Wortgeschichte
Das Bedeutungsspektrum und seine Monosemierung
Das seit dem späten 18. Jahrhundert bezeugte Substantiv Solidarität (1794) weist zunächst ein verhältnismäßig breites Bedeutungsspektrum auf, das sich – in einem Prozess der Monosemierung – ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts allmählich auf die heute geläufige Lesart verengt. In den frühen Bezeugungen findet sich das Wort noch überwiegend in der allgemeinen Bedeutung Übereinstimmung mit einer Person, Sache
(1794, 1833, 1847b), hier oft in der Verbindung Solidarität der Interessen (1854, 1877, 1897). Daneben ist für diese Zeit aber auch eine spezifisch technische Lesart kräftemäßiges Zusammenwirken von Einzelteilen
nachzuweisen; diese liegt etwa vor, wenn von der Solidarität der Wagen einer Eisenbahn die Rede ist (1838; vgl. auch 1844a sowie den wohl hierher gehörigen metaphorischen Beleg von 1847b).
Aus der Überlieferung des 19. und teils auch noch des 20. Jahrhunderts sticht vor allem die rechtliche Verwendung des Wortes hervor. Solidarität steht hier für die gemeinschaftliche Haftung Einzelner
(1799, 1844b, 1857), was auch die gegenseitige Verantwortlichkeit und Bündnistreue von Staaten untereinander einschließt (1850a, 1850b, 1868). Die heute übliche Bedeutung Zusammengehörigkeitsgefühl, innere Verbundenheit einer Gruppe, Einstehen der Mitglieder füreinander
tritt um die Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals in Erscheinung (1847a; vgl. dann auch 1855, 1860, 1890, 1898). Diese Verwendung kann als Metonymie zur rechtlich geprägten Bedeutung gemeinschaftliche Haftung Einzelner
verstanden werden: Wer gemeinsam für etwas haftet, fühlt sich auch den Mitverantwortlichen innerlich verbunden und bildet gewissermaßen eine Verantwortungsgemeinschaft.
Insgesamt wird aber davon auszugehen sein, dass sich das Aufkommen dieser Bedeutung weniger einem Bedeutungswandel innerhalb des Deutschen als vielmehr dem Vorbild von französisch solidarité verdankt, wie überhaupt sämtliche Bedeutungen des deutschen Wortes bereits durch das Französische vorgeprägt zu sein scheinen (vgl. 1DHLF, 2113 und TLFi unter solidarité; vgl. hier auch 1848a). Hier liegt somit der – insgesamt seltene Fall – vor, dass ein Lehnwort nicht nur in einer Lesart, sondern nahezu mit seinem gesamten Bedeutungsspektrum aus einer Gebersprache übernommen wird; es läge folglich der Fall einer zeitlich eng zusammenliegenden Lehnschichtung vor.
Ein linkes
Prestigewort
Als treibende Kraft für die Übernahme bzw. Ausbildung von Solidarität Zusammengehörigkeitsgefühl, innere Verbundenheit einer Gruppe, Einstehen der Mitglieder füreinander
ist wohl die politisch links stehende Publizistik um 1848/49 anzusehen (1848a, 1848b). Anschließend an diese Verwendung entwickelt sich der Ausdruck im 20. Jahrhundert zu einem Prestige- bzw. Fahnenwort des Sozialismus, was etwa in dem Ausruf Es lebe die proletarische Solidarität! zum Ausdruck kommt (1928, 1930). Solidarität zielt dabei besonders auf den internationalen Zusammenhalt der sozialistischen Bewegung (vgl. die Verbindung internationale Solidarität [der Arbeiterklasse]; 1905, 1907, 1924). Hier ist zugleich eine stark deontische Bedeutungskomponente enthalten: Solidarität wird als etwas zu Leistendes eingefordert (1985). Allerdings begegnet das Wort in dieser Bedeutung bald auch außerhalb der politischen Publizistik. Es ist damit zum Bestandteil der Allgemeinsprache geworden (vgl. 1880, 1934, 2006).
Literatur
2DFWB Deutsches Fremdwörterbuch. Begonnen von Hans Schulz, fortgeführt von Otto Basler. 2. Aufl., völlig neu erarbeitet im Institut für Deutsche Sprache von Gerhard Strauß u. a. Bd. 1 ff. Berlin/New York 1995 ff. (owid.de)
1DHLF Dictionnaire historique de la langue française, par Alain Rey et al., 3. Aufl. Bd. 1–2. Paris 2000.
