Wortgeschichte
Von Karriere machen und Karrieremachen zu Karrieremacher: Entstehung einer Personenbezeichnungen im 19. Jahrhundert
Die Personenbezeichnung Karrieremacher ist – zunächst noch in der C-Schreibung Carrieremacher (1849, 1860) – ab Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Pfeifer führt die Bildung auf die bereits zuvor belegte Verbindung Karriere machen beruflich schnell vorankommen, zu Einfluss und Ansehen gelangen
zurück (1794, 1836; vgl. Pfeifer unter KarrieremacherDWDS). Darüber hinaus ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts die Substantivierung das Karrieremachen belegt (1814, 1844).
Karrieremacher trägt zunächst die Bedeutung jemand, der (um jeden Preis) beruflich schnell vorankommen möchte
(1880a). Diese Lesart ist bis in die Gegenwart stabil (1961, 2006a). Zunächst und noch bis in die Gegenwart wird das Wort in dieser Lesart als negativ konnotierte Fremdzuschreibung gebraucht (1880b, 1948, 1996, 2009a).
Karrierist: Synynom ab der Wende zum 20. Jahrhundert
Im ausgehenden 19. Jahrhundert tritt mit Karrierist – ebenfalls zunächst in C-Schreibung – ein Synonym neben Karrieremacher (1890, 1894). Es handelt sich hier um eine Bildung mit dem Suffix -ist, das desubstantivische Personenbezeichnungen bildet (vgl. hierzu auch Fleischer/Barz 2012, 246). Auch Karrierist trägt die Bedeutung jemand, der (um jeden Preis) beruflich schnell vorankommen möchte
(1905, 1971, 1993, 1998a) und ist vorwiegend eine negativ konnotierte Fremdbezeichnung (1905, 1950, 1995a; vgl. daneben aber auch 1998b). Karrierist begegnet häufiger in Bezug auf Politik und Staatsdienst (1894, 1938, 1965, 1995b). Dies entspricht den älteren Verwendungen von KarriereWGd, bevor das Wort auch für weitere Berufe und Lebensbereiche verwendet wird. Dazu ist gelegentlich die Verbindung politischer Karrierist belegt (1989a, 1995c). Daneben stehen seltener auch Verwendungen in Bezug auf andere Bereiche (1995d, 2001).
Abb. 1: Wortverlaufskurve zu Karrierist und Karrieremacher
DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)
Sowohl Karrieremacher als auch Karrierist sind zunächst selten bezeugt. Weitere Verbreitung finden die Personenbezeichnungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (vgl. Abb. 1 sowie die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGRam Viewers). Karrierist scheint dabei das ältere und zunächst auch weiter verbreitete Karrieremacher im ausgehenden 20. Jahrhundert hinsichtlich der Verwendungshäufigkeit abzulösen.
Karrierismus und Karrieristentum
Mit Karrierismus ist seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1929, 1968) im Übrigen auch ein Substantiv belegt, das das Streben nach schnellem beruflichen Erfolgen bezeichnet (1991b, 1998c; vgl. auch DWDS unter KarrierismusDWDS). Auch hier handelt es sich um eine abwertende Bezeichnung (1964, 1989b). Gebildet wird das Wort mit dem exogenen Suffix -ismus, das seit dem 18. Jahrhundert zu den produktivsten Suffixen bei der Ableitung von Substantiven gehört (vgl. Fleischer/Barz 2012, 240). Karrierismus verbreitet sich – dies durchaus parallel zu Karrierist – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiter (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).
Gelegentlich begegnet seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Karrieristentum (1970, 1991a, 2021). Insgesamt ist dieses Wort jedoch verhältnismäßig selten belegt. Morphologisch handelt es sich um eine Bildung aus Karrierist und dem Suffix -tum, das unter anderem das Verhalten der im Basissubstantiv ausgedrückten Person näher bestimmt; Basis dieses Wortbildungsmusters, das sich auch etwa in Banditentum findet, sind oftmals negativ bewertete Begriffe (vgl. Fleischer/Barz 2012, 224).
