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Wortgeschichte zu

Mob

Themenfeld Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Mob wird Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Englischen übernommen und zunächst nur mit Bezug auf den angloamerikanischen Sprachraum, ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch für einheimische Verhältnisse gebraucht. Im Anschluss an die aus dem Englischen übernommene Hauptbedeutung aufgebrachte, gewaltbereite, gewalttätige Menschenmenge entwickelt sich Mob zu einer Herabsetzung, die auf weitere Gruppen von Personen bezogen werden kann (z. B. der literarische Mob). Charakteristisch für die Bedeutung des Wortes ist nicht nur eine deutliche Abwertung der so bezeichneten Personen, sondern auch eine implizite Handlungsaufforderung: Einem Mob muss prinzipiell Einhalt geboten werden.

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Wortgeschichte #

Das wankelmütige Volk: Zum lateinischen Ursprung #

Mob ist eine Entlehnung aus dem Englischen, die vereinzelt schon ab der Mitte des 18. Jahrhunderts, verstärkt dann aber nach 1840 in deutschen Texten greifbar wird (1747, 1795, 1840; vgl. 2DFWB, online. Das englische Wort selbst hat eine längere Geschichte: Es stellt eine Kürzung des Substantivs mobile dar, das wiederum aus der lateinischen Verbindung mobile vulgus hervorgegangen ist, die ab ca. 1600 in englischen Texten gebräuchlich war (dazu 3OED s. v. mob n. 2 und mobile). Die ursprüngliche Bedeutung ist somit wohl wankelmütiges, erregbares Volk. Damit schließt das Wort an das schon auf die Antike zurückgehende Stereotyp von der irrationalen, schwankenden und daher leicht verführbaren Volksmasse an (dazu OLD, 1122 unter uulguslat. 5).

Mob auf dem Weg ins Deutsche #

In deutschen Texten wird Mob zunächst ausschließlich mit Bezug auf Verhältnisse in Großbritannien bzw. den Vereinigten Staaten verwendet (1747, 1795, 1840, 1855 sowie auch mehrfach in der breit rezipierten Zeitschrift Gartenlaube, vgl. 1854a). Spätestens seit den 1870er Jahren wird das Wort zunehmend aus seinem Herkunftskontext herausgelöst und nicht mehr auf spezifisch englisch-amerikanische Verhältnisse angewandt (1871, 1877, 1889). Das Wort Mob ist damit ein gutes Jahrhundert nach seinem ersten Auftreten vollständig ins Deutsche integriert.

Semantische Übernahmen – semantische Übertragungen #

Schon in den frühen, noch ausschließlich auf den angloamerikanischen Raum bezogenen Verwendungen tritt Mob in den beiden wichtigsten Bedeutungen auf, die das Wort auch im Englischen hat: aufgebrachte, gewaltbereite, gewalttätige Menschenmenge sowie ungebildete, verwahrloste, anonyme Masse der Unterprivilegierten innerhalb einer Gesellschaft (vgl. 1897, 1919, 1934 bzw. 1871, 1877, 1889). Im ersten Fall handelt es sich um ein Konkretum: Der Mob tritt hier als gewalttätig wütende Menschenmenge zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort in Erscheinung. Die zweite Bedeutung ist abstrakter: Mit Mob wird hier – durchaus mit verächtlicher Note – eine ganze gesellschaftliche Schicht bezeichnet, die sich typischerweise als randalierende Masse manifestiert (dazu etwa 1871). Diese beiden gleichermaßen abwertenden Wortgebräuche halten sich bis in die Gegenwart, wobei der erste im 20. Jahrhundert offenbar wesentlich häufiger ist.

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Auffallend ist, dass sich in den ersten deutschen Belegen eine Bedeutung findet, die das 3OED s. v. mob n. für das englische Substantiv nicht nachweist, nämlich die Verwendung des Wortes als Ereignisnomen im Sinne von Zusammenrottung einer (gewaltbereiten) Menschenmenge (s. 1795, 1847; wohl auch schon 1747). Eine Erklärungsmöglichkeit wäre, dass das OED den historischen Sprachgebrauch nicht vollständig abbildet (ein vom Substantiv abgeleitetes Verb mobengl. sich zusammenrotten ist freilich dokumentiert, s. 3OED s. v. mob v.). Denkbar ist aber auch, dass die ersten deutschen Autoren, die das Wort verwenden, es zumindest partiell missverstanden haben. Dieser Annahme wäre freilich entgegenzuhalten, dass Nicolaus von Zinzendorf, von dem der früheste bisher greifbare Beleg stammt, selbst Nordamerika bereist und auch einige Zeit in London gelebt hat (s. ADB 45, 344–353, online). Dies macht zumindest in seinem Fall ein bloßes Missverständnis unwahrscheinlich.

