Wortgeschichte
Heimatvertriebener: Personenbezeichnung der Nachkriegszeit
Das Wort Heimatvertriebener gehört gemeinsam mit Wörtern wie HeimkehrerWGd, AussiedlerWGd oder UmsiedlerWGd zu den Personenbezeichnungen, die im Kontext der Fluchtbewegungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstehen. Erste Belege datieren auf das Ende der 1940er Jahre (1949e, 1949f). Seither bezeichnet das Substantiv Personen, die im Zuge der Flucht- und Migrationsbewegungen am Ende des Zweiten Weltkriegs Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze verlassen mussten (1951a, 1951c). Heimatvertriebener begegnet häufig in pluralischer Form, hier die gesellschaftliche Gruppe bezeichnend (1950b, 1999b), wird aber auch auf einzelne Personen bezogen (1949g, 1995b). Anfänglich hat Heimatvertriebener semantische Überschneidungen zu Personenbezeichnungen wie Flüchtling (1950d, 1951d).
Abb. 1: Wortverlaufskurve zu Heimatvertriebener, heimatvertrieben und Ostvertriebener
DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)
Zwar ist das Adjektiv heimatvertrieben in der Lesart von seinem Herkunftsort vertrieben
gelegentlich bereits im 19. Jahrhundert nachweisbar (1867, 1891, 1892), als allgemeinsprachlich verbreitet und damit wortgeschichtlicher Vorläufer für die Bildung von Heimatvertriebener kann es zu dieser Zeit allerdings wohl noch nicht gelten. Weitere Verbreitung findet auch das Adjektiv erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs ab etwa 1950 (vgl. Abb. 1 sowie die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers) und nunmehr ebenfalls in Bezug auf Personen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs die (ehemaligen) Ostgebiete des Deutschen Reiches bzw. die deutschen Siedlungsgebiete außerhalb der Reichsgrenzen von 1937 verlassen mussten (1949d, 1950a, 1951b, 1974).
Semantische Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Heimatvertriebener begegnet von Beginn an auch behördensprachlich und in Zusammenhang mit rechtlichen Statuszuweisungen (1949b, 1951d). Anfang der 1950er Jahre wird im Bundesvertriebenengesetz dann gesetzlich definiert, wer in der Bundesrepublik Deutschland als Heimatvertriebener gilt (1953a, 1953b). Insgesamt bleibt die Verwendung des Substantivs in der Bedeutung Person, die am Ende des Zweiten Weltkriegs die (ehemaligen) Ostgebiete des Deutschen Reiches bzw. die deutschen Siedlungsgebiete außerhalb der Reichsgrenzen von 1937 verlassen musste
seit Bezeugungsbeginn stabil (1972, 1991, 2004, 2014). Es ist bis heute die verbreitetste Lesart des Wortes.
Daneben treten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts selten aber auch Verwendungen, in denen Heimatvertriebener nicht mehr auf eine spezielle historische und geografische Epoche bezogen wird, sondern nunmehr in der allgemeineren Lesart Person, die ihren Herkunftsstaat aufgrund von Krieg oder staatlichem Zwang verlassen musste
auch auf andere Zeiten und Weltregionen bezogen wird (1978, 1999a, 2005).
Heimatvertriebener und Ostvertriebener
Neben Heimatvertriebener ist nach Ende des Zweiten Weltkriegs zudem Ostvertriebener nachweisbar (1947, 1948, 1949c). Ostvertriebener hat starke semantische Überschneidungen zu Heimatvertriebener, insofern beide Wörter Vertriebene aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Grenze bezeichnen (1949a, 1986), ohne allerdings in einem vollständig synonymen Verhältnis aufzugehen (1949h). Zudem betont Ostvertriebener über das Erstglied stärker das Geographische (1995a), weniger den über das Erstglied Heimat- mittransportierten Bedeutungsaspekt des Heimatverlustes, der den Gebrauch von Heimatvertriebener bisweilen auszeichnet (1950c, 1951a, 1984, 1995c; zur komplexen historischen Semantik von Heimat siehe etwa Jäger 2017). Insgesamt bleibt Ostvertriebener deutlich weniger verbreitet als Heimatvertriebener (vgl. Abb. 1 sowie die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).
