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Hassrede · Hatespeech Hasskommentar · Hate · Shitstorm

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Hassrede begegnet vereinzelt bereits seit dem 19. Jahrhundert, verbreitet sich jedoch erst im 21. Jahrhundert weiter, zunächst in der Lesart öffentliche Äußerung, die extremistische und/oder fundamentalistische Positionen bis hin zu Gewaltaufrufen beinhaltet. Bereits in den 1990er Jahren wird zudem Hatespeech aus dem Englischen ins Deutsche entlehnt. Erst im 21. Jahrhundert jedoch steigt seine Verwendungsfrequenz an, nun in der verbreiteten Lesart diskriminierende und/oder zu Gewalt aufrufende (anonyme) Äußerungen im Internet gegen einzelne Personen oder gegen marginalisierte Personengruppen. Zeitgleich wird nun auch Hassrede gleichbedeutend verwendet. Daneben treten seit der Jahrtausendwende mit Hasskommentar, Hate und Shitstorm weitere Bezeichnungen für beleidigende, diskriminierende Äußerungen namentlich in den sozialen Medien.

Wortgeschichte

Hassrede: Vorläufer und Entlehnung

Das Substantiv Hassrede begegnet vereinzelt ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert (1891, 1902, 1957, 1974). Allerdings handelt es sich hier wohl noch um Spontanbildungen. Weitere Verbreitung findet das Wort erst im 21. Jahrhundert, nun vermutlich als Lehnübersetzung des englischen hate speech (2000, 2008a). Letzteres ist bereits seit den 1930er Jahren nachweisbar und trägt im Englischen die Bedeutungen Rede oder Ansprache, die zu Hass oder Intoleranz aufruft, insbesondere gegenüber einer bestimmten sozialen Gruppe aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, religiöser Überzeugung, Sexualität usw. sowie als Kollektivum Menge von Äußerungen, die zu solchem Hass oder Intoleranz aufrufen (vgl. 3OED unter hate speech). Dass Hassrede um die Jahrtausendwende als deutsche Entsprechung zum englischen Kollektivum hate speech (2000, 2008a) begegnet, mag auch mit dem Frequenzanstieg im Englischen ab den 1990er Jahren zusammenhängen (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).

Hassrede: Extremistische oder fundamentalistische Äußerungen

Ab Anfang der 2000er Jahre verbreitet sich Hassrede zunächst langsam, in den 2010er Jahren dann deutlicher im deutschen Sprachraum (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Zunächst wird Hassrede hierzulande vornehmlich auf Äußerungen bezogen, die extremistische und/oder fundamentalistische Positionen bis hin zu Gewaltaufrufen verbreiten (2001b, 2002, 2005a, 2005b, 2015a, 2015i). In diesem Zusammenhang begegnet auch die Verbindung politische Hassrede (2004, 2006, 2020b). Diese wortgeschichtliche Entwicklung korreliert zeitlich mit der weiteren Verbreitung der Personenbezeichnungen Hassprediger und Hassredner. Im Übrigen zeigen sich bei Hassrede in dieser Lesart semantische Berührungspunkte zu Volksverhetzung in dessen Lesart Aufstachelung zum Hass oder Aufruf‍(e) zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen; beleidigende, böswillig verächtlich machende oder verleumderische Äußerungen gegen eine bestimmte (nationale, rassische, religiöse, durch ihre ethnische Herkunft definierte) Gruppe der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören (2015b, 2021c).

Hatespeech und Hassrede im Internet

Nun begegnet nicht nur Hassrede als deutsche Entsprechung des englischen hate speech; daneben wird das englische Wort selbst in den 1990er Jahren ins Deutsche entlehnt (1998a; vgl. auch Neologismenwb. unter Hatespeech). Englisch hate speech tritt erstmals in den 1970er Jahren in der akademischen Literatur auf und etabliert sich Ende der 1980er Jahre in den USA (vgl. Sponholz 2023, 20–21). Hintergrund sind rassistische Anfeindungen von Studentinnen und Studenten sowie Professorinnen und Professoren an US-amerikanischen Universitäten zu dieser Zeit:

