wern / mit grossem zornlichem affect / vnd hefftiger bewegung / eben diese vngestüme wort zu mir sagt / das muste die sucht vnd tausent teufel sein / das eine solche etliche grosse Conciliums versamlung / als zu Costnitz / darin sein grosser vater auch gewest / vnd gewislich die ware Kirch were / jrren solt etc.

Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg 1531, o. S. (deutschestextarchiv.de)

Solche Gemuͤtsbewegung findet ſich/ wann wir ein Laſter ſcheuen ernſtlich und ploͤtzlich ſtraffen/ daß wir in unſrem Gewiſſen auch befinden […]; und wir werden zu Mitleiden veranlaſſt/ wann wir einen Vnſchuldigen viel Vbel leiden ſehen.

Harsdörffer, Georg Philipp: Poetischer Trichter. Zweyter Theil. Nürnberg 1648, S. 84. (deutschestextarchiv.de)

Vnd zwar/ nach dem der Churfuͤrſt zu Coͤlln abgefallen/ vnnd einige andere vnordentliche Bewegungen vff Bayriſcher Seiten/ kurtz vor gebrochenem Stillſtand/ den man im Sinn hatte/ vorhergegangen; fielen die ſambtliche feindliche Armeen den Schweden vff die Arm; vnd noͤthigten ſie/ jhren Hinderhalt in der Fraw Landgraͤffin Land zuſuchen […]; welches dann der Bundsverwandten/ ſo offt ſie mit einem Vngewitter getroffen geweſen/ zu einem ſichern Hafen vnd Stand gedienet hat.

Wartmann, Sigismund Friedrich: De Statu Pertvrbato Franciae et Germaniae [...]. Frankfurt a. M. 1653, S. 32. (deutschestextarchiv.de)

Wie offt reiſſen ſich ſolche untaugliche umb dergleichen Aempter/ und ſaͤttigen ihr Armut mit gemeinem Ubel/ entweder mit gefaſtem Neid gegen der Buͤrger und Haußhalter Gluͤckſeligkeit/ der ihnen nachſtellende? von andern heimlichen und boͤſen Kuͤnſten will ich ein andere Zeit ſagen/ mit welchem das Volck nicht ſelten zur Verzweifflung/ zur Auffruhr und Buͤrgerlichen Bewegungen getrieben wird/ und die Schuld iſt dieſer boͤſen Leut Peiniger.

Schupp, Johann Balthasar: Schrifften. Hrsg. von Anton Meno Schupp. Hanau 1663, S. 722. (deutschestextarchiv.de)

Eben dieſe Copernicianiſche Meinung eignet der Erden zugleich eine taͤgliche Bewegung zu um ihr Centrum/ von Abend gegen Morgen/ welche innerhalb 24. Stunden geſchehe.

Francisci, Erasmus: Das eröffnete Lust-Haus Der Ober- und Nieder-Welt [...]. Nürnberg 1676, S. 182. (deutschestextarchiv.de)

Wer eine Phiſiologie ſchreibt, der muß die innere Bewegungen eines thieriſchen Koͤrpers, die Verrichtungen derer Eingeweide, die Veraͤnderungen der Saͤfte, und die Kraͤfte erklaͤren, wodurch das Leben erhalten wird, vermittelſt welcher die denen Sinnen mitgetheilte Geſtalten derer Dinge, der Seele vorgeſtellet werden; mit was fuͤr Kraͤften die Muskeln verſehen ſind, die unter der Herrſchaft der Seele ſtehen; durch was fuͤr Kraͤfte die Speiſen in unſre Lebensſaͤfte, von ſo verſchiedner Art, verwandelt werden; und wie endlich dieſe Saͤfte theils zum Unterhalt unſrer Koͤrper angewendet werden, theils auch der Abgang des menſchlichen Geſchlechts durch neue Geburten wieder erſezzet wird.

Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Aus dem Lateinischen übersezt. Erster Band. Die Faser; die Gefässe; der Umlauf des Blutes; das Herz. Hrsg. von Johann Samuel Halle. Berlin 1759, o. S. (deutschestextarchiv.de)

In allen Volksbewegungen scheint es gefährlich zu seyn, gegen die Partei, die der Pöbel begünstigt, zu viel Verachtung blicken zu lassen.

