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Krise / Krisis kriseln

Politik & Gesellschaft · Medizin & Gesundheit

Kurz gefasst

Krise wird im 16. Jahrhundert als medizinisches Fachwort aus lateinisch crisis entlehnt und bezeichnet zunächst den entscheidenden Wendepunkt im Verlauf einer Krankheit. Im 18. Jahrhundert setzt unter französischem Einfluss eine metaphorische Ausweitung auf politische und gesellschaftliche Zusammenhänge ein. Krise kann sowohl einen punktuellen Wende- und Entscheidungsmoment als auch länger andauernde Zustände von Unsicherheit und Störung bezeichnen. Das Wort wird zudem auf individuelle und psychische Erfahrungsbereiche bezogen und z. B. in der Verbindung ich krieg die Krise alltagssprachlich als Ausdruck emotionaler Überforderung verwendet. Im 20. Jahrhundert entwickelt sich Krise zu einem Schlüsselwort moderner Selbst- und Gesellschaftsbeschreibung. Das Verb kriseln hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als Bezeichnung beginnender oder latenter Krisenlagen etabliert.

Wortgeschichte

Herkunft

Das Substantiv Krise1) geht auf altgriechisch krísis (κρίσις) Scheidung, Entscheidung zurück (vgl. 25Kluge, 542) und gelangt im 16. Jahrhundert über lateinisch crisis als Entlehnung der medizinisch-lateinischen Fachsprache ins Deutsche. Auf die Primärentlehnung aus dem Lateinischen folgt im 18. Jahrhundert eine weitere Entlehnungsphase unter französischem Einfluss (vgl. 6Duden Herkunft, 479, 1DHLF 1, 566).

Das Wort ist bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ausschließlich in der Form Crisis bzw. Krisis belegt; die an das Französische angelehnte Form Krise setzt sich erst im 19. Jahrhundert als Standard durch. In fachsprachlichen oder historischen Kontexten bleibt die ältere, an der griechisch-lateinischen Vorlage orientierte Variante Krisis bis in die Gegenwart als Nebenform erhalten. Damit hat sich im Laufe der Sprachgeschichte eine lexikalische Differenzierung zweier Formvarianten ergeben.

Das Wort ist ein Europäismus. Es begegnet in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen, neben dem Französischen auch in den anderen romanischen Sprachen, dem Englischen (crisis), Niederländischen (crisis) und den skandinavischen Sprachen (schwedisch kris, norwegisch krise; vgl. 25Kluge, 543, 3OED unter crisis).

Visualisierung 1: Chronologie der Bedeutungen von Krise

Medizinischer Gebrauch: der Wendepunkt

Die frühesten Belege in deutschsprachigen Texten stammen aus dem 16. Jahrhundert. Das Wort begegnet hier in der Bedeutung entscheidender Wendepunkt im Verlauf einer akuten Krankheit, an dem sich deren Ausgang entscheidet (1519, 1557, 1580). Bis etwa zur Hälfte des 18. Jahrhunderts erscheint Crisis bzw. Krisis ausschließlich in medizinischen Zusammenhängen (1683, 1776).

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Krise in der Humoralpathologie

Der Gebrauch ist eng an die antike hippokratisch-galenische Lehre gebunden, der zufolge im Verlauf akuter Krankheiten ein entscheidender Wendepunkt eintritt, an dem sich das weitere Schicksal des Patienten entscheidet (vgl. 1895 mit einer deutschen Übersetzung von Hippokrates: Die Krisen). In der humoralpathologischen Medizin bezeichnet Krisis jene Phase, in der Ärzte den Patienten und dessen körperliche Symptome wie Fieber oder Schweißausbrüche genau beobachten müssen, da sich hier Prognose und Ausgang der Krankheit entscheiden. Krisis gilt dabei als naturhafte, zeitlich verdichtete Entscheidungsphase des Körpers, deren Verlauf sowohl ungünstig als auch günstig ausfallen kann. Entsprechend ist auch von heilsamen Crisen und glücklichen Krisen die Rede (1781, 1788).

In der modernen Medizin ist die ursprüngliche Bedeutung eines entscheidenden Wendepunkts im Krankheitsverlauf nicht mehr produktiv und nur noch randständig belegt (1955, 1958, 1998). Das Wort erscheint jedoch weiterhin im medizinischen Kontext in spezialisierter Verwendung in der Bedeutung rascher Fieberabfall bei Infektionskrankheiten (1890, 2003b) sowie in feststehenden Krankheitsbezeichnungen wie z. B. hypertensive Krise plötzlicher extremer Blutdruckanstieg (2023b; vgl. Pschyrembel 1994, 829) oder Addison-Krise akut auftretende Insuffizienz der Nebennierenrinde (2017; vgl. Pschyrembel 1994, 15). Diese Verwendungen lassen sich als terminologische Ausdifferenzierungen und fachsprachliche Spezialisierungen der älteren Bedeutung verstehen.

