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Wortgeschichte zu

Müslis

Körnerfresser · Müslifresser

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Seit Anfang der 1980er Jahre begegnen mit Müslis, Müslifresser und Körnerfresser drei neue Bezeichnungen für Anhänger der neuen Ökologiebewegung. Sowohl Müslis als auch Müslifresser leiten sich von Müsli in der Bedeutung Speise aus Getreideflocken, Nüssen und (Trocken-)Obst ab. Körnerfresser ist hingegen bereits seit Jahrhunderten in der Bedeutung körnerfressender Vogel bezeugt. Alle drei Wörter haben semantische Überschneidungen und sind vornehmlich negativ konnotierte Fremdzuschreibungen. Körnerfresser begegnet heute auch allgemeiner als Bezeichnung für Vegetarier und Veganer, wohingegen Müslis vornehmlich in Bezug auf die 1980er Jahre verwendet wird.

Wortgeschichte

Anhänger der Ökologiebewegung und ihre Bezeichnungen

Seit den 1980er Jahren begegnet in deutschsprachigen Texten die neue Sozialfigur des Anhängers der neuen Ökologiebewegung. Benennungen gibt es verschiedene – das Spektrum reicht von ÖkosWGd über Körnerfresser und Müslifresser bis hin zu Müslis. Vor allem letztere entwickeln sich wohl aus einer verbreiteten Assoziation heraus, die die Anhänger der Ökologiebewegung mit einer spezifischen Ernährungsform, dem Vegetarismus im Allgemeinen und davon ausgehend einer Vorliebe für Müsli im Speziellen, verbindet (1997, 1999).

Von d’Spys zu Mü(e)sli

Müsli geht in der heutigen Bedeutung Speise bzw. (Trocken-)Mischung aus Getreideflocken, Nüssen und (Trocken-)Obst auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Um 1900 führt der Arzt und Ernährungsreformer Max Bircher-Benner im Kontext seiner Rohkostdiät eine Apfeldiätspeise ein, von ihm selbst wohl auch als d’Spys bezeichnet (von schweizerisch Spis, die Speise; vgl. Wirz 1993, 72). Diese Speise setzte sich aus eingeweichten Haferflocken, Zitronenmilch, gezuckerter Kondensmilch, geriebenen Äpfeln und Nüssen zusammen und glich mehr einem Brei als dem, was heute als Flocken-Nuss-Dörrobstmischung überwiegend unter (Trocken-)Müsli verstanden wird. Im Volksmund wurde die Speise dann zum Birchermüesli (vgl. Kollenbach 1974, 148). Müesli ist dabei eine Verkleinerungsform des schweizerdeutschen Mues, breiartige Speise, Mus (vgl. Idiotikon IV, 488) – Birchermüesli bedeutet zunächst also kalter Apfelbrei. Von Haferbrei, englisch porridge, unterscheidet sich diese Speise dadurch, dass sie nicht gekocht wird.

Mit der Apfeldiätspeise verbreitet sich auch die Bezeichnung Birchermüesli bzw. Birchermüsli über die Grenzen der Schweiz hinaus (1908, 1939). Müsli – im süddeutschen Raum auch Müesli – koppelt sich in den nachfolgenden Jahrzehnten dann sukzessive vom Namen Bircher-Benners ab (1941, 1961). Wann genau Müsli auch auf Trockenmischungen aus Getreideflocken, Nüssen und Trockenobst übertragen wird und damit die heute gängige Bedeutung erhält, ist schwer zu sagen. Spätestens ab Ende der 1970er Jahre jedoch lassen sich Markeneintragungen, die das Wort Müsli enthalten, für solche Trockenmischungen nachweisen (vgl. etwa den Eintrag zur Wort-Bildmarke Kölln Feinschmecker Müsli fruchtig-kernig beim Deutschen Patent- und Markenamt 1979). Damit kann die gegenwärtig dominierende Bedeutung spätestens als entstanden gelten.