TLFi Trésor de la langue française informatisé (Trésor de la langue française, sous la direction de Paul Imbs/Bernard Quemada. Bd. 1–16. Paris 1972–1994). (atilf.fr)
Belegauswahl
Minerva: Ein Journal historischen und politischen Inhalts 9/1 (1794), S. 524. (ub.uni-bielefeld.de)Und Ihr Jacobiner! […]Brüder und Freunde! Kennet doch ein Mal die freyheitsmordende Faction, die so viele listige Mittel anwendet, um euch zu unterjochen […]. Wie hat sie sich schmeicheln können, daß es ihr gelingen werde, durch eure Stimme die meinige zu ersticken? Kann man […]im Heiligthum des Patriotismus, und im Schooße einer republicaniſchen Gesellschaft, eine so schändliche Solidarität erwarten? […]Nein! dieses ist ein Verbrechen mehr, das sie zu begehen wagten und das Ihr selbst rächen werdet.
Historisches Journal 3 (1799), S. 198. (digitale-sammlungen.de)Selbst aus einem allgemeinen Gesichtspunkte betrachtet, mögte diese verstärkte Solidarität der Geschlechter wohl eher ein günstiges Vorurtheil für das Anleihe-System, als einen Vorwurf gegen dasselbe begründen. In den Zeiten, die wir erlebt haben, ist eine jede Anstalt, die dazu beiträgt, das gesellschaftliche Band fester zu knüpfen, […]und die Idee von einer unauflöslichen Dauer des Staates in ihrer ganzen Heiligkeit zu unterhalten, schon in dieser einzigen Rücksicht schätzbar.
Heine, Heinrich: Werke und Briefe in zehn Bänden. Hrsg. von Hans Kaufmann. Bd. 4. 2. Aufl. Berlin/Weimar 1972 [1833], S. 512.Ich kann daher nur mitleidig die Achsel zucken, wenn ich höre, daß die jesuitisch aristokratische Partei in Deutschland sich […]zu jener Zeit die größte Mühe gab, mich als einen der Enragés des Tages darzustellen, um mir bei deren Exzessen eine kompromittierende Solidarität aufzubürden.
Polytechnisches Journal 68 (1838), S. 417. (bbaw.de)Denn die Wirkung der Centrifugalkraft beschraͤnkt sich hier: 1) auf die Tendenz die Wagen aufzuheben […], und sie um die Stuͤzpunkte der aͤußeren Raͤder zu drehen; und 2) auf eine horizontale Kraft […], welche den Randvorsprung eben dieser Raͤder gegen den inneren Rand der Schienen andruͤkt. Um nun die Wirkungen dieser Tendenz zu verhuͤten, was schon durch die Solidaritaͤt der Wagen eines Wagenzuges in hohem Grade geschieht, genuͤgt es, daß die durch die Geschwindigkeit veranlaßte Hoͤhe nicht den vierten Theil der vierten Proportionale zur Hoͤhe des Schwerpunktes der Last […]unter dem Stuͤzpunkte der Raͤder, zur mittleren Breite und zum Radius der Bahncurve uͤbersteige.
Polytechnisches Journal 91 (1844), S. 401–402. (bbaw.de)Während demnach die Zunahme des Volums bei, aus derselben Anzahl Fäden bestehenden, Seidensorten von beinahe unmerklichem Einfluß ist auf die Dehnbarkeit der Seide, vergrößert hingegen die Vermehrung der Anzahl der Fäden die Dehnbarkeit […]in bedeutendem Verhältniß.
Die gemeinschaftliche Kraft (Solidarität) der Fäden ist indessen sehr verschieden, was Festigkeit und was Dehnbarkeit anbelangt.
Die Grenzboten 3/1 (1844), S. 758. (deutschestextarchiv.de)Nach der Uebereinkunft sollte derselbe für drei Vorstellungen bis zur zwanzigsten fünfzig Pfund bekommen; aber da der Unternehmer bankerott gemacht hatte […], bevor er seine Verbindlichkeiten gehalten, wiesen seine Nachfolger jede Solidarität zurück und fuhren fort, das Stück zu geben, ohne dafür etwas zu zahlen.
Marx, Karl/Friedrich Engels: Werke. Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Bd. 3. 5. unveränderte Aufl. Berlin 1978 [zuerst 1845–1846], S. 506. [DWDS]Die wahre Solidarität der Menschen untereinander macht sogar den Satz zur Wahrheit, daß die Konsumtion eines Jeden die Konsumtion Aller zur Voraussetzung hat.