Diese rassistischen Vorfälle beschränkten sich jedoch nicht allein auf den Campus, sondern folgten einem damals bekannten Muster: So wurden Ku-Klux-Klan-Symbole in manchen Wohngegenden der USA dazu verwendet, afroamerikanische Familien einzuschüchtern, damit diese es aufgaben, sich Wohnungen in diesen Stadtteilen zu suchen. Cafégäste bekamen Karten mit der Aufschrift Schöne Grüße vom KKK, sobald sie sich in bestimmten Lokalen an einen Tisch setzten, Kommiliton*innen wurden auf dem Campus mit dem N-Wort beschimpft oder Bürotüren von Professor*innen mit den Initialen des Ku-Klux-Klans beschmiert. Angesichts dieser Lage suchten Jura-Professor*innen aus der critical race theory, die als Personen selbst Ziel dieser Angriffe waren, nach Möglichkeiten, solche Beschimpfungen und Androhungen gesetzlich zu unterbinden. Aus diesen juristischen Bemühungen heraus entstand der Begriff Hatespeech. [Sponholz 2023, 20–21]

Im Deutschen ist hatespeech zunächst noch in einer der englischen Entlehnungsgrundlage entsprechenden weiten Verwendung nachweisbar (1998b, 1998c, 2001a), erfährt spätestens in den 2010er Jahren jedoch eine Bedeutungsverengung auf den Bereich des Internets und bedeutet seither diskriminierende, sexistische und/oder zu Gewalt aufrufende (anonyme) Äußerungen im Internet gegen einzelne Personen oder gegen Personengruppen (2015g, 2015j, 2017a, 2020e). Zeitgleich zur Bedeutungsverengung steigt die Verwendungshäufigkeit des Wortes an (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).

Ebenfalls zu dieser Zeit zeigt sich eine zunehmende Verwendung auch des Kompositums Hassrede in Bezug auf Äußerungen im Internet, die vermutlich vor dem Hintergrund der Entlehnung von Hatespeech zu verstehen ist (2015f, 2015h, 2016c). In diesen Verwendungen bedeutet nun auch Hassrede diskriminierende, sexistische und/oder zu Gewalt aufrufende (anonyme) Äußerungen im Internet gegen einzelne Personen oder gegen Personengruppen (2016d, 2016e, 2017c) und ist in dieser Lesart damit synonym zu Hatespeech (2020a, 2020c). Die Übergänge zwischen beiden Lesarten von Hassrede sind dabei fließend (2008b, 2015d). Zudem zeigen sich in der Lesart diskriminierende und/oder zu Gewalt aufrufende (anonyme) Äußerungen im Internet semantische Berührungspunkte zu Hetze (2017b, 2021b, 2024b).

Hasskommentar, Hate und Shitstorm: Weitere Bezeichnungen für Hass im Netz

Nicht zuletzt sind mit Hasskommentar, Hate und Shitstorm drei weitere Substantive belegt, die sich speziell auf Äußerungen im Internet beziehen (2015e, 2018b, 2021a). Hasskommentar unverhohlen negative oder beschimpfende und/oder zur Gewalt aufrufende (anonyme) Äußerungen insbesondere in den sozialen Medien (2016b, 2020d, 2022a, 2022b) begegnet ab den 2010er Jahren (2015c). Die Bildung mit ‑kommentar ist wohl auch in Zusammenhang mit der zunehmenden Verwendung von Kommentar im Social-Media-Bereich zu verstehen (vgl. auch DWDS unter KommentarDWDS). Insgesamt ist das Kompositum – zumindest derzeit – aber deutlich weniger verbreitet als Hassrede oder Hatespeech (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).

Jünger ist in Bezug auf diskriminierende, beleidigende Äußerungen im Internet zudem Hate belegt (2016a, 2018b, 2024c, 2024d; vgl. in diesem Zusammenhang auch die Personenbezeichnung Hater). Namentlich in den sozialen Medien ist die Wendung no hate verbreitet, die in kritischen Kommentaren eine (vermeintlich) grundsätzlich zugewandte Grundhaltung signalisieren soll (2024a).

