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Wortgeschichte zu

Proletarier

proletarisch

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Bei der Personenbezeichnung Proletarier handelt es sich um eine Entlehnung aus lateinisch prōlētārius, die durch einen jüngeren, seit 1830/40 wirksamen französischen Einfluss überlagert wird (prolétaire). Die Bezeichnung wird seit der Revolution von 1848/1849 zu einem wichtigen politischen Schlagwort, das bis zum Untergang der DDR relevant bleibt. Die Wortgeschichte ist vor allem durch das Nebeneinander einer abwertenden Lesart sowie einer positiven Lesart auf Seiten jeweils unterschiedlicher politischer Lager gekennzeichnet.

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Wortgeschichte

Lateinische Herkunft

Die Personenbezeichnung Proletarier geht auf lateinisch prōlētārius der untersten Volksklasse angehörig bzw. Bürger der untersten Klasse zurück. Das Wort Proletarier tritt zunächst in Texten zum alten Rom auf (1804, 1811), ist also in dieser frühen Phase seiner Geschichte noch als Exotismus anzusehen. Darüber hinausreichende Anwendungen kommen im frühen 19. Jahrhundert lediglich vereinzelt vor (so steht Proletarier in einem Beleg von 1812 für die Jakobiner der französischen Revolution, vgl. auch 10Paul 765).

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Das lateinische Adjektiv ist zu dem Substantiv prōlēs Nachkomme gebildet. Mit dem Wort sind also ursprünglich diejenigen Bürger gemeint, die dem Staate nicht mit eigenem Vermögen, sondern lediglich mit ihrer Nachkommenschaft dienen können (vgl. pfeifer1 unter ProletarierDWDS). Aufgrund ihrer Besitzlosigkeit waren die proletarii in älterer Zeit auch vom Militärdienst ausgeschlossen, da sie nicht in der Lage waren, aus eigenen Mitteln Bewaffnung und Ausrüstung zu stellen (vgl. 2Pauly unter Proletarii).

Revolutionäre Einflüsse

Eine deutlichere Dynamik in der Geschichte des Wortes Proletarier, die auch die antiken Bezüge zurücktreten lässt, ist ab den 1830er Jahren zu erkennen. Neben dem lateinischen Wort spielt nun zunehmend das französische Substantiv (und Adjektiv) prolétaire als maßgebliche Quelle des Wortgebrauchs eine Rolle; die lateinischen Ursprünge werden somit durch jüngere französische Einflüsse überlagert. Der französische Ausdruck (der ebenfalls auf das Lateinische zurückgeht) wird dort bereits Mitte der 1820er Jahre auf die ärmsten sozialen Schichten Frankreichs bezogen; so ist laut TLFi unter prolétaire bereits 1825 bei dem Sozialphilosophen Henri de Saint-Simon von der proletarischen Klasse (classe prolétaire) die Rede (vgl. auch DHLF 1771). Den wesentlichen Kontext für die Verbreitung des Wortes in den europäischen Sprachen bilden aber die sozialen Unruhen und Umwälzungen der 1830er und 1840er Jahre, die in der Regel von Frankreich ausgehend sich auf größere Teile Europas erstreckten (1840). Zunächst bezeichnete das Wort zwar offenbar noch allgemein die ärmeren Schichten einer Gesellschaft (vgl. 1839), es wird dann aber zunehmend spezifischer im Sinne von besitzlose Arbeiterschaft, Industrieproletariat, verwendet und in einen Gegensatz zu Bürgertum gestellt, dies vor allem im Manifest der Kommunistischen Partei und den Schriften von Karl Marx (vgl. 1848e, 1867). Insofern tritt hier eine Bedeutungsverengung ein.

Zwischen Schlagwort und Stigmawort

Proletarier wird schon ab den 1840er Jahren (1842), spätestens aber seit der Zeit um 1848/49 zu einem Schlagwort der aktuellen politischen Auseinandersetzungen. Dabei ist, wenn man auf die gesamte Wortgeschichte blickt, auffallend, dass der Schlagwortcharakter über einen sehr langen historischen Zeitraum erhalten bleibt, nämlich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Untergang des Sozialismus bzw. der DDR (vgl. 1956, 1965, 1989). Proletarier (wie auch die Kollektivbildung ProletariatWGd) kann damit als eine der zentralen politischen Vokabeln der beiden zurückliegenden Jahrhunderte gelten.

