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Wortgeschichte zu

zukunftsfähig

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Das Adjektiv zukunftsfähig wird in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Substantiv Zukunft und dem Suffixoid -fähig gebildet. Seither bedeutet es Bestand, Erfolg auch in der Zukunft versprechend. In frühen Bezeugungen tritt es häufig gemeinsam mit lebensfähig oder lebenskräftig auf. Zunächst nur wenig belegt, steigt die Verwendungsfrequenz seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich; aus dem Ökologiediskurs der 1980er Jahre heraus entsteht die neue Verwendung im Sinne von nachhaltig.

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Wortgeschichte

Die semantische Kontur von Zukunft und die Entstehung des Adjektivs zukunftsfähig

Als Ableitung vom Substantiv Zukunft ist das Adjektiv zukunftsfähig seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeugt (1837). Das Grundwort Zukunft ist freilich sehr viel älter und lässt sich sprachhistorisch auf das althochdeutsche zuokumft zurückführen. Ursprünglich hat das Wort gerade keine zeitliche, sondern eine räumliche Bedeutung: Althochdeutsch zuokumft bedeutet Herankunft, Ankunft. Auch im Mittelhochdeutschen (zuokumft, zuokunft) und Frühneuhochdeutschen dominieren lange die räumlichen Verwendungen, auch wenn das Wort seit dem Spätmittelhochdeutschen bereits eine im weiteren Sinn auch zeitliche Bedeutung annehmen kann (vgl. Pfeifer unter ZukunftDWDS sowie 25Kluge, 1017). Erst ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist eine sprachliche Verwendung von Zukunft im zeitlichen Sinn vorherrschend (vgl. 10Paul 2, 1213). Vor dem Hintergrund dieser semantischen Entwicklung entsteht schließlich das Adjektiv zukunftsfähig, das im zeitlichen Sinn mit Zukunft; Bestand, Erfolg auch in der Zukunft versprechend, erwarten lassend bedeutet.

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Auf der Grundlage der Annahme, dass Zukunftsvorstellungen kulturelle Konstruktionen (vgl. Assmann 1999, etwa 1, Assmann 2013, hier insb. die Einleitung, sowie Handbuch Kulturwissenschaften 1, 401–416), mithin historisch spezifische Denkformen sind (Hölscher 2016, 12), kann in wissensgeschichtlicher Perspektive die These aufgestellt werden, dass die Ausbildung einer neuartigen Zukunftsvorstellung um 1800 zur epistemischen Voraussetzung der beschriebenen wortgeschichtlichen Entwicklungen wird. Eine Vorstellung von Zukunft als einem einheitlichen geschichtlichen Zeitraum bilde sich, so die entsprechende geschichts- und kulturwissenschaftliche Forschung1) , erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts und in engem Zusammenhang mit dem neuzeitlichen Konzept der Geschichte aus (Hölscher 2016, hier 11).2) Erst in dem Moment aber, in dem Zukunft um 1800 als potentiell ergebnisoffen und gestaltbar erfahrbar wird, kann, so die These aus wissenshistorischer Perspektive, auch die Frage nach einer Zukunftsfähigkeit allererst auftreten. Und erst vor diesem Hintergrund entsteht, so die These, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch das neue Adjektiv zukunftsfähig.

Einmal ausgebildet, ist die Bedeutung mit Zukunft; Bestand, Erfolg auch in der Zukunft versprechend, erwarten lassend für zukunftsfähig bis in die Gegenwart hinein stabil, zunächst allgemein im Sinne von hinsichtlich bestimmter, z. B. sozialer, ökonomischer, planerischer o. a., Kriterien für künftige Entwicklungen gerüstet (1837, 1861, 1949, 1994a, 2017). Gleichwohl zeigen sich über die vergangenen 200 Jahre Verwendungen in unterschiedlichen Kontexten und entsprechend mit unterschiedlichen Konnotationen. So fällt beispielsweise in den frühen Belegen des 19. Jahrhundert auf, dass zukunftsfähig häufig zusammen mit Wörtern wie lebenskräftig (1837, 1849) oder lebensfähig (1867) auftritt.