Eine ähnliche Schwierigkeit stellt sich für die Verbindung süßer Mob (z. B. 1866, 1874 ). Dabei handelt es sich offenbar um eine wörtliche Übersetzung von englisch swell mob, das allerdings Bande von Taschendieben in vornehmer Verkleidung bedeutet (3OED s. v. swell). Die beiden – schwer zu interpretierenden – deutschen Belege sind aber kaum so zu verstehen; hier liegt eher eine Bedeutung Hochstapler, vornehm wirkende, aber im Grunde sozial wenig angesehene Personengruppe vor.

Schon relativ kurz nach der vollständigen Integration des Wortes um die Mitte des 19. Jahrhunderts lassen sich auch bereits eigenständige semantische Weiterentwicklungen innerhalb des Deutschen erkennen. So wird Mob auch in übertragenem Sinne zur Herabsetzung von Gruppen verwendet, die eigentlich nicht der sozialen Unterschicht zuzurechnen sind, die aber als niveaulos und enthemmt charakterisiert werden sollen. Als Mob werden dann gerade solche Gruppen abqualifiziert, die man sonst als intellektuell bezeichnen würde: der theologische, politische, ökonomische, literarische Mob (1865b, vgl. 1910), der lesende Mob (1909), der immatrikulierte Mob (1968 für die protestierenden Studenten in der Springer-Presse).

Die deontische Bedeutungskomponente von Mob #

Charakteristisch für die Semantik von Mob ist nicht allein eine starke Abwertung der so bezeichneten Gruppe, sondern auch eine sog. deontische Bedeutungskomponente, d. h. eine implizite Handlungsaufforderung, die je nach Kontext mehr oder weniger gut greifbar ist (dazu grundlegend Hermanns 19891)). Wie diese deontische Komponente funktioniert, kann der Beleg 1939a zeigen:

Frl. Gump wurde vom Mob gestoßen und belästigt, Polizei stand unbewegt dabei.

Wenn, wie in diesem Fall, ein Mob wütet, dann wird die Erwartung geweckt, dass diesem Tun Einhalt zu gebieten ist. Dieser Normalitätserwartung entsprechend müsste also in der im Beleg geschilderten Situation die Polizei einschreiten. Das Wüten des Mobs ist dabei nicht nur brutal und verachtenswert, sondern zutiefst illegitim; die Gegenreaktion erscheint dagegen – gewissermaßen spiegelbildlich – als legitim. In dem zitierten Beleg besteht der Skandal gerade darin, dass der Erwartung der Mob handelt illegitim und es ist notwendig und auch legitim, sich ihm entgegenzustellen nicht entsprochen wird – Polizei stand unbewegt dabei.

Dieser deontische Bedeutungsaspekt des Wortes Mob kann auch propagandistisch genutzt werden. Dafür lässt sich die im NS-Sprachgebrauch verbreitete Verbindung der rote Mob anführen. Mit dieser Verbindung wird auf Kommunisten und Sozialdemokraten als Gegner in den Auseinandersetzungen der Weimarer Republik bzw. im spanischen Bürgerkrieg Bezug genommen (1930, 1937, 1939b). Durch die Verwendung des Wortes Mob wird einerseits die Gegenpartei diffamiert und delegitimiert, andererseits erscheint das eigene Verhalten in der Auseinandersetzung mit diesem Gegner als gerechtfertigt – allein daraus, dass eine Gruppe als Mob bezeichnet wird, geht hervor, dass diese bekämpft werden muss. Dadurch erscheint auch ein brutales Vorgehen als angemessen und legitim.

Schon relativ kurz nach der vollständigen Integration des Wortes um die Mitte des 19. Jahrhunderts lassen sich auch bereits eigenständige semantische Weiterentwicklungen innerhalb des Deutschen erkennen. So wird Mob auch in übertragenem Sinne zur Herabsetzung von Gruppen verwendet, die eigentlich nicht der sozialen Unterschicht zuzurechnen sind, die aber als niveaulos und enthemmt charakterisiert werden sollen. Als Mob werden dann gerade solche Gruppen abqualifiziert, die man sonst als intellektuell bezeichnen würde: der theologische, politische, ökonomische, literarische Mob (1865b, vgl. 1910), der lesende Mob (1909), der immatrikulierte Mob (1968, in der Springer-Presse als Ausdruck für die protestierenden Studenten).