Vom Müsli zu den Müslis

Eine Voraussetzung für die Ausbildung der Bezeichnung Müslis für Anhänger der Ökologiebewegung wird dann eine Verschiebung der diskursiven Grundierung des Wortes Müsli in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen sein. So wird das Wort durch die Verwendung im Kontext der Ernährungsreform ab 1900 zunächst vor allem in Gesundheitsdiskursen im Speziellen verwendet und hat hier die Nebenbedeutungen Diätspeise, später auch allgemeiner gesunde Speise (1968). Diese Bedeutungsaspekte dominieren noch über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinaus (1950, 1961). Von der Bedeutung gesunde Speise aus wird Müsli im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zunehmend mit alternativen Lebensformen im Allgemeinen assoziiert (1978, 1980). Wohl ausgehend hiervon bildet sich schließlich Anfang der 1980er Jahre Müslis als Bezeichnung für Anhänger alternativer Lebensformen im Allgemeinen und der Umweltbewegung im Besonderen heraus (1981a, 2005).

Während Müsli in der Bedeutung Speise bzw. Trockenmischung, die Getreideflocken, Nüsse und (Trocken-)Obst enthält überwiegend im Singular begegnet (1978, 1999), scheint Müslis als Bezeichnung für Anhänger der Ökologiebewegung – anders als etwa Öko – wohl ausschließlich im Plural verwendet zu werden (1986a, 1993, 2013).

Körnerfresser und Müslifresser: Synonyme

Ab Anfang der 1980er Jahre bilden sich zudem in etwa zeitgleich zu Müslis die Bezeichnungen Körnerfresser (1981b, 1982a) und Müslifresser (1982b) für Anhänger alternativer Bewegungen heraus. Während Müslifresser wie Müslis auch auf Müsli zurückzuführen ist, gilt das natürlich nicht oder zumindest nicht in direkter Linie für das Wort Körnerfresser: Dieses Wort ist im Bereich der Biologie seit Jahrhunderten bezeugt und wird dort als Bezeichnung für körnerfressende Vögel verwendet (1851, 1910, 1995). Die Verwendung von Müsli auch für gebrauchsfertige Trockenmischungen mag insofern eine Voraussetzung für die Übertragung des Wortes Körnerfresser auf Personen, die sich vorwiegend von Getreide etwa in Form von Müsli ernähren, gewesen sein. Schwer zu entscheiden ist allerdings, ob Körnerfresser in dieser Bedeutung vor oder nach Müslifresser entsteht – insofern lässt sich ebenfalls schwer sagen, ob Körnerfresser nach Müslifresser modelliert wird, unabhängig von Müslifresser eine semantische Erweiterung erfährt oder die Bildung gar umgekehrt – Müslifresser wird auf Körnerfresser modelliert – verläuft.

Konnotationen

Die drei Wörter entstehen nicht nur in etwa zeitgleich, sie haben auch hinsichtlich ihrer Semantik ebenso wie der mit ihnen verbundenen Konnotationen deutliche Überschneidungen. So beziehen sie sich wesentlich auf eine vegetarische Ernährungsweise (1982c, 1986b, 2017). Allen gemein ist zudem, dass es sich um negativ konnotierte Fremdzuschreibungen handelt (1987, 1981b, 1982a, 1994, 2010). Zugleich ist aber auch festzuhalten, dass Müslis sich nur auf Anhänger der Ökologiebewegung der 1980er Jahre bezieht, heute also vornehmlich in historischer Perspektive verwendet wird – und das, obwohl oder gerade weil die Werte, die die sogenannten Müslis vertreten haben, heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind (2009, 2010). Dahingegen kann insbesondere Körnerfresser mittlerweile auch allgemeiner auf Vegetarier (2006) sowie jüngst auch Veganer (2017, 2019) bezogen werden.

Anna S. Brasch

Literatur

Idiotikon Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Bd. 1 ff. Basel/Frauenfeld 1881 ff. (idiotikon.ch)

Kollenbach 1974 Kollenbach, Dorothea: Maximilian Oskar Bircher-Benner, (1867–1939). Krankheitslehre und Diätetik. Köln, Univ., Diss., 1974.

