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Gastarbeiter Fremdarbeiter · Vertragsarbeiter

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Das Kompositum Gastarbeiter ist zuerst Anfang der 1920er Jahre bei Max Weber belegt. Weitere Verbreitung findet es zunächst im NS-Sprachgebrauch, hier auch als verschleiernde Bezeichnung für Zwangsarbeiter. Nach 1945 ist ein Bezeugungsrückgang zu verzeichnen, bevor sich das Wort ab den 1960er Jahren in der Lesart ausländische Arbeitnehmer, die aufgrund bilateraler Anwerbeabkommen in die Bundesrepublik Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz migriert sind gegenüber alternativen Bezeichnungen wie Fremdarbeiter durchsetzt. Auch die DDR hat ausländische Arbeitnehmer angeworben; die entsprechende Bezeichnung Vertragsarbeiter verbreitet sich in dieser Lesart allerdings erst rückblickend ab den 1990er Jahren.

Wortfeld-IconDiese Lemmata werden auch im Überblicksartikel zum Wortfeld behandelt.

Wortgeschichte

Gastarbeiter: Erstbelege bei Max Weber und Bezeugungen zwischen den Weltkriegen

Die Personenbezeichnung Gastarbeiter ist im Deutschen zuerst am Beginn der 1920er Jahre beim Soziologen Max Weber nachweisbar (1920a). In seinen religionssoziologischen Schriften bezeichnet das Wort vorübergehend oder dauerhaft zugewanderte Arbeitskräfte (1920b; vgl. Amenda/Rass 2012, 103 sowie Rass 2020). Es wird dabei wenigstens in den religionssoziologischen Schriften auch (1920a), aber nicht nur (1920b), in Bezug auf das hinduistisch-indische Gesellschaftsmodell verwendet und trägt entsprechend Implikationen der Fremdheit und der Unmöglichkeit der Integration (vgl. hierzu detaillierter Rass 2020).

Gelegentlich begegnet Gastarbeiter bereits in den 1920er Jahren auch in anderen Quellen (1923, 1928). Hier bezeichnet das Wort vorübergehend eingestellte Arbeitskräfte, ohne dass damit zwangsläufig der Aspekt der Zuwanderung verbunden sein muss. Insgesamt bleibt die Personenbezeichnung in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren jedoch ausgesprochen selten belegt und auch die semantische Kontur scheint zu dieser Zeit noch nicht endgültig festgelegt zu sein.

Gastarbeiter im NS-Sprachgebrauch

Weitere Verbreitung findet Gastarbeiter im NS-Sprachgebrauch in den 1940er Jahren (1943a), hier nun als Bezeichnung für ausländische Arbeitskräfte (1942c, 1945a). So bezeichnet Gastarbeiter wenigstens zeitweise Arbeitskräfte aus West- und Nordeuropa sowie Arbeiter aus Staaten, mit denen das sogenannte Dritte Reich Anwerbeabkommen abgeschlossen hatte, und ist in diesem semantischen Umfeld ein Versuch, bestimmte Gruppen von ausländischen Arbeitskräften terminologisch von den undifferenzierten Sammelbegriffen wie Fremdarbeiter abzuheben und sie zugleich von den stark diskriminierten Ostarbeitern abzugrenzen (Amenda/Rass 2012, 103). Das Substantiv verschleiert aber auch den Zwangscharakter des Ausländereinsatzes (1942c, 1944; vgl. Amenda/Rass 2012, 106 sowie 107) und wird damit auch euphemistisch verwendet, um Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zu bezeichnen:

Bis 1945 rangierte Gastarbeiter neben Fremdarbeiter und Ostarbeiter als Kategorie in Propaganda, Verwaltungsschriftgut und Medien des Dritten Reiches zur Bezeichnung bestimmter Kategorien von Zwangsarbeiter*innen. Die Vielzahl der Verwendungskontexte lässt dabei auf eine nicht geringe Verbreitung und Präsenz des Begriffs schließen. [Rass 2020]

Die Verwendungen dienen dabei gleichermaßen dem Versuch einer Normalisierung der durch den Arbeitseinsatz wachsenden Diversität wie Gastarbeiter zugleich als Differenzkategorie zur Herstellung einer rassistischen Hierarchie, die jede Gleichheit oder Zugehörigkeit der Gastarbeiter zur Volksgemeinschaft ausschloss (Rass 2020) fungiert.

Gastarbeiter ist damit in der Sprache des Nationalsozialismus im Themenfeld rund um Arbeitseinsatz und Ausländereinsatz zu verorten, zu dem darüber hinaus zentral auch Wörter wie Fremdarbeiter (1943b), Ostarbeiter (1943d) und Westarbeiter (1943c), aber auch Verbindungen wie ausländische Arbeitskräfte (1942a) und rassistisch konnotierte Wortverbindungen wie fremdvölkische Arbeiter (1941) gehören. Auch mit Fremdarbeiter, das bereits seit der Wende zum 20. Jahrhunderts im Deutschen belegt ist (1898, 1925; vgl. auch 2DWB 9, 979), wird ein älteres Wort von den Nationalsozialisten verwendet, das nunmehr aber sowohl freiwillig angeworbene ausländische Arbeitskräfte als auch während des Kriegs unter Zwang nach Deutschland deportierte Ausländer bezeichnet (1942b, 1945b; vgl. Amenda/Rass 2012, 97). Innerhalb dieses semantischen Feldes dienen die verschiedenen Bezeichnungen im Übrigen der kleinteiligen und über die Zeit, abhängig von sich verändernden Gegebenheiten, variierenden Unterscheidung und Hierarchisierung von Arbeitskräften; gemeinsam ist ihnen, dass sie grundsätzlich als außerhalb der sogenannten Volksgemeinschaft stehend angenommen werden (vgl. hierzu im Detail die Ausführungen in Amenda/Rass 2012).

