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Wortgeschichte zu

Großfamilie · Kleinfamilie

Kernfamilie

Themenfeld Politik & Gesellschaft

Neben der Großfamilie entwickelt sich im Zuge der Industrialisierung die Kleinfamilie, eine (neue) Wohnform, die insbesondere durch Veränderungen des Arbeits- und damit des Lebensalltags notwendig wird. Während das Wort Großfamilie durchaus gebräuchlich und verbreitet ist, steht Kleinfamilie etwas im Hintergrund, was sich auch in den gegenwartssprachlichen Wörterbüchern widerspiegelt. In der Soziologie hat sich das Wortpaar GroßfamilieKleinfamilie (auch Kernfamilie) etabliert, im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheidet man meistens zwischen Großfamilie und FamilieWGd.

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Wortgeschichte #

Erste Belege im Deutschen #

In deutschen Texten ist Großfamilie am Ende des 19. Jahrhunderts belegt (1893, 1899), wenig später finden sich Belege für Kleinfamilie: Gustav von Schmoller erwähnt in seinem Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre neben Großfamilie auch Kleinfamilie (1900). Das Wort ist hier allerdings lediglich Bestandteil eines Kolumnentitels, im Text wird es an keiner Stelle genannt. In der dazugehörigen Kapitelüberschrift heißt es vielmehr Die neuere verkleinerte Familie (Schmoller 1900, 244). Ein Jahrzehnt später stellt der Theologe Ernst Troeltsch – in der Verwendung wohl schon selbstverständlicher – die Klein- und die Großfamilie als zwei Formen von Familiengruppen einander gegenüber (1912). Dies könnte darauf hindeuten, dass das Wort Großfamilie die Bildung eines Pendants notwendig machte.

Erste Wörterbucheinträge #

Obwohl das Wortpaar GroßfamilieKleinfamilie in soziologischen Kontexten nahezu zeitgleich um die Jahrhundertwende relevant wird, findet man das Lemma Kleinfamilie deutlich später in den Wörterbüchern als Großfamilie. In den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts findet zunächst Großfamilie Einzug in die Nachschlagewerke. Die Erstbearbeitung des Deutschen Wörterbuches widmet dem Wort einen knappen Eintrag (1DWB 4,1,6, Sp. 505). Dort liest man zunächst den Hinweis, dass es sich bei der Zusammensetzung Großfamilie um einen sociologische[n] begriff handele, als Beleg folgt ein kurzer Auszug aus dem Handwörterbuch der Staatswissenschaften (1899). Wenige Jahre später liefert Trübners Deutsches Wörterbuch – offenkundig vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Familienideals – eine erste ausführlichere Definition zu Großfamilie, das in den größeren Artikel Familie integriert wird (1940). Seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wird Großfamilie in Wörterbüchern und Enzyklopädien dann regelmäßig behandelt, häufig auch in eigenen Artikeln.

Das Lemma Kleinfamilie buchen weder Grimm noch Trübner, auch das Deutsche Wörterbuch von Paul oder das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache nehmen in den Folgejahren keine Notiz von dem offenbar noch wenig bekannten Wort. Selbst die Fachwörterbücher zeigen sich zurückhaltend. Erst im Jahr 1973a findet man einen Eintrag im Lexikon der Soziologie. Zehn Jahre später folgen auch die allgemeinsprachlichen Wörterbücher. Brockhaus Wahrig bucht 1982 einen eigenen Artikel zum Stichwort Kleinfamilie, das darin als Gegensatz zu Großfamilie markiert wird. Fast gleichzeitig nimmt es das Deutsche Universalwörterbuch auf (1983). Die Bedeutungsbeschreibung wird dort seit 1983 über viele Jahre unverändert beibehalten und später in der Online-Version des Rechtschreibdudens modifiziert (2019a).

Die Geschichte der lexikographischen Buchung zeigt somit sehr deutlich, dass Kleinfamilie wesentlich später und seltener als Großfamilie in die Wörterbücher gelangt; dies kann auch als Indiz dafür gesehen werden, dass es in Anlehnung an Großfamilie gebildet wurde.