Karrieremacher: Bedeutungserweiterung im 20. Jahrhundert
Namentlich Karrieremacher begegnet jünger nicht mehr nur als negativ konnotierte Fremdzuschreibung, sondern auch in wertneutralen Verwendungen (1956, 2008, 2009b): Spätestens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Personenbezeichnung nun zunehmend auch in der Lesart jemand oder etwas, der oder das das schnelle berufliche Vorankommen einer anderen Person beeinflusst
belegt (1980, 2005). Es handelt sich wohl um einen Fall von morphologischer Polygenese: Während frühere Lesarten als Ableitung zu Karriere machen berufliche Laufbahn verfolgen
zu verstehen sind, handelt es sich hier nun um eine Bildung zu machen etwas ermöglichen, befördern
. Diese Lesart begegnet beispielsweise im Bereich des Sports (2006b, 2006c).
Literatur
DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)
Fleischer/Barz 2012 Fleischer, Wolfgang/Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4., völlig neu bearbeitete Aufl. unter Mitarbeit von Marianne Schröder. Berlin/Boston 2012.
Pfeifer Pfeifer, Wolfgang u. a.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. (dwds.de)
Belegauswahl
Storch, Heinrich Friedrich von: Gemählde von St. Petersburg. Bd. 2. Riga 1794, S. 36. (deutschestextarchiv.de)Der Handel iſt ihr liebſtes Gewerbe; jeder gemeine Ruſſe […], wenn es ihm nur irgend gelingt, einen kleinen Geldvorrath zuſammenzuſparen, wie dies bey ſeiner frugalen und aͤrmlichen Lebensart leicht moͤglich iſt, verſucht es, Kaufmann zu werden. Den Anfang dieſer Karriere macht er gewoͤhnlich als Rosnoſchtſchik oder Umtraͤger; der Gewinn dieſes Gewerbes und ſeine Sparſamkeit ſetzen ihn bald in den Stand eine Lawka zu miethen […]; hier kann ihn der Wucher, der Vortheil im Geldwechſeln, und die Benutzung kleiner Handgriffe des Metiers bald zu einem reichen Mann machen.
[Harscher von Almendingen, Ludwig]: Politische Ansichten über Deutschlands Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Bd. 1 Teilbd 2. [Wiesbaden] 1814, S. 292. (digitale-sammlungen.de)Die Waffenbrüder Miltiades, Themistokles, Cimons wurden nicht durch Fuchtel und Spiesruthen in Reih und Gliedern gehalten; den Siegern von Marathon und Platea war es nicht um das Carrieremachen oder um ein schnelles Avancement zu thun; das kleine Heer der Macedonier, mit welchem Alexander das unermeßliche Reich der Perser auflößte, wurde zuverläfig weder durch harte Konskriptionsgesetze, noch durch die Künste pfiffiger Werber zusammengebracht.
Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Bd. 2. Leipzig 1836, S. 254. (deutschestextarchiv.de)So findet ſich z. B. in dem erſten Hefte von 1807 ein Brief an einen Freund, deſſen Sohn ſich dem Forſtfache widmen will, und dem Goethe die Carriere vorzeichnet, die der junge Mann zu machen hat.
Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, 25. Juny 1844, Nr. 127, S. 1011. (books.google.de)Frau von Wasowicz hat keine Protectionen, keine Recommandationen […], keine thätigen Basen und Vettern, keine berühmten Künstlernamen als großthuendes Aushängeschild, keinen – sie hat sonst nichts, als ihr Talent; natürlich, daß es mit dem Carrieremachen etwas schwer geht; aber es wird doch nicht ausbleiben; sie hat jetzt eben einen Ruf nach Hamburg, und es könnte leicht geschehen, daß man ihren Namen bald in ganz Deutschland nennt.
