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Wortgeschichte zu

Abgehängter / Abgehängte

abhängen · mitnehmen · Modernisierungsverlierer

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Das Bild des Überholens und Abhängens in einem Wettrennen steht am Anfang der heute geläufigen Verwendung abgehängt sein im Sinne von nicht am ökonomischen und kulturellen Fortschritt teilhaben (ab den 1930er Jahren, z.T. auf der Basis älterer Verwendungen). Dazu stellt sich seit der Jahrtausendwende die Ableitung Abgehängte(r), die zuerst auf die Bürger der ehemaligen DDR angewandt wird. Seit der Jahrtausendwende steht der Ausdruck indes zunehmend weniger für eine ökonomische als vielmehr für eine umfassendere kulturelle Benachteiligung. Mit Modernisierungsverlierer entsteht ein explizierendes Synonym, und mit jn. mitnehmen wird dann ein komplementäres Verb geprägt.

Wortgeschichte

Die Ausgangsbedeutung

Die Abgehängten bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die am ökonomischen und gesellschaftlichen Fortschritt nicht teilhaben und deshalb als wenig gebildet und tendenziell arm gelten. Das Wort, das sich überwiegend im Plural findet, ist ein substantiviertes Partizip zum Verb abhängen etwas Angeschlossenes, Angekuppeltes losmachen (s. 2DWB, 1, 367), nicht zu verwechseln mit abhängen herab-, herunterhängen bzw. durch etwas bedingt sein (s. dazu 2DWB, 1, 366). In dieser Ausgangsbedeutung bezieht sich abhängen unter anderem auf Gerätschaften, deren Einzelteile in irgendeiner Weise voneinander entkoppelt werden (etwa Bälge in dem Beleg 1693), oder auch auf Transportmittel wie Equipage (1779). Später ist dann auch von der Eisenbahn die Rede, deren Waggons an- oder abgehängt werden können (1873).

Übertragungen

Das Bild des vom weiterfahrenden Zug abgehängten Waggons liegt offenbar zahlreichen übertragenen Verwendungen des Verbs zugrunde, die ab den 1920er Jahren bezeugt sind. So kommt umgangssprachlich abgehängt (sein) in der Bedeutung nicht mehr interessant für jemanden (sein) auf (im Beleg 1921 als Synonym zu abgemeldet (sein), vgl. auch 1938, 1950). Neben diesen auf private zwischenmenschliche Verhältnisse bezogenen Gebräuchen entwickelt sich abhängen bzw. abgehängt sein dann vor allem als Ausdruck des Rennsports sowie für Wettrennen allgemein (1924, 1967, 1980, 1999a).

Die Situation des Abgehängtseins im Wettrennen ist Ausgangspunkt für weitere Metaphern: Die Positionierung im Rennen wird übertragen auf Konkurrenzsituationen in der Wirtschaft, der Politik und anderen Lebensbereichen, bei denen ein Bewerber ins Hintertreffen gerät bzw. andere hinter sich lässt (1983, 2004a).

Dass Gruppen oder auch Regionen vom gesellschaftlichen und ökonomischen Fortschritt abgehängt sind bzw. zu den Abgehängten zählen, wird vereinzelt seit den 1970er Jahren thematisiert (1971, 1992a); eine größere Verbreitung dieses metaphorischen Gebrauchs von abgehängt sein ist jedoch erst für die späten 1990er Jahre festzustellen. Abgehängt sein bzw. abgehängt werden betrifft in Belegen dieser Zeit etwa die Arbeitslosen (1998), den armen Teil der Gesellschaft, der in Ghettos wohnt (1999b, vgl. auch GhettoWGd). Vor allem wird aber auch das Gefühl, abgehängt zu sein, wiederholt angesprochen (1992b und 1998).

Von den ökonomisch Benachteiligten zu den Modernisierungsverlierern

Neben die metaphorischen Verwendungen des passivischen Verbs abgehängt sein tritt um die Jahrtausendwende die entsprechende Substantivierung die Abgehängten, die sich in der Folge zu einem festen Begriff entwickelt. Mit diesem Ausdruck, der sich übrigens zuerst mit Bezug auf die Bevölkerung der ehemaligen DDR findet (2000a, vgl. 2015), werden allerdings nicht allein ökonomisch benachteiligte Gruppen bzw. Regionen bezeichnet (2000b). Hier wird vielmehr insofern ein breiteres Verständnis von gesellschaftlicher Benachteiligung greifbar, als der Ausdruck auch all jene umfasst, die an zentralen gesellschaftlichen Trends wie Globalisierung und Digitalisierung nicht teilhaben. Als die Abgehängten sind hier somit nicht nur die Armen, sondern allgemein die Modernisierungsverlierer aufzufassen (1990, 2017a). Dieses erweiterte Verständnis von Benachteiligung kommt explizit auch in der Verbindung kulturell Abgehängte bzw. kulturell abgehängt sein zum Ausdruck (vgl. 2004c, 2017b).