Wirz 1993 Wirz, Albert: Die Moral auf dem Teller. Dargestellt an Leben und Werk von Max Bircher-Benner und John Harvey Kellogg, zwei Pionieren der modernen Ernährung in der Tradition der moralischen Physiologie; mit Hinweisen auf die Grammatik des Essens und die Bedeutung von Birchermues und Cornflakes; Aufstieg und Fall des patriarchalen Fleischhungers und die Verführung der Pflanzenkost. Zürich 1993.

Weitere wortgeschichtliche Literatur zu Müslis, Körnerfresser, Müslifresser.

Belegauswahl

Am ſchlaffſten ſind die Wandungen des Muskelmagens bei den Fleiſchfreſſern, wo er nur einen weiten Sack bildet, am ſtärkſten entwickelt bei den Körnerfreſſern, wie unſeren Hühnern und Enten, wo er eigentlich aus zwei dicken, muskulöſen Reibſcheiben beſteht, deren jede in der Mitte eine rundliche Sehnenausbreitung hat, an welche ſich die Muskelfaſern feſtſetzen.

Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Naturgeschichte der lebenden und untergegangenen Thiere, für Lehrer, höhere Schulen und Gebildete aller Stände. Zweiter Band. Frankfurt (Main) 1851, S. 314. (deutschestextarchiv.de)

7 Uhr 30 Nachtessen, das in einem „Birchermüsli“ (Haferflocken, geschabte Aepfel, kondensierte Milch und einige Tropfen Citronensaft) bestand.

Nietlispach, Jakob: Über Kohlendioxydvergiftung beim Betriebe von Gasbadeoefen. Grüningen 1908, S. 7. (books.google.de)

Kurze Kiefer sind dort vorhanden, wo eine starke Kraftwirkung erreicht werden soll: so unter den Selachiern bei Chimaera, die mit den Kiefern Muscheln ausknackt, bei den Haftkiefern (Plectognathi) mit ihren scharfen Zähnen (vgl. Abb. 123A) und bei dem bissigen Schleimfisch Blennius, der Krebsen ihre Augen, Röhrenwürmern ihre Kiemen wegbeißt; so auch bei den Körnerfressern unter den Vögeln.

Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 313. [DWDS]

Frühstück 1. Früchtediätspeise nach Bircher-Benner (Müsli) 150–200 Gramm (Zubereitung siehe S. 140) oder die gleiche Menge frischen Obstes oder die halbrohe Hafersuppe.

Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 148. [DWDS]

Dies ist wohl die älteste Art von Haferbreibereitung. Neuerdings hat Bircher-Benner die rohen Haferflocken in seinem „Müsli“ verwendet. Inzwischen ist ihr Verzehr weiter üblich geworden.

Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn – gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 12. [DWDS]

Cripps kränkelte, der Magen machte nicht mehr mit, und selbst Dr. Birchers Müsli*) halfen nichts.

Der Spiegel, 25. 10. 1950, S. 22. [IDS]

Wesentlicher Bestandteil der biologischen Issels-Therapie ist eine Diätkost, die überwiegend aus Gemüse, Obst, Kartoffeln, Müsli, Quark, Käse, Säften und Kräutertees besteht.

Der Spiegel, 14. 6. 1961, S. 30. [IDS]

„Kurz vor sieben Uhr werde ich munter. Dann höre ich den Gottesdienst im Rundfunk und die Sieben-Uhr-Nachrichten. Anschließend höre ich die Sendung, die früher ‚Gruß an die Zone‘ hieß … Ich frühstücke im Bett, dünnen Kaffee, ein Ei, Knäckebrot und Müsli… Bevor ich mich anziehe, treibe ich fünfzehn Minuten scharfe Gymnastik.“

Die Zeit, 9. 2. 1968, S. 46. [IDS]