Volker Harm

Anmerkungen #

1)Die deontische Bedeutungskomponente ist laut Hermanns diejenige, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen (Hermanns 1989, 75).

Literatur #

ADB Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 1–56. Leipzig 1875–1912. (deutsche-biographie.de)

2DFWB Deutsches Fremdwörterbuch. Begonnen von Hans Schulz, fortgeführt von Otto Basler. 2. Aufl., völlig neu erarbeitet im Institut für Deutsche Sprache von Gerhard Strauß u. a. Bd. 1 ff. Berlin/New York 1995 ff. (owid.de)

Hermanns 1989 Hermanns, Fritz: Deontische Tautologien. Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. In: Josef Klein (Hrsg.): Politische Semantik. Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung. Opladen 1989, S. 69–152. (doi.org)

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

OLD Oxford Latin Dictionary. Ed. by P. G. W. Glare. Oxford u. a. 2000.

Belegauswahl #

Denn wenn schon zehn tausend und zwanzig tausend zusammen lauffen, wie bey den letzten Englischen und Americanischen erwekkungen, das ist ein mob, das ist mehr ein erbares spiel, als ein hören; denn von den zwanzig tausend hören doch kaum der dritte theil, die anderen sind für die lange weile da, nihil agendo.

Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Hauptschriften. Bd. 3: Reden während der Sichtungszeit in der Wetterau und in Holland, Homilien über die Wundenlitanei, Zeister Reden. Hildesheim 1963. S. 188.

Auflauf und Aufruhr scheint also im Deutschen so verschieden zu seyn, wie mob und riot. Bey einem mob können auch Gewaltthätigkeiten vorfallen, Kaufmannsläden geplündert, Fenſter eingeworfen, Häuſer zerſtört werden […].

Eberhard, Johann August: Versuch einer allgemeinen teutschen Synonymik: in einem kritsch-philosophischen Wörterbuche der sinnverwandten Wörter der hochteutschen Mundart. Halle/Leipzig 1795. Bd. 1, S. 187. (books.google.de)

Die Leute, die sich mit diesen Bravaden breit machen, gehören allen Parteien an, und ihnen Vernunft vorreden ist ganz unnütz. „Seht, wie der Mob in Newport, in Sheffield, in Birmingham auseinanderstob!“ – rufen sie alle; „ein halb Duzend Rothröcke machte dem Pöbel lange Beine.“

N. N.: Allgemeine Zeitung. Nr. 26. 26. Januar 1840. Augsburg 1840, S. 241. (deutschestextarchiv.de)

Gegen Ende meines Aufenthalts […]in Chihuahua traf die erste Nachricht von der schimpflichen Niederlage der Mexikaner […]oberhalb El Paso, und von dem Einrücken der Amerikaner in jene Stadt ein. Die Nachricht verursachte natürlich viel Aufregung, und ein allgemeiner „Mob“ gegen die Fremden wurde befürchtet; doch blieb alles ruhig.

N. N.: Allgemeine Auswanderungs-Zeitung. Organ für Kunde aus deutschen Ansiedlungen, für Rath und That zu Gunsten der fortziehenden Brüder, sowie für Oeffentlichkeit in Auswanderungssachen überhaupt. Rudolstadt (Thüringen) 1847, S. 437. (deutschestextarchiv.de)

Erst unlängst wurden die Häuser zweier Deutschen „gemobt,“ d. h. vom „Mob,“ dem Pöbel, […]gehetzt durch fromme Methodisten, welchen man das Verlocken deutscher Kinder in deren Betschwesterei ernstlich verboten hatte, so wüthend demolirt, daß die bei solchen Gelegenheiten stets zu spät kommende Polizei nichts mehr zu retten fand.

Keil, Ernst (Hrsg.): Die Gartenlaube. Jg. 2 (1854), S. 638. [DTA]

Mob“ der gemeine Haufe des Volks; „Mop“ (wörtlich „Wisch- oder Scheuerlappen“) der Gesinde-Jahrmarkt, wie wir ihn hier schildern werden.