Zur Hauptbedeutung #

In den genannten Wörterbüchern und Enzyklopädien wird die Bedeutung von Großfamilie unterschiedlich konkret formuliert. Unstrittig ist, dass es sich bei einer Großfamilie immer um einen größeren Familienverband handelt, der – im Gegensatz zur Kleinfamilie – mehr Personen, Verwandte und Generationen umfasst als lediglich Eltern und ihre Kinder. In einer Großfamilie leben in der Regel mehr als zwei Generationen aus einer Linie zusammen, aber auch Verwandte aus den Seitenlinien können dazugehören. Wesentliches Erkennungsmerkmal der Großfamilie ist die komplexere Struktur im Gegensatz zur Kleinfamilie, womit durchweg eine Zweigenerationenfamilie bezeichnet wird, die aus einem oder zwei Elternteilen und ihren nicht erwachsenen Kindern besteht.

Die große und die kleine Familie #

Im Gegensatz zum soziologischen Begriff Großfamilie, die sich immer auf einen größeren, mehr als zwei Generationen umfassenden Verband bezieht, wird das Wort in der Alltagssprache ab etwa Mitte des 20. Jahrhunderts auch für eine große Familie (1989) gebraucht; damit ist dann meist schlicht eine zwei Generationen umfassende kinderreiche Familie gemeint. Soziologisch betrachtet, handelt es sich dabei lediglich um eine große Kleinfamilie. Ebenso kann das Wort Kleinfamilie gegenwartssprachlich auch auf eine kleine Familie hinweisen (1996, 2000a), ohne dass eine besondere Familienstruktur gemeint ist.

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Kernfamilie vs. Kleinfamilie #

In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts findet man – vor allem in wissenschaftlichen Texten – neben Kleinfamilie verstärkt auch das Wort Kernfamilie. Es wird unterschiedlich verwendet, als Synonym zu Kleinfamilie oder als Ersatz für das alte Wort (1958, 1964, 1965). In der Forschung wurde der Begriff der K[ernfamilie] seit den 1970er Jahren bewusst gegen den bis dahin gebräuchlichen Begriff Kleinfamilie gesetzt. (EdN s. v. Kernfamilie).

Kernfamilie ist eine Übersetzung des engl. nuclear family, das bereits 1925 im OED (s. 3OED s. v. nuclear familiy) verzeichnet ist. Eine frühe Bestimmung von nuclear family als universaler soziologischer Grundkategorie lieferte George P. Murdock (Murdock 1949, 1–22), der damit möglicherweise auch einen Impuls für das deutsche Äquivalent Kernfamilie gegeben hat.1) Tatsächlich nehmen die Fachlexika neben Kleinfamilie nun auch Kernfamilie auf: Das Lexikon zur Soziologie bucht seit seiner ersten Auflage im Jahr 1973b das Stichwort Kernfamilie und kennzeichnet es zunächst als Typusbegriff, während die 3. Auflage von 1994 etwas modifiziert und das Wort als Komplementärbegriff zu erweiterte Familie markiert (1994). Im Soziologie-Lexikon, das im Jahr 2000 in der 4. Auflage erscheint, wird das Stichwort Kernfamilie mit Kleinfamilie, Nuklearfamilie, das Stichwort Kleinfamilie durch Kernfamilie erläutert (2000b, 2000c).

Die allgemeinsprachlichen Wörterbücher sind hinsichtlich der Buchung von Kernfamilie zurückhaltender. Somit scheint Kernfamilie eher ein soziologischer Fachterminus zu bleiben, im allgemeinen Sprachgebrauch aber ist immer noch das Wort Kleinfamilie in den entsprechenden Bedeutungen gebräuchlich.

Die Großfamilie als Clan #

Semantisch eng verwandt mit Großfamilie ist ClanWGd. Dieses wird gegenwartssprachlich häufig in der Bedeutung um ein Oberhaupt herum organisierte, auch in verwandtschaftlicher Beziehung stehende Gruppierung, (kriminelle) Bande gebraucht. Um diese unguten Assoziationen [des Wortes Clan] zu vermeiden, ist man irgendwann darauf verfallen, in Zeitungen für solche erweiterten Familienverbände nur noch das Wort Großfamilie zu benutzen, so die Vermutung von Matthias Heine (Heine 2016, 87). Allerdings findet man schon in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erste Zeitungsbelege zu Großfamilie, in denen das Wort abwertend für Familienverbände im Ausland bzw. mit Migrationshintergrund verwendet wird (1973c, 1979). Spätestens seit der Jahrtausendwende erscheint das Wort Großfamilie insbesondere in Zeitungen dann in der Tat als gleichwertiges Synonym zu ClanWGd (2001, 2019b).