Vereinzelt ab den 2000er Jahren (2007, 2012b), ab den 2010er Jahren dann mit steigender Frequenz ist schließlich das Substantiv Shitstorm belegt (2010a, 2012a, 2019). 2011 wird es zum Anglizismus des Jahres gewählt. Shitstorm trägt im Deutschen die Bedeutung Welle der Entrüstung, Empörung besonders in den sozialen Medien (2010b, 2011, 2013a, 2013b, 2018a; vgl. auch DWDS unter ShitstormDWDS sowie Neologismenwb. unter Shitstorm). Damit bezeichnet das Substantiv hierzulande zunächst ausschließlich ein Internetphänomen. Im Englischen hingegen ist shitstorm, das das 3OED mit Erstbeleg von 1948 bucht, in der weiteren Lesart ein frenetisches oder katastrophales Ereignis; ein Aufruhr, ein Tumult bezeugt und entstammt dem US-amerikanischen Grobjargon (vgl. 3OED unter shitstorm). Dieses im Vergleich zum Deutschen breitere Bedeutungsspektrum hat im Übrigen 2018 zu Irritationen im englischsprachigen Raum geführt, als die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort in einer Rede verwendete: Her use of the vulgar English term brewed its very own storm among commentators at the New York Times, the Guardian and the Economist, among others. (Ihre Verwendung des vulgären englischen Begriffs löste unter anderem bei Kommentatoren der New York Times, des Guardian und des Economist einen eigenen Sturm aus.CNN World: Angela Merkel said shitstorm, but it’s not as bad as you think ).

Literatur

DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)

Neologismenwb. Leibniz-Institut für deutsche Sprache (IDS): Neologismenwörterbuch. (owid.de)

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

Sponholz 2023 Sponholz, Liriam: Digitaler Hass und Hatespeech: Eine begriffliche Einordnung. In: Hoven, Elisa (Hrsg.): Das Phänomen „Digitaler Hass“. Ein interdisziplinärer Blick auf Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen. Baden-Baden 2023, S. 17–35.

Belegauswahl

Einzelne Blätter warnen davor, die Tiraden Gregrs mit geringfügigem Lächeln abzuthun: morgen schon werde Gregrs Haßrede gegen Oefterreich in jedem tschechischen Dorfwirthshause begeistert verlesen und bejubelt werden, aus ihrem Inhalte werden Hunderte von Bezirks- und Dorfaposteln neue Reden gleichen Tones schmieden.

Allgemeine Zeitung (Morgenblatt) 93, 19. 12. 1891, Nr. 351, S. 3. (digitale-sammlungen.de)

Eine Zuhörerschaft, die einen Redner beklatscht und ihm zujubelt, die hatte er in diesem selben Saale vor einigen Wochen gesehen, als anläßlich eines Katholikentages ein antisemitischer Volksmann eine mit ordinären Witzen gewürzte Haßrede gegen »Judenliberale und Freimaurer«, gegen »Aufkläricht und Wissenschaftsdünkel« losgelassen.

Suttner, Bertha: Martha’s Kinder. Dresden 1920 [1902], S. 238.

Dann folgt eine kurze, nur zehn Minuten dauernde Haßrede und danach viele „Hochs“ auf den Maitag, auf die kommunistische Partei, auf den Sowjetstaat und auf Stalin.

Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur. Stuttgart 1957, S. 53. [DWDS]

Sein Mißerfolg ist nicht nur auf die Tücken des einseitigen Wahlsystems zurückzuführen- PAPANDREOUs zerrissene Persönlichkeit, seine maßlosen Haßreden und das utopische, widersprüchliche Programm haben der PASOK ebenso geschadet.

N. N.: Fortgang der innenpolitischen Ereignisse; Maßnahmen gegen Papadopoulos und Ex-Minister sowie gegen Militärs; Wahlsieg von Karamanlis; neue Regierung; Staatsform bleibt Republik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 44, 10. 12. 1974, S. 19109 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1974]. [DWDS]

Ihre Erklärung ist von schlagender Grundsätzlichkeit: „Hate speech offenbart eine vorgängige Verletzbarkeit durch die Sprache, die uns anhaftet, insofern wir als gleichsam ,angerufene Wesen’ von der Anrede des Anderen abhängen, um zu sein. Es gibt keinen möglichen Schutz vor der Verletzbarkeit.“

Die Zeit (Beilage), 26. 3. 1998, S. 32. [IDS]

Judith Butler rekonstruiert anhand dieser auf den ersten Blick konträren Beispiele die Argumente der gegenwärtigen Debatte um hate speech – das „haßerfüllte Sprechen“ – in den USA. Nach der herrschenden Definition ist hate speech eine Handlung, die die gesellschaftliche Konstituierung ihres Adressaten beeinflußt. Ein repressives Sprechen, das die Möglichkeiten eines Individuums beeinträchtigt, „im öffentlichen Raum frei zu handeln und sich frei zu äußern“. Hate speech repräsentiert nicht die Erfahrung von Gewalt, sie übt selbst Gewalt aus.