Zukunftsfähig als nachhaltig. Semantische Verschiebung im Ökologiediskurs

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ist zukunftsfähig insgesamt eher wenig bezeugt. Dann aber steigt die Bezeugungsfrequenz auffallend (vgl. die übereinstimmenden Wortverlaufskurven des DWDS (Abb. 1) und des Google NGram Viewers). Zeitgleich erhält zukunftsfähig eine neue Bedeutung. Diese Entwicklung nimmt ihren Ausgangspunkt im Ökologiediskurs der 1980er Jahre, in dem zukunftsfähig zunächst noch mit der allgemeinen Bedeutung für künftige Entwicklungen gerüstet verwendet wird, nun aber vermehrt zusammen mit ökologischWGd (1988, 1994b) auftritt. Die ÖkologieWGd bzw. das Gleichgewicht des Ökosystems wird in diesem Diskurs – und das ist in der Verwendungsgeschichte von zukunftsfähig neu – mithin zu einem, ja zum wichtigsten Kriterium für den Bestand von etwas auch in der Zukunft (1991, 1996b). Von hier aus kann zukunftsfähig ab Mitte der 1990er Jahre auch im engeren Sinn für nachhaltig, ökologisch; unter Berücksichtigung des Erhalts der Umwelt des Menschen für spätere Generationen verwendet werden (1994c, 1995a, 1995b, 1996a) – und damit synonym zu nachhaltigWGd oder enkeltauglichWGd. Bei dieser Verwendung bleibt die Frage des Bestehens auch in Zukunft im Vordergrund. Gegenüber der älteren und allgemeineren Verwendung ist hier jedoch das Kriterium anhand dessen bemessen wird, ob jemand oder etwas für die Zukunft gerüstet sei, auf das der Umwelt als dominantes und unverzichtbares Merkmal verengt – es findet in bestimmten Kontexten mithin eine Bedeutungsverengung von zukunftsfähig auf das Kriterium der Nachhaltigkeit statt. Daneben stehen jedoch bis heute auch Verwendungen in einem weiteren, nicht ökologischen Sinn (2000, 2001a).

Die Wortverlaufskurve zeigt den  Anstieg der Bezeugungsfrequenz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wortverlaufskurve zu „zukunftsfähig“

DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)

Eine nicht zu unterschätzende Rolle für zunehmende Verwendung im Sinne von nachhaltig wird zudem die Suche nach einem deutschen Terminus für Sustainable Development gespielt haben, das insbesondere in der Nachfolge des sogenannten Brundtland-Berichts, eines UN-Berichts mit dem Titel Our Common Future aus dem Jahr 1987, sowie der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 international verwendet und ins Deutsche unter anderem mit zukunftsfähige Entwicklung übersetzt wird (1994c, 1995a).3) Ein weiterer Katalysator für die zunehmende Verwendung in diesem Sinne im deutschsprachigen Raum mag die von BUND und Misereor 1995 publizierte Studie Zukunftsfähiges Deutschland. Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung gewesen sein – die Verwendung des Wortes im Ökologiediskurs ist jedoch, anders als manch zeitgenössischer Beobachter meint (1997a), wie gezeigt bereits vorher vorbereitet.

Zukunftsfähig und die Semantik der Einen Welt

Zugleich fällt auf, dass die Bezugsgröße für eine Zukunftsfähigkeit in dieser neuen Verwendung nun auch und gerade die Welt als Ganze, der Planet Erde wird (1997b, 2001b, 2009, 2015). Diese Bezugnahme ist im Kontext der im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts entstehenden Semantik der Einen Welt (Kuchenbuch 2012, 162), mit der sich seither der doppelte Sinngehalt der one world to share (im Sinne von: eine gemeinsame Welt) und der one world only (vgl. Kuchenbuch 2012, 161) verbindet, einzuordnen. Ausgehend hiervon werde die Semantik der Einen Welt dann zu einer wichtigen Bezugsgröße lokaler Handlungsimperative und -muster bestimmter sozialer Gruppierungen in der westlichen Gesellschaft (vgl. Kuchenbuch 2012, 161). Es entstehe zu dieser Zeit, so Kuchenbuch, die Bereitschaft, den individuellen, lokalen Alltag zur sinnstiftenden Größe Welt in Bezug zu setzten. In abgewandelter Weise präge die Semantik der Einen Welt dann bis in die Gegenwart hinein Lebensentwürfe: Dass die Erhaltung des Planeten, globale Gerechtigkeit und Alltagshandeln zusammenhängen, sei heute – insbesondere als Imperativ, nachhaltig zu agieren – eine bewusstseinsbestimmende Gewissheit (Kuchenbuch 2012, 162).