Ulrike Stöwer

Anmerkungen #

1)Heute orientiert sich die sozialwissenschaftliche Forschung an dem definitorisch eindeutigeren, 1949 von G. P. Murdock publizierten Konzept der Kernfamilie. […] Murdock kommt aufgrund von Informationen über 250 Gesellschaften zu dem Schluß: The nuclear family is an universal human grouping […], s. Hausen 1975, 193.

Literatur #

1DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Bd. 1–16. Leipzig 1854–1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. (woerterbuchnetz.de)

EdN Enzyklopädie der Neuzeit online. Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern hrsg. von Friedrich Jaeger. Leiden 2019. [basierend auf der Druckausg. im J. B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005–2012]. (brillonline.com)

Hausen 1975 Hausen, Karin: Familie als Gegenstand Historischer Sozialwissenschaft. Bemerkungen zu einer Forschungsstrategie. In: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft. 1. Jahrgang (1975), S. 171–209.

Heine 2016 Heine, Matthias: Großfamilie. Europa lebt in fränkischen Familienverhältnissen. In: Ders.: Seit wann hat „geil“ nichts mehr mit Sex zu tun? 100 deutsche Wörter und ihre erstaunlichen Karrieren. Hamburg 2016, S. 86–93.

Murdock 1949 Murdock, George Peter: Social structure. New York 1949.

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

10Paul Paul, Hermann: Deutsches Wörterbuch. Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatzes. 10., überarb. u. erw. Aufl. von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Tübingen 2002.

Schmoller 1900 Schmoller, Gustav von: Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre. Erster, größerer Teil. Begriff: Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft. 1.-3. Aufl. Leipzig 1900. (deutschestextarchiv.de)

Trübner Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftr. der Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Wortforschung hrsg. von Alfred Götze, fortgeführt von Walther Mitzka. Bd. 1–8. Berlin 1939–1957.

WDG Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Institut für deutsche Sprache und Literatur. Herausgegeben von Ruth Klappenbach und Wolfgang Steinitz. Bd. 1–6. Berlin 1964–1977.

Belegauswahl #

Im geſicherten Beſitze des Bodens lockert ſich der Gemeinſinn; es ſcheiden ſich wohl aus dem großen Verbande engere patriarchale Hausgemeinſchaften mit geringerer Perſonenzahl aus, wie ſie noch heute die Zadruga der Südſlaven, die Großfamilie der Ruſſen, der Kaukaſusvölker, der Hindu repräſentieren.

Bücher, Karl: Die Entstehung der Volkswirtschaft. Sechs Vorträge. Tübingen 1893, S. 19. (deutschestextarchiv.de)

Gewiss ist im sozialen Leben das Recht das primäre, denn nur auf seiner Grundlage und in seinen Schranken kann sich das wirtschaftliche Thun und Lassen abspielen. Und so wirkt die Feldgemeinschaft dahin, dass die Klassenbildung innerhalb des russischen Dorfes einen etwas anderen Charakter aufweist als in den Ländern mit einer entwickelten kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Die Lohnarbeiter, die in der Ferne ihren Unterhalt zu verdienen suchen, sollten ja zweifelsohne zu dem Proletariat gerechnet werden, in Russland gehört aber ein grosser Teil von diesen zu derselben Zeit der Kategorie der Bauernwirte an. Diese Erscheinung ist durch das Bestehen der patriarchalischen Grossfamilie zu erklären: bei zwei erwachsenen männlichen Arbeitern kann einer das Feld bebauen, während der andere in der Ferne Lohnarbeiter ist.

Handwörterbuch der Staatswissenschaften. Hrsg. von Johannes Conrad u. a. 2., gänzl. umgearb. Aufl. Bd. 2. Jena 1899, S. 415f. (archive.org)

Die historische Bedeutung der patriarchalischen Familie. Die neuere Kleinfamilie.