Süddeutsche Zeitung, 11. 7. 1998, S. 5. [IDS]

«Hate speech» – das ist rassistische und sexistische Sprache. Sprache, die öffentlich schmäht und demütigt: Pornographie, die Frauen verletzt, Rechtsprechung, die Homosexuelle diskriminiert.

St. Galler Tagblatt, 19. 9. 1998. [IDS]

Die gesamte Politprominenz Kosovos war versammelt, als der OSZE-Missionschef Daan Everts […]im vergangenen Februar das neue Fernsehstudio […]des öffentlichen Rundfunks RTK (Radio Television Kosovo) in Pristina feierlich eröffnete. Dabei stellte Everts die Grundsätze der Medienpolitik der Uno-Administration zum ersten Mal einem grösseren Publikum vor: An Rundfunkbetreiber werden Lizenzen vergeben, deren Einhaltung von einer Behörde überwacht wird. Insbesondere „hate speech(Hassrede) gegen Minderheiten und politische Gegner soll sanktioniert werden.

Neue Zürcher Zeitung, 8. 9. 2000, S. 83. [IDS]

Das zeigte sich, als der Supreme Court strafrechtliche Verbote prüfte, die in einzelnen Bundesstaaten gegen „Hate speech“, gegen die Hasstiraden von Rassisten, erlassen worden waren.

die tageszeitung (Beilage), 17. 3. 2001, S. IV. [IDS]

Kaum hatte der amerikanische Präsident George W. Bush zur Nation gesprochen, konterte Al-Dschasira mit einem Video, in dem der Terrorist Osama bin Laden in einer Hassrede zum Heiligen Krieg aufrief.

Süddeutsche Zeitung, 9. 10. 2001, S. 23. [IDS]

Am schwersten zu ertragen sind die braunen Augen des Attentäters. Während er seine Hassrede hält, schaut er den Zuschauer direkt an.

Berliner Zeitung, 4. 5. 2002. [DWDS]

Die Republikanische Partei des US-Präsidenten bezeichnete den Spot am Sonntag als „schlimmste und abscheulichste Form politischer Hassrede“.

Spiegel (online), 5. 1. 2004. [IDS]

Jogginghosen und Handy tragendes Nachwendeproletariat, aber auch einzelne Politiker und andere Bürger ergossen sich in Hassreden, faselten von nationaler Größe, grölten antisemitische Parolen.

Berliner Zeitung, 14. 7. 2005. [DWDS]

Außerdem leistete sich der neue iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad eine Hetz- und Hassrede gegen Israel, die fundamentalistischer und blutrünstiger nicht sein konnte.

profil, 31. 10. 2005, S. 115. [IDS]

Doch dieses Drama barg noch viel mehr, und die Regie von ABC machte klar, was hier eigentlich interessierte – nicht die persönliche Abbitte für eine gefährliche politische Hassrede, sondern die öffentliche Selbstzerfleischung eines gefallenen Halbgottes.

Spiegel (online), 14. 10. 2006. [IDS]

Wenn sich jemand als normales Basismitglied bereits vor Mitpiraten schützen muss um gewisse Themen zu diskutieren, dem spreche ich die Standfestigkeit ab, den Shitstorm dem ein BuVo Mitglied ausgesetzt ist, auszuhalten.

Die Partei des unendlichen Reichtums. In: zeitrafferin »Julia Seeliger» (Blog), 8. 1. 2007. [DWDS] (julia-seeliger.de)

In ganz Europa ist eine Zunahme von „Hate Speech“, Hassrede, zu beobachten, vielleicht weil die Menschen wegen der Globalisierung ein größeres Bedürfnis nach Identität haben.

