Wortgeschichte
Aussiedler und Umsiedler: Bildung und frühe Belege
Mit Aussiedler und Umsiedler liegen zwei Personenbezeichnungen vor, deren semantische Entwicklung über die Jahrhunderte eng miteinander verknüpft ist. Beide schließen in ihrer Bedeutung an die älteren Ableitungen Aussiedlung bzw. Umsiedlung an (vgl. hierzu auch Liedtke/Böke/Wengeler 1996, 167). Umsiedler ist seit der Wende zum 19. Jahrhundert in deutschsprachigen Quellen nachweisbar (1787). Es bezeichnet im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zunächst in einem recht weiten Verständnis jemanden, der seinen ursprünglichen Wohnort verlassen hat, um an einem anderen – nicht notwendig in einem anderen Staat liegenden – Ort dauerhaft zu siedeln (1844, 1875) bzw. an einen anderen Ort auszuwandern (1887, 1895, 1911). Es betont im Vergleich zu Ansiedler damit den Wohnortwechsel stärker (1873).
Abb. 1: Wortverlaufskurve zu Aussiedler und Umsiedler
DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)
Etwas jünger als Umsiedler ist Aussiedler (1858). Auch diese Ableitung wird im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in Bezug auf Personen verwendet, die siedeln – was entsprechend der Semantik von siedeln auch den Aspekt der Bodenkultivierung beinhalten kann (1862; vgl. auch DWDS unter siedelnDWDS) – bzw. die sich an einem anderen Ort dauerhaft niederlassen (1858, 1888, 1919). In Hinblick auf die Verwendungshäufigkeit bleiben sowohl Umsiedler als auch Aussiedler im 19. Jahrhundert selten (vgl. Abb. 1 sowie die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).
Umsiedler: Vereinnahmung zu NS-Zeiten
Umsiedler begegnet bereits vor 1933 auch im Kontext einer gezielten Umsiedlung von Menschen (1931, 1932). Zu Zeiten des Nationalsozialismus wird das Wort vereinnahmt und nun für Zwangsmigrierte sogenannter deutscher Volksgruppen
insbesondere in Bezug auf Gebiete im Osten verwendet (1940, 1941c, 1942).
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Hintergrund ist, dass Hitler 1939 im Reichstag eine neue Ordnung der ethnographischen Verhältnisse
als wichtigste Aufgabe
der deutschen Europapolitik bezeichnet; über eine Umsiedelung der Nationalitäten
solle eine bessere Trennungslinie
zwischen den Nationalitäten erzielt werden; entsprechend schloss das sogenannte Dritte Reich
mit verschiedenen Staaten Verträge oder Vereinbarungen über die Umsiedelung
der jeweiligen deutschen Volksgruppe
(vgl. Schwartz 2000, 137–138; ein Wiederabdruck der 15 deutschen Umsiedlungsverträge über Osteuropa findet sich in Hecker 1971).
Verbindlich fixiert wird der Begriff Umsiedler im Rahmen der diversen deutsch-sowjetischen Vereinbarungen über entsprechende Umsiedelungen
, die ab Herbst 1939 im Gefolge des Hitler-Stalin-Paktes geschlossen wurden (1941b; vgl. Schwartz 2000, 138). Im Übrigen begegnet zu NS-Zeiten Aussiedler seltener auch synonym zu Umsiedler (1939, 1941a).
Neue Bedeutungen nach 1945
Nach 1945 nehmen sowohl Aussiedler (1948b) als auch Umsiedler (1947) eine neue Bedeutung an: Fortan bezeichnen die Komposita auch deutschstämmige Personen, die aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Grenze nach Deutschland migrieren (1949a, 1980). Zugleich ist zu vermerken, dass Aussiedler in erster Linie dem bundesdeutschen (1958, 1974, 1983), Umsiedler dahingegen überwiegend dem DDR-Sprachgebrauch zuzuordnen ist (1949b, 1949c; vgl. allerdings auch etwa 1973).
Für beide Bildungen hat die Forschung herausgestellt, dass hier semantisch gerade kein tiefgreifender Bruch zur NS-Zeit anzusetzen ist, dass die Bildungen vielmehr in der semantischen Tradition des NS-Sprachgebrauchs stehen:
Der BegriffAussiedlerschloss an das technokratische Vokabular vonSiedlungundSiedlernan, das zuvor schon zum Repertoire der NS-Bevölkerungspolitik gehörte, die Menschen in den besetzten Gebieten Osteuropasumsiedelte,ansiedelte,absiedelteetc. Auch die Behörden in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. ab 1949 der DDR griffen auf diese Terminologie zurück, als sie die deutschen Zwangsmigrant:innen aus dem östlichen Europa ihrerseits alsUmsiedlerbezeichneten. [Panagiotidis 2022; vgl. auch Schwartz 2000, 137 zur Bedeutung der nationalsozialistischen Vorgeschichte für die deutschen Konnotationen von Umsiedler]
Hinter der Verwendung von Umsiedler in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR steht darüber hinaus die sowjetische Sprach- und Politiktradition – die Umsiedlung national-ethnischer Gruppen war innerhalb der UdSSR als Methode der Führung der sowjetischen Gesellschaft bereits praktiziert worden (vgl. Schwartz 2000, 136–137).