Metaphorische Erweiterung: vom Wendepunkt zum Dauerzustand

Im 18. Jahrhundert setzt unter Einfluss des Französischen (vgl. GG 3, 617), zunächst vereinzelt, seit dem ausgehenden Jahrhundert zunehmend, eine metaphorische Übertragung der ursprünglich medizinischen Bedeutung auf politische, historische, religiöse und geistige Zusammenhänge ein (1741, 1774, 1782, 1786, 1791a). Dabei wird die Vorstellung eines entscheidenden Wendepunkts im Krankheitsverlauf auf gesellschaftliche Prozesse übertragen. Bereits im Jahr 1791 wird das Wort mit seinem figürlichen Gebrauch in Krünitz’ Enzyklopädie beschrieben: die Sache steht in der Krisis, oder auf dem Ausschlag, d. i. sie ist ihrer Entscheidung nahe (1791b).

Krise bedeutet nun zum einen Wendepunkt innerhalb einer Entwicklung, an dem sich deren weiterer Verlauf entscheidet (1789, 1799). Zum anderen wird das Wort aber auch – insbesondere in politischen und historischen Zusammenhängen – zur Bezeichnung schwieriger, gefährdeter oder instabiler gesellschaftlicher Lagen verwendet (1797, 1803, 1828, 1829). Bereits früh lassen sich damit zwei eng verbundene Bedeutungsrichtungen erkennen: Krise als Entscheidungsmoment und als Zustand anhaltender Unsicherheit oder Instabilität. Das Wort wird zudem auch auf allgemeine biographische oder lebensweltliche Ausnahmezustände bezogen (1821a).

Im 19. Jahrhundert etabliert sich „Krise“ als die gebräuchlichere Wortform. Während die Verwendungshäufigkeit von „Krise“ bis heute kontinuierlich zunimmt, geht die Frequenz von „Krisis“ seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zurück.

Abb. 1: Wortverlaufskurve zu Krise und Krisis

DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)

Seit dem 19. Jahrhundert steigt die Wortfrequenz kontinuierlich an (vgl. Abb. 1) und verstärkt sich besonders seit der Wende zum 20. Jahrhundert. Der semantische Schwerpunkt verschiebt sich dann im 20. Jahrhundert zunehmend von der punktuellen Entscheidungssituation hin zur Beschreibung umfassender historischer oder gesellschaftlicher Destabilisierungs- und Wandlungsprozesse. (1932, 1946b, 1993b, 2013b). Krise entwickelt sich zu einem universell verwendbaren Schlüsselwort moderner Gesellschafts- und Selbstbeschreibung. Es bezeichnet politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle oder individuelle Problemlagen und dient der Beschreibung struktureller und langfristiger Gefährdungs- und Umbruchsituationen. Deutlich zeigt sich das auch in gebräuchlichen Komposita wie Energiekrise (1971), Flüchtlingskrise (1992, 2015), Klimakrise (2008), Demokratiekrise (2025), aktuell auch Multikrise und Polykrise (2022, 2023a), die komplexe, häufig globale und dauerhafte Problemlagen bezeichnen.

Deontische und semantische Implikationen: Handlung und Hoffnung

Der Gebrauch des Worts Krise impliziert häufig einen als stabil oder regulär wahrgenommenen Ausgangszustand, dessen Fortbestand als gestört oder gefährdet erscheint. Eine positive Bewertung dieses vorherigen Zustands ist dabei jedoch nicht notwendiger Bestandteil der Wortbedeutung, sondern kontextabhängig. Attributive Verbindungen wie anhaltende Krise, chronische Krise oder permanente Krise verdeutlichen, dass Krise nicht ausschließlich als Abweichung von stabilen Verhältnissen funktioniert, sondern auch einen dauerhaft schwierigen Zustand bezeichnen kann. Die deontische Bedeutungsimplikation des Worts bleibt auch dort erhalten: Die Bezeichnung einer Situation als Krise impliziert einen erreichten kritischen Punkt, an dem Entscheidungen oder Gegenmaßnahmen erforderlich erscheinen. Dies gilt auch für länger anhaltende Zustände, die als akut handlungsbedürftig bewertet werden (z. B. Klimakrise). Zugleich verweist das Wort stets auf einen prinzipiell offenen Verlauf und umfasst damit sowohl negative als auch positive Entwicklungsmöglichkeiten. Dies kann als semantisch mitgeführte Zukunftsoffenheit beschrieben werden – mit Krise ist also durchaus auch die Hoffnung auf eine günstige Wendung verbunden (1993a, 2013a).