Zu betonen ist allerdings, dass es sich, wenn von den Abgehängten oder vom Abgehängtsein die Rede ist, meist um eine Bezeichnung handelt, die sich auf andere bezieht. Von der eigenen Person bzw. Gruppe und deren Stellung wird es in der Regel nicht gesagt – die trotzige Art, mit der man sich den Ausdruck gelegentlich zu eigen macht (Wir sind hier die Abgehängten!, 2015), bestätigt die Tatsache, dass es sich im Kern um eine Fremdbezeichnung handelt. Das Wort wird auch oft dann verwendet, wenn nach Erklärungen für Populismus, gesellschaftliche Spaltung und Radikalisierung gesucht wird: Es sind die Abgehängten (oder diejenigen, denen ein Gefühl des Abgehängtseins zugeschrieben wird), die populistische oder radikale Parteien und Politiker wählen und sich damit gegen die fest mit dem Fortschritt assoziierte gesellschaftliche Mitte stellen (vgl. 2007, 2017a).

Die Konjunktur dieses Ausdrucks seit der Jahrtausendwende kann als Versuch interpretiert werden, rezente politische und soziale Entwicklungen, die sich traditionellen ökonomischen Deutungsmustern entziehen, sprachlich zu fassen und einzuordnen. In der Loslösung von vorwiegend ökonomischen Bezügen hin zu einer umfassenderen, kulturellen Sicht auf gesellschaftliche Ungleichgewichte unterscheidet sich der Wortgebrauch ab der Jahrtausendwende dann auch am deutlichsten von seiner früheren Verwendungsgeschichte.

Implikationen der Metapher

Das Bild von den gesellschaftlich Abgehängten enthält aufschlussreiche semantische Implikationen, setzt es doch eine Konzeptualisierung von Gesellschaft voraus, die diese grundsätzlich als rasant fortschreitend begreift. Diese Metapher ergibt somit nur deshalb Sinn, weil die unaufhaltsame und sich stets beschleunigende Modernisierung, die wie ein Zug über die Strecke rast bzw. alle in einem Wettrennen gegeneinander antreten lässt, als Normalzustand vorausgesetzt wird. Gesellschaftskritisches Potential hat dieser Ausdruck also nicht. Eher tritt hier eine mitleidig-herablassende Haltung zu Tage: Wer im Wettrennen aller gegen alle nicht mitkommt, ist eben zu schwach und zu langsam, und wer wie ein Waggon vom weiterfahrenden Zug des Fortschritts abgehängt wird, bewegt sich nicht aus eigener Kraft und ist damit nicht Subjekt, sondern lediglich Objekt ohne eigene Handlungsmacht. Letzten Endes bringt die Abgehängten also eine – wenn auch implizite – Abwertung der betreffenden gesellschaftlichen Gruppen zum Ausdruck.

Metaphorische Weiterung: Die Abgehängten werden mitgenommen

Innerhalb des Bildfeldes, das die Metapher des Wettrennens bzw. des abgehängten Waggons eröffnet, hat sich in jüngerer Zeit auch ein anderer Ausdruck entwickelt, der in Texten häufig in enger Nachbarschaft zu die Abgehängten vorkommt: das Verb mitnehmen. So heißt es stereotyp, dass die Abgehängten mitgenommen werden müssen, d. h. dass ihnen die Möglichkeit gegeben werden soll, am Fortschritt angemessen zu partizipieren (2016, 2017c). Auch dieser Ausdruck wird oft im Rahmen von Erklärungsversuchen für populistische Strömungen in Politik und Gesellschaft verwendet, und auch hier kommt insofern eine implizite Abwertung der gemeinten Personen zum Ausdruck, als diese im Bild des Mitgenommenwerdens als unselbständig und passiv in Erscheinung treten.

Volker Harm

Literatur

2DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Neubearbeitung. Hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (vormals Deutsche Akademie der Wissenschaften) und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bd. 1–9. Stuttgart 1983–2018. (woerterbuchnetz.de)

Weitere wortgeschichtliche Literatur zu Abgehängter, Abgehängte, abhängen, mitnehmen, Modernisierungsverlierer.

Belegauswahl

die bälge abhengen, daß das gebläse nicht mehr gehen kan.