(Keine) Semantische Kontinuität? Gastarbeiter Anfang der 1950er Jahre

Nach 1945 bricht der Gebrauch des Wortes Gastarbeiter nicht vollständig ab. Vielmehr wird Gastarbeiter auch weiterhin für ausländische Arbeitskräfte verwendet – sowohl für solche, die nach Deutschland kommen, als auch für Deutsche, die im Ausland arbeiten (1950a, 1950b, 1952). Damit wird das Wort nun für Arbeitsmigrantinnen und -migranten verwendet. Gleichwohl scheint die Verwendung des Substantivs insgesamt zu dieser Zeit rückläufig (vgl. auch Amenda/Rass 2012, 113).

Die DWDS-Wortverlaufskurve auf Basis des DWDS-Zeitungskorpus für den Zeitraum 1946 bis 2025 zeigt einen Bezeugungsanstieg des Wortes Gastarbeiter ab 1960.

Abb. 1: Wortverlaufskurve zu Gastarbeiter

DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)

Mit den ersten Anwerbeabkommen, die die Bundesrepublik Deutschland ab Mitte der 1950er Jahre schließt, wird Gastarbeiter zunächst nicht Teil der Amtssprache. Stattdessen herrscht im offiziellen Sprachgebrauch neben dem überwiegend pluralisch verwendeten ausländische Arbeitskräfte sowie ausländischer Arbeitnehmer auch die aus der NS-Sprache stammende Bezeichnung Fremdarbeiter vor (vgl. Zeppenfeld 2023, 2; 1956, 1960; 1961a). Gastarbeiter setzt sich im bundesrepublikanischen Sprachgebrauch erst ab den 1960er Jahren und damit mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung gegenüber der faktischen Präsenz angeworbener Arbeitskräfte durch (vgl. Abb. 1 sowie die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers; s. auch Zeppenfeld 2023, 2).

Es ist dabei nicht klar auszumachen, welche Rolle eine mögliche Kontinuität des NS-Sprachgebrauchs für den Gebrauch von Gastarbeiter in der Nachkriegszeit gespielt hat. Einerseits mag in der deutschen Gesellschaft also durchaus eine Vertrautheit mit seiner Bedeutung existiert haben und Gastarbeiter damit kein unschuldiges Wort gewesen sein (Rass 2020), sondern eines, das im kollektiven Gedächtnis der unmittelbaren Nachkriegszeit weiterhin Bedeutungsaspekte der strukturellen rassistischen Ausgrenzung und Diskriminierung mittransportiert haben mag (vgl. ähnlich Rass 2020 unter Bezug auf Wildt 2019). Andererseits sind im öffentlichen Diskurs auch Positionen zu beobachten, in denen Gastarbeiter gerade in Abgrenzung zum vorbelasteten Ausdruck Fremdarbeiter bzw. als dessen Ablösung etabliert werden soll (vgl. Amenda/Rass 2012, 114 unter Rekurs auf 1961b; mit einer frühen detaillierten Untersuchung zu beiden Wörtern vgl. auch Schönbach 1970). Möglicherweise sei, so die Forschung, die propagandistische Verwendung des Wortes in den 1960er Jahren also nicht mehr bekannt gewesen (Amenda/Rass 2012, 114).

Im schweizerischen Sprachgebrauch vollzieht sich im Übrigen keine Ablösung von Fremdarbeiter durch Gastarbeiter – hier wird Fremdarbeiter weiterhin neutral verwendet (vgl. Spieles 1993, 49).

Bilaterale Anwerbeabkommen und die Verbreitung von Gastarbeiter in den 1960er Jahren

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bürgert sich im bundesrepublikanischen Sprachgebrauch Gastarbeiter schließlich als Bezeichnung für jene Gruppe von Arbeitsmigrantinnen und -migranten ein, die auf Grundlage unterschiedlicher bilateraler Anwerbeabkommen in die Bundesrepublik Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz übersiedeln (1963b, 1964, 1979). Entsprechend sind Wortverbindungen wie italienische Gastarbeiter (1963a), türkische Gastarbeiter (1966a) oder spanische Gastarbeiter (1966b) vielfach bezeugt. Insofern sich Gastarbeiter auf eine bestimmte Gruppe von Zuwanderern einer bestimmten historischen Phase der Nachkriegszeit bezieht, ist jünger vermehrt auch die Verbindung ehemalige Gastarbeiter belegt (1992, 2000a).

Mit dem Wiederaufgreifen des Kompositums aus Gast und Arbeiter im Zuge der entsprechenden bilateralen Anwerbeabkommen verbindet sich im Übrigen neuerlich die Motivationsbedeutung eines nur vorübergehenden Aufenthaltes in den deutschsprachigen Ländern einerseits und die Beschränkung auf den wirtschaftlichen Bereich andererseits (1967a, 1995a; vgl. auch Zeppenfeld 2023, 2). Über die Zeit unterliegen die sich mit dem Wort verbindenden Nebenbedeutungen darüber hinaus semantischen Verschiebungen: Vor dem Hintergrund einer ersten wirtschaftlichen Rezession 1966/67 und steigenden Arbeitslosenzahlen verschlechterte sich die Stimmung der bundesdeutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migrantinnen und Migranten und [b]undesdeutsche Leitmedien berichteten nun mit zunehmend negativen Konnotationen über Gastarbeiter (Zeppenfeld 2023, 4; 1967b, 1976).