Krise als innerer Zustand

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Kompositum Nervenkrise bezeugt (1821b, 1873, 1999b). Es verbindet die generalisierte Bedeutung von Krise als Zustand innerer Instabilität mit einer quasi-medizinischen Vorstellung nervlicher Erschöpfung, ohne jedoch einen klar definierten klinischen Befund zu bezeichnen. Gemeint ist vielmehr ein Zustand psychischer Überlastung, Erschöpfung oder akuter emotionaler Destabilisierung.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wird Krise zunehmend auf psychische Prozesse übertragen (1903, 1946a, 1999a). Komposita wie Lebenskrise (1950), Sinnkrise (1974), Identitätskrise (1975) sowie Ehekrise (1930) und Beziehungskrise (1981) werden auf individuelle Entwicklungs- und Belastungssituationen bezogen. Es etabliert sich eine Bedeutung, in der Krise im Sinne von psychischer Zustand innerer Verunsicherung, Belastung oder biographischer Umorientierung verwendet wird.

Die Formulierung ich krieg die Krise ist wahrscheinlich seit den 1970er Jahren alltagssprachlich verbreitet (vgl. Heine 2014), allerdings erst seit den 1990ern belegt (1993c, 2001, 2021b). Die Verbindung die Krise kriegen wirkt durch die Wiederholung des Anlauts in beiden Wörtern besonders einprägsam. Die Krise bekommen (2002b) ist im Vergleich dazu weniger idiomatisiert. Die Wortverbindungen werden in der Lesart sich stark aufregen, überfordert fühlen, verzweifeln verwendet.

Das Verb kriseln

Das Verb kriseln hat sich aus der Substantivbasis Krise herausgebildet. Das Suffix -(e)ln trägt dabei diminutiv-iterative Wortbildungsbedeutung (vgl. Fleischer/Barz 2012, 430), die auf einen abgeschwächten, andauernden oder sich wiederholt andeutenden Zustand verweist. Kriseln bezieht sich somit nicht auf eine voll ausgeprägte Krise, sondern es geht vielmehr um Anzeichen einer Krise, eine sich krisenhaft entwickelnde Situation oder kleinere, schwelende beziehungsweise wiederholt auftretende Probleme. Das Verb verweist somit auf das Einsetzen oder latente Andauern einer Krise und bezeichnet eine Vorphase noch nicht vollständig ausgebildeter Krisenzustände. Erste eindeutige Belege erscheinen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert (1894, 1905). Hier zeigt sich bereits die charakteristische unpersönliche Konstruktion (es kriselt). Neben politischen und wirtschaftlichen Kontexten (1912, 1956) tritt das Verb zunehmend auch in sozialen und privaten Bereichen auf, z. B. bezogen auf Beziehungen oder Alltagssituationen (2002a, 2024a). Die unpersönliche Konstruktion bleibt dominant, es sind aber auch personale Subjekte (z. B. die Branche kriselt, die Ehe kriselt) möglich (2003a, 2021a, 2024b).

Anmerkungen

1) Die Wort- und Begriffsgeschichte von Krise kann als gut erforscht gelten. Hervorzuheben ist die begriffsgeschichtliche Analyse in den GG 3, 617–650, in der Krise auch über die deutschsprachige Entwicklung hinaus ausführlich behandelt wird, vgl. auch Koselleck 1959. Auch lexikographisch und enzyklopädisch ist das Wort bereits früh und breit erfasst: Im 18. und 19. Jahrhundert erscheinen Artikel zu Krise bzw. Krisis in den Enzyklopädien Zedler 6, 1652–1653, Ersch-Gruber 40, 50 sowie 7Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie 6, 302. Ferner ist Krise u. a. verzeichnet im 1DFWB, 1DWB, EdN, HWPh, 8Staatslexikon-online, ThRE.

Literatur

1DFWB Schulz, Hans/Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. Weitergeführt im Institut für deutsche Sprache unter der Leitung von Alan Kirkness. Bd. 1–7. Straßburg bzw. Berlin 1913–1988. (owid.de)

1DHLF Dictionnaire historique de la langue française, par Alain Rey et al., 3. Aufl. Bd. 1–2. Paris 2000.

6Duden Herkunft Duden – das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Berlin 2020.

1DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Bd. 1–16. Leipzig 1854–1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. (woerterbuchnetz.de)

EdN Enzyklopädie der Neuzeit online. Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern hrsg. von Friedrich Jaeger. Leiden 2019. [basierend auf der Druckausg. im J. B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005–2012]. (brillonline.com)

Ersch-Gruber Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. Hrsg. von Johann Samuel Ersch/Johann Gottfried Gruber. Bd. 1–167. Leipzig 1818–1889. (sub.uni-goettingen.de)

Fleischer/Barz 2012 Fleischer, Wolfgang/Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4., völlig neu bearbeitete Aufl. unter Mitarbeit von Marianne Schröder. Berlin/Boston 2012.

GG Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Hrsg. von Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck. Bd. 1–8. Stuttgart 1972–1997.

Heine 2014 Heine, Matthias: Wer zum Krieg Krise sagt, verharmlost bis zur Lüge. In: Die Welt, 14. 9. 2014. (welt.de)

HWPh Historisches Wörterbuch der Philosophie. Hrsg. von Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel. Völlig neubearb. Ausg. des „Wörterbuchs der philosophischen Begriffe“ von Rudolf Eisler. Bd. 1–13. Basel 1971–2007.