Slavische Central-Blätter, 11. Juni 1849, Nr. 137–150, S. 562. (books.google.de)Aber, daß kein Schrei der Entrüstung sich erhob, als jener politische Carrieremacher und parlamentarische Seiltänzer Jordan von einer Nation, deren Alter und Unglück auch dem bübischesten Buben Achtung hätte einflößen müssen, sagte, sie [„]vestehe nur Mazurka zu tanzen“; – daß damals Niemand schamroth darüber wurde, „daß jene namenlose Niederträchtigkeit ganz in der Ordnung gefunden wurde, – das kann uns fürwahr nur Ein [sic] Gefühl gegen jene Hochverräther an Allem, was Wahrheit, Ehre und Würde ist, einflößen […].“
Preußische Jahrbücher 6 (1860), Nr. 1, S. 14. (books.google.de)Wie Dorbeval war er auf der Schule stets unter den Letzten, und auch mit seinem Jus hatte es später nur schwachen Fortgang. Da trat er unter die verbündeten Carrière-Macher.
Fontane, Theodor: Romane und Erzählungen in acht Bänden. Hrsg. von Peter Goldammer u. a. Bd. 3. 2. Aufl. Berlin/Weimar [1880], S. 146.»[…]Nicht so, Reiff, nicht so! Carrièremacher sind immer nur Courmacher. Nichts weiter. Es gibt heutzutage Personen […](und auch das verdanken wir unsrem großen Reichsbaumeister, der die soliden Werkleute fallen läßt oder beiseite schiebt), es gibt, sag ich, heutzutage Personen, denen alles bloß Mittel zum Zweck ist. Auch die Liebe. Und zu diesen Personen gehört auch unser Freund, der Major.
Ich hätte nicht sagen sollen, er hat die Kleine geheiratet, weil sie die Schwester ihrer Schwester ist, sondern weil sie die Schwägerin ihres Schwagers ist. Er braucht diesen Schwager, und ich sag Ihnen, Reiff, denn ich kenne den Ton und die Strömung oben, es gibt weniges, was nach oben hin so empfiehlt wie das. Ein Schwager-Kommerzienrat ist nicht viel weniger wert als ein Schwiegervater-Kommerzienrat und rangiert wenigstens gleich dahinter. Unter allen Umständen aber sind Kommerzienräte wie konsolidierte Fonds, auf die jeden Augenblick gezogen werden kann. Es ist immer Deckung da.«
Die Grenzboten 39/2 (1880), S. 417. (deutschestextarchiv.de)Welche erquickende Perspective zeigte sich für alle ehrgeizigen, intriganten Karrièremacher!
Beilage zur Allgemeinen Zeitung Nr. 124, 5. Mai 1890, Nr. 104, S. 3. (books.google.de)Wie er […]in den „Akrobaten der Wohltätigkeit“ (1879) das schändliche Spiel mit der Wohltätigkeit seitens der russischen Aristokratie aufdeckt, Staatsmänner und Beamte, Fürsten und Grafen, Fürstinnen und Gräfinnen vorführt, die wohlthätige Institute gründen und leiten, um Orden zu bekommen und [sic] in den Augen der Welt als edle Herzen zu erscheinen, die aber Niemanden, am wenigsten den Bedürftigen, unterstützen, bei denen das gesammelte Geld in Kosten und Spesen aufgeht, während sie die Hungrigen vor Hunger sterben lassen und ihre ganze Zeit in prahlerischen, unsinnigen Debatten vergeuden; wie er hier, so wie in der Skizze „Der Carrierist“ (1883) uns Beamte vorführt, die Carrière machen, Orden und Ämter bekommen, weil sie den Frauen der Vorgesetzten als Laufburschen dienen, vor ihnen und ihrer Wohltätigkeitsmanie kriechen, – so schildert er uns in der Novelle „Alexei Tschemesow“ (1885) das erschütternde Schicksal eines ehrlichen, ernst und talentvoll angelegten Beamten, der nicht leben will wie seine Collegen leben […], sondern ein Leben voll ernster Arbeit und gehaltvollen Strebens führt, den aber ein verhängnisvolles Geschick verfolgt, indem er seine Frau, an der er mit voller Seele hängt, verliert, und der später, als man ihn anlockt, eine Andere zu heirathen, eine Frau, die sich als ein liederliches, hohles Wesen entpuppt, freiwillig aus dem Leben scheidet.