Vor diesem Hintergrund sind jünger zunehmend Verwendungen zu beobachten, in denen ein Bewusstsein für die Problematiken des Wortes über Distanzierungsgesten mittransportiert wird. Solche Gesten können die Verwendung der Kollokation sogenannte Gastarbeiter (2000b), der Gebrauch von Anführungszeichen (2000c, 2001) oder eine explizite Reflexion der Konnotationen (2007) sein. Diese allgemeinsprachlich zu beobachtenden Tendenz verläuft analog zu entsprechenden fachwissenschaftlichen Entwicklungen:

Als die Politik- und Sozialgeschichte der Anwerbeabkommen zu Beginn der 2000er Jahre erforschbar wurde – die 30jährige Sperrfrist staatlicher Archive war abgelaufen, verwendeten (bis heute) einschlägige Qualifikationsschriften distanzierende Anführungszeichen […]. [Vgl. Zeppenfeld 2023, 6]

Vertragsarbeiter: Rückblickende Bezeichnung für angeworbene Arbeitskräfte in der DDR

In der DDR wird Gastarbeiter als bundesrepublikanische Wortprägung gewertet (vgl. die entsprechende Buchung in WDG unter Gastarbeiter, derDWDS). Nun hat auch die DDR über bilaterale Abkommen Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben, für die mit Vertragsarbeiter eine entsprechende Bezeichnung belegt ist (1994b, 2011, 2019). Als Wortbildung ist Vertragsarbeiter dabei bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachweisbar (1866, 1905, 1908) und begegnet bis heute in semantisch breiterer Verwendung (1997).

Die DWDS-Wortverlaufskurve auf Basis des DWDS-Zeitungskorpus für den Zeitraum von 1946 bis 2025 zeigt eine Verwendungsspitze von Vertragsarbeiter in den 1990er Jahren.

Abb. 2: Wortverlaufskurve zu Vertragsarbeiter

DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)

Anders als Gastarbeiter ist Vertragsarbeiter nun ein Wort, das sich erst im Nachgang, genauer nach 1989/90, in der Lesart von der DDR vertraglich angeworbene, zeitlich befristete Arbeitskräfte aus dem Ausland weiter verbreitet. Zeitgleich steigt auch die Verwendungsfrequenz des Wortes an (vgl. Abb. 2 sowie die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Hintergrund sind entsprechende Debatten um den Umgang mit und die Rechte der in Deutschland lebenden, von der DDR einst als Arbeitskräfte angeworbenen Menschen (1995c, 1995d). Entsprechend begegnet das Substantiv häufig in der Verbindung ehemalige Vertragsarbeiter (1994c, 1995b, 1998).

Vorübergehend oder dauerhaft zugewanderte Arbeitskraft im Allgemeinen

Zwar mag die Lesart ausländische Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, die aufgrund bilateraler Anwerbeabkommen in die Bundesrepublik Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz migriert sind für Gastarbeiter bis in die Gegenwart ausgesprochen präsent sein – die Forschung hat auch von einer scheinbaren Vereindeutigung des Begriffs in den 1960er Jahren gesprochen (Zeppenfeld 2023, 2) –, daneben stand (1920b, 1952) und steht (2002) gleichwohl immer auch der Gebrauch in der weiter gefassten Lesart vorübergehend oder dauerhaft zugewanderte Arbeitskräfte. In diesen Verwendungen bezieht sich Gastarbeiter gegenwärtig beispielsweise auf ausländische Arbeitnehmer anderer Staaten abseits der bilateralen Anwerbeabkommen (1971), auf deutsche Arbeitskräfte in anderen Staaten (1994a, 2002) sowie auf ausländische Arbeitskräfte in anderen als den deutschsprachigen Ländern (1980, 1981, 1990). Vor allem mit Blick auf die letzteren habe das Wort, das hat die jüngere Forschung gezeigt, im Übrigen eine andere Funktion als in Bezug auf die eigene, bundesdeutsche Tradition: Hier begegne es gerade nicht als vorsätzliche Beschönigung, sondern in Kontexten, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, die immer wieder Vergleiche zur Sklaverei provozierten – nicht zuletzt wegen der tausenden Todesopfer auf den Baustellen, explizit benennen (Zeppenfeld 2023, 6–7; 2024a, 2024b): In der bundesdeutschen Perspektive werden diesen Gastarbeitern […] Arbeits- und Menschenrechte verwehrt (Zeppenfeld 2023, 6).

Literatur

Amenda/Rass 2012 Amenda, Lars/Christoph Rass: Fremdarbeiter, Ostarbeiter, Gastarbeiter. Semantiken der Ungleichheit und ihre Praxis im „Ausländereinsatz“. In: Nicole Kramer/Armin Nolzen (Hrsg.): Ungleichheiten im „Dritten Reich“. Semantiken, Praktiken, Erfahrungen. Göttingen 2012, S. 90–116.

2DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Neubearbeitung. Hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (vormals Deutsche Akademie der Wissenschaften) und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bd. 1–9. Stuttgart 1983–2018. (woerterbuchnetz.de)

Rass 2020 Rass, Christoph: „Gastarbeiter“. Zur Geschichte eines Schlüsselbegriffs der Produktion von Migration. hypothesis.org, 14. Juni 2020. (doi.org)

Schönbach 1970 Schönbach, Peter: Sprache und Attitüde. Über den Einfluß der Bezeichnungen „Fremdarbeiter“ und „Gastarbeiter“ auf Einstellungen gegenüber ausländischen Arbeitern. Bern u. a. 1970.

Spieles 1993 Spieles, Martin: Ausländer in der deutschen Sprache. Wiesbaden 1993.

WDG Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Institut für deutsche Sprache und Literatur. Hrsg. von Ruth Klappenbach und Wolfgang Steinitz. Bd. 1–6. Berlin 1964–1977.

Wildt 2019 Wildt, Michael: Die Ambivalenz des Volkes. Der Nationalsozialismus als Gesellschaftsgeschichte. Frankfurt a. M. 2019.

Zeppenfeld 2023 Zeppenfeld, Stefan: Gastarbeiter. In: Inken Bartels et al. (Hrsg.): Inventar der Migrationsbegriffe, 20. 9. 2023. (doi.org)

Belegauswahl

Dagegen verpflichten sich die unterzeichneten Arbeiter und Arbeiterinnen jeder Zeit zu den ihnen übertragenen Taglohn- oder Accordarbeiten zu erscheinen und dieselben genau nach Anweisung der kgl. Direktion mit Fleiß und Sorgfalt gegen unten festgestellte Lohnsätze auszuführen.

Die so verpflichteten Arbeiter werden bezeichnet als: Vertragsarbeiter.

N. N.: Jahresbericht der K. Landwirthschaftlichen Centralschule zu Weihenstephan: 1865/66. Freising 1866, S. 69. (books.google.de)

Wenn der Deutsche dafür bezahlt wird, daß er nicht arbeitet, und die Arbeit infolgedessen unterläßt, so bleibt der Acker unbestellt, wenn nicht der Fremdarbeiter hereingelassen wird.

Archiv des Deutschen Landwirtschaftsrats 46/2 (1928), S. 26. (books.google.de)

Ende April 1903 traf der erste Chinesentransport mit 296 Köpfen hier ein, davon verunglückte einer im Hafen durch Sturz von Deck, 6 wurden vom Hafenarzt wegen Syphilis zurückgewiesen, 1 kehrte freiwillig mit diesen nach China zurück, so daß 288, davon 283 Vertragsarbeiter, in Apia ausgeschifft wurden.

Verhandlungen des Reichstages. Fünfter Anlageband, Nr. 498 bis 542 der amtlichen Drucksachen des Reichstags enthaltend. Berlin 1905, S. 3318. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)

An Stelle der oberschlesischen Vertragsarbeiter, von denen ein großer Teil seinen Vertrag nicht durchgehalten hat, sollen 200 kroatische Erdarbeiter eingeführt werden.

Verhandlungen des Reichstages. Anlagen zu den Stenographischen Berichten. Berlin 1908, S. 3989. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)

Gewisse seit Jahrtausenden in jedem Dorf vertretene unentbehrliche Gastarbeiter – beispielsweise namentlich alle die, welche mit Viehhäuten, also Leder, zu tun haben – sind trotz ihrer Unentbehrlichkeit absolut unrein. […]Ihre bloße Anwesenheit verpestet unter Umständen z. B. die Luft eines Raums derart, daß die darin befindliche Speise magisch befleckt wird und bei Vermeidung bösen Zaubers weggeschüttet werden muß. Sie stehen also eigentlich ganz außerhalb des hinduistischen Verbandes.

Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hrsg.): Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. Bd. II. Tübingen 1921 [1920–1921 [zuerst 1920]], S. 12. [DWDS]

[…]Wir kennen das Gleiche in primitiver Form massenhaft, z. B. durch Schilderungen von den Steinen’s aus Brasilien und anderer Forscher: die einzelnen Stämme, Stammesbruchteile, Dörfer, welche durch Nähe der Rohmaterialien oder der Flüsse und anderer Verkehrsmittel oder durch zufällig erworbene und dann als Geheimkunst erblich weitergepflegte gewerbliche Fertigkeit als Träger der »stammesgewerblichen« Absatzproduktion auftreten, beginnen über immer weitere Gebiete hin die zunehmenden Überschüsse ihres Hausfleißes abzusetzen; [I]hre spezialistisch geschulten Arbeiter gehen auf die Wanderschaft und siedeln sich weiterhin als Gastarbeiter zeitweise oder schließlich dauernd in fremden Gemeinschaften an. In den allerverschiedensten Erdteilen und Gebieten, – selbstverständlich in sehr erheblichen Spuren auch im antiken wie im mittelalterlichen Occident, – finden wir diese interethnische Arbeitsteilung.

Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hrsg.): Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. Bd. II. Tübingen 1921 [1920–1921 [zuerst 1920]], S. 126. [DWDS]

Besonderes Interesse verdient noch die Art des realunterstützenden Sympathiestreiks, die neben der Unterstützung des kämpfenden Klassengenossen als solcher vor allem die Verweigerung von Streikarbeit zum Inhalt hat. Sie kann also nur da vorkommen, wo es sich um Unternehmen handelt, die die gleichen Arbeiten verrichten lassen, während sie bei nur verwandten Betriebszweigen – Unterstützung der Eisenbahner durch die Transportarbeiter, der Elektrizitätsarbeiter durch die Gastarbeiter – begrifflich nicht denkbar ist.