Wenn zukunftsfähig nun vermehrt im Sinne von nachhaltig verwendet und mit dieser Bedeutung zugleich in Bezug auf das Weltganze gesetzt wird, dann wird damit genau jene Semantik der Einen Welt aufgerufen. Damit aber erhält zukunftsfähig in dieser Diskurskonstellation – hier vergleichbar UmweltWGd – deontische Bedeutungskomponenten (vgl. zu Umwelt als deontisches Wort Hermanns 1991), sprich es enthält eine implizite Handlungsaufforderung, in diesem Fall an den je Einzelnen:

Wäre das anders, würde ich keine Flugzeuge mehr benutzen und hätte schon gar nicht diese beiden Autos in der Garage, als sei ich der Dr. Jekyll der kulturwissenschaftlichen Klimaforschung. Mit anderen Worten: Ich selbst bin das Problem, das gelöst werden muss, wenn unsere Welt zukunftsfähig werden soll. Seit mir das klar geworden ist, habe ich intensiv darüber nachgedacht, was eine Transformation der mentalen Infrastrukturen eigentlich bedeutet. [2009]

Für zukunftsfähig zeigt sich das in besonderem Maße anhand von Wortverbindungen wie zukunftsfähiger LebensstilWGd (1995b).

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Die semantische Transformation von zukunftsfähig im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts kann damit ihrerseits in den größeren Kontext der These von einer Schwellenzeit im 20. Jahrhundert eingeordnet werden, wie sie nicht nur in der Soziologie, sondern auch in den Geschichtswissenschaften seit einigen Jahren vertreten wird (vgl. etwa Bösch 2019 oder Doering-Manteuffel/Raphael 2010). Sie drückt sich ihrerseits nicht zuletzt in einem – so die begriffshistorischen Beobachtungen der vergangenen Jahre (vgl. Geulen 2010) – neuerlichen Umbau der politisch-sozialen Sprache aus. Diese Beobachtungen wiederum decken sich mit Beobachtungen der Linguistik: Fritz Hermanns etwa hat 1991 aufgezeigt, dass der Wandel des Wortes und Begriffs Umwelt in den 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts ein vergleichbares Phänomen sei wie jener von Koselleck für die Sattelzeit beschriebene Prozess der Bereicherung vieler Wörter um eine neue syntaktisch-semantische Verwendungsmöglichkeit, nämlich um die hypostasierend-singularische Verwendung: Aus den Geschichten wurde damals die Geschichte. Und genauso wurde heute, d. h. in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, aus den Umwelten die Umwelt. (Hermanns 1991, 238) Daneben bilden Wörter wie alternativWGd4), konventionellWGd oder nachhaltigWGd gänzlich neue Bedeutungen aus und verbreiten sich rasant. Vor diesem Hintergrund finden, so kann man aus wissenshistorischer Perspektive als Beobachtung und These formulieren, beide relevanten Entwicklungen des Wortes zukunftsfähig, sowohl seine Entstehung zu Beginn des 19. als auch die Bedeutungserweiterung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, im Kontext von Schwellenzeiten statt.

Anna S. Brasch

Anmerkungen

1) Vgl. hierzu insb. Hölscher 2016, hier v. a. die beiden Abschnitte Auf dem Weg zur Moderne und Die Periode der Entdeckung 1770–1830; daneben auch Assmann 1999, 50–53, sowie HWPh 12, 1426–1436, hier insb. 1429–1430.