Deutsche Leipaer Zeitung 44, 7. Juli 1894, Nr. 52, S. 2. (books.google.de)In seiner Rede betonte der politische Carrierist, der aus Mecklenburg nach Österrich kam, um durch Überläuferei zur römischen Kirche emporzukriechen, welch schönes Ding es um die Festigkeit des Charakters sei.
Boborpkin, P.: Die Schenkung. Erzählung. Deutsch von M. Beßmertny. In: Deutschland. Monatsschrift für die gesamte Kultur VII, Oktober 1905 – März 1906, S. 307–317, hier S. 310. (books.google.de)Mit Befriedigung nahm sie wahr, daß er wenigstens kein Karrierist war und sich nicht in die Kreise drängte, die den Boden für einträgliche Staatsstellen bilden.
Koch-Weser, Erich: Russland von heute. Das Reisetagebuch eines Politikers. Zweite, durchgesehene Auflage. Dresden 1929, S. 150. (books.google.de)Was er über den Karrierismus und den Bürokratismus, ja sogar über den Antisemitismus in der herrschenden Partei ausführt, verdient Beachtung.
Keyserlingk, K. Graf von: So lebt der russische Arbeiter. Eine Untersuchung auf Grund amtlicher Sowjetquellen. Berlin/Leipzig 1938, S. 76. (books.google.de)Es ist der Karrierist-Kommunist.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hrsg.): Geschichte der Philosophie. Berlin 2000 [1948], S. 8870. [DWDS]Sie sind etwas besser als die Erstgenannten. Allein was erreicht wird, ist im besten Fall ein ehrenwerter Soldat oder guter Sportler, oft genug auch nur ein Streber und Karrieremacher. Das wahre Glück liegt nur dort, wo die Wahrheit und die Werte selbst erschaut und realisiert werden, Stolz und Ehrgefühl sind schlechte Berater, noch schlechtere aber die Begierden.
N. N.: Parteien. Innenpolitik. Wirtschaft. Landwirtschaft. TIBET. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 20, 16. 6. 1950, S. 2438 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1950]. [DWDS]Karrieristen dürfen unter keinen Umständen in die Partei aufgenommen werden und solche die sich in die Partei eingeschlichen haben, müssen hinausgejagt werden.
Der Spiegel, 25. 1. 1956, S. 17. [IDS]Der 35jährige Funktionär Leber gilt in Gewerkschaftskreisen als ein energischer und rühriger Karrieremacher, der seinen raschen Aufstieg in der Gewerkschaftshierarchie nicht nur der Überalterung in der obersten Funktionärsspitze der IG Bau, sondern vor allem auch einer ausgeprägten Manager-Begabung verdankt.
Die Zeit, 4. 8. 1961, S. 9. [IDS]Denn er war vor allem ein Karrieremacher. Er wollte was werden – gleichviel wie.
Neutsch, Erik: Spur der Steine. Halle 1964 [1964], S. 698. [DWDS]Man würde ihm Karrierismus vorwerfen, Opportunismus, alles erdenklich Schlechte, sein Name würde ein Fall sein.
N. N.: Fortgang der Ereignisse. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 35, 13. 8. 1965, S. 12010 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1965]. [DWDS]Was den Revolutionsrat angehe, müsse der Anfang des 19. Juni als dadurch belastet angesehen werden, daß auf der politischen Bühne Karrieristen und Opportunisten verblieben bzw. dorthin zurückgekehrt seien, die erhebliche Mitschuld an der Nichtachtung der Institutionen trugen.
Die Zeit, 29. 11. 1968, S. 63. [IDS]Karrierismus ist die festeste Lebensüberzeugung.