Ein weiteres und ebenfalls sehr langlebiges Charakteristikum des Wortes ist, dass es parallel in einer deutlich positiven und in einer stark abwertenden Lesart auftritt, also in gewissem Sinne zugleich Fahnenwort und Stigmawort ist. Sprachliche Akteure, die in irgendeiner Weise als marxistisch oder sozialistisch zu verorten sind, gebrauchen es als affirmatives, zur Identifikation einladendes und daher deutlich positiv gefasstes Wort (vgl. unter vielen Beispielen 1958). Zu dieser positiven Gebrauchstradition gehört auch, dass Proletarier nicht nur als Opfer, sondern vor allem als starke gesellschaftliche Akteure, ja als Träger einer weltgeschichtlichen Mission dargestellt werden (1933a), die sich durch Tatkraft und Klassensolidarität auszeichnen. Dies kommt auch in dem von Marx und Engels geprägten Slogan Proletarier aller Länder, vereinigt euch! zum Ausdruck (im Manifest der kommunistischen Partei von 1848a). In etwas abgeschliffener Verwendung steht es dann auch einfach für Arbeiter in einem sozialistischen Staat (1946).

Auf der anderen Seite der Gebrauchsgeschichte stehen pejorative Verwendungen; das Wort bedeutet hier kultur- und geschmacklose, ungebildete Person (1876, 1879, 1933b). In dieser abwertenden Lesart tritt bereits im 19. Jahrhundert auch die gekürzte und eher umgangssprachliche Bildung ProletWGd hinzu. Auch zur teils ironisch gefärbten, teils auch klar abwertenden Bezeichnung von Personen des linken politischen Spektrums bzw. eines sozialistischen Staates wird es gelegentlich verwendet (1895). Hier bedeutet es somit Marxist, Kommunist.

Das Adjektiv proletarisch

Zu der Personenbezeichnung Proletarier wird Ende der 1840er Jahre auch das Adjektiv proletarisch gebildet. Diese Wortbildung bedeutet recht unspezifisch den Proletarier betreffend bzw. typisch für ihn, der Klasse der Proletarier zugehörig (1907, 2017, 2012). Sie ist schon sehr früh fester Bestandteils des kommunistischen Schrifttums. Dementsprechend finden sich häufig Verbindungen wie die proletarische Bewegung (1848b, 1913), die proletarische Revolution (1848d, 1957) oder die proletarische Partei (1848c, 1863, 1969). Wie das Substantiv Proletarier, kommt auch das Adjektiv im Sinne von geschmacklos, kulturlos, ungehobelt vor (1910, 2004).

Volker Harm

Literatur

DHLF Dictionnaire historique de la langue française, par Alain Rey et al., 3. Aufl. Bd. 1–2. Paris 2000.

10Paul Paul, Hermann: Deutsches Wörterbuch. Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatzes. 10., überarb. u. erw. Aufl. von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Tübingen 2002.

2Pauly Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Hrsg. von Hubert Cancik, Helmuth Schneider und Manfred Landfester. Bd. 1–16, Supplementbd. 1–4. Stuttgart 1996–2008 (Online-Ausgabe Brill’s New Pauly). (han.sub.uni-goettingen.de)

Pfeifer Pfeifer, Wolfgang u. a.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. (dwds.de)

TLFi Trésor de la language française informatisé (Trésor de la language française, sous la direction de Paul Imbs/Bernard Quemada. Bd. 1–16. Paris 1972–1994). (atilf.fr)

Belegauswahl

Die 6te Klasse hieß spottweise Proletarier, weil der Staat nichts als Kinder von ihnen hatte, oder auch Capitecenser, weil nur die Köpfe, nicht das Vermögen bei dem Census in Anschlag gebracht wurden.