2) Damit soll natürlich nicht gesagt werden, dass es zuvor keine sprachlich explizite und im Handeln implizite Bezugnahmen auf Zukünftiges (sic) gegeben hat, dass menschliches Denken und Handeln nicht immer in der Zeit stattfinden. Die Fähigkeit, sich selbst in die Zukunft und in die Vergangenheit hinein zu entwerfen, ist jedoch, so die These, eine historisch spezifische Denkform: Zwar gab es schon immer zukünftige Ereignisse, die die Menschen erwarteten, aber nicht immer gab es die Vorstellung von einer homogenen, allmählich verfließenden Zeit, in der sich solche Ereignisse vorausschauend ansiedeln lassen. (Hölscher 2016, 10; vgl. zu dieser Abgrenzung auch Hölscher 2016, 11–12).

3) Beate Henn-Memmesheimer, Christine Bahlo, Ernst Eggers und Samvel Mkhitaryan haben diesen Suchprozess anhand von Artikeln der Süddeutschen Zeitung im Detail nachvollzogen und exemplifiziert. Vgl. Henn-Memmesheimer u. a. 2012, hier insb. S. 172–175.

4) Zum Wort alternativ vgl. daneben auch die Ausführungen von Ulrike Haß (Haß 1989, 395–557).

Literatur

Assmann 1999 Assmann, Aleida: Zeit und Tradition: Kulturelle Strategien der Dauer. Köln 1999.

Assmann 2013 Assmann, Aleida: Ist die Zeit aus den Fugen? Aufstieg und Fall des Zeitregimes der Moderne. München 2013.

Bösch 2019 Bösch, Frank: Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann. München 2019.

BUND/Misereor 1995 BUND/Misereor (Hrsg.): Zukunftsfähiges Deutschland. Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung. Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH. Basel u. a. 1995.

Doering-Manteuffel/Raphael 2010 Doering-Manteuffel, Anselm/Lutz Raphael: Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970. 2., erg. Aufl., Göttingen 2010.

DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)

Geulen 2010 Geulen, Christian: Plädoyer für eine Geschichte der Grundbegriffe des 20. Jahrhunderts. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 7/1 (2010), Online-Ausgabe [Druckausgabe: S. 79–97]. (zeithistorische-forschungen.de)

Hadot 1980 Hadot, Pierre u. a.: Art. „Leben“. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Herausgegeben von Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel. Völlig neubearb. Ausg. des „Wörterbuchs der philosophischen Begriffe“ von Rudolf Eisler. 13 Bde., Basel 1971–2007. Bd. 5. Basel/Stuttgart 1980, Sp. 52–103.

Handbuch Kulturwissenschaften Jaeger, Friedrich (Hrsg.): Handbuch der Kulturwissenschaften. 3 Bde. Stuttgart [u. a.] 2004.

Haß 1989 Haß, Ulrike: Umwelt. In: Gerhard Strauß/Ulrike Haß/Gisela Harras (Hrsg.): Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist. Ein Lexikon zum öffentlichen Sprachgebrauch. Berlin/New York 1989, S. 395–557.

Henn-Memmesheimer u. a. 2012 Henn-Memmesheimer, Beate u. a.: Zur Dynamik eines Sprachbildes: ‚Nachhaltig‘. In: Hansen-Kokoruš, Renate u. a. (Hrsg.): Sprachbilder und kulturelle Kontexte. Eine deutsch-russische Fachtagung. St. Ingbert 2012, S. 159–187.

Hermanns 1991 Hermanns, Fritz: „Umwelt“: Zur historischen Semantik eines deontischen Wortes. In: Dietrich Busse (Hrsg.): Diachrone Semantik und Pragmatik. Untersuchungen zur Erklärung und Beschreibung des Sprachwandels. Tübingen 1991, S. 235–257.

Hölscher 2016 Hölscher, Lucian: Entdeckung der Zukunft. 2. Auflage. Göttingen 2016.

HWPh Historisches Wörterbuch der Philosophie. Herausgegeben von Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel. Völlig neubearb. Ausg. des „Wörterbuchs der philosophischen Begriffe“ von Rudolf Eisler. Bd. 1–13. Basel 1971–2007.

25Kluge Kluge – Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearb. von Elmar Seebold. 25., durchgesehene und erweiterte Aufl. Berlin/Boston 2011.