²DWB 1, 367 (Schönberg, Berginformation 2, 113). (dwds.de)

Zwei Tage vor dem Aufbruche von Nagaſacki wird die Equipage von dazu beſtelten Leuten ſolchermaßen zuſammen gebunden, daß man ſie den Pferden in einem Augenblik auf- und wieder abhaͤngen kan.

Kaempfer, Engelbert: Geschichte und Beschreibung von Japan. Zweiter und lezter Bd. Hrsg. von Christian Wilhelm von Dohm. Lemgo 1779, S. 146. (deutschestextarchiv.de)

Auf Stationen wo Waggons abgehängt oder angehängt werden, hat der Bedienstete welcher die Ketten und Spannschrauben auseinander schraubt, nur die beiden Hähne die an jedem Ende des Waggons an dem unten durchgehenden Rohr angebracht sind, mittelst eines Schlüssels zu schließen.

Polytechnisches Journal 207 (1873), S. 437. (dinglr.de)

abgehängt, soviel wie abgemeldt.

²DWB 1, 367 (Meyer/M., Berliner 82b). (dwds.de)

Sawall wurde abgehängt, und Saldow-Bauer konnten anscheinend auch nicht mehr, denn sie blieben eine ganze Weile aus dem Rennen.

Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 13. 3. 1924, S. 13. [DWDS]

der ist bei der Löffelmarie .. abgehängt.

²DWB 1, 367 (F. Wolf, grenze [1950] 75) (dwds.de)

Ich fühlte mich ein bisschen abgehängt u. fuhr nachhause.

Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: Ders.: So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Berlin 1999 [zuerst 1950], S. 16. [DWDS]

[…] pausenlos griff Eddy an, fuhr noch in der vorletzten Zielrunde einen Vorsprung von 40 m heraus und wurde dann genau wie der alte Fuchs Planckaert (Zweiter) und van Coningsloo (Dritter) von seinem Landsmann Rijckeghem abgehängt.

Bildzeitung, 17. 4. 1967, [S. 5] [IDS]

In einem Schlußbericht heißt es: „Jesu Wort und Tat orientiert den Dienst der Kirche besonders auf die Hilflosen, die Verachteten, die Isolierten, die Unterdrückten, die Unterprivilegierten, die Manipulierten, die Überforderten und Abgehängten. An ihrer Seite haben wir unseren Platz […]In jeden Gesellschaften haben wir sie zu entdecken, ihre Situation und deren Ursachen aufzudecken. Wo immer es notwendig ist, sollen sich die Kirchen einsetzen für gesellschaftliche Veränderungen, damit bessere Gerechtigkeit verwirklicht werde. Sie sollen betend und helfend dafür eintreten, daß alle Menschen am Leben und an der Entwicklung der Gesellschaft teilhaben können.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. 5. 1971, S. 4.

Da wird dann schon mal, wie in Mainz, ein Mofafahrer von einer eigens angeforderten Funkstreife gestellt, nachdem er zuvor ausgerechnet einen Kripomann im BMW an einer Ampel mit gut 65 km/h abgehängt hatte.

Der Spiegel, 4. 8. 1980, S. 70. [DWDS]

Die Genugtuung über Wohlstand und soziale Sicherheit der frühen Einigungsjahre ist der Angst gewichen, einer dauerhaften Rezession ausgeliefert zu sein oder beim Wettlauf um technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt von Amerika und Japan abgehängt zu werden.

Die Zeit, 13. 5. 1983, S. 3. [IDS]

Aus soziologischer Sicht seien die rechten Tendenzen ein „normales“ Phänomen der „Modernisierungsverlierer“, in einer Zeit, da althergebrachte Sicherheiten ins Wanken gerieten. Wie kann nun aber die Schule auf diesen Mangel einwirken?

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. 2. 1990, S. 38.

Es ist nicht zu erwarten, daß die Regierung eines aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz bestehenden größeren Bundeslandes […]- jedenfalls solange sie nicht ihren Sitz in Saarbrücken hätte - mit besonderem Elan den wirtschaftlichen Umbau des Saarlandes betreiben würde. Vielmehr ist anzunehmen, daß der bereits eingeleitete, erfolgreiche Umstrukturierungsprozeß stagnieren und das Saarland das Dasein einer von der Entwicklung abgehängten Randregion fristen würde.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. 3. 1992, S. 11.

Vernachlässigt werden jene, die unter die Räder des Modernisierungsprozesses zu geraten drohen und die sich von der Entwicklung abgehängt fühlen.

Starzacher, K.: Protestwähler und Wahlverweigerer: Krise der Demokratie? Köln 1992, S. 111. (books.google.de)

Die neue Soziale Frage, das sind nicht mehr die großen heroischen Arbeitskämpfe gegen die Bosse, sondern die kleinen Kämpfe der Arbeitslosen gegen die Personalchefs und gegen das Gefühl, abgehängt zu sein.