Die Zeit, 10. 7. 1970, S. 17. [IDS]In Creech, der den Dienst an Krone und Kirche aufs innigste mit Karrieristentum und Beutelschneiderei zu verquicken weiß, wird die Staatsmoral, die sich auf seinesgleichen stützt, desavouiert.
Die Zeit, 9. 7. 1971, S. 52. [IDS]Ein Karrierist ähnelt dem Leistungssportler: Er will der erste werden. Ob die Tätigkeit, in der man versucht, die Spitze zu erreichen, selbst einen Sinn hat, ist unwichtig.
Der Spiegel, 18. 2. 1980, S. 213. [IDS]Schützenhilfe für Friedkin und seinen Produzenten Jerry Weintraub (früher ein Karrieremacher und Manager von Frank Sinatra) kam dagegen von der homophilen Komparserie: „Wenn schon ein Film über Gewalt im Schwulenmilieu, die ja tatsächlich existiert, dann ein wirklich realistischer.“
Ostkreuz. Politik, Geschichte, Kultur. Januar 1989, S. 88. [DWDS] (slub-dresden.de)Angeheizt wurde die Stimmung durch den serbischen Parteichef Slobodan Milosević, der als politischer Karrierist offenbar auf die Karte des serbischen Nationalismus setzt.
Der Spiegel, 13. 2. 1989. [DWDS]Der ist weit schrecklicher und gefährlicher, denn seine Motive sind vor allem persönlicher und politischer Karrierismus: In ihm wurzelt die reaktionäre Bedrohung der Perestroika.
Die Zeit, 20. 9. 1991, S. 19. [IDS]„Die Kammer wird bei DDR-Ärzten aber nicht Unkollegialität, Charakterlosigkeit, Rücksichtslosigkeit oder Hinterfotzigkeit verfolgen – Karrieristentum gibt es überall, auch im Westen.“
Der Spiegel, 2. 12. 1991, S. 273. [IDS]Djerassis Komödie akademischer Eitelkeiten wirft einerseits ein Licht auf die Grauzone der Manipulation und Nachbesserung scheinbar objektiver Daten, sie liefert aber auch die genaue Beschreibung eines rücksichtslosen wissenschaftlichen Karrierismus. „Die Darstellung des Wissenschaftsestablishments ist so genau“, schrieb die New York Times, „daß jeder, der eine wissenschaftliche Karriere anfängt, diesen Roman lesen sollte.“
Das Literarische Quartett vom 13. Mai 1993. [DWDS]Ein Karrierist ist an seiner Karriere interessiert, dieser Mann ist demonstrativ nicht an seiner Karriere interessiert.
Berliner Zeitung, 30. 5. 1995. [DWDS]Wie Pech hängt ihm der Ruf an, ein zügelloser Karrierist zu sein.
Berliner Zeitung, 23. 10. 1995. [DWDS]Die Politiker sind doch alle Karrieristen, die sich auf Kosten von „Otto Normalverbraucher“ profilieren wollen.
Berliner Zeitung, 21. 11. 1995. [DWDS]„Kwasniewski ist ein politischer Karrierist“, meint dagegen der Chefredakteur der Wirtschaftszeitung „Nowa Europa“.
Berliner Zeitung, 25. 11. 1995. [DWDS]14 Jahre lang bewarb sich der Mann auf die tollsten Leitungs-, Direktoren- und Managerposten, die in der deutschen Wirtschaft ausgeschrieben worden waren. Wie die Kölner Polizei am Freitag mitteilte, fiel der merkwürdige „Karrierist“, der freilich nie einen ihm angebotenen Top-Posten wirklich angetreten hat, jetzt während eines Vorstellungsgesprächs den echten Managern einer Firma in Gummersbach auf.
Der Spiegel, 22. 1. 1996, S. 128. [IDS]Aber ich würde gern ein wenig besser über ihn denken, vielleicht ist er nicht nur ein talentierter Karrieremacher, sondern auch ein Politiker mit gewisser Vision.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs. Frankfurt a. M. 1998, S. 95. [DWDS]Handelt es sich um einen Karrieristen, der lediglich für sich persönlich das Führungseinkommen, die Macht und das Prestige zu erkämpfen versucht?