Kuchenbuch 2012 Kuchenbuch, David: „Eine Welt“. Globales Interdependenzbewusstsein und die Moralisierung des Alltags in den 1970er und 1980er Jahren. In: Geschichte und Gesellschaft 38 (2012), S. 158–184.

10Paul Paul, Hermann: Deutsches Wörterbuch. Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatzes. 10., überarb. u. erw. Aufl. von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Tübingen 2002.

Pfeifer Pfeifer, Wolfgang u. a.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. (dwds.de)

Belegauswahl

Wenn sich die eben begründete englisch-amerikanische Gemeinde lebenskräftig und zukunftsfähig erweist, so wird sich auch in ihr bald genug das Bedürfniß nach einer eigenen Gemeindehalle herausstellen.

Stephan, B. G.: Botschaft des Präsidenten der Deutschen freien Gemeinde an die Mitglieder derselben. In: Blätter für freies religiöses Leben. Herausgegeben von Friedrich Schünemann-Pott. Phildelphia 1837, S. [7]. (books.google.de)

Als nun mittlerweile die Strebungen in Breslau rege wurden, als Höcker zur Bildung einer von Rom unabhängigen katholischen Gemeinde aufforderte und Ronge als den Prediger der freien christlichen Gemeinde bezeichnete, da gestalteten und ordneten sich in der Seele des begeisterten Mannes, der sein Leben der Freiheit und dem Vaterland geweiht, all die Grundbedingungen einer neuen Schöpfung, welche sich lebenskräftig und zukunftsfähig erheben sollte.

Duller, Eduard: Johannes Ronge und die freie Kirche. Frankfurt am Main 1849, S. 51. (books.google.de)

Da nun diese beiden Strömungen nicht als zukunftsfähig erscheinen können, so kann auch die Bewegung, welche sie in sich vereinigt, zu keinem Ziele führen und ist daher, vom objectiv-kosmopolitischen Gesichtspunkte aus, als eine zukunftslose zu beurtheilen.

N. N.: Germanisirung oder Czechisirung? Ein Beitrag zur Nationalitätenfrage in Böhmen. Leipzig/Heidelberg 1861, S. 57. (books.google.de)

Indem sie für die Union in die Schranken tritt, weist sie darauf hin, daß nur eine ernstlich gemeinte Union, welche den confessionellen Dogmatismus überwindet, lebens- und zukunftsfähig ist […].

A. N.: Rezension zu: "Schenkel: Die gegenwärtige Lage der protestantischen Kirche in Preußen und Deutschland, zweite durchgesehene Auflage 1867. In: Allgemeine kirchliche Zeitschrift. Ein Organ für die evangelische Gesitlichkeit und Gemeinde. Herausgegeben von Daniel Schenkel. Achter Jahrgang, Elbersfeld 1867, S. 521/522, hier S. 521. (books.google.de)

Jedenfalls entsprechen seine Formulierungen vollkommen den Ideen, die einer zukunftsfähigen Weltbürgerbewegung zugrunde liegen müßten.

Die Zeit, 27. 1. 1949, Nr. 04. [DWDS] (zeit.de)

Unsere Industriegesellschaft ist zweitens nur zukunftsfähig, wenn es uns gelingt, die ökologische Herausforderung zu meistern.

Die Zeit, 24. 6. 1988, Nr. 26. [DWDS] (zeit.de)

Konkret geht es um die Möglichkeit der Vereinbarkeit einer wachsenden Wirtschaft mit dem Erfordernis eines zukunftsfähigen Gleichgewichts mit der Umwelt.

Die Zeit, 27. 9. 1991, Nr. 40. [DWDS] (zeit.de)

Den wir im übrigen auch hochmodern ausstatten. Dieser Standort wird dann zukunftsfähig sein.

Berliner Zeitung, 13. 1. 1994. [DWDS]

Zukunftsfähige Arbeitsplätze sind vor allem ökologische Arbeitsplätze, an denen innovativ, ressourcenschonend und mit Rücksicht auf Natur und Umwelt gearbeitet werden kann.

Berliner Zeitung, 21. 2. 1994. [DWDS]

Der Glaube an die Machbarkeit dieses Wandels nämlich, in dutzenderlei Wendekonzepten („Energiewende“, „Verkehrswende“, „Chemiewende“ et cetera) haarklein durchbuchstabiert und als zukunftsfähige Entwicklung („Sustainable Development“) gepriesen, bildet den Grundkonsens der Umweltgemeinde.

