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Wortgeschichte zu

Erika Mustermann

Max Mustermann · Mustermann

Themenfeld Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Erika Mustermann ist zunächst ein fiktiver Platzhaltername im Personalausausweis (zuerst wohl 1983). Seit Mitte der 1990er Jahre verliert die Verbindung ihren Namencharakter und wird zur Bezeichnung für eine Durchschnittsbürgerin. Als Analogiebildung tritt ab ca. 1990 auch Max Mustermann hinzu.

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Wortgeschichte #

Vom Platzhalternamen zur Wortverbindung #

Die fiktive Namensverbindung Erika Mustermann tritt zunächst 1983 im Bundesgesetzblatt auf, und zwar als Platzhaltername in Ausweisdokumenten. Dem dort abgebildeten Ausweismuster ging der Entwurf einer Passkarte – mit dem auffälligen Rechtschreibfehler Federal Republik – voraus (s. Abb. 1). Ihn zierte noch das Porträt einer fiktiven Renate Mustermann. Er dürfte, folgt man dem aufgedruckten Ausstellungsdatum, aus dem Jahr 1978 stammen.

ein auf eine fiktive „Renate Mustermann“ mit dem Datum 2. 1. 1978 ausgestelltes Passdokument

Abb. 1: Entwurf einer „Passkarte“ von 1978 (?); Erstbeleg für die Verwendung von „Mustermann“ in einem Passdokument

Wikimedia Commons (wikimedia.org) | gemeinfrei (§ 5 Abs. 2 UrhG)

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Ein Muster mit Mustermann: Die Einführung neuer Personalausweise #

Die Passkarte mit dem Platzhalternamen Renate Mustermann wird höchstwahrscheinlich im Zuge eines Gesetzgebungsprozesses zur Einführung neuer, fälschungssicherer Personalausweise entstanden sein (vgl. das Plenarprotokoll des Deutschen Bundestags vom 20. 9. 1979, 1. Lesung zur Änderung des Personalausweisgesetzes, 13638–13643). Dieses Vorhaben, neue Ausweisdokumente für alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland einzuführen, muss vor dem Hintergrund des Deutschen Herbsts1) 1977 und der ihm vorausgehenden, linksterroristischen Anschläge und Entführungen gesehen werden, waren die sich im Untergrund bewegenden Terroristen doch nicht zuletzt auf gefälschte Passdokumente angewiesen. Auf die historischen Ereignisse wird tatsächlich – in begründender Absicht – in der ersten Bundestagsdebatte zur Novelle des Ausweisgesetzes im September 1979 wiederholt Bezug genommen, unter anderem durch die explizite Erwähnung der Roten Armee Fraktion (Plenarprotokoll, 1. Lesung, 13641).

Angeregt wurde die Einführung eines neuen Ausweisformats bereits im Sommer 1977 durch die Innenministerkonferenz, woraufhin die Bundesregierung im darauffolgenden Jahr ein Gesetzgebungsverfahren auf den Weg brachte (Plenarprotokoll, 1. Lesung, 13639). Das Vorhaben führte zwar Anfang 1980 zu einer Novelle des Ausweisgesetzes, seine Ausführung verlief jedoch zunächst im Sande, weil über die Finanzierung des millionenschweren Projekts keine Einigung erzielt werden konnte.2) Die oben erwähnte Verordnung, in deren Folge tatsächlich Ausweise in einem neuen Format ausgegeben wurden, erließ man erst 1983. In ihrer Anlage findet sich jenes Muster des Personalausweises, in dem erstmals der Name Erika Mustermann zu lesen ist.