25Kluge Kluge – Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearb. von Elmar Seebold. 25., durchgesehene und erweiterte Aufl. Berlin/Boston 2011.

Koselleck 1959 Koselleck, Reinhart: Kritik und Krise. Ein Beitrag zur Pathogenese der bürgerlichen Welt. Freiburg u. a. 1959.

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

Pschyrembel 1994 Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 257. neu bearbeitete Auflage. Bearbeitet von der Wörterbuch-Redaktion des Verlages unter der Leitung von Helmut Hildebrandt. Berlin/New York 1994.

7Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. (Conversations-Lexikon.) Bd. 1–12. Leipzig 1827–1830.

8Staatslexikon-online Staatslexikon online. Recht – Wirtschaft – Gesellschaft. Hrsg. von der Görres-Gesellschaft und dem Verlag Herder. 8. Aufl. 2017. (staatslexikon-online.de)

ThRE Theologische Realenzyklopädie. Bd. 1–36 und zwei Register-Bände. Hrsg. Gerhard Müller u. a. Berlin/New York 1977–2007.

Zedler Zedler, Johann Heinrich (Hrsg.): Grosses vollständiges Universal Lexicon Aller Wissenschafften und Künste […]. Bd. 1–64 und 4 Supplementbde., Halle u. a. 1732–1754. (zedler-lexikon.de)

Belegauswahl

Von dem vrteilenden tag, Crisis genant

Dieweil du nun ghört hast von dem febern Soltu wissen das etlich tag seind an welchen der artzt vrteilen mag dz heil oder vnheil oder kranckheit. Vnd heißt daz selbig vrteil Crisis/ welches nit anders ist dan ein streit der natur wider die siechtagen.

Fries, Lorenz: Spiegl der Artzny: des gleiche[n] vormals nie von keine[m] doctor in tütsch vßgange[n], ist nützlich vn[d] gutt alle[n] denen so [der] artzt radt begerent, auch de[n] gestreiffelte[n] leye[n], welche sich vnd erwinde[n] mit artznei vmbzego[n] […]. Straßburg 1519, Bl. CLXIX v. (ub.uni-heidelberg.de)

Zum andern/ so er ein end oder vrtheyl zeychen ist mit anderer Krankheyt (Crisis genant).

Rhyff, Walther H.: Letzte Theyl der grossen Teutschen Chirurgei […]. Frankfurt a. M. 1557, Bl. XII r. (google.de)

Wenn ein Crisis, das ist/ wechsel/ auch zum besten geschehen sol/ ist die Natur vnruhig/ engstig/ die schmertzen des vorgehenden tages grösser.

Levinus Lemnius: OCCVLTA NATVRAE MIRACVLA. Wunderbarliche Geheimnisse der Natur […]. Hrsg. und übersetzt von Jacob Horscht. 2. Aufl. Leipzig 1580, S. 51. (books.google.de)

Daher hab ich erkennet/ was Helmontius ſagt/ daß nirgend eine Criſis/ als da der Artzt ſeine Kunſt gewiß die Kranckheit fuͤr Erwartung der Criſis wegnim̄t.

Becher, Johann Joachim: Psychosophia Oder Seelen-Weißheit. 2. Aufl. Frankfurt a. M. [1683], S. 220. (deutschestextarchiv.de)

Die Veränderung des Ministerii von Engelland gab endlich dieser Crisi den Ausschlag.

Schmauß, Johann Jacob: Einleitung zu der Staats-Wissenschaft, und Erleuterung […]. Erster Theil: Die Historie der Balance von Europa […]. Leipzig 1741, S. 361. (google.de)

[…]Da sich alle Sitten auf Neigungen gründen, und alle Menschliche Veranstaltungen Sitten bilden oder voraussetzen: da es die Lieblingsideen sind, an denen unser Jahrhundert sinnet und arbeitet, zu dieser Bildung oder Umbildung der Menschlichen Neigungen beizutragen, und die würklich in mancherlei Absicht in einer so merkwürdigen Krisis des Menschlichen Geistes, warum nicht auch des Menschlichen Herzens? leben […]: so stelle ich mir die Resultate meiner Untersuchung so groß und nützlich vor, daß ich mir nur den Genius zum Leiter und zur Muse meiner Betrachtungen wünschte, der Genius des Menschlichen Geschlechts in allen seinen Zuständen war, und unsichtbar den Faden der Entwicklung seiner Kräfte und Neigungen leitete, noch leitet, und allein ganz übersieht.

Herder, Johann Gottfried von: Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit. 1774. Anhang. In: Ders.: Sämmtliche Werke. Hrsg. v. Bernhard Suphan. Bd. 5. Berlin 1891, S. 589. (google.de)

Der Arzt zuckte die Achſeln. Es iſt ſo ſo, ſagte er. Jch ward aus dem Haus ihres Vaters auf ein andres Dorf geholt zu einem Prediger, und konnte die Kriſin nicht abwarten.