Schmoller, Gustav von: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre. Erster größerer Teil. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft. 1.-3. Aufl. Leipzig 1900, S. 245. (deutschestextarchiv.de)

Der patriarchalisch-organische Charakter der Familiengruppe, sei es daß sie als Kleinfamilie oder als in gemeinsamem Geschäft oder Betrieb vereinigte Großfamilie lebt, versteht sich nach allem Bisherigen von selbst; ebenso auch die Eingliederung der Dienstboten in die patriarchalische Ordnung der Familie.

Troeltsch, Ernst: Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen. Tübingen 1912, S. 338. [DWDS]

Die Völkerkunde kennt die Großfamilie, in der alle männlichen Nachkommen des noch lebenden Ahnen auch nach ihrer Verheiratung gemeinsam hausen. Die dt. bäuerliche Familie umfaßt wenigstens die Großeltern im Altenteil noch mit, während die bürgerliche Familie die Kinder häufig nur so lange bei sich behält, bis sie selbständig geworden sind. Anderseits [!] können Unverwandte, Lehrlinge, Gesellen, Hausangestellte in die Familiengemeinschaft aufgenommen werden, indem ihnen Familienanschluß gewährt wird.

Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftr. der Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Wortforschung hrsg. von Alfred Götze, fortgeführt von Walther Mitzka. Bd. 2. Berlin 1940, S. 289.

Unter Kernfamilie (nuclear family) oder Kleinfamilie verstehen wir das eheliche Zusammenleben von Mann und Frau mit ihrer Nachkommenschaft, wobei in einzelnen Fällen eine oder mehrere andere Personen mit ihnen leben können. Diese Familienform spielt auch in unseren fortgeschrittenen Industriegesellschaften eine zentrale Rolle.

König, René (Hrsg.): Soziologie. Frankfurt am Main u. a. 1958, S. 65.

Unter Kernfamilie wird jene Gruppe verstanden, die aus dem echten Vater, der echten Mutter und deren echten Kindern besteht. […]Diese Kernfamilie als Idealtypus ist universal, da sie infolge der biologischen Zeugung unveränderlich gegeben ist. In der sozialen Wirklichkeit kann die Gruppe, welche als Kernfamilie in den einzelnen Kulturen auftritt, abweichend zusammengesetzt sein.

Schmitz, Carl A.: Grundformen der Verwandtschaft. Basel 1964, S. 33.

Gegenwärtig befinden sich Ehe und Familie in der ganzen Welt im Übergang[…]. Das Hauptmerkmal des Wandels besteht darin, daß in zunehmendem Maße an die Stelle der traditionellen (meist patriarchalisch organisierten) Großfamilie die Kleinfamilie tritt. Während in dieser „Kernfamilie“ (nuclear family) nur noch das Gattenpaar mit seinen unmündigen Kindern zusammenlebt, bestand die Großfamilie aus zwei oder mehreren Kernfamilien.

Sieverts, Rudolf u. a. (Hrsg.): Handwörterbuch der Kriminologie. Völlig neu bearb. 2. Aufl. Bd. 1. Berlin u. a. 1965, S. 149. (books.google.de)

Kleinfamilie, die in den industriell entwickelten Gesellschaften vorherrschende Familienform: wenige Kinder, Lebensgemeinschaft allein von Mann und Frau (auch Kernfamilie).

Fuchs, Werner u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. Opladen 1973, S. 340.

Kernfamilie, nuclear family, auch: Basisfamilie, 1 ein Lebenszusammenhang von Mann, Frau und unverheirateten, unmündigen Kindern. K. ist ein Typusbegriff; wird er mit der Realität verwechselt, so unterstellt man einen auf Blutsverwandtschaft gegründeten Verwandtschaftsbegriff. 2 > Kleinfamilie

Fuchs, Werner u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. Opladen 1973, S. 332.

Da fuchteln arabische Großfamilien wild gestikulierend von der Flughafenterrasse.

Die Zeit, 9. 3. 1973, Nr. 11, Allahs Sonne für feine Leute. [DWDS] (zeit.de)

Großfamilien des Balkans und des Vorderen Orients haben den Markt gestürmt. Sie fühlen sich wie auf dem Basar.