„In allen größeren Städten der Bundesrepublik und in West-Berlin“, so schildern Tilman Fichter und Sigward Lönnendonker, „leben Tausende anpolitisierter Jugendlicher in einem freiwilligen Getto: der Durchschnitts-Stadtteilinidianer wacht in der Wohngemeinschaft auf, kauft sich die Brötchen in der Stadtteilbäckerei um die Ecke, dazu sein Müsli aus dem makrobiotischen Tante-Emma-Laden, liest zum Frühstück Pflasterstrand, Info-BUG, zitty, geht – falls er nicht Zerowork-Anhänger ist – zur Arbeit in einen selbstorganisierten Kleinbetrieb oder in ein [‘]Alternativprojekt’, alle fünf Tage hat er Aufsicht in einem Kinderladen, seine Ente läßt er in einer linken Autoreparaturwerkstatt zusammenflicken, abends sieht er sich ‘Casablanca’ im off-Kino an, danach ist er in der Teestube, einer linken Kneipe oder im Musikschuppen zu finden, seine Bettlektüre stammt aus dem Buchladenkollektiv.

Die Zeit, 20. 1. 1978, S. 52. [IDS]

Die Aufmachung der Jungen ähnelt dem Alternativ-Look Müsli essender Makrobiotiker.

Der Spiegel, 22. 12. 1980, S. 22. [IDS]

Die Spannbreite der Auffassungen reicht von der Bereitschaft zur Legalisierung der Hausbesetzungen durch Nutzungsverträge bis zum kompromißlosen Widerstand in jeder Form. Die Szene teilt sich in „Müslis“, die Weichen, und „Mollis“, die Harten.

Die Zeit, 20. 11. 1981, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Die bei uns als „Körnerfresser“ oder „Turnschuhgeneration“ verspottet werden, müssen sich nun im Organ des DDR-Kulturbundes wegen ihrer Petroleumlampen, Holzbestecke oder Windgeneratoren höhnen lassen.

Die Zeit, 4. 9. 1981, Nr. 37. [DWDS] (zeit.de)

Immerhin, jeder zehnte der befragten Studenten, darunter auch Grüne und Bunte, hält nichts von einer alternativen Gegengesellschaft, wenngleich er auch, mehr oder weniger, mit alternativen Lebensformen sympathisiert. Allzu weltanschauliche Alternative werden hin und wieder als „Körnerfresser“, „Körner-Freaks“ abgetan, als „Randgruppe … wie irgend welche Sekten“. Sie gehörten „ins Raritätenkabinett unserer Gesellschaft“.

Der Spiegel, 13. 12. 1982, S. 153. [DWDS]

Hamburger Fußballfans: „Wir sind keine Müslifresser und Lilalatzhosentypen“

Der Spiegel, 29. 11. 1982, S. 76. [IDS]

Da sind jene, denen die Ekstasen des modernen Jazz zu anstrengend sind, da sind die „Müslis“, die zu ihrer fleischlosen Kost eine musikalische Entsprechung suchen, und da sind einige aus dem Lager der sinfonischen Musik, die sich an der Emotionalität von Jazzkonzerten wärmen möchten, jene Angsthasen, die den Biß von Charlie Parker fürchten und sich auch bei Strawinskys „Sacre du Printemps“ ängstlich in die Parkettfurchen ducken.

Die Zeit, 8. 10. 1982, Nr. 41. [DWDS] (zeit.de)

Die Müslis kämen in Scharen und würden das Gewirr der zahllosen Inseln und Inselchen sicher auch zum Anbau bewußtseinserweiternder Gemüsesorten nutzen.

Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 288. [DWDS]

Liebhaber von knusprigem Schweinebraten und saftigen Steaks, die bislang über „Körnerfresser“ spotteten, haben sich vielleicht zu früh gefreut. Mitbürger, die auf fleischliche Genüsse verzichten, werden vermutlich seltener von Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten dahingerafft als Menschen derselben Altersgruppe mit normalen Eßgewohnheiten.

Die Zeit, 5. 9. 1986, Nr. 37. [DWDS] (zeit.de)

Die „Ökos“ und „Müslis“, wie die Jugendlichen ihre Betreuer nennen, standen bei den meisten Teilnehmern anfangs nicht sehr hoch im Kurs.