Forster, Georg: Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich, im April, Mai und Junius 1790. Zweiter Theil. Berlin 1791, S. 509. (deutschestextarchiv.de)

Die Wiſſenſchaften ſind unabhaͤngig vom Staate; ſie bieten einen Zufluchtsort dar, wohin der Menſch, wenn er von aͤußeren Verhaͤltniſſen geplagt und von den großen politiſchen Bewegungen der Zeit beſtuͤrmt wird, entweichen kann.

Müller, Adam Heinrich: Die Elemente der Staatskunst. Erster Theil. Berlin 1809, S. 62. (deutschestextarchiv.de)

Galilei danken wir insbesondere ein treffliches Werk über die Gesetze der Bewegung, die sowohl für Astronomie als Physik eine gleich wichtige Anwendung finden.

Kohlrausch, Henriette: Physikalische Geographie. Berlin 1828, S. 67v. (deutschestextarchiv.de)

Wenn wir in unsern Tagen von einer Partei der Bewegung sprechen, welcher sich eine Partei der Reaction entgegenstemmt, und zwischen welchen das rechte naturgemäße Staatsleben die hohe politische Weisheit, eine richtige Mittelstraße sucht, so möchte man zuerst eine richtige Gegeneinanderstellung dieser verschiedenen Tendenzen vermissen.

Art. „Bewegung und Reaction“. In: Conversations-Lexikon neuester Zeit und Literatur. In vier Bänden. Erster Band. A bis E. Leipzig 1832, 245–248, hier S. 245.

Sie haben vornehmlich zur Absicht, die Verhältnisse des gesellschaftlichen Lebens aus den Grundanschauungen über das Sein und Wesen des Menschen zu konstruieren, die individuelle Willensfreiheit nach den Bedürfnissen des Gesammtwohls zu bemessen, und zugleich die Formen festzustellen, nach welchen die soziale Bewegung zu geschehen hat.

Vogt, J. J.: Das Armenwesen und die dießfälligen Staatsanstalten; Letztere mit besonderer Berücksichtigung der Zwangsarbeitsanstalt. Ein Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Lebensfragen. In Zwei Bänden. Zweiter Band: Ueber die Staatsanstalten. Bern 1834, S. 101. (books.google.de)

Die Reformbewegung stürzt sich in Madrid mit reißender, erschrekender Schnelligkeit vorwärts. Man sollte meynen, es sey da ein Volk, das zur politischen Freiheit eben erst geboren wird, und das noch keinen der Stürme bestanden hat, womit man anfangs die Eroberung und später den Genuß der Freiheit bezahlt.

Allgemeine Zeitung. Mit allerhöchsten Privilegien, 23. 9. 1834, Nr. 266, S. 1063. (books.google.de)

Um unter einem solchen Volke einer einmal unvermeidlich gewordenen Reformbewegung eine heilsame Richtung zu geben, und sie zum wahren Nutzen des Vaterlandes durchzuführen, gäbe es keinen andern Weg, als daß die Einsichtsvollern, die Gebildeten, die Angesehenen in der Nation, nachdem sie die Unvermeidlichkeit einer neun Gestaltung anerkannt haben, sich über die, den Haptgrundsätzen nach übereinstimmende Richtung verständigten.

N. N.: Die heutigen Zustände in Graubünen. Eine Skizze gewidmet allen Eidgenossen anderer Stände, welche diesen Kanton ihrer Aufmerksamkeit werth achten. Von einem gebornen Graubündner. Chur 1838, S. 46. (books.google.de)

Wir werden nicht irren, wenn wir dieſe Beſchlüſſe als die erſte Wirkung der Reformationsbewegung auf eine innere Reſtauration des Katholicismus bezeichnen.

Ranke, Leopold von: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Zweiter Band. Berlin 1839, S. 162. (deutschestextarchiv.de)

Wenn über das Mißlingen des Hambacher Festes ein Mann von deutschem Gefühl, Sinn für Gemeinwohl, ein Freund gesetzmäßiger Freiheitsentwickelung frohlockt, so wird man ihm vielleicht mit getheilter Empfindung zuhören; allein Herr Heine sollte ein Recht haben, die süddeutsche politische Bewegung, die Vorfälle in Rheinbayern und das Associationswesen der deutschen Handwerker zu bespötteln?