An der Bundestagsdebatte von 1979 fällt auf, dass die Redner der verschiedenen Fraktionen immer wieder das Wort Muster verwenden, um das diskutierte Passformat zu beschreiben. Die vorgeschlagenen Dokumente hätten ein Muster nicht in Buchform, sie wichen von dem bisherigen Muster in Buchform ab, seien ein fälschungssichere[s] Muster, man spricht von der neuen Ausweisform, dem neuen Ausweismuster (letzteres mehrfach), von einem Muster, das die Bundesregierung vorgesehen hat. Die bemerkenswerte Häufung geht gewiss auf die Wortwahl im eingebrachten Gesetzentwurf zurück, in dem es heißt, das Muster der Ausweise werde vom Bundesinnenminister bestimmt. In der angehängten Gesetzesbegründung werden die neuen Ausweisdokumente dann insgesamt neunmal als Muster oder Ausweismuster adressiert. Die Formulierung hat sich in der verabschiedeten Fassung des Gesetzes von 1980 erhalten, wo nach wie vor vom Muster der Ausweise die Rede ist, und wurde auch von der Presse aufgegriffen (1981).3)

Ein Blick auf die im DWDS-Kernkorpus zu findenden Belege aus den 1970er Jahren zeigt, dass Muster dort in der überwiegenden Anzahl der Fälle auf Abstrakta wie Organisationen, Institutionen, Entwicklungen, mathematisch darstellbare Strukturen und Regeln bezogen wird (1970, 1971b, 1973, 1971a, 1979a). Hier von Interesse sind freilich die wenigen Belege, in denen Muster in einem rechtlichen Kontext auftaucht. In ihnen hat das Wort nämlich die Bedeutung sich formal wiederholende Ausführungsweise, ist mithin auf Konkreta gemünzt (amtlicher Zollverschluss von Transitgütern: 1971c; Form von Passdokumenten: 1979b u. ergänzend natürlich 1981 mit dem Abdruck von Abb. 1). Ist in den erwähnten Belegen in einem rechtlichen Zusammenhang von einem Muster die Rede, wird somit die physische Form und nicht die juristische Funktion von etwas thematisiert. Dass eine formale, beispielhafte Ausführung der neuen Personalausweise auf eine Renate bzw. Erika Mustermann ausgestellt wurde, erscheint so als Übertragung eines sehr konsistenten und differenzierten Sprachgebrauchs aus dem juristischen Feld auf einen konkreten Anwendungsfall.

Darüber hinaus gilt es, die historischen Umstände, in denen Mustermann zum Platzhalternamen in Passdokumenten wurde, nicht zu übersehen. Besonders die Wortmeldungen in den Bundestagsdebatten von 1979 legen nahe, dass man mit der Einführung neuer Personalausweise ein Dokument für Mustermänner in der damals freilich schon obsoleten Bedeutung mustergültige Person einzuführen gedachte. Darum beklagte sich auch einer der Abgeordneten in der 2. u. 3. Lesung des Gesetzes vom 17. 1. 1980, dass in der aktuellen Bundestagsdebatte die datenschutzrechtlichen Aspekte im Vordergrund stünden. Dies überrascht nicht, weil vielen die sicherheitspolitischen Zusammenhänge ferner gerückt sind, als dies noch vor zwei Jahren [d. i. kurz nach dem Deutschen Herbst 1977] der Fall war. Man müsse aber auch auf den sicherheitspolitischen Ausgangspunkt dieses Gesetzes hinweisen. (Plenarprotokoll, 2. u. 3. Lesung, 15664) Was hier nur anklingt, wird in der 1. Lesung deutlicher formuliert: Man beschloss ein Muster einzuführen, das explizit gegen Terroristen und Schwerkriminelle gerichtet war, die ihr eigenes Paßamt betrieben (Plenarprotokoll, 1. Lesung, 13641).

Unmittelbar nach Einführung der fiktiven Namenskombination Erika Mustermann finden sich auch schon spielerische Verlebendigungen, in denen aus ihr eine fiktive Figur mit Lebenshintergrund und eigener Geschichte gemacht wird (vgl. 1983). Von hier aus entwickelt sich die Bezeichnung dann zu einem weiteren Ausdruck für eine Durchschnittsbürgerin, die neben das ältere Lieschen MüllerWGd tritt (vgl. 1997). Im Gegensatz zu diesem ist aber keine abwertende Konnotation erkennbar.