Politische Abgrenzung I: Umsiedler in der Sprachpolitik von SBZ und DDR 1945 bis Mitte der 1950er Jahre
Die Verwendung von Umsiedler in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR ist kein Zufall, sondern sprachpolitisches Instrument. Es handelt sich um eine bewusste Setzung durch die Sowjets (1945), die sich im offiziellen Sprachgebrauch durchsetzt. So wird am 15. September 1945 eine Zentralverwaltung für Flüchtlingswesen und Heimkehrer zur zentralen Steuerung des Transports und der Verteilung der Flüchtlinge gebildet, die nur zehn Tage später und erneut auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in Zentralverwaltung für Umsiedler umbenannt wird, um die Wörter Flüchtling und HeimkehrerWGd explizit zu vermeiden (vgl. Schwartz 2000, 136). Die bewusste Einführung von Umsiedler ist damit auch als Abgrenzung zu Flüchtling und Heimkehrer zu verstehen (1945) und betont zudem die Dauerhaftigkeit der gesellschaftlichen Eingliederung der Migrierten (vgl. Schwartz 2000, 136–137). Mit der Verwendung von Umsiedler anstelle von Flüchtling sollen auch das Moment der Unfreiwilligkeit sowie das erlittene Leid und Unrecht
ausgeblendet, damit auch etwaige Fehler und Vergehen der
negiert und die Verbindung zur sozialistischen Bruderstaaten
alten Heimat
überdeckt werden; darüber hinaus diente die sprachpolitische Regelung der Distanzierung von der westdeutschen Begrifflichkeit
(Bretschneider 2013).
Im offiziellen Sprachgebrauch setzt sich Umsiedler in SBZ und DDR zunächst durch (1949a, 1949d). Ab 1945 entstehen sogenannte Umsiedlerausschüsse in den Kommunen und Kreisen, die auf lokaler Ebene die Unterbringung und Versorgung, vor allem aber die Eingliederung der Migrierten unterstützen sollten (vgl. Bretschneider 2013); im September 1950 wird das von den Sowjets und der SED vorformulierte DDR-Umsiedlergesetz verabschiedet (vgl. Schwartz 2000, 148). Allgemeinsprachlich bestehen Alternativbegriffe wie Flüchtling oder Heimkehrer in der Gesellschaft gleichwohl weiter fort (vgl. hierzu Schwartz 2000, 142–149 sowie Bretschneider 2013).
Anders als Aussiedler, das gesetzlich im 20. Jahrhundert zunächst auf Dauer gestellt wird, ist die intendierte Lebensdauer von Umsiedler im Sprachgebrauch von SBZ und DDR von Beginn an – erneut aus sprachpolitischen Gründen – begrenzt. Bereits ab 1946 wird der Ausdruck Umsiedler in Teilen sprachlich der Vergangenheit zugeordnet oder durch Neubürger (1948a) ersetzt (vgl. zu Neubürger auch Liedtke/Böke/Wengeler 1996, 176–179), um den Übergangsstatus und das forcierte Ende der Umsiedlungspolitik zu markieren (vgl. Schwartz 2000, 149): Der sprachpolitische Ausdruck dieser Einstellung, die Wegdefinition des einst selbst initiierten
(Schwartz 2000, 150) Das DDR-Umsiedlergesetz des Jahres 1950 ist Höhepunkt und Schlußpunkt der DDR-Umsiedlerpolitik (vgl. Schwartz 2000, 160); nachdem die Hilfsprogramme des Gesetzes 1952/53 ausliefen, geriet auch die Wortverbindung ehemalige Umsiedler Umsiedler
-Begriffs durch ideologisch passendere Ersatz-Begriffe, wurde erst 1949/50 in der gesamten SBZ/DDR greifbar.immer mehr in die politische Tabuzone
(Schwartz 2000, 161) und verschwand aus der kontrollierten Öffentlichkeit der DDR bis Mitte der 1950er Jahre weitgehend (vgl. Schwartz 2000, 162). Sofern dennoch über Umsiedlerpolitik gesprochen wird, geschieht dies nun im Modus der Historisierung (vgl. Schwartz 2000, 163).
Politische Abgrenzung II: Das bundesdeutsche Aussiedler
Auch im bundesdeutschen Sprachgebrauch wird das Substantiv Aussiedler, das sich ab den 1950er Jahren im bundesrepublikanischen Sprachgebrauch weiter verbreitet (vgl. Liedtke/Böke/Wengeler 1996, 170), zu einem Abgrenzungsbegriff gegenüber anderen Personenbezeichnungen aus dem Wortfeld MigrationWGd. Das Wort Aussiedler war in Westdeutschland zunächst nicht unumstritten. Es galt als politisch problematisch, dass eine Aussiedelung
der zunächst noch in den ehemaligen Ostgebieten verbliebenen Deutschen einen Verzicht auf diese Gebiete hätte implizieren können. In offiziellen Kontexten wurde daher alternativ auch das Wort Übernahme (der betreffenden Menschen in die Bundesrepublik Deutschland) verwendet (so jedenfalls Panagiotidis 2022). Auch alternative Personenbezeichnungen begegnen zu dieser Zeit, so etwa Umsiedler (1952) oder Rücksiedler (1977b; hierzu detaillierter Panagiotidis 2022).