[Miller, Johann Martin]: Siegwart. Bd. 2. Leipzig 1776, S. 505. (deutschestextarchiv.de)

Oft zeigten ſich bey der Kranken ſehr heilſame Criſen, worauf betraͤchtliche Erleichterung folgte, aber ſie dauerten nur einige Augenblicke, und blieben immer unvollkommen.

Mesmer, Franz Anton: Abhandlung über die Entdeckung des thierischen Magnetismus. Carlsruhe 1781, S. 13. (deutschestextarchiv.de)

Und da ich über diese Crise, in welche die innern Zerrüttungen diesen Stat versetzt haben, den Anlaß gehabt, ächte Nachrichten zu erhalten: so neme die Freiheit, Denenselbeu solche beiligend zu communiciren etc. etc. etc.

Stats-Anzeigen 1 (1782), Nr. 4, S. 462 (digitale-sammlungen.de)

Sie scheinen die Muthmassung zu rechtfertigen, daß Europa sich nun in einer weit größeren Crisis befinde, als es jemals seit dem Anfange seiner Policierung sich befunden hat, und weit entfernt, daß wir mit ängstlichen Beobachtern diese Crisis als gefährlich ansehen sollten, gibt sie uns eher tröstliche und hoffnungsvolle Aussichten.

Iselin, Isaak: Über die Geschichte der Menschheit. Bd. 2. 5. Aufl. Basel 1786, S. 380 (google.de)

Sie war so abgemattet, daß sie in einen tiefen Schlaf verfiel, der Arzt nannte dieses eine glückliche Krise […], und gebot, allen Lärm, alle überflüssige Gesellschaft von ihr zu entfernen, und sie nicht zu stören, und wenn sie zwölf Stunden an einander schlafen sollte.

Naubert, Benedikte: Die Amtmannin von Hohenweiler. Bd. 1. Mannheim 1791 [1788], S. 268.

Konnten wir den Affekt dieſes Menſchen prüfen, da uns der unſrige übermeiſterte? Ueberdieß iſt die entſcheidende Kriſe, auch ſogar eines Betrugs, für den Betrüger ſelbſt eine ſo wichtige Angelegenheit, daß bey ihm die Erwartung gar leicht ſo gewaltſame Symptome erzeugen kann, als die Ueberraſchung bey dem Betrogenen.

Schiller, Friedrich: Der Geisterseher. Leipzig 1789, S. 88. (deutschestextarchiv.de)

So gewaltsam dieses Mittel auch war, wodurch die Stände über die Freunde der Volksfreiheit den Sieg behielten, so hätte man es ihnen dennoch in einer solchen Krise verziehen, wenn nur auch ihre Regierung von nun an die wohlthätigen Wirkungen geäuſsert hätte, um derentwillen es sich verlohnte, dem Kaiser die Oberherrschaft zu entreiſsen.

Forster, Georg: Ansichten vom Niederrhein. Bd. 2. Berlin 1791, S. 155. (deutschestextarchiv.de)

Figürlich sagt man: die Sache steht in der Krisis, oder auf dem Ausschlag, d. i. sie ist ihrer Entscheidung nahe; der Handel steht auf dem Puncte, entschieden zu werden; Fr. l’affaire est dans sa crise.

Krünitz, Johann Georg: Ökonomische Encyklopädie oder Allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft. In alphabetischer Ordnung. Bd. 53. Berlin 1791, S. 547. (kruenitz1.uni-trier.de)

Frankreich lag damals allerdings in einer fuͤrchterlichen Kriſe. […]Von Außen ſtanden maͤchtige Feinde, welche dem neuen und erſt aufzurichtenden Gebaͤude mit Gewalt den Sturz drohten: im Lande waren konvulſiviſche Auftritte zwiſchen Royaliſten, Moderantiſten und Jakobinern. Siegte Eine Parthey, ſo mußten die andern nothwendig unterliegen und zu Grunde gehen.

Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale von ihm selbst beschrieben. Vierter Theil, Erste Abtheilung: Begebenheiten, Erfahrungen und Bemerkungen während des Feldzugs gegen Frankreich. Zweiter Theil, Erste Abtheilung. Leipzig 1797, S. 113. (deutschestextarchiv.de)

Oder es ist auch nur voruͤbergehende Krise, und beweiset dann grade das Entgegengesetzte von dem, was es zu beweisen scheint.

Athenaeum 2 (1799), Nr. 1, S. 24. (deutschestextarchiv.de)

Grassi erzählte mir noch manches von Warschau, wo wir beyde in der groſsen Krise der letzten Revolution Berührungspunkte fanden.

Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Braunschweig/Leipzig 1803, S. 7. (deutschestextarchiv.de)

[…]Lucidor war doppelt und dreifach betroffen, er liebte das Pferd, als seinem eigenen Charakter, seiner Lebensweise zusagend; ihn verdroß, das gute, verständige Geschöpf in den Händen eines Wildfangs zu wissen. Sein Plan war zerstört, seine Absicht, zu einem Universitätsfreunde, mit dem er in froher, herzlicher Verbindung gelebt, in dieser Krise zu flüchten.