Literatur
Jäger 2017 Jäger, Jens: Heimat. In: Docupedia-Zeitgeschichte, 9. 11. 2017. (doi.org)
Belegauswahl
Illustrierte Blätter für die gebildete Welt 7 (1867), S. 105. (books.google.de)Nebenher am Wegesrand schritt gebückt, auf einen Stock gelehnt, die Alte; die langen Bänder flatterten hinter ihr zurück, während das Mädchen rüstig den Karren durch den Wegstaub hinzog, der ihre dürftigen Gewänder umwirbelte und sich grau auf ihr schwarzes Haar herablegte, wie die Asche, mit der ihre heimatvertriebene Vorfahren vor dreitausend Jahren schicksalsergeben ihr Haupt bedeckten.
Wedde, Theodora: Johannes Wedde. Gedenkblätter von seiner Schwester Theodora Wedde. Hamburg 1891, S. 77. (books.google.de)Wer kann es nicht verstehen, daß gerade ihm das Geschick des heimatvertriebenen Ausgewiesenen ein besonders hartes dünkte?
Die Heimat. Illustriertes Familienblatt XVII/I (1892), Nr. 2, S. 54 (books.google.de)Der arme heimatvertriebene Jüngling wanderte ohne Ruhe und Rast; aber am Ende des nächsten Tages sank er im Walde erschöpft in den tiefen Schnee und verlor das Bewußtsein.
Der Spiegel, 27. 9. 1947, S. 5. [IDS]Er war inzwischen nämlich in den Vorstand des „Hauptausschusses für Ostvertriebene“ gewählt worden und trug sich mit neuen Gründungsplänen, z. B. eines „Verbandes für vertriebene Industrielle“.
N. N.: Außenpolitik. DEUTSCHLAND. Britische Zone. Bevölkerung. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 18, 9. 12. 1948, S. 1728. [DWDS]Die Note betont, daß die neugegründete Aussiedlerorganisation, die unter der Bezeichnung Interessengemeinschaft der Ostvertriebenen ihre Tätigkeit ausübe, eine ausgesprochen politische Aktion entwickle.
Der Spiegel, 12. 3. 1949, S. 9. [IDS]Volksrat und Landesrat nehmen nur Ostvertriebene auf, der Volkstag je einen Flüchtlings-Vertreter aus jedem Kreis Rumpf-Deutschlands westlich von Oder und Neiße, der Landesrat je einen Vertreter der Kreise des Ost-Oder-Neiße-Landes.
N. N.: Bizone. Finanzen. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 25. 5. 1949, S. 1950 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1949]. [DWDS]Ausgaben Einnahmen […]Wirtschaftsrat 2.904.000 23.300 Länderrat 724.800 23.500 Verwaltungsrat 5.210.200 7.400 Statistisches Amt 5.802.400 1.631.600 Personalamt 1.978.200 24.200 Rechtsamt 6.698.800 3.145.000 Obergericht 574.600 6.450 Amt für Heimatvertriebene 718.900 200 […]Verwaltung für Verkehr 182.380.600 25.389.500 Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forste 88.105.800 18.583.550 Verwaltung für Wirtschaft 52.974.200 962.000 Verwaltung für Post- und Fernmeldewesen 31.400 – Verwaltung für Arbeit 2.781.000 80.000 Verwaltung für Finanzen 80.207.100 1.630.400 Allgemeine Finanzverwaltung 72.660.800 840.500.000 Schuldenverwaltung 101.835.100 100 Sonderhaushalt für Besetzungskosten 34.500.000 34.500.000 Rechnungshof 1.999.400 80.
Der Spiegel, 2. 6. 1949, S. 7. [IDS]Neun Millionen Ostvertriebene nehmen Kurs auf die Bundeswahlen.
N. N.: Bizone. Landwirtschaft. Bevölkerung. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 24. 6. 1949, S. 1986 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1949]. [DWDS]Der Wirtschaftsrat verabschiedete laut Die Welt einstimmig das Flüchtlingssiedlungsgesetz, nach der heimatvertriebene Landwirte auf auslaufenden und wüsten Höfen unter Zubilligung wesentlicher Erleichterungen angesiedelt werden sollen.