Aussiedler hat über Jahrzehnte eine auch rechtliche Dimension (1989a). Als Unterkategorie zu Vertriebener wird Aussiedler im Bundesgesetz für die Vertriebenen und Flüchtlinge vom 19. Mai 1953 definiert (1953; vgl. hierzu auch Panagiotidis 2022). Ein anerkannter Aussiedler fremder Staatsangehörigkeit gilt dabei als Deutscher und hat ab 1955 Anspruch auf Einbürgerung (vgl. Panagiotidis 2022 unter Rückgriff auf das Grundgesetz sowie das Erste Staatsangehörigkeitsregelungsgesetz). Aussiedler ist, auch wenn sich eine auch positive identitätsstiftende Aneignung beobachten lässt, überwiegend eine Fremdbezeichnung für Personen ganz unterschiedlicher Herkünfte und Zugehörigkeiten (vgl. Panagiotidis 2022). Zu Aussiedler wird in den 1950er Jahren das Kompositum SpätaussiedlerWGd gebildet (1956a).
Ab den 1960er Jahren wird Aussiedler über den Aspekt der ethnischen Zugehörigkeit semantisch insbesondere von Ausländer abgegrenzt (1974, 1995; vgl. hierzu im Detail Panagiotidis 2022). Semantische Überschneidungen hat Aussiedler in Bezug auf die zugeschriebene ethnische Zugehörigkeit dahingegen in Bezug auf Vertriebener, sofern es in der Bedeutung die aus der Heimat Ausgewiesenen
auf nach 1945 aus den Gebieten jenseits von Oder und Neiße in das heutige Bundesgebiet Deutschland gekommenen Menschen bezogen wird (vgl. 10Paul, 1109).
Daneben tritt im bundesdeutschen Sprachgebrauch – auch und gerade in Abgrenzung zu Aussiedler – die Personenbezeichnung Übersiedler für Personen, die aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen (1984, 1985, 1989b, 1990, 1999, 2018; vgl. auch 10Paul, 125). Vergleichbar mit Umsiedler und Aussiedler ist im Übrigen auch Übersiedler bereits seit dem 19. Jahrhundert als Bildung zu Siedler belegt (1840, 1860, 1900), bevor es nach 1945 die neue Bedeutung jemand, der aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland migriert
erhält. Daneben stehen jedoch auch Verwendungen in einem breiteren Sinn (1971, 1977a).
Aussiedler und Aussiedlerhof: Verwendung in Bezug auf die Landwirtschaft
Auch in Bezug auf die Landwirtschaft erhält Aussiedler nach 1945 eine neue Bedeutung. Es bezeichnet nun selten auch Personen, die auf einem Hof leben, der aus einer geschlossenen Ortschaft auf das freie Land verlegt wurde (1955, 2023; vgl. auch DWDS unter AussiedlerDWDS). Die Bildung schließt an das Verb aussiedeln landwirtschaftliche Betriebe auf das freie Land verlegen
an (1956b; vgl. auch 2DWB III, 1446). Das Konzept der Aussiedelung wird in der frühen Bundesrepublik vor dem Hintergrund der Flurbereinigung zu einem der Kernkonzepte zur Anpassung des ländlichen Raums an eine moderne Gesellschaft (vgl. Becker 2013, 22). Vor diesem Hintergrund ist ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Aussiedler in entsprechender Bedeutung zudem das Kompositum Aussiedlerhof belegt (1965, 2002), das entsprechend einen aus einer geschlossenen Ortschaft aufs freie Land verlegten Hof bezeichnet (vgl. DWDS unter AussiedlerhofDWDS).
Literatur
Becker 2013 Becker, Karl: Zur Neuordnung der Landwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1970. In: Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik 135 (1/2013), S. 22–27.
Bretschneider 2013 Bretschneider, Uta: Umsiedler (SBZ/DDR). In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 9. 8. 2021 (zuerst 2013). (uni-oldenburg.de)
1DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Bd. 1–16. Leipzig 1854–1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. (woerterbuchnetz.de)
2DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Neubearbeitung. Hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (vormals Deutsche Akademie der Wissenschaften) und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bd. 1–9. Stuttgart 1983–2018. (woerterbuchnetz.de)
DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)
Hecker 1971 Hecker, Helmut: Die Umsiedlungsverträge des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Hamburg 1971.
Liedtke/Böke/Wengeler 1996 Liedtke, Frank/Böke, Karin/Wengeler, Martin: Politische Leitvokabeln in der Adenauer-Ära. Berlin u. a. 1996.
Panagiotidis 2015 Panagiotidis, Jannis: Aussiedler/Spätaussiedler. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 31. 8. 2020 (zuerst 2015). (uni-oldenburg.de)
Panagiotidis 2022 Panagiotidis, Jannis: Aussiedler/Spätaussiedler. In: Inken Bartels/Isabella Löhr/Christiane Reinecke/Philipp Schäfer/Laura Stielike (Hrsg.): Inventar der Migrationsbegriffe, 20. 1. 2022. DOI: https://doi.org/10.48693/17. (migrationsbegriffe.de)
10Paul Paul, Hermann: Deutsches Wörterbuch. Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatzes. 10., überarbeitete u. erweiterte Aufl. von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Tübingen 2002.