Berliner Zeitung, 13. 6. 1998. [DWDS]

Erst, als eines der Begleitmotorräder den Abgehängten einen Rückstand von 6:45 Minuten anzeigte, sahen sich einige von ihnen zum Handeln veranlasst.

Berliner Zeitung, 6. 9. 1999. [DWDS]

Die Wohnungspolitikerin der Grünen-Fraktion, Franziska Eichstädt-Bohlig, sagte der „Berliner Zeitung“, die Reform müsse dafür sorgen, „dass der arme Teil der Gesellschaft nicht abgehängt wird und in sozialen Ghettos wohnt“.

Berliner Zeitung, 11. 11. 1999. [DWDS]

Zehn Jahre nach der Einheit hat der frühere DDR- Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer gefordert, Wissen, Können und Kompetenz der Ostdeutschen mehr zu nutzen. „Sonst bleibt das Gefühl, dass wir die Abgehängten sind“, betonte der Theologe Schorlemmer jetzt in einem Interview.

Salzburger Nachrichten, 30. 9. 2000. [IDS]

Der freundliche Bildungsbürger, der aufstrebende Computerunternehmer oder der Journalist begegnet ihnen nur selten: den Überflüssigen, den Abgehängten, denen, die in der zweiten, dritten Generation im Sozialhilfeghetto leben denen gar, die ihre Kinder schlagen oder sie, was freilich nur gelegentlich vorkommt, verhungern oder verdursten lassen.

Die Zeit, 5. 10. 2000, Nr. 41. [DWDS] (zeit.de)

Die Truppe, die in Zukunft das Deutsche Theater leiten soll, gehört zu den Abgehängten der jüngeren Theatergeschichte.

Der Tagesspiegel, 14. 10. 2004. [DWDS]

Wie [der litauische Unternehmer und Politiker] Uspaskich da abräumte, wiegt umso schwerer, weil gerade dieser zwielichtige Millionär eigentlich als völlig unglaubwürdig dastehen musste, wenn es galt, den „wilden Kapitalismus” zu geißeln. Sein Erfolg zeigt, wie sehr sich die Abgehängten mittlerweile zurückgelassen fühlen müssen – zu jedem Strohhalm greifen und nicht lange danach fragen, ob die Wahlversprechen eine realistische Basis haben.

die tageszeitung, 12. 10. 2004, S. 12.

„Bestimmte Schichten werden kulturell abgehängt”, sagt Walter. „Für junge arbeitslose Männer gibt es keinen Ansprechpartner.”

die tageszeitung, 7. 9. 2004, S. 3. [IDS]

Und es waren eben nicht nur die Abgehängten aus den Problemvierteln, sondern auch viele Wohlhabende aus den Elbvororten, die für die plumpen Law-and-Order-Parolen des berüchtigten Amtsrichters Ronald Schill schwärmten.

Die Zeit, 8. 11. 2007, Nr. 46. [DWDS] (zeit.de)

Das spezifische Dresdner Wir-Gefühl: Wir sind hier die Dummen, die Abgehängten.

Die Zeit, 12. 2. 2015, Nr. 07. [DWDS] (zeit.de)

Eine Erkenntnis des Brexit- sowie des Trump-Desasters müsse daher lauten, die „Abgehängten“ stärker mitzunehmen, Politik von „denen da oben“ für „die da unten“ zu öffnen und Beteiligung zur neuen Losung unserer Zeit zu machen.

Die Zeit, 3. 12. 2016 (online). [DWDS] (zeit.de)

Dorf ist ein Thema geworden, ebenso Provinz. Die AfD holt dort ihre besten Ergebnisse, Trump wurde auf dem Land gewählt. „Auf dem Land“, also dort, wo ich herkomme, wohnen Modernisierungsverlierer und Abgehängte, so wird es jedenfalls behauptet.

Der Spiegel, 6. 5. 2017, S. 50. [IDS]

Der Stuttgarter Philosoph Philipp Hübl sieht in den Rechtspopulisten nicht ökonomisch, aber kulturell Abgehängte.

Frankfurter Rundschau (online), 1. 5. 2017 (fr.de)

Eine Regierung, die die Digitalisierung aus wirtschaftlichen Gründen mit Milliarden fördere, dabei aber zehn Millionen ältere Menschen nicht mitnehme, „riskiert, dass sich Millionen abgehängt und nicht ernst genommen fühlen“.

Berliner Morgenpost, 22. 11. 2017, S. 25.