Groh, Wilhelm: Koalitionsrecht. Mannheim u. a. 1923, S. 125

Auch heute kommen wieder 100 000 bis 200 000 Fremdarbeiter in das Land.

Verhandlungen des Reichstages. Berlin 1925, S. 518. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)

Es wird gezeigt, daß die Waldarbeit trotz des wesentlich erweiterten Aufgabenkreises der deutschen Forstwirtschaft im Rahmen der Volks- und Weltwirtschaft auch heute noch das Gepräge einer Nebenbeschäftigung bewahrt hat wie vor 2–300 Jahren. Es wird aber weiterhin auch auf die empfindlichen Nachteile hingewiesen, die der deutschen Forstwirtschaft und damit dem deutschen Wirtschaftsleben durch ein allzustarres Festhalten am althergebrachten Heere billiger ländlicher Gastarbeiter bzw. durch den Mangel eines genügend großen Stammes ständiger forstlicher Facharbeiter erwachsen.

Forstliche Wochenschrift Silva 16, 20. Januar 1928, Nr. 3, S. 22.

Landwirtschaft heute ist überhaupt nicht möglich ohne fremdvölkische Arbeiter.

Der Hoheitsträger (1941), Nr. 7, S. 8. (books.google.de)

Bisher seien mehr als 500.000 ukrainische Arbeitskräfte für die Kriegswirtschaft des Reiches frei gemacht worden, das sei das größte Kontingent aller im Reich tätigen ausländischen Arbeitskräfte, das sich in den nächsten Wochen noch beträchtlich erhöhen werde.

N. N.: Ostland und Ukraine. Landwirtschaft, Reichsnährstand Arbeitnehmerfragen. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 12, 19. 8. 1942, S. 5601 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1942]. [DWDS]

Nicht unerwähnt bleibe die derzeit durchgeführte Röntgenuntersuchung auslandsdeutscher Volksgruppen sowie der in Deutschland eingesetzten Fremdarbeiter.

Insbrucker Nachrichten, 23. September 1942, Nr. 224, S. 3.

Französische Gastarbeiter im Reich können von sogleich an einmalig ein Paket mit Wäsche und Bekleidungsstücken (Wintersachen) von ihren Angehörigen im Vichy-Frankreich empfangen.

Amtsblatt des Reichspostministeriums. Bekanntmachungen der Deutschen Reichspost. 27. November 1942, Nr. 107, S. 821. (books.google.de)

Der Zweck des Einsatzes der Gastarbeiter in der Landwirtschaft, die deutsche Kräfte ersetzen, um die Ernährung unseres Volkes und darüber hinaus Europas sicherzustellen, fordert, daß auf weite Sicht möglichst hohe Arbeitsleistungen erziehlt werden.

Didier, Friedrich: Europa arbeitet in Deutschland. Sauckel mobilisiert die Leistungsreserven. Berlin 1943, S. [55]. (books.google.de)

Zur Hebung der Arbeitsfreude, aber auch zur Isolierung der Fremdarbeiter von den deutschen Arbeitskameraden außerhalb der Arbeitszeit ist die Freizeitgestaltung der Fremdarbeiter in jeder Weise zu fördern.

Der Hoheitsträger. Der Reichsogranisationsleiter der NSDAP (1943), Nr. 3, S. 8. (books.google.de)

Als Westarbeiter polnischen Volkstums werden ausschließlich diejenigen Polen bezeichnet, die bei Kriegsbeginn in Frankreich, Belgien, Holland oder Luxemburg beschäftigt waren und jetzt zum Arbeitseinsatz in das Reich herübergekommen sind. Sofern sie französische, belgische oder holländische Staatsangehörigkeit besitzen, werden sie wie Franzosen, Belgier oder Holländer behandelt.

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei: Verfügungen/Anordnungen/Bekanntgaben. 1. Teil aus 1943, IV. Band. München 1943, S. 422. (books.google.de)

Es wird dafür Sorge getragen, daß im Reich besondere Ostarbeiterurlaubslager eingerichtet werden, in denen der Ostarbeiter Erholung und Entspannung findet.

N. N.: Arbeitnehmerfragen. Arbeitsdienst. Wirtschaft, Kriegswirtschaft. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 13, 31. 7. 1943, S. 6033 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1943]. [DWDS]

Leistungsförderung der fremdvölkischen Gastarbeiter im Großdeutschen Reich

Die Leistungs-Anlernung fremdvölkischer Arbeitskräfte ist im Anschluß an die Fertigungs-Anlernung zu einer der dringendsten Aufgaben der Betriebe geworden.

Messarius, G.: Anlernwege und Anlernziele in der Kriegsproduktion. Die fachliche Kurzausbildung Erwachsener im Zusammenhang mit der Laufbahn-Gestaltung. Berlin 1944, S. 60.

Als durch die feindliche Offensive im Osten die Sowjets in das Reichsgebiet eindrangen und die Stunde der Bewährung für die Gastarbeiter des Deutschen Reiches schlug, seien Tausende und aber Tausende dieser ausländischen Arbeiter, auch die Ostarbeiter, zusammen mit den Deutschen in den endlosen Trecks nach dem Westen gezogen. Millionen Menschen aus allen Nationen Europas, auf die die Feinde Deutschlands alle Hoffnung gesetzt hätten, hielten treu und entschlossen zu ihren Gastgebern; denn sie wüßten, daß sich in Deutschland die Keimzelle des neuen Europa bilde.