N. N.: Parlament. Parteien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 7. 9. 1949, S. 2060. [DWDS]Nur so könnten unsere Schicksalsfrage, das Ruhrgebiet, und das Problem der Heimatvertriebenen gelöst werden.
N. N.: Parlament. Parteien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 7. 9. 1949, S. 2060. [DWDS]Besonders die Fürsorge für die Heimatvertriebenen sei eine der schwierigsten, aber auch dankenswertesten Aufgaben des Bundesrates.
Plenarprotokoll vom 22. 9. 1949. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 01/7, S. 68. [DWDS] (bundestag.de)Mein Freund Götzendorf, selbst ein Heimatvertriebener, wird über das Problem der Heimatvertriebenen noch ausführlicher zu reden haben.
Plenarprotokoll vom 20. 10. 1949. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 01/12, S. 292. [IDS] (bundestag.de)Ich halte es deshalb für notwendig, in Ergänzung zu allen bisherigen Ausführungen in diesem Hause einschließlich der Debatte über die Heimatvertriebenenfrage im Anschluß an die Regierungserklärung einmal darauf hinzuweisen: es gibt eine Gruppe von Heimatvertriebenen, die weder Ostvertriebene noch Sudetendeutsche sind. Es handelt sich hier um die Gruppen der ehemaligen deutschen Minderheiten aus etwa zehn Staaten von der Ostsee bis zur Adria hinunter.
Fraktion der SPD: Interpellation betr. Gleichstellung der heimatvertriebenen ruhegehaltsberechtigten Beamten, Angestellten und Lohnempfänger. In: Deutscher Bundestag: Drucksache Nr. 01/637 vom 28. 2. 1950, S. 1. [DWDS] (bundestag.de)Interpellation der Fraktion der SPD betr.: Gleichstellung der heimatvertriebenen ruhegehaltsberechtigten Beamten, Angestellten und Lohnempfänger.
N. N.: Innenpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 20, 1. 5. 1950, S. 2361 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1950]. [DWDS]Ich glaube gut genug zu wissen, daß die Wiedergewinnung eines Gleichgewichts der nationalen Seele auch ein soziales und wirtschaftliches Problem ist: Heimatvertriebene, Ausgebombte, Arbeitslose, Kriegsopfer bleiben anfällig, solange sie nicht Wohnung und Arbeit bekommen.
N. N.: Sozialpolitik. Finanzen. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 20, 1. 6. 1950, S. 2413 ff. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1950]. [DWDS]Bei der Entschädigung aus materiellen Verlusten soll für die Heimatvertriebenen im angemessenen Rahmen auch die Auswirkung der verlorenen Heimat, der Verlust der früheren Position, der Beziehungen usw. berücksichtigt werden.
N. N.: Schleswig-Holstein. Wahlen. Parteien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 20, 9. 7. 1950, S. 2475. [DWDS]Die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, bei denen sich erstmalig die Flüchtlinge als eigener Parteiblock (BHE: Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten) […]unter der Leitung von Waldemar Kraft und Dr. Alfred Gille beteiligten, hatten laut Neue Zeitung folgendes Ergebnis: Stimmen (Wahlbeteiligung 78,2 %, gültige Stimmen 75,9 %) […].
Blatt der Hausfrau (1951), Nr. 13, S. 7. [DWDS]Aber all die Ost- und Westpreußen, die Pommern und die Schlesier tragen ihre Heimat in sich, und nur das, was wir mit dem Herzen besitzen, ist wahrer, unverlierbarer Besitz. In diesen Heimatvertriebenen lebt unerschütterlich der Glaube: daß sie einstmals zurückkehren werden.
Fraktion der FDP: Interpellation betr. Wahrung der Eigentumsrechte der Sudetendeutschen im Wertpapierbereinigungsverfahren. In: Deutscher Bundestag: Drucksache Nr. 01/1742 vom 5. 1. 1951, S. 1. [DWDS] (bundestag.de)Was gedenkt die Bundesregierung zur Wahrung der Eigentumsrechte der heimatvertriebenen deutschen Staatsbürger zu veranlassen?