Brand, Jakob: Jakob Brand’s, Professors an dem Kurerzkanzlerischen Gymnasium in Aschaffenburg Handbuch der Römischen Alterthümer für Schulen. Frankfurt am Main, 1804. (gei.de)

Bey Gellius XVI. c. 10. iſt eine merkwuͤrdige, aber doch unbefriedigende Stelle uͤber die Proletarier. Er ſcheint ſie auf das Vermoͤgen zwiſchen 1500 und 375 Aſſen zu beſchraͤnken: […]es iſt aber nicht glaublich daß die Zahl deren Vermoͤgen in dieſen Raum faͤllt ſe bedeutend geweſen ſeyn ſollte daß man ihr einen eignen Nahmen, denen aber, die zwiſchen 12500 und 1500 Aſſe geſchaͤtzt wurden keinen ſolchen gegeben haͤtte. Es iſt vielmehr wahrſcheinlicher daß alle von der ſechſten Klaſſe, die nicht capite censi waren, Proletarier genannt wurden.

Niebuhr, Barthold Georg: Römische Geschichte. Erster Theil. Berlin 1811, S. 267. (deutschestextarchiv.de)

Selbst den Proletarier beschenket Deine Huld mit dürren Rindchen Brodt.

Zeitschrift für deutsche Wortforschung 13, 275 (Urania 1812).

Der 1833 aus oem deutschen Preßverein hervorgegangne Männer- oder Sektionenbund war feiner angelegt als jeder frühere; ebenso in Frankreich der zuletzt gebildete Verein der Jahreszeiten; und überall, in England, Frankreich, Deutschland, Schweitz, Italien, suchte man mehr und mehr die Masse der Handwerker, der Arbeiter, der Armen und Proletarier in einen Aufruhr zu verwickeln, der alles Eigenthum, vielleicht sogar die Ehe gefährden müßte.

Bauer, Ludwig Amandus: Allgemeine Weltgeschichte für alle Stände. Mit einem Stahlstich; Bd. 6. In: Bauer, Ludwig Amandus: Allgemeine Weltgeschichte für alle Stände. Mit einem Stahlstich; Bd. 6. Stuttgart, 1839. (gei.de)

In ganz Europa, nicht etwa in Deutschland allein, sucht man in Folge der heftigen Erschütterungen aller bürgerlichen Ordnung, jetzt mehr als je, die Proletarier und gemeinern Volksclassen in ihrem Drange nach Macht und Einfluß aufzuhalten, und, wie man sich ausdrückt, dem völligen Ruin des Adels abzuwehren.

Allgemeine Zeitung Nr. 146, 25. 11. 1840, S. 1161. (deutschestextarchiv.de)

Dort steht ein junger idealistischer Revolutionär vom Continent, ein Eingebürgerter von St. Pelagie. Sein Haar wallt lockig über die Schultern […], es ist schwarz und hat vor Frühreife schon, gegen das Licht gehalten, ein graues Lüstre; er runzelt die Stirn, er liest in den Werken St. Justs, er ist adelig und läßt die Bezeichnung davon aus, er ist reich und hungert, um die Empfindungen der Proletairs zu studiren.

Gutzkow, Karl: Die Zeitgenossen. Ihre Schicksale, ihre Tendenzen, ihre großen Charaktere. Erster Band. 2. unveränderte Ausgabe. Pforzheim 1842, S. XVII. (deutschestextarchiv.de)

[…]Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer Kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.

Proletarier aller Länder vereinigt Euch!

Marx, Karl/Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848, S. 23. (deutschestextarchiv.de)

Alle bisherigen Bewegungen waren Bewegungen von Minoritäten oder im Interesse von Minoritäten. Die proletarische Bewegung ist die selbstständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl.

Marx, Karl/Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848, S. 10. (deutschestextarchiv.de)

Die Kommunisten unterscheiden sich von den übrigen proletarischen Parteien nur dadurch, daß einerseits sie in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesammten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen, […]andrerseits dadurch, daß sie in den verschiedenen Entwicklungs-Stufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchläuft, stets das Interesse der Gesammt-Bewegung vertreten.

Marx, Karl/Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848, S. 11. (deutschestextarchiv.de)

Das Lumpenproletariat, diese passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft, wird durch eine proletarische Revolution stellenweise in die Bewegung hineingeschleudert, seiner ganzen Lebenslage nach wird es bereitwilliger sein sich zu reaktionären Umtrieben erkaufen zu lassen.

Marx, Karl/Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848, S. 10. (deutschestextarchiv.de)

Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden – die modernen Arbeiter, die Proletarier.