Goethe, Johann Wolfgang: Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden. Erster Theil. In: Ders.: Werke. Hrsg. im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen. Abt. 1, Bd. 24. Weimar 1894, S. 152. (archive.org)

Diese Frau bemerkt: daß die Geburt unmöglich auf naturgemäßem Wege vor sich gegangen seyn könne, und Chevalier gesteht ihr, daß allerdings schwere Nervenkrisen da gewesen und daß man gezwungen worden wäre, bei der Entbindung die Hülfe der Kunst in Anspruch zu nehmen.

Großhayner Unterhaltungs- und Intelligenz-Blatt 9, [6. 10.] 1821, Nr. 40, S. 158. (deutsche-digitale-bibliothek.de)

So sehen wir uns mitten in die Ansicht der einen der merkwürdigen Epochen versetzt, welche als die Krisen in der deutschen Literatur angesehen werden können und von deren Vergleichungspunkten wir einige herausheben wollen.

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Ueber: Solger’s Nachgelassene Schriften und Briefwechsel […]. In: Ders.: Werke. Vollständige Ausgabe. Bd. 16. Berlin 1834, S. 443. (google.de)

Wie Serbien gegenwärtig noch ein Theil der europäischen Türkei ist, so kann es auch den Folgen der Krisis, in welcher sich gegenwärtig diese befindet, um so weniger entgehen, als gerade die Verhältnisse Serbiens selbst zur Zeit und seit Jahren noch gar nicht geregelt sind.

Zeitung für die elegante Welt, 4. 12. 1829, Nr. 238, Sp. 1897. (google.de)

Von Reue ergriffen, eilte er zwar sogleich hinab, brahcte aber nur die Leiche des edlen Thierchens zurück, bei deren Anblick seine Gattin eine Nervenkrise bekam, welche in ein ihr Leben bedrohendes Fieber überging.

Dresdner Nachrichten 18, 14. 1. 1873, Nr. 14, S. [7]. (deutsche-digitale-bibliothek.de)

Der Abfall kann schnell, in wenigen Stunden, erfolgen: Krisis. Die Krisis wird oft durch Sinken der Pulsfrequenz und Schweißausbruch angekündigt […]; oft geht ihr ein kurzes, sehr hohes Steigen der Temperatur, manchmal mit Delirien, vorher (Perturbatio ciritica); nicht selten folgen auch dem kritischen Temperaturabfall (epikritische) Delirien, bisweilen kommt es danach zu Kollaps.

Klemperer, Georg: Grundriss der klinischen Diagnostik. 2. vermehrte Aufl. Berlin 1890, S. 16. (hathitrust.org)

Zur Abwechslung „kriſelt“ es wieder einmal in Serbien. Es deuten allerlei Anzeichen auf eine baldige tiefgehende Wandlung in den politiſchen Verhältniſſen des Königreiches Serbien hin, und welche Mühe ſich auch die vom radicalen Central-Ausſchuß inſpirirte Belgrader Preſſe gebe, die Gerüchte über einen bevorſtehenden Zuſammenbruch zu dementiren, die ſerbiſche Politik kracht zu laut in allen ihren Fugen, um den Glauben an die Fortdauer des gegenwärtigen Zuſtandes aufkommen zu laſſen.

Mährisches Tagblatt 15, 22. 1. 1894, Nr. 17, S. [1]. (deutschestextarchiv.de)

21. Die Krisen.

Kapitel I.

Bei den Krisen, welche schnell zum Bessern führen, sind die Anzeichen grösstenteils dieselben wie die, welche auf Genesung hinweisen. Die besten und das Fieber am schnellsten beendigenden Schweissausbrüche nämlich sind diejenigen, welche in die kritischen Tage fallen und das Fieber gänzlich vertreiben.

Hippokrates: Sämmtliche Werke. Ins Deutsche übersetzt und ausführlich commentiert von Robert Fuchs. Bd. 1. München 1895, S. 417. (dfg-viewer.de)

In solchen Krisen hatte sie es geliebt, auf die Haide hinauszulaufen, zu laufen, zu laufen, bis ihr die Wangen brannten und sie müde an einem Wacholderbusch niederfiel.

Keyserling, Eduard von: Beate und Mareile. Berlin [1903], S. 28. [DWDS]

Ich erinnere mich, daß, als es im vergangenen Sommer in der sozialdemokratischen Partei, ich will nicht sagen, kriselte, aber dort allerlei Gegensätze hervortraten, sich der Herr Abgeordnete Bebel vom „Vorwärts“ zu der „Leipziger Volkszeitung“ flüchtete.

Verhandlungen des Reichstages. Berlin 1904, S. 2069. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)

Es kriselt denn auch schon in einer Reihe von Gewerben, und auch im westlichen Industrierevier sind die Bergarbeiter mit höheren Lohnforderungen hervorgetreten.

Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 3. 3. 1912, S. 1. [DWDS]

Die Baronin – mein Gott, das Ganze war eine Art Ehekrise … nicht mehr … nicht weniger …

Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe. München 1942 [1930], S. 232. [DWDS]

[…]Wenn ich nun von dem heutigen Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft spreche, so meine ich nicht das dieses Jahres oder der nächsten Jahre. Es ist ein schwerer Fehler der Wirtschaft, in dieser Hinsicht nur »bis zur nächsten Bilanz« zu denken. Eine Krise, die im Laufe weniger Jahre »überwunden« werden kann, ist überhaupt keine Krise gewesen, sondern eine unbedeutende Verlegenheit. Und man täuscht sich über die Schwere der Krisis, die jetzt eben beginnt, nicht schon endet. […]Die großen Probleme, welche die Weltwirtschaft im Gange ihrer Entwicklung aufwirft, sind säkularer Natur. Sie brauchen Jahrzehnte, um sich zu entwickeln, und Jahrzehnte, nicht um zu einer »Lösung« zu kommen, sondern um zu einer organischen Form zu gelangen, von der aus dann neue Probleme entstehen.

Spengler, Oswald: Politische Schriften [Volksausgabe]. München 1933 [1932], S. 314.

Wieviel mehr müssen Menschen, die jahrelang nur dem Tod und der Vernichtung gedient haben, die nur in Haß und Wut vom Nächsten zu denken sich angewöhnt, die nur in der eigenen Person den Inhalt ihres Lebens sahen, jetzt von einer seelischen Krise gepackt werden. Aus den geordneten Verhältnissen einer in sich ruhenden Wirtschaft sind wir längst herausgeworfen worden, die Formen einer neuen haben wir nicht kennengelernt, und sie allein bildet die Grundlage eines wirtschaftlichen Wiederaufbaus.

Die Zeit, 7. 3. 1946. [DWDS]

Eine Auslöschung Deutschlands als Industriestaat würde zur „Untergrabung der europäischen Wirtschaft, zu unnatürlichen Verschiebungen in der Weltwirtschaft und zu einer chronischen politischen Krise in Deutschland führen, die den Weltfrieden und die Ruhe bedrohen würde“.

Die Zeit, 18. 7. 1946. [DWDS]

Ich glaube zu begreifen, daß ich die Lebenskrise, in der ich seit Jahren unwissend lebte, überwunden habe.

Rinser, Luise: Mitte des Lebens. Frankfurt a. M. 1952 [1950], S. 259. [DWDS]

Du bist noch keineswegs über die Krise, sagt mir dein Oberarzt. […]Aber vielleicht ist es gut, Julika, wenn du von diesem Tage an weißt, ohne jede Möglichkeit eines Zweifels weißt, daß mir deine Krankheit keinen Eindruck mehr macht.

Frisch, Max: Stiller: Roman. Frankfurt a. M. 1955, S. 197.

Im Deutschen Mittelstandsblock kriselt es jetzt ernsthaft.

Die Zeit, 19. 1. 1956. [DWDS]

Die seltsamen Krisen, die oftmals in der zweiten Woche sowohl der Bade- als auch der Trinkkur aufzutreten pflegen – Verschlimmerung der Krankheitssymptome, Mattigkeit, zuweilen Fieber und vegetative Störungen verschiedenster Art -, schienen auf die spezifische Heilwirkung hinzudeuten.

Die Zeit, 6. 2. 1958. [DWDS]

Eine der Erklärungen für die permanente Energiekrise, die drüben besteht.

Plenarprotokoll vom 28. 1. 1971. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 06/93, S. 5073. [DWDS] (bundestag.de)

Die tiefe Sinnkrise produziert immer neu die Bereitschaft, auf eine ideologische Lösung aller Konflikte zu setzen.

Die Zeit, 18. 10. 1974. [DWDS]

Die Identitätskrise in der Übergangsphase zum Erwachsenen ist an sich eine ‚normale‘ Krise — durch die verlängerte Ausbildungssituation der Studenten bei finanzieller Abhängigkeit wird sie prolongiert und intensiviert.

Bundesregierung: Anhang zum Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland – Zur psychiatrischen und psychotherapeutisch/psychosomatischen Versorgung der Bevölkerung. In: Deutscher Bundestag: Drucksache Nr. 07/4201 vom 25. 11. 1975, S. 972. [DWDS] (bundestag.de)

Wie seine Film-Figur sei er „vielleicht dabei, mein Leben zu fälschen“, von „Beziehungskrisen“ geht die Rede, er habe, „banal gesagt, Zweifel am Sinn des Lebens“.

Der Spiegel, 23. 3. 1981. [DWDS] (spiegel.de)

Österreich habe die Flüchtlingskrise ohne die Mithilfe Deutschlands allein zu meistern, klagt etwa der enttäuschte Innenminister.