Die Zeit, 25. 11. 1994, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Alle sind dafür: Regierung und Opposition, Industrie und Gewerkschaften, Kirchen, Umweltschützer und Hausfrauen – für sustainable development, für nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung.

Die Zeit, 8. 9. 1995, Nr. 37. [DWDS] (zeit.de)

Viele Bürgerinnen und Bürger seien längst viel weiter als die Politiker und suchten nach einem neuen zukunftsfähigen Lebensstil, der die ökologischen Grenzen nicht überschreitet.

Berliner Zeitung, 28. 12. 1995. [DWDS]

Einen Wettbewerb um „nachhaltige Ideen“ im Umweltschutz hat die Umweltberatung Nordost bundesweit ausgeschrieben. Beteiligen kann sich, wer zukunftsfähige Projekte oder Ideen realisiert, „mit denen die Bedürfnisse von heute befriedigt werden, ohne die Bedürfnisse kommender Generationen zu gefährden“, wie der Verein der Umweltberater in den neuen Bundesländern mitteilte.

Berliner Zeitung, 18. 3. 1996. [DWDS]

Das Etikett „zukunftsfähig“ verdient das Steuersystem so lange nicht, wie nicht auch der Verbrauch von Umwelt und Ressourcen besteuert wird.

Die Zeit, 11. 10. 1996, Nr. 42. [DWDS] (zeit.de)

Und da ist diese kuriose Wortneubildung wieder. Eine Recherche ergibt ein vereinzeltes Auftreten von „Zukunftfähigkeit“ bereits in den 80er Jahren und einen unaufhaltsamen Aufstieg in den 90ern. […] In der ökologischen Bedeutung von Nachhaltigkeit etabliert sie sich 1995 durch die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“.

Der Tagesspiegel, 25. 1. 1997. [DWDS]

Hundertsiebzig Nationen einigten sich auf das vierzig Kapitel umfassende Papier, um den Planeten Erde in zukunftsfähige Bahnen zu lenken.

Die Zeit, 27. 6. 1997, Nr. 27, S. 27. [DWDS]

Er ist angetreten, die Rentenversicherung zukunftsfähig zu machen und die Belastungen für die kommenden Jahrzehnte zu stabilisieren.

Der Tagesspiegel, 29. 10. 2000. [DWDS]

Auch die sozialen Sicherungssysteme seien nur zukunftsfähig, wenn sie um „Elemente der Selbstverantwortung“ ergänzt würden.

Berliner Zeitung, 7. 6. 2001. [DWDS]

Auf „Unsere Verantwortung für eine zukunftsfähige Welt“ wollen heute mehrere hundert Demonstranten vor dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit am Werderschen Markt in Mitte aufmerksam machen.

Der Tagesspiegel, 12. 11. 2001. [DWDS]

Wäre das anders, würde ich keine Flugzeuge mehr benutzen und hätte schon gar nicht diese beiden Autos in der Garage, als sei ich der Dr. Jekyll der kulturwissenschaftlichen Klimaforschung. Mit anderen Worten: Ich selbst bin das Problem, das gelöst werden muss, wenn unsere Welt zukunftsfähig werden soll. Seit mir das klar geworden ist, habe ich intensiv darüber nachgedacht, was eine Transformation der mentalen Infrastrukturen eigentlich bedeutet.

Die Zeit, 3. 12. 2009, Nr. 50. [DWDS] (zeit.de)

Das dem Klimawandel zugrunde liegende Problem wirft aber grundsätzlich eine Frage im Hinblick auf unsere Wachstumsphilosophie auf: Inwieweit kann Wachstum auf der Basis von Ressourcenverbrauch auf einem begrenzten Planeten überhaupt zukunftsfähig sein?

Die Zeit, 1. 12. 2015 (online). [DWDS] (zeit.de)

Nur ein liberaler Islam ist zukunftsfähig.

Die Zeit, 23. 11. 2017, Nr. 45. [DWDS] (zeit.de)