Keil, Ernst (Hrsg.): Die Gartenlaube. Jg. 3 (1855), S. 238. [DTA]

Die Knechtung der Preſſe iſt ein vortreffliches Mittel der Freiheit; denn das Publikum bildet ſich in dieſem Falle ſein eigenes Urtheil; aber die freie Preſſe iſt ein köſtliches Werkzeug der Tirannei, — der Mob vertraut ihr und betet ihr blind nach.

Kürnberger, Ferdinand: Der Amerika-Müde. Amerikanisches Kulturbild. Frankfurt (Main) 1855, S. 190. (deutschestextarchiv.de)

Sie ist die Erhebung gegen den literarischen Mob, auf welche mit innerer Nothwendigkeit die Erhebung gegen den politischen und ökonomischen Mob folgen mußte.

Keil, Ernst (Hrsg.): Die Gartenlaube. Jg. 13 (1865), S. 815. [DTA]

Der theologische, politische, ökonomische und literarische Mob – er ist immer ein und derselbe Mob, der seine einheitliche Natur nur nach verschiedenen Seiten hin zur Schau stellt."

Keil, Ernst (Hrsg.): Die Gartenlaube. Jg. 13 (1865), S. 815. [DTA]

Außer den bekannten älteren Blättern schoß […]aber gleichzeitig oder kurz vorher eine große Anzahl […]ohne Zweifel entweder von Oestreich oder von Wiesbaden, Darmstadt, Stuttgart u. s. w. finanziell subventionirter und von östreichischen und schwäbischen Literaten psssimae memorias bedienter Schmutz- und Winkelblättchen über Nacht gleich Pilzen empor, welche sehr schlau aus die Liebhabereien und Schwächen des vornehmen und geringen Pöbels berechnet, dessen Sprache mit Virtuosität redeten und von dem „süßen Mob“ mit Begierde verschlungen wurden

Die Grenzboten. Jg. 25, 1866, II. Semester. IV. Band. S. 37. [DTA]

Es ist ausserordentlich gefährlich, mobs in einem kommerziellen Staat wie dem unsrigen zu encouragiren, wo vielleicht 7 Theile von den 8 der Gesammtbevölkerung Leute mit wenig oder keinem Eigenthum sind

Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg 1867, S. 250. (deutschestextarchiv.de)

Der Telegraph hat bereits gemeldet daß sich die abscheulichen Ruhestörungen in Zürich welche […]– allen Anzeichen nach von der „Jnternationalen Association,“ also den vorgeschrittensten und staatsgefährlichsten Socialdemokraten, mit Hülfe des Züricher Mob und der internirten Franzosen in Scene gesetzt – am 9 Abends […]mit dem Sturm auf die deutsche Friedensfest=Versammlung in der „Tonhalle“ begannen, vorgestern verstärkte Fortsetzung genommen haben.

Allgemeine Zeitung. Nr. 74. Augsburg (Bayern), 15. März 1871. [DWDS]

Ein […]leinenes Aushängeschild besagte, daß man in jenem Brettertempel der Kunst Schiller’s „Räuber“ zur Darstellung bringen werde. Matrosen, Dirnen, Gassenjungen und allerlei süßer Mob umdrängten den Eingang, wo eine polizei-widrig häßliche, dicke Alte an der Kasse saß.

Neues Fremden-Blatt, 4. 11. 1874, S. 2. (books.google.de)

Zum Vater, vor dem er sich am offensten auszusprechen pflegte, hatte er wohl schon von dieser Frau gesagt: Sie rechnet Unsereins zum sogenannten Mob!

Gutzkow, Karl: Die neuen Serapionsbrüder. Roman in drei Bänden. Zweiter Band. Breslau 1877, S. 276. (deutschestextarchiv.de)

So ist es auch […], obgleich Haydn selbst es nicht vernommen zu haben glaubte, völlig glaubhaft, daß der rohe Mob auf der Galerie unter Zischen und Pfeifen „Fiedler, Fiedler“ geschrieen hatte, als das Orchester Haydn […], einen Künstler, und noch dazu einen Ausländer, bei seinem ersten Erscheinen im Theater durch Aufstehen geehrt hatte.