Berliner Zeitung, 22. 6. 1992. [DWDS]

Immerhin ist der Beginn einer Erholung aus der Krise zu erkennen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 1. 1993. [DWDS]

Angesichts der konjunkturellen und strukturellen Krise und wachsender Arbeitslosigkeit wollen die Arbeitgeber die für den 1. April vereinbarte Verkürzung der Arbeitszeit auf 36 Stunden in der Woche aufschieben.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. 1. 1993. [DWDS]

Die Krise kriegen kann auch der Zuschauer angesichts derart einfältiger Filmchen, die das ZDF hier unter der güldenen Schlagzeile „Stars & Specials" anbietet.

Berliner Zeitung, 15. 11. 1993. [DWDS]

Denn was zählt, ist der Krankheitsverlauf, die verschiedenen Stadien der Krisis und deren minutiöse Beobachtung.

Der Tagesspiegel, 2. 11. 1998. [DWDS]

In der Rehabilitationsstation werden Menschen, die in eine psychische Krise geraten sind, wieder auf ihr Alltagsleben vorbereitet.

Neue Zürcher Zeitung, 8. 5. 1999. [DWDS]

Der Familienvater schäumt vor Wut, die Mutter ist einer Nervenkrise nahe und die kleine Schwester verwirrt von all dem Streit.

Hamburger Abendblatt, 17. 7. 1999. [DWDS]

Da kann man als Stürmer schon die Krise kriegen, zumal dann, wenn einen auch noch der Teamchef unter Druck setzt.

Berliner Zeitung, 30. 5. 2001. [DWDS]

Seit Jahren habe es in der Beziehung gekriselt, der Mann habe seine Freundin auch schon einmal geschlagen, eine gemeinsame Wohnung hatten sie nicht.

Der Tagesspiegel, 4. 9. 2002. [DWDS]

Aber meine Freundin hat fast die Krise bekommen.

Berliner Zeitung, 21. 12. 2002. [DWDS]

Die Branche kriselt – aber auf der 15. Popkomm tröstet man sich mit fröhlichem Pessimismus.

Der Tagesspiegel, 17. 8. 2003. [DWDS]

Auch die Mediziner bezeichnen mit Krise oft das Stadium einer Infektion, in der das Fieber schon wieder im Sinken begriffen ist.

Die Zeit, 28. 8. 2003. [DWDS]

Während wir pleitegehen, geht ja die Klimakrise munter weiter.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 7. 12. 2008. [DWDS]

Die Spekulanten in Banken und Börsen müssen endlich einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten.

Der Spiegel, 7. 1. 2013. [DWDS]

Im sechsten Jahr der Krise aber, in dem die konservative Regierung stets neue Opfer verlangt, Steuern erhöht und immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, ist das Verständnis für das süße Leben der Mächtigen dahin.

Der Spiegel, 28. 1. 2013. [DWDS]

„Die globale Flüchtlingskrise ist eine der wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, aber die internationale Gemeinschaft hat bislang kläglich versagt“, erzürnt sich der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Salil Shetty.

Der Tagesspiegel, 26. 6. 2015. [DWDS]

Der wiederum kann zu einer sogenannten Addison-Krise mit Blutdruckabfall, Schock oder sogar Koma führen.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. 10. 2017. [DWDS]

Und wenn alles schlecht läuft und die Ehe kriselt, wenn der Tod deine Familie heimsucht, die Felder verdorren und das Volk protestiert – dann lies ebenfalls die Inschrift des Rings.

Wells, Benedict: Hard Land. E-Book. Zürich 2021, S. 290. [DWDSi]

Wir würden als Eltern ja auch nicht gleich die Krise kriegen, wenn unser Kindergartenkind uns im Affekt mal mit Fäusten angeht.

Die Zeit, 16. 12. 2021. [DWDS]

«Der Krieg, die eben erst offiziell beendete Pandemie, die drohende Inflation und der Klimawandel ergeben zusammen eine Multikrise, die Kinder und Jugendliche in ihrer psychischen Entwicklung herausfordert», so Musliu.

Luzerner Zeitung, 7. 6. 2022. [DWDS]

Heute haben wir es mit einer Polykrise zu tun, also mit mehreren Krisen, die sich gleichzeitig überlagern.

Neue Zürcher Zeitung, 2. 3. 2023. [DWDS]

Krankgeschrieben werden könnte ein Patient oder eine Patientin beispielsweise dann, wenn eine sogenannte hypertensive Krise vorliegt.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23. 7. 2023. [DWDS]

In der Ehe der Eltern kriselte es, der Vater zog aus, auch ein zweiter Versuch, wieder gemeinsam zu leben, scheiterte, und die Ehe der Eltern wurde im September 1937 geschieden.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 1. 2024. [DWDS]

Brasiliens Fußball kriselt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. 3. 2024. [DWDS]

Das ist die Folge, wenn man eine globale Demokratiekrise zum ostdeutschen Provinzproblem trivialisiert.

Der Spiegel, 17. 5. 2025. [DWDS]