N. N.: Bevölkerung. Sozialpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 21, 8. 2. 1951, S. 2809. [DWDS]Der Personenkreis wird außer den ausgesprochenen Heimatvertriebenen auf folgende Gruppen abgegrenzt: […]Die Vertriebenen der Insel Helgoland, aus dem Saargebiet, der Stadt Kehl und den veränderten Westgebieten an der Grenze von Holland und Belgien; Personen, die auf Grund der neu festgelegten Zonengrenzen im Sommer 1945 zwangsweise in die Westzonen evakuiert wurden, deutsche Staatsangehörige oder Volkszugehörige, die auf Grund einer Ausweisung, einer Flucht oder Aussiedlung in das Bundesgebiet aufgenommen werden, ohne Rücksicht auf einen Stichtag; Personen, die aus dem Ausland vertrieben wurden; Spätheimkehrer die nach ihrer Herkunft Heimatvertriebene sind und Personen, die auf Grund einer gesetzlich erfolgten Familienzusammenführung nachträglich aufgenommen werden.
N. N.: Hessen. Parteien. Innenpolitik. Landwirtschaft. Wirtschaft. Bevölkerung. Schulwesen. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 21, 26. 3. 1951, S. 2873. [DWDS]Darunter sind 686000 Heimatvertriebene mit Flüchtlingsausweis.
N. N.: Bevölkerung. Innenpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 23, 6. 3. 1953, S. 3899. [DWDS]Der Gesetzentwurf, der bereits im Februar 1951 ausgearbeitet wurde (siehe 2809 G), umfaßt 107 Paragraphen, er vereinheitlicht für die ganze Bundesrepublik die bisher unterschiedlichen Vertriebenen- und Flüchtlingsbegriffe in den Ländern, sieht eine nahezu völlige Gleichstellung der Sowjetzonenflüchtlinge mit den Vertriebenen vor und regelt die Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge. Im ersten Abschnitt der allgemeine Bestimmungen enthält, wird der Begriff der Heimatvertriebenen auf den Wohnsitz am 31. Dezember 1937 oder vorher abgestellt.
Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz – BVFG). In: Bundesgesetzblatt, Teil I, 22. Mai 1953, Nr. 22, S. 203. (bgbl.de)§ 2 Heimatvertriebener
(1) Heimatvertriebener ist ein Vertriebener, der am 31. Dezember 1937 oder bereits einmal vorher seinen Wohnsitz in dem Gebiet desjenigen Staates hatte, aus dem er vertrieben worden ist (Vertreibungsgebiet); die Gesamtheit der Gebiete, die am 1. Januar 1914 zum Deutschen Reich oder zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Polen, zu Estland, zu Lettland oder zu Litauen gehört haben, gilt als einheitliches Vertreibungsgebiet.
(2) Als Heimatvertriebener gilt auch ein vertriebener Ehegatte oder nach dem 31. Dezember 1937 geborener Abkömmling, wenn der andere Ehegatte oder bei Abkömmlingen ein Elternteil als deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger am 31. Dezember 1937 oder bereits einmal vorher seinen Wohnsitz im Vertreibungsgebiet (Absatz 1) gehabt hat.
N. N.: Vatikan gibt Neuregelung im Bereich der Bistümer im ehemaligen Ostdeutschland bekannt; Stellungnahmen aus BRD und Polen. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 42, 11. 8. 1972, S. 17264. [DWDS]Nach wie vor hält die Deutsche Bischofskonferenz eine auf die spezifische Situation der Heimatvertriebenen ausgerichtete Seelsorge für erforderlich, und sie wird gerade jetzt die berechtigten Anliegen der Heimatvertriebenen fördern.
Bundesregierung: Stellungnahme der Bundesregierung zu dem Entwurf eines Siebenundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Lastenausgleichsgesetzes (27. ÄndG LAG). In: Deutscher Bundestag: Drucksache Nr. 07/1824 vom 19. 3. 1974, S. 3. [DWDS] (bundestag.de)Der begünstigte Personenkreis der mithelfenden Familienangehörigen ist aus beitragsrechtlicher Sicht kaum anders einzuordnen, als die nicht heimatvertriebenen mithelfenden Familienangehörigen und Meistersöhne.