N. N.: Außenpolitik. Innenpolitik. Arbeitnehmerfragen. Reden. NEUES EUROPA. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 15, 20. 3. 1945, S. 6726 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1945]. [DWDS]

Auf die Frage, ob die 50000 Fremdarbeiter in seinem Betrieb bezahlt wurden, erklärte Krupp: „Das kommt darauf an. Sogenannte Privatarbeiter, das heißt die, die freiwillig kamen, erhielten sechs Mark täglich. Die nicht freiwilligen Arbeiter, die Zwangsarbeiter, erhielten dreißig Mark monatlich. Dieser Betrag wurde jedoch den Behörden für die Verpflegung der Arbeiter ausbezahlt.“

Frankfurter Presse, 21. 4. 1945, S. 4. [DWDS]

Die deutschen Arbeitnehmer in Frankreich werden in die Familienhilfeeinrichtungen des französischen Staates eingegliedert und bekommen die gleichen Leistungen wie der französische Staatsangehörige auch. In der Unfallversicherung werden ebenfalls alle Einschränkungen aufgehoben, und der Gastarbeiter wird dem Einheimischen gleichgestellt.

Plenarprotokoll vom 16. 11. 1950. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 01/103, S. 3783. [IDS] (bundestag.de)

Die Vereinbarung vom 10. Juli zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich über die Beschäftigung von 1000 Gastarbeitern in den beiden Ländern wurde am 24. 11. 50 vom Ausschuß für Arbeit behandelt.

Plenarprotokoll vom 14. 12. 1950. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 01/107, S. 4032. [IDS] (bundestag.de)

Ich brauche nur daran zu erinnern, daß mit den Nachbarländern zwischenstaatliche Vereinbarungen bezüglich der Sozialversicherung, bezüglich ausländischer Gastarbeiter getroffen werden müssen und daß die Deutsche Bundesrepublik auch dem Internationalen Arbeitsamt beigetreten ist und wir in der Bundesrepublik eine Zweigstelle des Internationalen Arbeitsamts unterhalten müssen.

Plenarprotokoll vom 17. 7. 1952. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 01/225, S. 10125. [IDS] (bundestag.de)

„[…] I hob koan Verständnis dafür, daß unsere Söhne auf dem Kasernenhof gegen ihren Willen geschliffen werden, während importierte italienische Fremdarbeiter bei unsern Madln schlafen.“ Mit diesem ansprechenden Argument hat der Bayernpartei-Politiker Hans Utz, ein ehemaliger Fallschirmjäger und einer der drei dienstältesten Politiker der Bayernpartei (neben Fischbacher und Lallinger), in den letzten Wochen immer wieder lauten Beifall geerntet, wenn er in ländlichen Versammlungen vor den bayrischen Bauern einen Beschluß seiner Partei erläuterte, dessen Bedeutung nach Utz „weit über Bayern hinausgeht. […]“

Der Spiegel, 15. 2. 1956, S. 17. [IDS]

Die Bundesregierung soll darüber hinaus unverzüglich unter Überwindung aller Hindernisse in den eigenen Reihen durch Anwerbung von Fremdarbeitern eine größtmögliche Entlastung auf dem Arbeitsmarkt anstreben, in einem viel größeren Maße als bisher und in einem Ausmaß, wie es andere Länder um uns herum mit einem sehr viel größeren Erfolg getan haben.

Plenarprotokoll vom 5. 10. 1960. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 03/127, S. 7343. [DWDS] (bundestag.de)

Es kriselt im deutschen Bergbau in verschiedenen Beziehungen. Der deutsche Bergbau hat keinen ausreichenden jungen kräftigen Nachwuchs, es kommt zur Anwerbung von Fremdarbeitern.

Plenarprotokoll vom 17. 3. 1961. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 03/153, S. 8809. [DWDS] (bundestag.de)

Ob der Ausdruck „Gastarbeiter“ Wurzeln schlägt, kann nur die Zukunft zeigen. Erzwingen läßt er sich nicht. Auf jeden Fall aber wäre er erfreulicher und handlicher als „Ausländische Arbeitskräfte“, ganz zu schweigen von der vorbelasteten und irreführenden Bezeichnung „Fremdarbeiter“.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. 6. 1961, S. 5.

Es wurde darauf hingewiesen, daß besonders erstgenanntem Abkommen besondere Bedeutung im Hinblick auf die zahlreichen italienischen Gastarbeiter zukomme.

N. N.: Sommersession der Eidgenössischen Räte. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 33, 21. 6. 1963, S. 10646 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1963]. [DWDS]

Beim Abkommen mit Italien wurde darauf hingewiesen, daß die Tragweite der dadurch übernommenen Verpflichtungen heute nur schwer abgeschätzt werden könne, was mit der großen Zahl der italienischen Gastarbeiter und der unbestimmten Dauer ihrer Prämienleistung zusammenhänge.

N. N.: Herbstsession der Eidgenössischen Rate. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 33, 4. 10. 1963, S. 10831 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1963]. [DWDS]

Das Abkommen vom 10. August regelt die fremdrechtliche und soziale Situation der italienischen Gastarbeiter in der Schweiz.

N. N.: Wintersession der Eidgenössischen Räte. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 34, 18. 12. 1964, S. 11608 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1964]. [DWDS]

Schröder sprach seinem türkischen Kollegen die Hochachtung vor den Leistungen der türkischen Gastarbeiter aus, die in steigender Zahl in Deutschland arbeiten.