Die Zeit, 30. 11. 1979, Nr. 49, Die Käufer mit dem entrückten Blick. [DWDS] (zeit.de)

Kleinfamilie (soziol.) die in der industriell entwickelten Gesellschaft vorherrschende Familienform, bestehend aus Vater, Mutter und wenigen unverheirateten Kindern (Ggs Großfamilie; > Kernfamilie)

Brockhaus Wahrig: Deutsches Wörterbuch in 6 Bänden. Hrsg. von Gerhard Wahrig u. a. Bd. 4. Wiesbaden, Stuttgart 1982, S. 160.

Kleinfamilie, die (Soziol.): kleine Familie […](1a), in der nur das Elternpaar mit seinen Kindern zusammenlebt;

Duden „Deutsches Universalwörterbuch“. Hrsg. unter der Leitung von Günther Drosdowski. Mannheim u. a. 1983, S. 694.

Ob das Ehepaar noch einmal eine Großfamilie gründen würde? Auf jeden Fall, meinen beide, wir können uns unser Leben gar nicht mehr ohne die fünf vorstellen, obwohl es am Anfang nicht so einfach war — die sozialpolitischen Maßnahmen erleichtern doch.

Berliner Zeitung, 1. 4. 1989, Viel Abwechslung mit fünf Kindern. [DWDS]

Kernfamilie, nuclear family, auch: Basisfamilie, 1 als Komplementärbegriff zu > erweiterte Familie die Lebensgemeinschaft von Mann, Frau und unverheirateten, unmündigen Kindern. 2 > Kleinfamilie

Fuchs-Heinritz, Werner u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Opladen 1994, S. 333. (books.google.de)

So hat der sechsmalige Sieger von Grand- Slam-Tunieren zuletzt sein Grundlinienspiel stark verbessert und seine abgeblockten Returns perfektioniert. Den Rest besorgen ein eingespieltes Team und der seelische Rückhalt in der Becker’schen Kleinfamilie.

Der Tagesspiegel, 26. 11. 1996. [DWDS]

Fünf Jahre später kommt Janna (Gruschenka Stevens) wieder, nun mit einem Mann. Sie schnappt ihren Sohn, den kleinen Lukas, der sich mühsam an Krücken vorwärts schleppt, packt ihn ins Auto, und schon ist die nun komplette Kleinfamilie wieder auf dem Weg in die Stadt. Der Mann heißt Janosch, trägt geflochtene Lederbänder und lange Haare und bunte Hemden und kifft.

Der Tagesspiegel, 24. 5. 2000. [DWDS]

Kernfamilie

Kleinfamilie, Nuklearfamilie

> Familie

Personenverband, bestehend aus einem Gattenpaar und dessen unverheirateten, unmündigen Kindern.

Reinhold, Gerd (Hrsg.): Soziologie-Lexikon. 4. Aufl. München, Wien 2000, S. 328. (books.google.de)

Kleinfamilie

Kernfamilie

> Familie

umfaßt die Gemeinschaft von Eltern und wenigen (in der Regel nicht mehr als 2–3) Kindern. Sie ist der in Industrienationen vorherrschende Familientypus.

Reinhold, Gerd (Hrsg.): Soziologie-Lexikon. 4. Aufl. München, Wien 2000, S. 334. (books.google.de)

Hintergrund [des Familienstreits] ist, dass zwei Frauen des einen Clans mit zwei Männern der anderen arabischen Großfamilie verheiratet sind, sich aber von ihren Männern trennen wollen.

Der Tagesspiegel, 1. 11. 2001, o.T. [DWDS]

Kleinfamilie, die

Soziologie

aus Angehörigen zweier Generationen bestehende Familie […](1a), in der nur das Elternpaar mit seinen Kindern zusammenlebt

Dudenredaktion (o. J.): Duden online. (duden.de)

Der lange Kampf gegen die Clans

Die Polizei geht seit Kurzem härter gegen kriminelle Großfamilien vor – viel zu spät, meinen viele Experten

Rabenstein, Andreas: Der lange Kampf gegen die Clans. In: Göttinger Tageblatt, 08.06.19, S. 32. (goettinger-tageblatt.de)