N. N.: Fortgang der Ereignisse in und um Libanon. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 48, 15. 7. 1978, S. 21903. [DWDS]Die israelische Aktion soll rund 700 Todesopfer vor allem unter der Zivilbevölkerung gefordert haben; die Zahl der Heimatvertriebenen soll 160000 betragen.
Der Spiegel, 1. 10. 1984, S. 255. [DWDS]Wie sehr es wieder opportun wurde, die Heimat im Herzen oder jedenfalls auf der Zunge zu tragen, bewies Bundeskanzler Kohl, als er sich kürzlich als Redner auf einem Treffen der Heimatvertriebenen sehen und hören ließ: „Was ist Heimat? […]“
N. N.: Chronik deutscher Zeitgeschichte – 1948. In: Overresch, Manfred/ Friedrich Wilhelm Saal (Hrsg.): Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918–1949. Berlin 2000 [1986], S. 15319. [DWDS]Papst Pius XII. gedenkt in einem Schreiben an die deutschen Bischöfe der deutschen Ostvertriebenen: »Besondere Berücksichtigung werden immer die Ostflüchtlinge verdienen, die aus ihrer Heimat im Osten zwangsweise und unter entschädigungsloser Enteignung ausgewiesen und in die deutschen Zonengebiete überführt wurden […].«
Kohl, Helmut: Festrede auf dem 57. Katholikentag der Diözese Speyer in Johanniskreuz. 23. 6. 1991. [DWDS]Gerade auch die deutschen Heimatvertriebenen haben in ihrer Stuttgarter Charta von 1950 schon früh ein wegweisendes Bekenntnis zur Versöhnung mit unseren östlichen Nachbarn und zur Schaffung eines geeinten Europas abgelegt.
Die Presse, 3. 1. 1995. [IDS]Auch 100.000 polnische Ostvertriebene warten auf die Rückgabe ihres ehemaligen Eigentums.
Berliner Zeitung, 27. 4. 1995. [DWDS]Ein 75jähriger Heimatvertriebener hat sich am Dienstag abend in der Münchner Feldherrnhalle selbst verbrannt. […]Der Sudetendeutsche wollte so gegen die aus seiner Sicht falsche geschichtliche Darstellung nach 1945 protestieren.
Berliner Zeitung, 15. 11. 1995. [DWDS]Die deutschen Heimatvertriebenen mußten die Hoffnung auf eine „große Wiedervereinigung“ aufgeben.
Berliner Zeitung, 8. 3. 1999. [DWDS]Doch auch ohne eine Kampfkandidatur spitzt sich der Konflikt zwischen sozialistischen Reformern und postkommunistischen Heimatvertriebenen zu.
Berliner Zeitung, 14. 7. 1999. [DWDS]Zunächst waren es über 700000 Heimatvertriebene aus den einst deutsch besiedelten Landstrichen Ostmitteleuropas, von 1949 bis 1955 folgten Wehrmachtssoldaten, die aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden waren, dann die zurückgebliebenen Angehörigen deutscher Flüchtlinge aus Osteuropa, dann diejenigen, die der DDR aus vielerlei Gründen überdrüssig geworden waren.
Berliner Zeitung, 6. 5. 2004. [DWDS]Er ist fast 80 Jahre alt, diente in der Deutschen Wehrmacht, das Kriegsende machte ihn zum Heimatvertriebenen.
Berliner Zeitung, 16. 9. 2005. [DWDS]Im Literarischen Colloquium, wo der Heimatvertriebene – die Türkei hat dem politischen Autor seine Staatsbürgerschaft aberkannt – vor zwanzig Jahren seine „Halluzinationen in Berlin“ schrieb, begegnet er der Exilantin Christine.
Merkel, Angela: Rede von Bundeskanzlerin Merkel zum Tag der Heimat. 30. 8. 2014. [DWDS]Heute leben in Deutschland viele Millionen Deutsche, die Heimatvertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler sind oder von ihnen abstammen.