Marx, Karl/Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848, S. 7. (deutschestextarchiv.de)

[…]So glauben wir denn, daß auch ohne sofortigen und förmlichen Anschluß der Flüchtlinge an die Fahne der Reform von ihnen nicht viel zu befürchten ist. Sie sind unter sich zerklüftet, ja zum Theil feindseliger geschieden, als von uns — man erinnere sich nur an die vor drei Jahren wüthende Fehde zwischen Vogt und Marx. Die „proletarische Partei" und die Bourgeois-Demokraten werden niemals mit einander gehen.

Die Grenzboten 22/1/1 (1863), S. 16. (deutschestextarchiv.de)

Nachdem wir die gewaltsame Schöpfung vogelfreier Proletarier betrachtet, die blutige Disciplin, welche sie in Lohnarbeiter verwandelt, die schmutzige Haupt- und Staatsaktion, die mit dem Exploitationsgrad der Arbeit die Accumulation des Kapitals polizeilich steigert, fragt sich, wo kommen die Kapitalisten ursprünglich her?

Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg 1867, S. 726. (deutschestextarchiv.de)

So wären z. B. als kennzeichnende Eigenschaften des Aristokraten anzuführen: Stolz, reizbares Ehrgefühl, hohes Selbstbewußtsein, Uebermuth, Genußsucht u. s. w., während Züge von naturwüchsiger Kraft, von Rohheit und Maßlosigkeit charakterisirend für den Proletarier sind.

Dohm, Hedwig: Der Frauen Natur und Recht. Berlin 1876, S. 6. (deutschestextarchiv.de)

[…]Die Verfolgung der Einheitsbeſtrebungen iſt der ſchnödeſte, ſchmutzigſte Schmachfleck in der Geſchichte unſerer Nation. Wer nicht wollte, daß der Deutſche im Ausland wie ein Hund verachtet ſei, dem war Kerker, dem war Vertrauern der beſten Jugend in feuchtem Mauerloch gewiß. Der übelriechendſte Proletarier, der nach zuchtloſer Freiheit ſchreit, iſt ſo gemein nicht, als jene Gewalthaber, die Hekatomben Menſchenglücks und Menſchenlebens opferten für die zuchtloſe Fürſtenfreiheit im deutſchen Bunde.

Vischer, Friedrich Theodor von: Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft. Zweiter Band. Stuttgart/Leipzig 1879, S. 137. (deutschestextarchiv.de)

Der Wirt […]ſchmunzelte wiederholt bei ſeinem Berichte. Ihn erregten dieſe Dinge durchaus nicht; er fuhr unter allen Umſtänden gut. Je mehr Unzufriedene, deſto ſtärker der Beſuch ſeines Lokales. —

Alles war hier darauf berechnet, dem Proletarier zu ſchmeicheln; kein Bourgeoisblatt war zu erblicken, nur Zeitungen einer beſtimmten politiſchen Richtung.

Polenz, Wilhelm von: Der Büttnerbauer. Berlin 1895, S. 366. (deutschestextarchiv.de)

Die Rückständigkeit des weiblichen Geschlechts predigt der Sozialdemokratie keineswegs, die Losung des Frauenwahlrechts fallen zu lassen oder auch nur zurückzustellen, wohl aber die andere: mit der höchsten Kraftentfaltung an der Aufklärung und Schulung der proletarischen Frauenmassen zu arbeiten.

Zetkin, Clara: Zur Frage des Frauenwahlrechts. Berlin 1907, S. 45. (deutschestextarchiv.de)

Aber Wilamowitz opfert den hohen tragischen Stil der leichten Verständlichkeit; schlimmer als das: dem modernen proletarischen Geschmack zuliebe quält er uns mit Banalitäten, wo die Tragiker die Sprache einer hohen Poesie reden.

Die Grenzboten 69/1 (1910), S. 413. (deutschestextarchiv.de)

Mit dem Grade des Fortschreitens der proletarischen Bewegung und damit der Kulturentwicklung wächst der Drang nach Mitarbeit, nach Nutzung der Kräfte für die Gemeinschaft, nach Entfaltung der persönlichen Eigenart. […]Daher wird überall, wo der Same des Sozialismus in die vollen Aehren schießt, auch die Saat bereitet der Menschheitsbefreiung des Weibes.