Die Grenzboten. Jg. 38, 1879, Drittes Quartal, S. 371. [DTA]

[…] es iſt wahr: ich […]beſuche ſelten die Kirche — vertrete […]aber als Juriſt, als Geſetzeshüter, ganz entſchieden die Anſicht, daß die Maſſe der Religion bedarf — […]und ſollte das — Sie ſehen, ich bin ganz aufrichtig — und ſollte das auch nur nothwendig ſein, damit ſie, die Plebs, der Mob, kurz: das Volk — damit dieſes alſo ſtets in der Gewalt, in den Händen der ‚oberen Zehntauſend‘ bleibt.

Conradi, Hermann: Adam Mensch. Leipzig 1889, S. 64. (deutschestextarchiv.de)

Aber auf einmal wird er wild und fängt an zu ſchimpfen: Auf das Geſindel, das Geld und kein Talent hat, auf alle, die ihn verachten […], weil ſie Kameele ſind, während er ein Genie iſt u. ſ. w. — Ich ſage euch: Ein fabelhafter Ausbruch mitten in den johlenden Mob hinein, der ſich königlich zu amüſieren anfängt, während der Dichter, an der Rampe hin- und herrennend wie ein Eisbär im Käfig, Zorn, Wut, Verachtung nach allen Richtungen ſchleudert.

Bierbaum, Otto Julius: Stilpe. Ein Roman aus der Froschperspektive. Berlin 1897, S. 394. (deutschestextarchiv.de)

Peter Pitarski möge an Geld und Ruhm erwerben, was der lesende Mob dem Erich Evra schuldig blieb!

Soyka, Otto: Eine gelungene Satire. In: Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [zuerst 1909], S. 37. [DWDS]

Warum wirft man sich nicht auf sie, sondern nur auf mich, den Sündenbock für den ganzen literarischen Mob?

May, Karl: Mein Leben und Streben, Selbstbiographie von Karl May, Bd. I. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690–1930, Berlin 2004 [zuerst 1910], S. 46733. [DWDS]

In der Allerheiligenstraße versuchte der Mob, in Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien einzudringen, um zu plündern . Die gesamten zur Verfügung stehenden Polizeikräfte rückten den Plünderern sofort entgegen.

N. N.: Neue Ausschreitungen in Frankfurt. In: Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 2. 4. 1919, S. 4. [DWDS]

Der rote Mob triumphierte.

N. N. [- zel.]: Offenbacher Polizei kapituliert vor dem Straßenmob. In: Völkischer Beobachter (Bayernausgabe), 4. 3. 1930, S. 7. [DWDS]

Der Mob zog vor sein Haus und fing an, alle Arten Kot und Dreck durch die Fensterscheiben des Herrn van der Smissen zu werfen.

Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, Bd. 1. Berlin u. a. 1990 [zuerst 1934], S. 99. [DWDS]

In Thüringen terrorisiert bewaffneter roter Mob die Bevölkerung. Gegen ihn sammelt an der bayrisch-thüringischen Grenze Kapitän Ehrhardt nationale Kampfverbände.

von Schmidt-Pauli, E.: General v. Seeckt: Lebensbild eines deutschen Soldaten. 1937. (books.google.de)

Frl. Gump wurde vom Mob gestoßen und belästigt, Polizei stand unbewegt dabei.

Klemperer, Victor: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin 1999 [zuerst 1939], S. 129. [DWDS]

Sie hatten bereits wochenlang , eingeschlossen von dem roten Mob, gesessen, und es war ihnen nicht gelungen, von außen Lebensmittel heranzutransportieren.

N. N., Reportage vom Kameradschaftsabend zur Ehrung der Legion Condor im Haus der Flieger in Hamburg, 3. 6. 1939, S. 3369. [DWDS]

In der politischen Interpretation durch die Springer-Zeitungen verrät die zunächst eher überflüssig scheinende Häufung von Unwahrheiten doch Methode. Sie sollen jene Thesen stützen, die die Springer-Presse über die studentische Opposition verbreitet, seit sie […]zum erstenmal auf menschenleeren Nebenstraßen, von Polizei geduldet, gegen den Vietnamkrieg oder die Wiederwahl Lübkes protestierte: „Krawallköpfe“, […]„Krawalltüten“, „Kommunisten“, „Rotgardisten“, „immatrikulierter Mob“, denen nur noch Gummiknüppel den Grips lockern könnten.

N. N.: Nach bewährtem Muster. In: Die Zeit, 26. 4. 1968, Nr. 17. [DWDS] (zeit.de)