Die Zeit, 2. 10. 1987, Nr. 41. [DWDS] (zeit.de)

Das war Volkstheater für Spontis, Anarchos, Müslis und Mollies, Hausbesetzer und Tierbeschützer, für die Freaks von Berlin bis Biberach.

Die Zeit, 12. 2. 1993, Nr. 07. [DWDS] (zeit.de)

ÜBER MÜSLIFRESSER und Wollsockenträger zu lästern, ist längst langweilig. Denn der Hohn auf Schlaffis und Schrotmühlenkurbler hat längst das Verfallsdatum überschritten: Ein Jahrzehnt ist es her, seit ein Buchautor namens Matthias Horx das ‚Ende der Alternativen‘ ausrief, und schon ein paar Jahre zuvor hatte man angefangen, über WG- Schlabbersäcke und andere Menschen zu lästern, die ihre Sätze meistens mit ‚Du‘ anfingen und mit ‚irgendwie‘ enden ließen. Und, ist die Welt über unserem Spott auf die Müslis eine bessere geworden?

Süddeutsche Zeitung, 28. 2. 1994, S. 36. [IDS]

Bleiben beispielsweise Stauden im eigenen Garten auch im Winter stehen, finden Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige dort Samenstände vor, die sie gern leerpicken.

Berliner Zeitung, 14. 12. 1995. [DWDS]

„Viele Leute glauben, ökologisch ausgerichtete Menschen seien immer Müslifresser.“

Rhein-Zeitung, 19. 2. 1997. [IDS]

Sie können selbst Papier schöpfen, mit Wachs und Maleisen arbeiten, am Öko-Büfett Müsli und anderes probieren.

Berliner Zeitung, 10. 5. 1999. [DWDS]

Das liegt vor allem daran, dass der Film eine Komödie ist, deren Humor darin liegt, die Mitglieder der Umweltbewegung »Müslis« zu nennen und sie Sätze sagen zu lassen wie »Sag doch jetzt einfach mal, was du so empfunden hast«, Sätze, die in sehr ähnlicher Form vorhin auch in der Generaldebatte zu hören waren.

Die Zeit, 2. 6. 2005, Nr. 23. [DWDS] (zeit.de)

„Was soll das tote Tier auf meinem Teller?“, stänkerte der Vegetarier alter Schule, und der Bratenkoch maulte über den undankbaren, freudlosen Körnerfresser.

Die Zeit, 12. 4. 2006, Nr. 15. [DWDS] (zeit.de)

Müslis, Körnerfresser oder Ökös [sic] – es waren keine freundlichen Namen, die Spötter einst für die Kunden von Heike Dust erfunden haben. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. „Bio“ zu kaufen gehört für viele Menschen zum guten Ton.

Hannoversche Allgemeine, 14. 10. 2009. [IDS]

Müslifresser“ wurden vor 25 und mehr Jahren kritisch beäugt oder belächelt. Heute ist „Bio“ in aller Munde und biologische Herstellung ein Qualitätskriterium.

Braunschweiger Zeitung, 15. 5. 2010. [IDS]

Ihre Kunden nannte man „Müslis“ oder „Wollsockenträger“.

Die Zeit, 23. 12. 2013, Nr. 52. [DWDS] (zeit.de)

Diese Veganer und Baum-Umarmer, diese Vogelliebhaber und Müslifresser, diese Tierschützer und militanten Radfahrer – ja, das sind auch seltsame Leute, sie mobilisieren in sich oft viel Selbstgerechtigkeit, generieren moralische Überlegenheit, erlauben sich Wut und Arroganz.

Die Zeit, 27. 10. 2017, Nr. 44. [DWDS] (zeit.de)

Gesundheitsapostel, Tofu-Krieger, Körnerfresser. Es gibt viele Klischees, wenn es um Veganer geht.

Berliner Zeitung, 23. 3. 2019, S. 10. [IDS]