N. N.: Schröder in der Türkei. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 36, 13. 7. 1966, S. 12600 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1966]. [DWDS]

Außenminister Dr. Schröder würdigte die Leistungen der spanischen Gastarbeiter in Deutschland, die sich – wie er feststellte – allgemeiner Wertschätzung erfreuen.

N. N.: Besuch des spanischen Außenministers; Bonn für Assoziierung mit EWG; häufigere Konsultationen vereinbart. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 36, 25. 10. 1966, S. 12772 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1966]. [DWDS]

„Werden sich die Besprechungen auf wirtschaftliche Sachfragen, auf Fragen der Gastarbeiter beschränken oder werden sie politische Fragen umfassen?“

N. N.: Protokoll über Wirtschaftsverhandlungen. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 37, 8. 5. 1967, S. 13154 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1967]. [DWDS]

Die Ergebnisse der Assoziierung der Türkei werden mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, auf Probleme im Zusammenhang mit türkischen Gastarbeitern in den Mitgliedsstaaten wird ausdrücklich aufmerksam gemacht.

N. N.: Januar-, März- und Maitagung. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 37, 19. 5. 1967, S. 13181 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1967]. [DWDS]

Derzeit arbeiteten in der BRD bereits rund 15000 britische Gastarbeiter.

N. N.: BRD sucht Gastarbeiter in Großbritannien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 41, 28. 5. 1971, S. 16298 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1971]. [DWDS]

Der für Sozialfragen zuständige Kommissar Vizepräsident Patrick HILLERY erklärte, daß das vergangene Jahr ein wirtschaftlich schweres Jahr für die Gemeinschaft gewesen sei; Arbeitslosigkeit und Inflation seien die Hauptprobleme gewesen, daneben aber auch die speziellen Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit, die Rückwanderung von Gastarbeitern und die Auswirkungen des Kaufkraftschwundes auf den Lebensstandard der Arbeitnehmer.

N. N.: Tagungen vom Februar bis April. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 46, 16. 5. 1976, S. 20217. [DWDS]

Besondere Aufmerksamkeit sei der Situation der Gastarbeiterkinder (ca. 27000 türkische Gastarbeiter in Österreich) zu widmen, die weder ihre Muttersprache noch die des Gastlandes richtig zu beherrschen lernten.

N. N.: Außenminister Okcun in Wien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 49, 25. 1. 1979, S. 22341 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1979]. [DWDS]

Er unterstrich seine Wertschätzung der tunesischen Gastarbeiter, „die für den Wohlstand Frankreichs arbeiten“, und wehrte Anschuldigungen ab, als sei die Regierungspolitik gegen sie gerichtet.

N. N.: Barre in Tunis; Bereitschaft zur Gründung einer Investitionsbank und zur Freigabe von Guthaben. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 50, 25. 10. 1980, S. 23996 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1980]. [DWDS]

Großbritannien hatte die 18 km lange und bis zu 8 km breite Insel 1958 an Australien abgetreten. 1979 kam es dort zu Unruhen der chinesischen und malaiischen Gastarbeiter, die die Mehrzahl der 3600 Einwohner stellen. Sie rebellierten gegen ihre Arbeitsbedingungen und verlangten, Australier werden zu können.

N. N.: Staatsbürgerschaft für Bewohner der Weihnachtsinsel. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 51, 23. 1. 1981, S. 24213. [DWDS]

In Irak und Kuwait halten sich noch rund 80000 Gastarbeiter aus Sri Lanka auf.

N. N.: Fortgang der Krise am Golf. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 60, 15. 11. 1990, S. 35043 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1990]. [DWDS]

Im Hinblick auf das EG-Recht müßte auch damit gerechnet werden, daß die Grundsicherung an alle ehemaligen Gastarbeiter mit niedrigen deutschen Rentenansprüchen ins Ausland gezahlt werden müßte.

Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 17. August 1992 eingegangenen Antworten der Bundesregierung. In: Deutscher Bundestag: Drucksache Nr. 12/3183 vom 21. 8. 1992, S. 18. [DWDS] (bundestag.de)

Die Griechen sind durch den Tourismus reich geworden. Wir, das heißt Deutsche, Engländer, Holländer, meist Frauen, sind jetzt hier die Gastarbeiter und werden auch so behandelt.

Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind. München 1999 [1994], S. 193. [DWDS]

Die leben vor allem in Ost-Berlin, da sie als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen waren.

Berliner Zeitung, 21. 2. 1994. [DWDS]

Die ehemaligen Vertragsarbeiter der DDR verloren nach der Wende praktisch alle ihren Job.

Berliner Zeitung, 25. 6. 1994. [DWDS]

Unterschieden wird zwischen externer (zwischenstaatlicher) und interner Migration, zwischen freiwilliger oder erzwungener sowie zwischen befristeter (z. B. bei vielen Gastarbeitern) und unbefristeter Migration.

Schaub, Horst/Karl G. Zenke: Migration. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource]. Berlin 2002 [1995], S. 1500. [DWDS]

Bei den 40000 Vietnamesen handelt es sich zur Hälfte um abgelehnte Asylbewerber, und je 10000 von ihnen sind ehemalige Vertragsarbeiter in der DDR, deren Aufenthaltsgenehmigung zwischenzeitlich abgelaufen ist, bzw. illegal in die Bundesrepublik eingereiste Personen.