Schwartz 2000 Schwartz, Michael: „Vom Umsiedler zum Staatsbürger“. Totalitäres und Subversives in der Sprachpolitik der SBZ/DDR. In: Dirk Hoffmann/Marita Krauss/Michael Schwartz (Hrsg.): Vertriebene in Deutschland. Interdisziplinäre Ergebnisse und Forschungsperspektiven. München 2000, S. 135–166.
Belegauswahl
Vierteljähriger chronologischer Auszug der vom oberösterreichischen Landesgubernium vom 1. Jäner bis letzten März 1787 bekanntgemachten Verordnungen. o. O. 1787, unpag. (Militärkonzertat. 48.). (books.google.de)Bey den Umsiedlungssfällen nach Hungarn, oder auch in andere k. k. Erblanden ist hinfüro zu beobachten, daß der Umsiedler mit einem von seiner Obrigkeit ihm ertheilten, und sohin von hieraus, und der Militärbehörede kontrasignirten Losbriefe, oder Entlassungsscheine versehen werde.
Allgemeine Zeitung, 29. Mai 1840, Nr. 150, S. 1200. (deutschestextarchiv.de)Ein sehr schönes Blatt, das den Wünschen und Bedürfnissen Aller entsprechen wird, die nach Amerika reisen wollen; aber auch für diejenigen, welche von dem interessanten Lande klare Kenntniß gern haben und den Aufenthalt deutscher Uebersiedler wissen möchten, hat diese vortreffliche Karte hohes Interesse.
Wesselényi, Nicolaus: Eine Stimme über die ungarische und slawische Nationalität. Aus dem Ungarischen übersetzt. Leipzig 1844, S. 63. (books.google.de)Die Freizügigkeit besteht; aber der Umsiedler muß einen Andern anstatt seiner stellen.
Die Gartenlaube 6 (1858), S. 530. [DWDS] (wikisource.org)Am Einfluß des Buffalo-Flusses in den Red-River lebt seit vier Jahren schon ein deutscher Aussiedler, Hacker ist sein Name.
Burckhardt, Jacob: Die Cultur der Renaissance in Italien. Ein Versuch. Basel 1860, S. 62. (deutschestextarchiv.de)Es gab einen Mythus von der feierlichen Gründung der Stadt: am 25. März 413 um Mittag hätten die Ueberſiedler aus Padua den Grundſtein gelegt am Rialto, damit eine unangreifbare, heilige Freiſtätte ſei in dem von den Barbaren zerriſſenen Italien.
Busch, E. H.: Materialien zur Geschichte und Statistik des Kirchen- und Schulwesens der Ev.-Luth. Gemeinden in Russland. St. Petersburg 1862, S. 307. (books.google.de)Es mögen nun schon 14 bis 15 Jahre her sein, seit die ersten deutschen Aussiedler aus den alten Colonien der Wiesenseite in die damals noch als wild und unwirthsam verrufene Steppe an den Flüssen Nachoi und Karaman hinauszogen, als Abenteurer und Waghälse von Allen angestaunt (denn noch spukte die Kirgisienfurcht in den Köpfen der Colonisten), ihre Baulichkeiten nebst allem Vieh und Wirthschaftsgeräth mit hinausnehmend und ihr früheres Land der Gemeinde als Ersatz für das neue von ihnen in der Steppe zu bebauende zurücklassend.
Blätter für administrative Praxis und Polizeipflege XXIII (1873), Nr. 6, S. 85. (books.google.de)Unter neuen Ansiedlern seien aber alle diejenigen zu verstehen, welche früher der Gemeinde nicht angehörten, demnach auch die „Umsiedler.“
Mommsen, August (Hrsg.): Griechische Jahreszeiten. Heft III. Schleswig 1875, S. 309. (books.google.de)Mit Anf. Dec. beginnt die Zeit des winterlichen Bestandes, nachdem im Nov. sowohl die Wanderer vom Auslande als auch die Umsiedler aus den Bergen in der Ebene eingetroffen sind.
Klaus, Aleksandr Avgustovich: Unsere Kolonien: Studien und Materialien zur Geschichte und Statistik der ausländischen Kolonisation in Rußland. Aus dem Russischen übersetzt von J. Töws. Odessa 1887, S. 75. (books.google.de)Im Allgemeinen konnten sie zu keinem endgiltigen Entschluß kommen, ob sie in einer besondern Kolonie ansiedeln, oder sich den schon bestehenden mennonitischen Dörfern anschließen sollten. Im März 1819 äußerte sogar ein Theil der Umsiedler die Absicht, nach Raditschew zurückkehren und sich dort familienweise in besonderen Höfen niederlassen zu wollen.
Russische Revue. Vierteljahresschrift für die Kunde Russlands XXVIII (1888), S. 438. (books.google.de)In Betreff anderer Aussiedler kennen wir aber wol Fälle, dass die Gemeinde (beim Gemeindebesitz) ihr Interesse zu wahren weiss: sie verbietet alle privaten Verkäufe, selbst langjährige Verpachtung Seitens Aussiedler, sie gestattet derartige Verträge nur für die Zeit, bis der Aussiedler in der neuen Heimath angeschrieben und damit aus dem Verbande der Heimathgemeinde geschieden ist […].
Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland 115 (1895), S. 420. (books.google.de)„Es wird Wesen gemacht, fügt der Berichterstatter bei, von den Leiden der englischen Umsiedler in Amerika, die seitens der Indianer zu dulden haben […].“
Dinglers Polytechnisches Journal 315 (1900), S. 194. (bbaw.de)Auf allen übrigen Bergwerksgebieten besteht die Arbeiterschar aus frei angeworbenen Kräften, aus Ureinwohnern, Ansiedlern oder Uebersiedlern aus dem europäischen Russland.
Zahn, Friedrich: Die Statistik in Deutschland nach ihrem heutigen Stand: Georg von Mayr bei der Feier seines 70. Geburtstags am 12. Februar 1911 als Ehrengabe dargebracht. Bd. 1. München/Berlin 1911, S. 474.4. Auswandernde Umsiedler […]
5. Einwandernde Umsiedler […]
a) Rückwanderer
b) Neuanwanderer.
Bonwetsch, Gerhard: Geschichte der deutschen Kolonien an der Wolga. Stuttgart 1919, S. 98. (suub.uni-bremen.de)Jedenfalls verspürte man in dem ganzen wirtschaftlichen Leben der Kolonien bald ihren stärkenden Einfluß. Besonders die Besiedlung der Neuländereien ist durch sie wesentlich erleichtert worden, wenn sie auch die Unterstützung der Aussiedler durch die Gemeinden nicht völlig zu ersetzen vermochten.
Koschny, Heinz: Die preussischen provinziellen Wohnungsfürsorgegesellschaften. Breslau 1931, S. 37Letztlich sind es organisatorische Gesichtspunkte, die es zweckmäßig erscheinen lassen, die Wo.Ges. als besondere Verfahrensträger zwischen die geldgebenden Stellen und die eigentlichen Bauherren (Umsiedler) in den Umsiedlungsprozeß einzuschalten. Die Umsiedlung ist ein Akt staatlicher Wohnungs- und Arbeitsmarktpolitik.
Mann, Willi: Entlastung des städtischen Arbeitsmarktes durch die Landwirtschaft. (Abgeschlossen im Juni 1930). Düren-Rhld 1932, S. 11. (google.de)Von Bredow regte früher an, die Kreisverwaltung zu Trägern der Umsieldung zu machen, wobei besondere Rechtssubjekte auf privatrechlicher Grundlage unter vorwiegender Beteiligung der Kreiskommunalverbände zu begründen seien. In Provinzialgesellschaften sollten die Kreisgesellschaften ihre Spitze und Stütze finden.
Die praktische Durchführung der Umsiedlungsmaßnahmen liegt bei gemeinnützigen Baugesellschaften, die für die Umsiedler Einfamilienhäuser erstellen und an sie mit Kaufanwartschaft vermieten.
N. N.: Bevölkerung, Außenpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 9, 6. 11. 1939, S. 4304 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1939]. [DWDS]Die Umsiedler haben das Recht, ihr Vermögen in dem für die Fortsetzung ihrer wirtschaftlichen und beruflichen Tätigkeit notwendigen Ausmaß sowie innerhalb bestimmter Normen auch die Wertgegenstände ihres persönlichen Besitzes mitzunehmen. Überdies sieht die Vereinbarung vor, daß die Interessen der Aussiedler mit Bezug auf ihr im früheren Wohnort zurückgelassenes Vermögen gewährleistet werden
Das Archiv. Nachschlagewerk für Politik, Wirtschaft, Kultur. Oktober 1940, S. 723.Abschluß der Umsiedelung aus Bessarabien
Die Aussiedelung der Volksdeutschen aus Bessarabien, die am 23. September begonnen hatte, wurde am 28. Oktober abgeschlossen. […] 30461 Aussiedler wurden zu den Schiffen gebracht […], 15373 wurden mit Fuhrwerken mit 22922 Pferden in großen Trecks über die Pruthbrücke nach Galatz und wurden zum Theil gleich auf die Schiffe gebracht, zum Theil verweilten sie einige Tage im Auffanglager von Galatz.
Thoß, Alfred: Heimkehr der Volksdeutschen. Berlin 1941, S. 11Während der Zoll- und Paßabfertigung vor Betreten dieser Schiffe, die für die Aussiedler Deutschland bedeuteten, eilten die Blicke noch einmal zurück, hier zu den hochtragenden Türmen von Reval, dort zu der von Deutschen gegründeten und zum Blühen gebrachten Stadt Riga, dann glitten die Augen hinüber übers Wasser, dorthin, wo Deutschland, die neue Heimat liegt.