Gutzkow, Karl: Börne’s Leben. Hamburg 1840, S. XXVII. (deutschestextarchiv.de)

Die M. Post berichtet darüber: “Wie wir vernehmen, ließ gestern gegen halb 6 Uhr Abends der Staatssecretär des Innern den Polizeicommissarien, dem Lord Mayor und der Kriegscommandantschaft eröffnen, daß die Regierung Anzeige von einer in der Nacht zu erwartenden Chartistenbewegung erhalten habe. [...]"

Allgemeine Zeitung, 22. 01. 1840, Nr. 22, S. 169. (deutschestextarchiv.de)

Im Grunde der deutschen Nation liegt zu viel Edelmuth, zu viel Adel des Charakters, als daß die sociale Bewegung der sie umwohnenden Völker, ihre Kampfestage, ihr Hoffen und Fürchten, ihre Erfolge und ihre Unfälle nicht eine wahrhafte Sympathie in ihr erregen sollten.

Allgemeine Zeitung, 14. 03. 1840, Nr. 74, S. 585. (deutschestextarchiv.de)

Als Parteiname ist der Ausdruck Bewegung jetzt seltener in Gebrauch als in der ersten Zeit nach der Julirevolution.

Art. „Bewegung“. In: Allgemeine deutsche Real-Enzyklopädie für die gebildeten Stände. Conversations-Lexikon. Neunte Originalauflage in fünfzehn Bänden. Zweiter Band. Balde bis Buchhandel. Leipzig 1843, S. 314–316, hier S. 315.

2. Die Wahlbewegung.

Noch waren die bretagner Stürme nicht beſchwichtigt, die junge Mannſchaft ſtand unter den Waffen, und ward von Müttern, Schweſtern, Gattinnen und Geliebten mit Manifeſten begrüßt, die ihnen Mundvorrath und im Falle […]Anmerkung: 1789. Jan. 24. rühmlicher Wunden Verpflegung boten, — als das Wahlgeſetz erſchien.

Dahlmann, Friedrich Christoph: Geschichte der französischen Revolution bis auf die Stiftung der Republik. Leipzig 1845, S. 156. (deutschestextarchiv.de)

Sie treten daher mit Erbitterung aller politischen Bewegung der Arbeiter entgegen, die nur aus blindem Unglauben an das neue Evangelium hervorgehen konnte.

Marx, Karl/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848, S. 22. (deutschestextarchiv.de)

Louis Blanc versichert von Neuem, daß er die Mai-und Junibewegung nicht für legitim gehalten und durchaus keinen Theil daran genommen.

Neue Rheinische Zeitung. Beilage, 06. 08. 1848, Nr. 67, Sp. 338–2. (deutschestextarchiv.de)

Das Volk, heißt es, wird die Abgötterei für die Geistesaristokratie fallen lassen, wie die früheren Aristokratien, es wird einsehen, daß es keinen wahren Freund hat als sich selber; daß die Akademien und Sprechsäle der Politik seiner Verehrung nicht werth sind, daß seine ganze Freiheitsbewegung Nichts war, als eine wissenschaftliche Liebhaberei geistreicher und ruhmliebender Menschen, die dann und wann mit den Leibern der armen Leute auch Experimente anstellen.

Mainzer Journal, 25. 09. 1848, Nr. 95, o. S. (deutschestextarchiv.de)

Unsere Stadt bleibt nach wie vor der Mittelpunkt der italienischen Einheitsbewegung, die hier auch zuerst durch die Proklamation der italienischen Constituante Konsistenz gewonnen hat.