Falter, 30. 1. 2008, S. 4. [IDS]

Hassrede im Internet: In seiner jüngsten Botschaft droht Osama Bin Laden vor allem Dänemark wegen des Abdrucks der Mohammed-Karikaturen.

Spiegel (online), 20. 3. 2008. [IDS]

Der Zwitscher-Sturm (in der Szene „Shitstorm“ genannt) kommt ohne Vorwarnung. So ist das in der Welt der Twitterer – das wusste die erfahrene Mikro-Bloggerin Kristina Schröder.

Spiegel (online), 10. 6. 2010. [IDS]

Am Dienstag sprach Reiter über Twitter „allen Beteiligten, vor allem @sixtus“ seinen „herzlichen Dank“ aus. Er habe nun seinen ersten „Shitstorm“ erlebt. So nennt man es heute, wenn jemand in der Netzöffentlichkeit plötzlich und heftig mit Dreck beworfen wird, ob berechtigt oder unberechtigt.

Spiegel (online), 5. 10. 2010. [IDS]

Man wolle mit dem Offenen Brief allerdings keinen sogenannten Shitstorm heraufbeschwören, den Konzern also nicht mit Hasstiraden oder unsachlichen Vorwürfen bombardieren.

Spiegel (online), 5. 9. 2011. [IDS]

Im Deutschen kennt man den „Shitstorm“ erst seit Kurzem und nur als Fachbegriff für massiv auftretende Empörung im Web.

Die Presse, 15. 2. 2012, S. 24. [IDS]

Shitstorm der Etablierten

Endlich haben die kraftlosen Platzhirsche ein Mittel gegen die Piraten gefunden: die „rechte“ Schmuddelecke. Solche Rituale haben die Piratenpartei erst groß gemacht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung (online), 23. 04. 2012. (faz.net)

Weil der Shitstorm ein rätselhaftes Phänomen der Massenerregung ist, versprachen wir uns von einem Interview mit Bienkowski Einblicke in die Mechanismen und Dynamiken solcher Reaktionswellen.

Süddeutsche Zeitung, 6. 4. 2013, S. 13. [IDS]

«Im Zeitalter der Neuen Medien wie Twitter oder Facebook muss man wissen, was man tut», sagt der 25-jährige Student. Nur wer das nötige Vorwissen habe, könne mit Phänomenen wie etwa einem sogenannten Shitstorm umgehen.

Tages-Anzeiger, 6. 5. 2013, S. 23. [IDS]

Der Mann, der die Hassrede hält, ist ein mutmaßliches Mitglied des Islamischen Staates (IS).

Die Presse, 8. 1. 2015, S. 2. [IDS]

So würden die juristischen Möglichkeiten gegen Rassismus, Hassrede und Volksverhetzung nur unzureichend ausgeschöpft.

die tageszeitung, 19. 5. 2015, S. 10. [IDS]

Wer sich darüber wundert, dass bei Facebook das Foto von einem blanken Busen schneller gelöscht ist als manch rechtsextremer Hasskommentar, ist ganz schön blauäugig.

Nürnberger Nachrichten, 28. 8. 2015, S. 2. [IDS]

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, das Hassrede im Internet Wellen der Gewalt auslösen kann. Das zeigt sich auch in Deutschland: Der Hass auf Flüchtlinge schwappt aus dem Netz auf die Straße – die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten steigt.

Mannheimer Morgen (Stadtausgabe), 3. 9. 2015, S. 2. [IDS]

Benjamin S. hat einen Hasskommentar zum ertrunkenen Flüchtlingskind Aylan gepostet.

Berliner Morgenpost, 6. 9. 2015, S. 4. [IDS]

Das umso mehr, als sie gleichzeitig Plattformen wie Facebook als Unorte der Hassrede skandalisieren, die durch die moralische Kraft der vereinigten Massenmedien zurückgedrängt werden soll.

Neue Zürcher Zeitung, 19. 9. 2015, S. 15. [IDS]

Bei Twitter heißt es ebenfalls, man kooperiere längst weltweit mit verlässlichen Partnern gegen Hatespeech.

Der Spiegel, 19. 9. 2015, S. 39. [IDS]

Denn ein größerer Teil von dem, was als Hatespeech oder Hassrede in den sozialen Medien diskutiert wird, sind Scherze. Oder besser: sollen Scherze sein.