Walter, Marie: Das Frauenstimmrecht. Zürich 1913, S. 22. (deutschestextarchiv.de)

Der bewußte aktive Proletarier des zwanzigsten Jahrhunderts, den Maschine und Großstadt geschaffen, ist weder ein moralischer Heiliger noch ein Gott, er ist der historische Träger einer Idee, des Sozialismus, seine Art ist zeit- und klassengebunden, wenn der Sozialismus sich erfüllt und die Klassen aufhebt, wird auch der Proletarier untergehen.

Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg 1985 [1933], S. 160. [DWDS]

Er sah in Sarkis Kilikian einen Mann von einiger Bildung (drei Jahre Priesterseminar in Edschmiadsin), mithin keinen Proletarier und gewöhnlichen Asiaten.

Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II. Stockholm 1947 [1933], S. 62. [DWDS]

Beim Ersten-Mai-Aufmarsch sollten diesmal die Proletarier des größten Betriebes fehlen, und das in der Stadt, die als erste und einzige in Deutschland schon 1890 die ein Jahr vorher vom Pariser Kongreß beschlossene Demonstration für den Achtstundentag durch Arbeitsruhe begangen hatte?

Bredel, Willi: Die Väter. In: Ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben. Berlin 1973 [1946], Bd. 7, S. 363. [DWDS]

Die geschichtliche Verpflichtung der Proletarier aller Länder, eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen, das ist das Gesamtinteresse

Neues Deutschland, 14. 12. 1956. [DWDS]

Die Bolschewiki unter Führung Lenins kämpften im Geiste und in der Tat als einzige Partei für die Umwandlung des imperialistischen Raubkrieges in den Bürgerkrieg und mobilisierten das Proletariat Rußlands zum Sturze des Zarismus und der eigenen Bourgeoisie, für die proletarische Revolution.

Neues Deutschland, 23. 8. 1957, S. 4. [DWDS]

Tägliche Aufklärung, um den Arbeitern die Ereignisse der Tagespolitik verständlich zu machen, und gleichzeitig ein Bewußtmachen der großen Ziele der Arbeiterklasse – internationale Solidarität der Proletarier, Überwindung des kapitalistischen Systems, Schutz des ersten sozialistischen Staates der Welt – waren ihr Anliegen.

Hohl, Max: Waffen als Waffen gebrauchen! In: Forum, 8. 5. 1958, S. 9. [DWDS]

Wie lustig, ein kommunistischer Journalist an deiner Tür, laß ihn doch herein, was kann es schaden, wenn du ihm eine Viertelstunde für seine Sprüche gibst: Imperialismus, Kapitalismus, verfaulte Bourgeoisie, der Zukunft Morgenrot, Proletarier aller Länder, absolute Verelendung, Expropriation, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun und ähnlicher Klimbim.

Kant, Hermann: Die Aula. Berlin 1965, S. 137. [DWDS]

Als Wladimir Uljanow nach seiner Genesung energisch an die Organisierung einer künftigen proletarischen Partei ging, wurde Nadeshda Krupskaja eine seiner ersten Mitarbeiterinnen.

Das Magazin, 1969, Nr. 2, S. 43. [DWDS]

In den Betrieben schuften und fronen die Proletarier nach wie vor zugunsten des Kapitals.

Neues Deutschland, 8. 4. 1989. [DWDS]

Hier der breitschultrige Neumann, eine wuchtige, proletarische Erscheinung, dort die zierliche Miss Alexander, schon durch ihren Teint als Außenseiterin gekennzeichnet.

Der Tagesspiegel, 14. 12. 2004. [DWDS]

Dem Fußball vergleichbar, hat man es mit einem Metier zu tun, das sich am Genre-Ideal proletarischer Männlichkeit orientiert und sich dem auch gelegentlich versichern muss.

Die Zeit, 22. 11. 2012, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Aber vor allem wirkte die Erzählung selbst: die anrührende Aufstiegsgeschichte des schwulen Intellektuellen Eribon, der aus einem proletarischen Milieu in der Provinz stammt, von dem er sich derweil entfremdet hat, für das er sich schämt – um sich ihm kritisch durchleuchtend zu nähern.

Die Zeit, 12. 10. 2017, Nr. 41. [DWDS] (zeit.de)