Vereinbarung zwischen der Deutschen Regierung und der Regierung der UDSSR über die Umsiedelung der deutschen Reichsangehörigen und der Personen deutscher Volkszugehörigkeit aus der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik in das Deutsche Reich und die Umsiedelung der Litauischen Staatsangehörigen und der Personen Litauischer, Russischer und Belorussischer Volkszugehörigkeit aus dem Deutschen Reich (ehemaliges Memelgebiet und Suwalkigebiet) in die Litauische Sozialistische Sowjetrepublik. 10. 1. 1941. In: Hecker, Helmut: Die Umsiedlungsverträge des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Hamburg 1971, S. 154–171, hier S. 156.Artikel 2
Personen, die auf Grund der vorliegenden Vereinbarung umgesiedelt werden, haben das Recht, bei der gemeinsamen Ausreise ihre Familien mitzunehmen, wobei auf Grund des von den Familienmitgliedern geäußerten Wunsches im Bestande der Familie umgesiedelt werden können: die Ehefrau oder der Ehemann, die Kinder, die Mutter, der Vater, die Enkel, Pflege- und Ziehkinder und sonstige Hausgenossen, sofern sie mit dem Umsiedler gemeinsamen Haushalt führen.
N. N.: Wehrmacht. Innenpolitik. DEUTSCHLAND. Auslanddeutsche. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 11, 9. 9. 1941, S. 5185 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1941]. [DWDS]Um in der Bekämpfung von Sabotageakten Blutvergießen zu vermeiden, ist es für notwendig erachtet worden, die gesamte deutsche Bevölkerung des Wolgagebietes umzusiedeln. Den Umsiedlern wird Land- und Staatshilfe gegeben werden, um sich in den neuen Gebieten seßhaft zu machen. In den Bezirken Nowosibirsk, in Al[t]aigebiet, in der Kasa[ch]stanrepublik, in denen der Boden reich und fruchtbar ist, ist bereits entsprechendes Gelände zur Verfügung gestellt worden.
N. N.: Polnische Gebiete (ehemals), Reden. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 12, 13. 5. 1942, S. 5496. [DWDS]Greiser verwies weiter auf die Raumweite des deutschen Ostens und befaßte sich in diesem Zusammenhang mit der gewaltigen Umsiedlungsaktion, zu der der Führer seinerzeit aufgerufen hatte. Von den deutschen Umsiedlern, die aus dem weiten Ostraum wieder in die deutsche Heimat zurückgekehrt sind, sei der größte Teil allein im Wartheland angesiedelt worden.
Rundschreiben Nr. 1 der Zentralverwaltung für deutsche Umsiedler an die Umsiedlerämter der Landes- und Provinzialverwaltungen, an die Landräte und Bürgermeister der kreisfreien Städte. Berlin, 2. Oktober 1945, zitiert nach: Manfred Wille (Hrsg.): Die Vertriebenen in der SBZ/DDR. Dokumente. Bd. 1: Ankunft und Aufnahme 1945. Wiesbaden 1996 (Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund 19/1), S. 264–269, hier S. 264.Hierbei sei bemerkt, daß fortan in unserem Sprachgebrauch nur die Rede von Umsiedlern ist. Die Bezeichnung Flüchtlinge oder Ausgewiesene ist nicht mehr zu gebrauchen.
Tägliche Rundschau, 11. 1. 1947, S. 3. [DWDS]Dabei wurde die aufschlußreiche Feststellung gemacht, daß von den neueingetroffenen 30000 Umsiedlern 24826 in Wohnungen untergebracht werden konnten; bei dem durch Kriegseinwirkungen beschränkten Leipziger Wohnraum eine beachtliche organisatorische Leistung.
Landtagsrede des mecklenburgischen CDU-Abgeordneten Reichert am 24. 8. 1948 (Abschrift aus dem Landtagsprotokoll). In: Archiv für Christlich-Demokratische Politik (ACDP), Bestand Landesverband Mecklenburg, 03–036-113.Ich möchte aber diese Gelegenheit benutzen, darauf hinzuweisen, daß dieser, wie wir ja alle wissen, Zuwachs der Bevölkerung im wesentlichen durch Zuwachs aus früheren deutschen Gebieten entstanden ist, aus den Menschen, die wir zunächst Flüchtlinge und die wir heute Neubürger zu nennen uns gewöhnt haben.
N. N.: Außenpolitik. DEUTSCHLAND. Britische Zone. Bevölkerung. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 18, 9. 12. 1948, S. 1728 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1948]. [DWDS]In der neuen Note wird festgestellt, daß die britischen Besatzungsbehörden nichts unternommen hätten, um einer solchen Tätigkeit der Flüchtlinge und Aussiedler entgegenzutreten.
N. N.: Sowjetzone. Parteien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 21. 7. 1949, S. 2016 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1949]. [DWDS]Der Parteivorstand beschloß, die Genossen Gerhard Eisler (1951 C) und den Vorsitzenden der Deutschen Wirtschaftskommission, Heinrich Rau, als Mitglieder in den Parteivorstand, den Genossen Rau gleichzeitig als Kandidaten des Politbüros zu kooptieren. Auf der Tagung wurde ausgeführt, daß man die Umsiedler in den Westzonen hungern lasse und ihre Empörung durch den Massenbetrug der Forderung nach einer Revision der Oder-Neisse-Grenze abzulenken suche.
N. N.: Sowjetzone. Parteien. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 21. 7. 1949, S. 2016 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1949]. [DWDS]In der sowjetischen Besetzungszone seien die Umsiedler zu 85 Prozent in den Produktionsprozeß eingereiht.