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs. Frankfurt a. M. 1998, S. 14. [DWDS]Umgekehrt haben erfolgsorientierte Karrieristen (Das ist kein Schimpfwort!) inzwischen begriffen, daß es besser ist, einen zur eigenen Person unpassenden Job nicht zu bekommen, als hinterher frustriert von Mißerfolgen oder Lustlosigkeit einen neuen suchen zu müssen.
Frankfurter Rundschau, 29. 10. 1998, S. 3. [IDS]Die erkennbare Sehnsucht des PDS-Chefunterhändlers nach Amt und Würden, im immer korrekten Outfit nach außen demonstriert, hat an dessen Basis den Verdacht des Karrierismus genährt.
Berliner Zeitung, 10. 11. 2001. [DWDS]Kurz zuvor hat sie noch mit ihrem Freund Tim (Alexander Beyer) gestritten, sie knallt ihm die hässlichen Wörter „mieser Karrierist“ an den Kopf.
Berliner Morgenpost, 1. 5. 2005, S. 13. [IDS]Inzwischen ist die Produktion ein Klassiker. Wurde für Pia Douwes ein Karrieremacher und Identifikationsstück, das einem bis zum Ende aller Tage nachgehen wird.
Die Presse, 25. 2. 2006, S. K1. [IDS]Dass intelligentes Networking heute eines der entscheidenden Karriere-Instrumentarien in unserer dynamischen Netzwerk-Ökonomie ist, darüber herrscht Einigkeit. […]Ein Drittel aller Jobs werden laut Experten via Netzwerk vergeben. Doch die Networking-Praxis vieler angehender Karrieremacher hinkt den hohen Anforderungen an erfolgreiches Networking weit hinterher.
Der Spiegel, 29. 4. 2006, S. 133. [IDS]Alonso hatte den McLaren-Vertrag aber über andere Mittelsmänner ausgehandelt. Und sich damit die Freiheit genommen, seine Zukunft selbst zu bestimmen und den wohl mächtigsten Karrieremacher der Formel 1 vor den Kopf zu stoßen.
Süddeutsche Zeitung, 3. 7. 2006, S. 30. [IDS]Selbst im Zeitalter der Champions League sind solche Turniere immer noch die entscheidenden Karrieremacher, und in seinem Fall darf Frings hoffen, dass dieses Turnier auch ein Positionsmacher ist.
Die Presse, 17. 5. 2008, S. K1. [IDS]Mehr Freiraum, mehr Verantwortung, mehr Bindung: Das macht den Reiz vieler Familienunternehmen aus. Was auch dafür spricht, sich als Karrieremacher intensiver mit solchen Betrieben zu beschäftigen: In immer mehr Familienbetrieben werden externe Nachfolger gesucht.
Nürnberger Nachrichten, 21. 11. 2009, S. 3. [IDS]Geld und Macht lockt mitunter besondere Mediziner an: Karrieremacher, Blender, Pfuscher, Scharlatane.
Die Presse, 12. 12. 2009, S. K1. [IDS]Dazu kommt: 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs betritt in zahlreichen osteuropäischen Staaten eine Generation die Job- und Karrierebühne, die in keinerlei Hinsicht mit den kommunistischen Regimen verstrickt war. Auch das ist eine nicht zu unterschätzende Triebkraft für die neue Dynamik. Karrieremacher in Österreich sind daher gut beraten, ihre Karriereprojekte in Ost- und Südosteuropa zum richtigen Zeitpunkt zu starten – und zwar jetzt. Damit man es nicht verschläft, wenn die Wachstumssonne im Osten aufgeht.
Nordkurier, 27. 2. 2021, S. 5. [IDS]Das ist für mich kein Umwelt- und Klimaschutz, sondern ideologische Technokratie und politisches Karrieristentum und das auf Kosten der Bevölkerung.