Spiegel (online), 30. 9. 2015. [IDS]

Doch nach seiner Hassrede bei Pegida distanzieren sich selbst Weggefährten.

Rhein-Zeitung, 22. 10. 2015, S. 1. [IDS]

Facebook-Managerin Siobhán Cummiskey sagte, dass es nicht einmal in Europa einen Konsens darüber gibt, was „Hatespeech“, also der im Internet artikulierte Hass, genau ist.

Rhein-Zeitung, 5. 11. 2015, S. 6. [IDS]

Internet Hate und unsere europäischen Antworten darauf sind ein weiteres wichtiges Thema.

Steinmeier, Frank-Walter: Rede von Außenminister Steinmeier bei der Interparliamentary Conference on Combatting Anti-Semitism, 15. 3. 2016. [DWDS] (auswaertiges-amt.de)

Ein Hasskommentar, den ein männlicher Kollege nach einem Bericht über Asylrecht bekommen hat: „Sie gehören am nächsten Baum aufgehängt und dazu auch noch wegen Landesverrat erschossen. Die Glock liegt bereit.“

Falter, 15. 6. 2016, S. 25. [IDS]

Wir wollen dabei einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Hassrede und von Diskriminierung im Internet legen.

Erler, Gernot: Rede des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für den OSZE-Vorsitz Gernot Erler auf der Konferenz: „Internet Freedom – a Constant Factor of Democratic Security in Europe“, 9. 9. 2016. [DWDS] (auswaertiges-amt.de)

Bei diesen Diensten müssen natürlich die Regeln des Jugend- und Verbraucherschutzes, des Schutzes vor Hassreden oder vor Verletzung von Persönlichkeitsrechten genauso eingehalten werden wie bei den traditionellen Medien.

Merkel, Angela: Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Eröffnungsveranstaltung der 30. Medientage, 25. 10. 2016. [DWDS]

Der hohe Standard im Jugend- und Verbraucherschutz soll nun nicht nur beibehalten, sondern sogar noch verbessert werden. Dazu gehört dann beispielsweise, dass der Schutz vor Hassreden und vor Verletzung von Persönlichkeitsrechten auch von Video-Sharing-Plattformen beachtet werden muss.

Grütters, Monika: Rede der Kulturstaatsministerin Grütters beim Medien-Club München zum „Herausforderungen und Antworten der Medienpolitik“, 27. 11. 2016. [DWDS]

Es sind nicht nur diese Themen, die zu besonders viel Hatespeech im Netz führen.

die tageszeitung, 4. 3. 2017, S. 19. [IDS]

Von Hassrede und Hetze im Internet ist in diesen Monaten viel zu lesen – von Liebe und Güte eher wenig.

Spiegel (online), 8. 5. 2017. [IDS]

Erniedrigende oder feindselige Bemerkungen über andere Individuen oder Menschengruppen, die in Anlehnung an den englischen Ausdruck «hate speech» oft als Hassrede bezeichnet werden, sind nach der – nicht zutreffenden – Überzeugung einer relativen Mehrheit der Befragten (44 Prozent) nicht vom ersten Verfassungszusatz geschützt.

Neue Zürcher Zeitung, 30. 9. 2017, S. 7. [IDS]

Durmaz sieht sich nach seinem Foul gegen Timo Werner, das in der Nachspielzeit zum entscheidenden Freistoß für das deutsche Team führte, im Internet einem üblen Shitstorm ausgesetzt. Innerhalb weniger Minuten nach Schwedens 1:2-Niederlage erhielt der Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln in den sozialen Netzwerken Tausende üble Kommentare.

Luxemburger Tageblatt, 25. 6. 2018. [IDS]

Sie sehen das in anderen Ländern: Gerade weil der Schritt von Fake zu Hate so klein ist, von der scheinheiligen Lüge zum giftigen Aufruf, eilen von allen Seiten gutmeinende Wächter der politischen Rechtschaffenheit herbei und fordern Kontrollen, das Sperren von Webseiten und die Einschränkung der Redefreiheit.