N. N.: Grenzen. Außenpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 19, 9. 9. 1949, S. 2063 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1949]. [DWDS]In den Westzonen sei den Umsiedlern dagegen weder Boden noch Arbeit zugewiesen worden, dagegen versuche man die Illusion zu erwecken, daß die Ostgrenze nur provisorisch sei.
Pieck, Wilhelm: An der Wende der deutschen Geschichte – Antrittsrede des Präsidenten der DDR auf der gemeinsamen Tagung der Provisorischen Volks- und Länderkammer am 11. 10. 1949. [DWDS]Noch ist es nicht gelungen, allen Umsiedlern volle materielle Sicherheit und das Gefühl der vollen Gleichberechtigung in der gemeinsamen deutschen Heimat zu geben und sie fest in dieser Heimat zu verwurzeln.
N. N.: Bevölkerung. Sozialpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 22, 15. 3. 1952, S. 3387 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1952]. [DWDS]Die Regierung billigte laut Neue Zeitung folgende abgeänderte Aufnahmequoten für die einzelnen Länder unter dem Umsiedlungsgesetz vom März 1951 (siehe 2849), nachdem für die ersten 200000 der insgesamt 300000 Umzusiedelnden der nötige Wohnraum sichergestellt werden konnte (siehe Verzögerungen: 3251 E): Die folgenden Länder müssen an freiwilligen Umsiedlern aufnehmen: Baden 2000, Bremen 2000, Hamburg 60000, Hessen 2000, Nordrhein-Westfalen 64000, Rheinland-Pfalz 2000, Württemberg-Baden 17500, Württemberg-Hohenzollern 4500.
Gesetz über die Anglegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz – BVFG). Vom 19. Mai 1953. In: Bundesgesetzblatt Teil I., 22. Mai 1953, Nr. 22, S. 203. (bgbl.de)Als Vertriebener gilt, wer als deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger […]
3. nach Abschluß der allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen die zur Zeit unter fremder Verwaltung stehenden deutschen Ostgebiete, Danzig, Estland, Lettland, Litauen, die Sowjetunion, Polen, die Tschechoslowakai, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien oder Albanien verlassen hat oder verläßt, es sei denn, daß er erst nach dem 8. Mai 1945 einen Wohnsitz in diesen Gebieten begründet hat (Aussiedler) […].
Der Spiegel, 16. 3. 1955, S. 18. [IDS]Das neu aufgeteilte Land soll sich in drei Ringen um die Stadt legen: direkt an die Häuser anschließend möglichst der Kleinbesitz bis etwa fünf Morgen, dann die Ländereien der Nebenerwerbs-Landwirte und im dritten Ring die Felder der Aussiedler. Prinzipiell soll kein Landbesitz der sogenannten kleinen Leute weiter von der Stadt entfernt sein als die Höfe der Aussiedler (siehe Karte).
Plenarprotokoll vom 9. 2. 1956. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 02/128, S. 6670. [DWDS] (bundestag.de)Im übrigen sind die gleichen Maßnahmen für die jugendlichen Spätaussiedler aus den Vertreibungsgebieten notwendig.
N. N.: Landwirtschaftsprogramm der Bundesregierung von Bundestag einstimmig angenommen; Inhaltsangabe des Grünen Berichts. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 26, 27. 2. 1956, S. 5647 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1956]. [DWDS]Jährlich sollen bis zu 3000 Hofe aus beengter Dorflage ausgesiedelt und etwa 10000 ha für die Aufstockung von Betrieben verfügbar gemacht werden.
N. N.: Bundeshaushalt 1958 vom Bundesrat und Bundestag in erster Lesung behandelt. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 28, 16. 4. 1958, S. 7008 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1958]. [DWDS]Am schwierigsten gestaltet sich die Finanzierung des Wohnungsbaus für Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler und Zuwanderer aus der Sowjetzone.
Plenarprotokoll vom 18. 2. 1965. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 04/165, S. 8252. [DWDS] (bundestag.de)Wer also bei uns mit der Hälfte der Baukosten unserer Aussiedlerhöfe auskommen will, der muß mindestens einen 50–100 ha großen Betrieb haben.
N. N.: 27 973 Übersiedler in die BRD. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 41, 16. 12. 1971, S. 16759. [DWDS]Vom 1. Januar bis 30. November wurden laut FAZ im Grenzdurchgangslager Friedland 27973 Übersiedler aus Ländern des Ostblocks registriert, davon 23200 auf Grund der deutsch-polnischen Vereinbarung (siehe 15868 A) aus Polen.
N. N.: Regierungserklärung Brandts; Stellungnahme Barzels. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 43, 18. 1. 1973, S. 17600 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1973]. [DWDS]Die CDU/CSU vermisse auch jeden Hinweis darauf, daß die Bundesregierung die gegebenen Zusagen auf humanitärem Gebiet einzufordern gewillt sei. Die Zahl der Umsiedler aus der Sowjetunion und aus Polen habe sich 1972 verringert; und auch über die Zahlen aus der DDR ließe sich vieles sagen.
N. N.: Durchgangslager. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000. München 2000 [1974], S. 8. [DWDS]Drei Personengruppen müssen dort Station machen, ehe der einzelne seinen Wohnsitz in der Bundesrepublik nehmen darf: Aussiedler, DDR- Flüchtlinge und Ausländer, die um Asyl nachsuchen.