N. N.: Beziehungen zu Südafrika und Vietnam. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 65, 11. 1. 1995, S. 39635 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1995]. [DWDS]

Die Rechtsanwältin forderte eine Gleichbehandlung aller Ausländer. Ehemaligen Vertragsarbeitern, die sich inklusive ihrer DDR-Zeit bereits acht Jahre in Deutschland aufhalten, empfahl sie, Anträge auf unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu stellen, um Druck auf die Politiker auszuüben.

Berliner Zeitung, 1. 4. 1995. [DWDS]

Derzeit werden ehemaligen Vertragsarbeitern nur die Jahre angerechnet, die sie seit der Wende in Deutschland verbracht haben. Weil sie die im §35 des Ausländergesetzes festgeschriebene Grenze von acht Jahren Mindestaufenthalt demzufolge nicht ereichen, gewährt ihnen die Bundesrepublik lediglich befristete Aufenthaltsbefugnisse.

Berliner Zeitung, 15. 4. 1995. [DWDS]

Iren, Portugiesen und Polen arbeiten genauso gut wie ihre deutschen Kollegen – aber sie kosten im Schnitt nicht einmal die Hälfte. In Berlin schaffen neben 40000 Deutschen 30000 Bauleute aus der EU, rund 8000 Vertragsarbeiter aus Osteuropa – und ungezählte illegal Beschäftigte, gegen die mittlerweile Sonder-Einsatztrupps der Polizei vorgehen.

Berliner Zeitung, 15. 3. 1997. [DWDS]

Außerdem versteht sich der Verein als kulturelles Zentrum für ehemalige Vertragsarbeiter.

Berliner Zeitung, 21. 1. 1998. [DWDS]

Wer dieses Jahr 70000 Software-Experten aus Indien und Russland anwirbt, sollte die Tür für Aussiedler wie für Familienangehörige ehemaliger Gastarbeiter nur einen Spaltbreit öffnen, andernfalls überforderte er die Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung.

Die Zeit, 2. 3. 2000, S. 1. [DWDS]

Ohne die damals so genannten Gastarbeiter hätte die Bundesrepublik nicht den wirtschaftlichen Aufschwung gehabt, den sie tatsächlich erlebt hat.

Berliner Zeitung, 13. 5. 2000. [DWDS]

Besonders deutlich wird das an dem Wort ,Gastarbeiter‘.

N. N.: Besuch Havels; Berliner Rede von Bundespräsident Rau; Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen; Tod von Erich Mielke; Kontroverse um Bundeswehr-Reform; Kabinett beschließt Green-Card-Verordnung. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 70, 14. 5. 2000, S. 44233 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 2000]. [DWDS]

Besonders nach dem Anwerbestopp versuchten Kirchen und Wohlfahrtsverbände die immer noch „Gastarbeiter“ genannten Türken in die deutsche Gesellschaft zu integrieren.

Berliner Zeitung, 30. 10. 2001. [DWDS]

Sie leben in Irland, das ausländischen Unternehmen hohe Steuererleichterungen gewährt. Eine ganze Reihe von deutschen Gastarbeitern ist dort etwa im Dienst der Telekom in Callcentern tätig.

Der Tagesspiegel, 5. 3. 2002. [DWDS]

Mich interessieren einzelne Worte, die oftmals mehr vermitteln als die vielen guten, ausführlichen Hintergrundberichte im Spätprogramm der Öffentlich-Rechtlichen. Nehmen wir als Beispiel die Bezeichnung “Gastarbeiter”. Es wandert ein, arbeitet in Deutschland, weil es an Arbeitskräften mangelt, bleibt aber erklärtermaßen “Gast ”.

Aufklärung, die: geboren ? / getauft 1783 / gestorben ?. In: Blendwerk (Blog), 22. 09. 2007. [DWDS]

1989 lebten in der DDR rund 94.000 Vertragsarbeiter.

Schuld am Rechtsextremismus? DIE LINKE! In: Jacob Jung Blog (Blog), 22. 11. 2011. [DWDS] (wordpress.com)

In die DDR kamen die sogenannten Vertragsarbeiter.

Merkel, Angela: Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Festakt der Deutschlandstiftung Integration zu 70 Jahren Grundgesetz und zur Verleihung des „Talisman“, 14. 5. 2019. [DWDS] (bundesregierung.de)

Die Arbeits- und Lebenssituation vieler Gastarbeiter aus Süd- und Südostasien und Afrika ist oft menschenunwürdig und führen häufig zu moderner Sklaverei.

Arbeitsmigranten in Katar. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 6. 3. 2024. [DWDS] (wikipedia.org)

Von allen Sonderorganisationen der UN hatte die ILO damit eines der größten Budgets. Die Finanzierung der ILO in Höhe von knapp 25 Millionen Euro durch den Ölstaat Katar wird mit betrügerisch ausstehenden Löhnen für nepalesische Gastarbeiter auf katarischen Baustellen in Verbindung gebracht. Gastarbeiter aus Nepal, Indien und Bangladesch, die für Arbeit auf Baustellen für Weltsportereignisse wie die Fußball-WM 2022 und die Olympischen Spiele viele Monate keinen Lohn erhalten hatten und in ihre Heimatländer zurückgekehrt waren, werfen der ILO Untätigkeit vor.

Internationale Arbeitsorganisation. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 25. 5. 2024. [DWDS] (wikipedia.org)