Thurnherr, Walter: Ansprache von Bundeskanzler Walter Thurnherr zur Eröffnung der Ausstellung „Fake“ Im Stapferhaus, 26. 10. 2018. [DWDS] (admin.ch)

Es darf uns nicht egal sein, dass einige junge Leute es normal finden, ihren Selbstwert an der Zahl ihrer Follower zu messen oder aus Überdruss einen Shitstorm loszutreten, der die Angegriffenen an den Rand der Verzweiflung treibt.

Steinmeier, Frank-Walter: Rede von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier bei der Matinee und Ordensverleihung zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes, 22. 5. 2019. [DWDS] (bundesregierung.de)

Das fängt mit der Beleuchtung im öffentlichen Raum an, umfasst aber zum Beispiel auch die konsequente strafrechtliche Verfolgung von digitaler Gewalt wie Hatespeech, also Hassrede, oder Stalking.

Berliner Morgenpost, 8. 3. 2020, S. 2008. [IDS]

Die gewährten Ausnahmen für die politische Hassrede sollten aber die Plattform nicht nur für Trump öffnen, sondern auch für andere Populisten wie Rodrigo Duterte auf den Philippinen, Jair Bolsonaro in Brasilien und Narendra Modi in Indien.

Tages-Anzeiger, 30. 6. 2020, S. 11. [IDS]

Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, stößt schnell auch auf Hass. Hatespeech wird das Beleidigen, Hetzen und Diskriminieren im Internet genannt – Hassrede.

Rhein-Zeitung, 6. 7. 2020, S. 10. [IDS]

Es gibt unterschiedliche Formen. Für mich ist entscheidend, ob ein Mensch durch gewalttätige Kommentare angegriffen wird. Wenn ja, handelt es sich um einen Hasskommentar. Der Angriff kann strukturelle Gewalt wie in rassistischen Kommentaren sein, oder es sind konkrete Beleidigungen.

die tageszeitung, 3. 9. 2020, S. 28. [IDS]

Nicht alle Wissenschafter sind von Hatespeech betroffen.

St. Galler Tagblatt (Appenzeller Zeitung), 14. 10. 2020. [IDS]

Sein Albtraum: Einen Hasskommentar zu übersehen, der dann einen Shitstorm auslöst.

Süddeutsche Zeitung, 20. 2. 2021, S. 67. [IDS]

Die Kundschaft von Facebook ist moralisch flexibel. Hassrede und Hetze betreibt stets die andere Seite, selbst gehört man zu den Guten.

SonntagsZeitung (Tages-Anzeiger), 10. 10. 2021, S. 2. [IDS]

Das bedeutet, dass Länder in der höchsten Prioritätsstufe, wie die Vereinigten Staaten, bei der Bekämpfung von Hassrede und Volksverhetzung bevorzugt werden.

die tageszeitung, 29. 10. 2021, S. 13. [IDS]

Hater fluten ihre Livestreams mit Hasskommentaren, beleidigen sie und ihre Familie, schicken ihr die Polizei nach Hause.

Nürnberger Nachrichten, 4. 6. 2022, S. 5. [IDS]

Früher kam maximal ein Brief, manchmal auf Klopapier, die Hemmschwelle, einen anonymen Hasskommentar zu tippen, ist leider viel kleiner.

St. Galler Tagblatt, 22. 10. 2022, S. 30. [IDS]

Aus meiner Sicht ist Hate der mit einem „no hate“ entkräftet wird völlig unsinnig. Entweder man steht dazu oder nicht. Kritik ist auch wichtig, und wenn man am Ende eh nicht haten möchte, dann kann man auch direkt sinnvolle helfende Kritik zurück lassen. :)

Wieso schreiben Leute einen Hate kommt…? In: gutefrage.net (online), 20. 2. 2024. (gutefrage.net)

Online-Plattformen werden von einem neuen EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) verpflichtet, strikt gegen illegale Inhalte wie Hassrede und Hetze im Netz vorzugehen.

Berliner Zeitung, 20. 2. 2024, S. 16. [IDS]

Er schmunzelt. „Wenn man selber sehr einsam ist, vielleicht kommt daher der Hass“, vermutet Angelo. „Wenn man seine Prinzipien hat, kann Hate einem nix.“

Stern, 29. 2. 2024. [IDS]

Neben „ganz vielen tollen und süßen Nachrichten“ habe sie „unheimlich viel Hate“ erfahren.

Hamburger Morgenpost, 30. 3. 2024, S. 64. [IDS]