Als Analogiebildung zu Erika Mustermann kommt dann der fiktive Name Max Mustermann hinzu. Zunächst wird die Verbindung ebenfalls als Platzhaltername verwendet (1995), ab den späten 1990er Jahren finden sich dann auch Belege für einen Übergang zu einer weiteren Bezeichnung für (männlichen) Durchschnittsbürger (1998) neben Otto NormalverbraucherWGd.

Zur Vorgeschichte: der Mustermann #

Das für den Platzhalternamen als fiktiver Nachname genutzte Wort Mustermann selbst hat eine bis mindestens in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichende Vorgeschichte. Es bedeutet zunächst nicht durchschnittlicher Repräsentant (einer Gruppe), sondern vielmehr mustergültige, in bestimmter Hinsicht vorbildliche Person (1838, vgl. auch 1963). Freilich gibt es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vereinzelte Belege dafür, dass Mustermann sich schon frühzeitig in Richtung auf durchschnittlicher Repräsentant (einer Gruppe) entwickelt hat (so im Beleg 1873, in dem von einem abstracte[n] Mustermann im Gegensatz zu einem realen Individuum die Rede ist; vgl. auch 1967). Die fiktive Namenskombinationen Erika Mustermann bzw. Max Mustermann schließen damit schon an einen älteren Vorläufer an.

Insgesamt zeigt die Geschichte dieser Verbindung einen auffälligen Wechsel zwischen Wort und Name: Zuerst wird das Wort Mustermann als fiktiver Name verwendet, dieser wiederum als Wort bzw. als Bestandteil eines komplexen lexikalischen Ausdrucks verstanden und damit appellativisch gebraucht.

Volker Harm und Nico Dorn

Anmerkungen #

1)Die Bezeichnung Deutscher Herbst für die (Flugzeug-)Entführungen sowie (Selbst-)Morde im September und Oktober 1977 durch die Rote Armee Fraktion (Baader-Meinhof-Gruppe, auch -Bande) und andere Gruppen wurde im Anschluss an den Omnibusfilm Deutschland im Herbst (1978) geprägt, eine die krisenhaften Ereignisse reflektierende Zustandsbeschreibung der westdeutschen Gesellschaft mit dokumentarischem Gestus (vgl. die eine Woche nach der Filmpremiere publizierte Rezension von 1978). Ab spätestens 1980 tritt die Bezeichnung häufiger in Großschreibung auf (1980, hier der gleiche Autor wie in Beleg 1978!), ein Signal für die Verdichtung zu einer namensähnlichen Fügung. Vgl. zum Ablauf der Ereignisse z. B. die journalistische Darstellung Vierundvierzig Tage im Herbst in Aust 1989, 455–592. Aust schreibt deutscher Herbst übrigens noch klein und in Anführungszeichen (S. 592).

2)Der Streit zeichnete sich bereits in der 2. u. 3. Lesung des Gesetzes vom 17. 1. 1980 ab, wo die hohen Kosten für die Bundesländer beklagt wurden (S. 15662). Am 8. 2. 1980 stimmte der Bundesrat dem Gesetzentwurf zwar zu, im selben Zuge formulierte man aber eine Entschließung: Der Bundesrat geht davon aus, daß der Bund die Kosten der Infrastruktur bei der Bundesdruckerei für die technische Herstellung der Ausweise trägt und die Kosten für die Versendung der hergestellten Ausweise an die Ausweisbehörden übernimmt. (Plenarprotokoll des Deutschen Bundestages vom 13. 2. 1980, 16003; Zitat S. 16067)

3)In der 2. u. 3. Lesung vom 17. 1. 1980, 15661–15666, fällt das Wort Muster hingegen nicht ein einziges Mal. Dies erklärt sich wohl aus dem Umstand, dass es in den Debattenbeiträgen fast nur noch um datenschutzrechtliche Aspekte ging, die bei einer inzwischen erfolgten Überarbeitung des Gesetzentwurfes offenbar im Vordergrund standen. Allein die – nicht weiter spezifizierte – Bitte, das Ausweispapier auf ein geringeres Format zu bringen (S. 15665), scheint sich noch auf die Ausführungsweise der Dokumente zu beziehen.