Neue Rheinische Zeitung, 17. 01. 1849, Nr. 197, S. 1070. (deutschestextarchiv.de)

Wenn an jenem großen Tage allseitigen Bruderthums noch finstere Erinnerungen auftauchten von einem slawischen Widerstreben gegen die allgemeine Fortschrittsbewegung: wenn der Deutsche, der Italiener, der Magyar erbebte beim Anblicke seines Blutes auf der Hand des Kroaten, des Tschechen, des Moskowiters: dann werden wir polnische Demokraten mit unserem für die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit so lange verströmten Blut, mit unserem Märtyrium dazwischen treten und die Sünden der Stammesbrüder lösen mit dem Aufweisen unserer Wunden für die Menschheit; wir wollen dann die Vermittler, die Versöhner sein und der Bundesknoten in der unstörbaren, wahrhaft heiligen Völkerallianz zwischen Aufgang und Niedergang.

Neue Rheinische Zeitung, 22. 01. 1849, Nr. 202, S. 1105. (deutschestextarchiv.de)

Die große Menge sieht in der ganzen Märzbewegung nur eine That, für welche ganz Wien den Strang, und die Begnadigung mittelst Pulver und Blei verdient hätte. Sie sprechen von der Revolution, wie von einer Mordgeschichte, und die Kannibalen, welche als Ministerium oder als Banditen-Generale die Zügel der Regierung in Händen haben, wissen diesen Kretinismus trefflich zu exploitiren.

Neue Rheinische Zeitung, 13. 02. 1849, Nr. 220, S. 1208. (deutschestextarchiv.de)

Es gelang den Konservativen, die soziale Bewegung für sich zu exploitiren.

Neue Rheinische Zeitung, 15. 03. 1849, Nr. 246, S. 1371. (deutschestextarchiv.de)

Immer iſt der Segen der Genoſſenſchaftsbewegung und ſpeziell der Vorſchußvereine ein großer, der Erfolg ein glänzender; es iſt, möchte ich ſagen, faſt die einzige Lichtſeite des heutigen Handwerks; aber es iſt eine Förderung, die nur einer verhältnißmäßig kleinen Elite zu Gute kommt.

Schmoller, Gustav von: Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert. Statistische und nationalökonomische Untersuchungen. Halle (Saale) 1870, S. 666. (deutschestextarchiv.de)

Von den alten bekannten Sozialisten hatte sich der Schriftsteller Moses Heß, damals wohnhaft in Köln, der Lasalle’schen Agitation sofort angeschlossen. Selbiger veröffentlichte im Sommer 1863 eine Broschüre, betitelt: „Die Rechte der Arbeit“ (gedruckt zu Frankfurt a. M. bei R. Baist), über die sich Lasalle brieflich sehr günstig aussprach. Er sagte, sie hielte die vorderhand noch nöthigen Gräzen ein, und fügte hinzu: „Es ist gerade sehr gut und nöthig, daß nicht immer Alles von mir allein gesagt werde; die Bewegung nimmt sonst vor Schafsköpfen die Gestalt einer bloßen Person an. Verbreiten Sie die Broschüre tüchtigst.“

Becker, Bernhard: Geschichte der Arbeiter-Agitation Ferdinand Lasalle’s. Nach authentischen Aktenstücken. Mit einer Einleitung zum Nachdruck von Toni Offermann. 2. Auflage, Nachdruck d. 1873 erschienenen 1. Aufl. Berlin/Bonn 1978, S. 62.

Gesteht es offen: diese Frauenbewegung afficirt nicht Euer Herz, sondern nur Eure Galle.

Dohm, Hedwig: Der Jesuitismus im Hausstande. Ein Beitrag zur Frauenfrage. Berlin 1873, S. 17. (deutschestextarchiv.de)

Die ganze sociale Bewegung, und insbesondere der brennendste Punkt in derselben, die Arbeiterfrage, ist ihr eine „Erscheinung des Augenblicks“, die unter dem kräftigen Tritt des „materiellen Verkehrs“ bald vernichtet sein wird.

Social-politische Blätter 2, 07. 02. 1874, Nr. 1, S. 14. (deutschestextarchiv.de)

Mit ganz besonderer Energie hat die Temperenzbewegung überall den gewohnheitsmässigen Genuss des Alkohols bei geselligen Zusammenkünften bekämpft.