N. N.: Fortgang der Ereignisse in den Beziehungen BRD/DDR und der Auseinandersetzungen um den Berlinstatus (II). In: Archiv der Gegenwart, Bd. 47, 5. 1. 1977, S. 20690 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1977]. [DWDS]1976 nach Unterzeichnung des deutsch-polnischen Abkommens (20076 A) kamen 29078 Übersiedler aus Polen (1975 waren es 6669), 9 690 aus der Sowjetunion (1975 waren es 5 827) und 846 Deutsche aus südosteuropäischen und südamerikanischen Ländern (1975: 1 228).
Plenarprotokoll vom 19. 1. 1977. In: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll Nr. 08/7, S. 174. [DWDS] (bundestag.de)Ich finde in dieser Erklärung nichts über das Deutschland jenseits von Oder und Neiße und das Schicksal unserer Mitbürger dort. Dafür spricht Herr Brandt von „Rücksiedlern“, meine Damen und Herren. Bei jenen, die aus ihrer Heimat weg müssen, spricht er von Rücksiedlern.
N. N.: Polen erfüllt Vereinbarungen über Umsiedlung Deutscher in die Bundesrepublik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 50, 4. 9. 1980, S. 23828 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1980]. [DWDS]Von 1970 bis 1979 habe die Gesamtzahl der Aussiedler aus Osteuropa 353077, im Jahrzehnt davor nur 213882 betragen.
Kohl, Helmut: Ansprache anlässlich der 35. Vertriebenen-Wallfahrt auf dem Schönenberg bei Ellwangen/Jagst, 15. 5. 1983. [DWDS]Ein herzliches Wort des Willkommens an alle Aussiedler, die zu uns nach Hause kommen.
N. N.: Diskussionen um Honecker-Besuch. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 54, 4. 9. 1984, S. 28029 [ff.]. Zit. n. CD-ROM-Ausgabe 2001 [zuerst 1984]. [DWDS]Ich denke an die erhebliche Zahl von Einreiseverboten in die DDR, von denen ganze Personengruppen – etwa die Übersiedler aus der DDR – oft über viele Jahre betroffen sind.
Zimmermann, Hartmut (Hrsg.): DDR-Handbuch – F. In: Enzyklopädie der DDR. Berlin 2000 [1985], S. 2359. [DWDS]Andererseits sind in der Statistik der Antragsteller im Notaufnahmeverfahren auch Personen erfaßt, die mit Genehmigung der DDR in die Bundesrepublik Deutschland übergesiedelt und somit nicht als F. anzusehen sind. Bis 1962 sind diese Übersiedler (Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland) statistisch nicht gesondert erfaßt worden.
N. N.: Aussiedler. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000. München 2000 [1989], S. 136. [DWDS]Wer Aussiedler ist, wird geregelt im Bundesvertriebenen-Gesetz.
Nr. 85: Telefongespräch Kohl mit Mitterrand vom 11. November 1989. In: Deutsche Einheit. Berlin 2000 [1989], S. 1453. [DWDS]Der Bundeskanzler erwähnt in diesem Zusammenhang, daß allein bis Ende Oktober 1989 rund 230000 Übersiedler aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland gekommen seien.
Nr. 168: Schreiben Schneider an Kohl vom 9. Februar 1990. In: Deutsche Einheit. Berlin 2000 [1990], S. 2280. [DWDS]Die Diskussion solcher Maßnahmen wird die Ausreisewilligen in der DDR, die bislang noch mit der Ausreise zögern, erst recht zur baldigen Übersiedlung bewegen. Nicht weniger, sondern mehr Übersiedler sind zu erwarten.
Berliner Zeitung, 2. 12. 1995. [DWDS]Der Großteil der neuen deutschen Staatsbürger sind sogenannte Aussiedler, aber auch 61700 nicht-deuschstämmige Ausländer wurden zu Deutschen.
Berliner Zeitung, 9. 11. 1999. [DWDS]Die wichtigsten Quellen dieser Entwicklung waren nachziehende Türken, Aussiedler aus Osteuropa, Übersiedler aus der DDR und polnische Asylbewerber.
Berliner Zeitung, 3. 7. 2002. [DWDS]Genau hier, nördlich des Bodensees, zwischen dem Ort Taisersdorf und zwei Aussiedlerhöfen, ist die Boeing 757 der DHL vom Himmel gefallen.
Merkel, Angela: Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei der Festveranstaltung zum 60. Stiftungsjubiläum der Friedrich-Naumann-Stiftung, 10. 5. 2018. [DWDS] (bundesregierung.de)Millionen von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen aus vormals deutschen Gebieten und Übersiedler aus der DDR suchten ihren Platz in der westdeutschen Gesellschaft.
Kürnach. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 5. 11. 2023. [DWDS] (wikipedia.org)1961 zogen die ersten Aussiedler im Geißbühl, den heutigen Aussiedlerhöfen, ein, um aus den beengten dörflichen Verhältnissen auszusiedeln. Die Felder der Aussiedler waren im Zuge der Flurbereinigung um die Höfe gelegt worden.