Literatur #

Aust 1989 Aust, Stefan: Der Baader-Meinhof-Komplex. München 1989 [zuerst 1985].

1DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Bd. 1–16. Leipzig 1854–1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. (woerterbuchnetz.de)

Lexikon der Filmbegriffe Wulff, Hans Jürgen (Hrsg.): Lexikon der Filmbegriffe. (uni-kiel.de)

Belegauswahl #

Ohne ſeine Antwort abzuwarten, rief ein Anderer: Nein, er darf nicht, ſeine Frau hat es ihm ſtreng verboten. — Iſt es wahr, fragte der Fürſt laut über die ganze Tafel hin, daß dir deine Frau befohlen hat, kein Gewehr mehr abzudrücken? Wenn dem ſo iſt, und du gehorchſt, ſo biſt du ja ein wahrer Muſtermann für Stadt und Land. Ein ſchallendes Gelächter folgte dieſen Worten […], obgleich darin nicht viel Lachenswerthes ſteckte.

Immermann, Karl: Münchhausen. Eine Geschichte in Arabesken. Erster Theil. Düsseldorf 1838, S. 356. (deutschestextarchiv.de)

Die Berufung v. B. endlich auf die römiſchen Quellen […](S. 119 flg.) trägt zur Rechtfertigung ſeiner Theorie nichts bei. — Für den Satz, daß der aus einer der Regel des Lebens entſprechenden Handlung hervorgegang ene Erfolg nicht verantwortet zu werden brauche, wird auf den bonus pater familias hingewieſen. Aber dieſer abſtracte Muſtermann darf für das Strafrecht keine Berechtigung beanſpruchen, weil es das Strafrecht lediglich mit dem Jndividuum zu thun hat.

Buri, Maximilian von: Ueber Causalität und deren Verantwortung. Leipzig 1873, S. 11–12. (deutschestextarchiv.de)

Die deutschen Landwirte hätten gerne einen Minister, der in der Öffentlichkeit sein Glas Milch leert, so wie die Zigarrenhersteller einen haben, der als „Mustermann“ dicke Zigarren raucht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. 6. 1963, S. 5.

Da der Mustermann, Herr X., im Jahre 1941 geboren ist, hatte er also mit einundzwanzig Jahren begonnen und mit 26 aufgehört fernzubüffeln. „Das Abschlußzeugnis gilt als Nachweis, daß Sie sich auf die staatliche Prüfung gründlich vorbereitet haben.“ Traurig natürlich für den jungen Herrn X., sollte die staatliche Prüfungskommission anderer Meinung sein, als seine Fernlehrer.

N. N.: Welche Chance hat der Fernunterricht? In: Die Zeit, 16. 6. 1967, Nr. 24. [DWDS] (zeit.de)

Der erwartete Zusammenschluß der 10 wichtigsten Organisationen nach dem Muster der Nationalen Befreiungsfront in Südvietnam fand nicht statt.

N. N.: Neue Kämpfe und Abkommen; neue Regierung; Aufriß der Geschichte Jordaniens. In: Archiv der Gegenwart, 2001 [zuerst 1970], S. 15882. [DWDS]

Im Sinne der Strukturdefinition mit den Gleichungen (1. 25.) und (1. 26.) bewirken sie eine Musterbildung im Informationsangebot einer Quelle. Die Kompliziertheit des Musters korreliert mit der Zahl der zugelassenen Relationen zwischen den ausgezeichneten Zuständen.

Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 73. [DWDS]

Weil in Frankreich eine vom Staat unabhängige Universität nach dem Muster der katholischen Universität Löwen nicht verwirklicht werden konnte, wollten die Gründer der Zeitschrift dem gebildeten Publikum ein Äquivalent zu Vorlesungen und Vorträgen im Geist der Lamennais-Schule bieten […]: Forschungsergebnisse, die die Interpretation des Dogmas bereichern konnten, kritische Studien mit dem Ziel einer Widerlegung der rationalistischen Thesen unter ausgiebiger Heranziehung der deutschen Forschungsergebnisse, vor allem der Arbeiten der Münchener Schule.

N. N.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [zuerst 1971], S. 11348. [DWDS]

I. Der Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen der Bundesrepublik Deutschland wird die Zollverwaltung der Deutschen Demokratischen Republik informieren über

[…]1. die nach Artikel 6 Ziffer 2 ermächtigten Unternehmen sowie die dazu erlassenen Verwaltungsanweisungen;

2. die Muster der in Artikel 6 Ziffer 3 und 4 vorgesehenen Verschlüsse, der amtlichen Stempel und der Zollverschlußanerkenntnisse. Die Muster werden vor Aufnahme des Transitverkehrs auf der Grundlage dieses Abkommens rechtzeitig bekanntgegeben. […]Die Zollverwaltung der Deutschen Demokratischen Republik wird von jeder beabsichtigten Änderung der Verschlüsse, Stempel oder Zollverschlußanerkenntnisse der Bundesrepublik Deutschland rechtzeitig unterrichtet.

Abkommen zwischen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über den Transitverkehr von zivilen Personen und Gütern zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) [Transitabkommen], 17. Dezember 1971. (1000dokumente.de)

[…]Dabei tritt der dynamische Aspekt in den Vordergrund: da die Gesellschaft mit der kapitalistischen Produktionsweise die Fähigkeit erwirbt, relativ stetig technische Produktivkräfte zu entfalten, bezeichnet die ökonomische Krise das Muster eines krisenhaften Verlaufs ökonomischen Wachstums.

Habermas, Jürgen: Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1973, S. 46. [DWDS]

Und [der Regisseur Rainer Werner] Fassbinder, der von Fassbinder handelt. […]In seiner dunklen Wohnung, im miesen Streit mit seinem Freund, Kokain schnupfend, erschöpft, kaputt, paranoid ängstlich. Dazwischen ein hysterisches Streitgespräch mit seiner Mutter, radikales Demokratentum gegen verunsichertes Volksempfinden, und doch nicht nur das. Noch nie hat ein so bedeutender Regisseur wie Fassbinder seine eigene psychische Disposition so ganz ohne den Schutz einer Fiktion preisgegeben: ein radikales Selbstporträt, das Dokument einer Verstörung. Einer, der sich fürchtete im deutschen Herbst, der sich schämte und der zornig war, hat einen radikalen Film gemacht […]: nicht nur über sich selber.

Blumenberg, Hans C.: Deutschland im Herbst. In: Die Zeit, 10. 3. 1978, Nr. 11. (zeit.de)

Er lernt dabei zu unterscheiden zwischen festen und variablen Tln. des Vortrages, er lernt Formeln und Modelle kennen, die im Verlauf der »Dichtung« immer wiederkehren. In der zweiten Stufe beginnt er selbst zu singen, er übt sich darin, Gedanken in das vorgegebene rhythmische Muster einzufügen und seinen Gsg. mit einem Musikinstr. abzustützen.

Suppan, Wolfgang u. Helgason, Hallgrímur: Epos. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [zuerst 1979], S. 20446. [DWDS]

Grenzschutzbeamte photographieren für den Bundesnachrichtendienst […]die Visa-Stempel in den Pässen Tausender von Ostblockreisenden. An zwei Dutzend Grenzübergängen unterhält der BND sogar eigene Kamera-Einrichtungen, Angeblicher [sic] Grund: der Auslands-Nachrichtendienst braucht die Photos, um seine Agenten mit jeweils nach neuestem Muster gefälschten Pässen in die DDR und andere Ostblockländer schicken zu können. Der General Gehlen wird seine Nachfolger im Dienst ob solcher Beschaffungsnöte bedauern, […].