Kraepelin, Emil: Ueber die Beeinflussung einfacher psychischer Vorgänge durch einige Arzneimittel. Experimentelle Untersuchungen. Jena 1892, S. 207. (deutschestextarchiv.de)

Den vielen ganzen und zerbrochenen Flaschen nach zu schließen, welche die begangeneren Routen förmlich markieren und namentlich die Isla persa verunzieren, scheint übrigens die Abstinenzbewegung im Berninagebiet noch nicht tiefe Wurzeln gefaßt zu haben.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs 33 (1898), S. 7. (deutschestextarchiv.de)

D. h. die proletarische Emanzipationsbewegung erstrebte auch hier die Macht vor allem deswegen, weil sie die Möglichkeit in Aussicht stellte, ein entscheidendes Wort über die Verteilung der Güter mitzureden.

Pöhlmann, Robert von: Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt – Zweites Buch. In: Geschichte des Altertums. Berlin 2001 [1901], S. 14196. [DWDS]

Demgegenüber haben wir im Namen der deutschen Naturheilbewegung, die wir vortreten, zu erklären, daß weder der Magnetopath Schröter zu unserer Bewegung gehört, noch daß jemals die Naturheilmethode sich des Baunscheidtismus bedient hat.

N. N.: Der Naturapostel. In: Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 4. 3. 1904, S. 3. [DWDS]

Die Mittel, mit denen das Weimarer Kartell zu arbeiten vorhat, sind: örtlicher Zusammenschluß aller freigesinnter Weltanschauungs-, Kultur- oder Lebensreformvereinigungen der gleichen Stadt zu einem Lokalkartell […], gemeinsames Heim für die örtlichen Kartelle mit gemeinsamer Bibliothek, Zeitschriftensaal und Versammlungsräume; gemeinsame Veranstaltung größerer Versammlungen, intensive Werbe- und Belehrungsarbeit, Ausbildung der nötigen Redner und Lehrer in eigenen der Lebensreform dienenden Kulturseminaren, Unterstützung der geistesverwandten Presse, Zeitungskorrespondenz, Jahrbuch der gesamten Lebensreformbewegung, Flugschriften[…], statistische Untersuchungen und Rundfragen über die wichtigsten Probleme, Organisierung des Widerstandes gegen freiheitliche Angrife, Rechtsschutzstelle und Hilfsfond für die kirchlich und staatlich zu Unrecht Gemaßregelten, jährliche Kongresse in Weimar usw.

Dokumente des Fortschritts 1, 12. 10. 1908, Nr. 7, S. 943.

Die Früchte der neuerdings stark angefachten Wald[s]chutzbewegung beginnen sich zu zeigen.

Mangoldt, K. v.: Ein Erfolg. In: Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 3. 3. 1909, S. 1. [DWDS]

Jm Jahre 1890 ſchloß ſie ſich der Freilandbewegung an und wurde Vizepräſidentin des Prager Freilandvereins.

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Siebenter Band. Spillmann bis Wißmann. Sechste völlig neu bearbeitete und stark vermehrte Auflage. Leipzig 1913, S. 430. (deutschestextarchiv.de)

Ich besuchte auch die sozialdemokratischen Parteiversammlungen und lernte den Idealismus und den Bildungstrieb der Arbeiter kennen, welche die Träger der sozialen Bewegung waren, die damals noch klein war und die so groß werden sollte.

Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten. Band 1. In: Oliver Simons (Hrsg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin 2004 [1914], S. 9442. [DWDS]

Entweder versuchte man, die Bewegung Hitlers in ruhige Bahnen zu lenken, oder man mußte sie bekämpfen.

N. N.: Die Vormittagsverhandlung. In: Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 12. 3. 1924, S. 2. [DWDS]

In der ersten Zeit des Werdens unserer Bewegung hatten wir unter nichts so sehr zu leiden wie unter der Bedeutungslosigkeit, dem Nichtbekanntsein unserer Namen und dem dadurch allein schon in Frage gestellten Erfolg.

Hitler, Adolf: Mein Kampf. Eine kritische Edition. Herausgegeben von Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plöckinger, Roman Töppel im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte. Band 1. Berlin/München 2016, S. 911.

Ich habe in diesen Jahren Dutzende von neuen Bewegungen erstehen sehen, und sie alle sind wieder spurlos verschwunden und verweht. Eine einzige aus diesen Jahren blieb: die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

Hitler, Adolf: Mein Kampf. Eine kritische Edition. Herausgegeben von Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plöckinger, Roman Töppel im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte. Band 1. Berlin/München 2016, S. 943.

Das Verhältnis von gesellschaftlicher Bewegung und staatlicher Ordnung ist darum das eigentliche Grundthema der klassischen Systeme der europäischen Soziologie.

Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft. Leipzig u. a. 1930, S. 8. [DWDS]

Wir brauchen eine deutsche Front, und daß diese bereits in der Hitlerbewegung geschaffen ist, das fühlt heute auch in der Landwirtschaft schon jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau.

Völkischer Beobachter (Bayernausgabe), 4. 3. 1930, S. 3. [DWDS]

Nationalsozialisten zogen als neuer Sturmtrupp der Hitlerbewegung ins Bremer Parlament.

Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 4. 3. 1931, S. 5. [DWDS]

Ob Frauengruppen oder Umweltschützer, ob Mediziner gegen den Atomkrieg, die sich in Lübeck zum kilometerlangen Protestzug formieren, die Spektabilitäten an der Spitze, oder Selbsthilfegruppen zur kreativen Gestaltung des Zusammenlebens in Wohnvierteln – alle diese Gruppen und Aktionen addieren sich, außerhalb der etablierten politischen Organisationen, zu einer neuen sozialen Bewegung.

Der Spiegel, 22. 2. 1982, S. 89. [DWDS]

Doch wo Schmidt nur wildgewordene „Umweltidioten“ am Werk sieht, die seine Steuermannsarbeit behindern, bemerkt Glotz „neue soziale Bewegungen“, ohne deren Einbau die Reparatur des Parteischiffs nicht gelingen könne.

Der Spiegel, 10. 5. 1982, S. 218. [DWDS]

Der Verlust an instituioneller Förmlichkeit, der mit den wahlpolitischen und außerparlamentarischen Erfolgen der neuen sozialen Bewegungen oder der Grünen einhergeht, ist freilich nicht nur ein Problem der Bundestagsparteien, sondern der Grünen selbst.

Die Zeit, 20. 8. 1982, Nr. 34. [DWDS] (zeit.de)

Die neuen sozialen Bewegungen wollen eine andere Natur- und Gesellschaftsgeschichte bewirken.

Die Zeit, 3. 4. 1987, Nr. 15. [DWDS] (zeit.de)

Neue soziale Bewegungen und Bürgerrechtsbewegungen versuchen, die Zivilgesellschaft auf einen hegemonialen Konsens über politische und soziale Werte festzulegen.

Die Zeit, 9. 12. 1999, Nr. 50. [DWDS] (zeit.de)

Bewegung (engl. move, frz. mouvement) In der GG angenommene Regel zur Verschiebung einer Konstitutente. […]

Fries, Norbert: Bewegung. In: Metzler Lexikon Sprache. 3. Auflage. Stuttgart/Weimar 2005, S. 100.

Vermutlich hatte jedes Land die Reformbewegungen, die zu ihm passten und über die sich daher gewisse Besonderheiten des jeweiligen Landes entdecken lassen. Der Antialkoholismus hatte seine stärksten Ursprünge in den USA, die Vogelschutzbewegung in England, die Naturheilbewegung und die Nacktkultur in Deutschland.

N. N.: Ins Freie, ins Licht! In: Zeit Geschichte, 21. 5. 2013, Nr. 02. [DWDS] (zeit.de)

Sie propagieren auch unablässig Askese; seit den Lebensreformbewegungen am Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitet man an einem Kanon harmlosen, ja wohltätigen Verbrauchs, vom Nudismus bis zum Veganismus, der den extensiven, mörderischen Konsumismus aufhalten könnte.

Die Zeit, 1. 9. 2016 (online). [DWDS] (zeit.de)

Und deshalb kann die Frauenbewegung auch nicht, wie andere soziale Bewegungen, in Parteien und Vereinen organisiert werden.

Die Zeit, 27. 11. 2017 (online). [DWDS] (zeit.de)