Schueler, Hans: Verfassungsbruch per Amtshilfe. Der Daten- und Schnüffelverbund zwischen Geheimdiensten und Polizei. In: Die Zeit, 20. 4. 1979, Nr. 17. (zeit.de)

Zwei Typen streifen durch diesen Neon-Alptraum: Angel und Johnny, der resignierte Rockmusiker (und Veteran von ’68) und der junge rebellische Punker. […]

So kömmt einem vieles in diesem Film bekannt vor, die Lakonie der Sprüche und die sanfte Larmoyanz, die inzwischen die Propheten des Deutschen Herbstes ergriffen hat. „Der Mann ist ein Veteran. Ein Veteran mit dreißig“ […], heißt es über Angel Merksitze aus dem Poesiealbum der neuen Weinerlichkeit gibt es zuhauf, von des Akteuren in akzentfreiem Hochdeutsch vorgetragen, als kämen sie geradewegs von einem „Abend für junge Hörer“.

Blumenberg, Hans C.: Posen. In: Die Zeit, 26. 9. 1980, Nr. 40. (zeit.de)

[Abdruck der „Passkarte“ (Abb. 1), darunter die Bildunterschrift:]

Neuer Personalausweis (Muster): Vorerst im Tresor

N. N.: Kleinkrieg um die Portokasse. In: DER SPIEGEL, 5. 1. 1981, Nr. 1, 16. (spiegel.de)

Erika Mustermann […](siehe Bild) hat ihren Ausweis vergessen; sie muß deshalb zur Identitätsfeststellung mit auf die Wache.

N. N.: Alles über Frau Mustermann. In: Die Zeit, 19. 8. 1983, Nr. 34. [DWDS] (zeit.de)

Die Foren sind komplett thematisch geordnet […]und jeweils unterteilt in Untergruppen für netzweite Termin- und Aktionsankündigungen, für Nachrichten und Hintergrundinformationen, für Meinungsäußerungen und Diskussionen sowie für Ankündigungen längerer Beiträge. Damit alle Teilnehmer am CL-Netz international einheitlich erreichbar sind, gibt es eine eigene Internet-Domain: „cl.sub.de“. Max Mustermann aus Nürnberg wäre beispielsweise unter der E-Mail-Adresse „m.mustermann@link-n.cl.sub.de“ erreichbar.

COMPUTER ZEITUNG, 20. 4. 1995, S. 16; NETZ-PROVIDER, Folge 3. [IDS]

Die Residenturen, Klubs und sicheren Häuser, in denen sich die Spionageromanfiguren zwischen zwei Missionen aufhalten, werden Otto Normalverbraucher und Erika Mustermann niemals von innen sehen, nur im Kino und in der Phantasie.

Henschel, Gerhard: Helden, linkisch und groß. In: Berliner Zeitung, 6. 9. 1997. [DWDS]

Jawohl: Max Mustermann und Otto Normalverbraucher sind vergangenen Mittwoch (nochmals) zur Führerscheinprüfung angetreten. Knieschlotternd zwar nicht, aber mit gehörigem Respekt. Was grundsätzlich nichts mit der neuen Art der Prüfung zu tun hat, die ab morgen in den österreichischen Fahrschulen durchgeführt wird.

Kleine Zeitung, 24. 5. 1998, Ressort: Lokal; Alles ist möglich oder Mit „1 aus 4“ zum rosa Schein. [IDS]

Den Irrsinn zum Beispiel, der dazu geführt hat, dass Herr oder Frau Mustermann ihre Arbeit verlieren oder ihr Erspartes verloren haben, weil andere viel zu hohe Risiken eingegangen sind, für die sie nicht einmal bezahlen müssen.

Steinbrück, Peer: Rede des Bundesministers der Finanzen, Peer Steinbrück, bei der Karl-Schiller-Stiftung, 24. 4. 2009. [DWDS] (bundesregierung.de)