Marx, Karl/Friedrich Engels: Werke. Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Bd. 3. 5. unveränderte Aufl. Berlin 1978 [zuerst 1845–1846], S. 424. [DWDS]Innerhalb der kommunistischen Gesellschaft […], der einzigen, worin die originelle und freie Entwicklung der Individuen keine Phrase ist, ist sie [die Aufhebung des Privateigentums] bedingt eben durch den Zusammenhang der Individuen, ein Zusammenhang, der teils in den ökonomischen Voraussetzungen besteht, teils in der notwendigen Solidarität der freien Entwicklung Aller […], und endlich in der universellen Betätigungsweise der Individuen auf der Basis der vorhandenen Produktivkräfte.
Neue Rheinische Zeitung, 16. 6. 1848, Nr. 16, S. [3]. (deutschestextarchiv.de)„Robespierre“, das Schreckbild der guten, unschuldigen Bürger, prangt jetzt in großen Lettern als Titel eines neuen Journals. „Robespierre“ nennt sich ein Journal der sozialen Reform, und hinter der liberté, égalité und fraternité stehn noch die solidarité und unité, die Solidarität und die Einheit.
Neue Rheinische Zeitung, 10. 8. 1848, Nr. 71, S. [4]. (deutschestextarchiv.de)Wir nehmen den Gedanken eines Völkerkongresses freudig auf, denn auch wir wollen eine Solidarität der freien Völker und erwarten mit Sehnsucht den Tag, an welchem ihre Abgesandten die große Förderation beschließen werden.
Die Bayerische Presse, 26. Juli 1850, Nr. 178, S. [4]. (deutschestextarchiv.de)Der Art. 4 des Vertrages gestattet Dänemark […]unter gewissen Vorausetzungen einen militärischen Angriff des Bundesgebietes. Wenn es auch unleugbar ist, daß […] eine vollständige Solidarität Schleswigs mit Holstein […] stattfindet, so dürfte doch dadurch jene Bestimmung des Art. 4. nicht motivirt werden können. Diese Solidarität findet fast überall statt, wo der Art. 46. der Bundesacte Anwendung leidet.
Die Bayerische Presse, 29. Oktober 1850, Nr. 259, S. [4]. (deutschestextarchiv.de)England stellt vier Forderungen; die beiden ersten sind nicht von Belang, Exportzölle auf und eine Erbschaft betreffend. Die beiden letzteren aber zeigen recht klar, wie Lord Palmerston die Lehre von der Verbindlichkeit (Solidarität) der Regierungen versteht.
Die Grenzboten 13/2/2 (1854), S. 460. (deutschestextarchiv.de)Wie es scheint, will Kaiser Napoleon III. der Entstehung eines neuen Conflicts, im Sinne jenes ersten zwischen Paraguay und Stratsord ausweichen, indem er das etwas reizbare […], leicht verletzliche Naturell des letzteren fürchtet, zugleich aber von der Solidarität der französischen und englischen Interessen im Orient zu sehr überzeugt ist, um eine zeitweise […], speciellere Vertretung der ersteren für nöthig zu erachten.
Die Grenzboten 14/4/2 (1855), S. 99. (deutschestextarchiv.de)Aber der britischen Politik gelang es, ein neues continentales Bündniß gegen Frankreich zu Stande zu bringen. Kaiser Paul von Rußland, voll aristokratischen Hasses gegen die Revolution und lebhaft durchdrungen von dem Gefühle monarchischer Solidarität, rüstete mit ernsten Mitteln und Thaten.
Herders Conversations-Lexikon. Fünfter Band: S. bis Zytomierz. Freiburg im Breisgau 1857, S. 245. (deutschestextarchiv.de)Solidarisch, Solidarität (in solidum), Rechtsverhältniß, wobei jeder fürs Ganze berechtigt oder verpflichtet ist gegen Dritte, mit verschiedenartiger Regelung der Theilhaber unter sich.
Burckhardt, Jacob: Die Cultur der Renaissance in Italien. Ein Versuch. Basel 1860, S. 66. (deutschestextarchiv.de)Der Grundton des venezianiſchen Gemüthes war daher der einer ſtolzen, ja verachtungsvollen Iſolirung und folgerichtig einer ſtärkern Solidarität im Innern, wozu der Haß des ganzen übrigen Italiens noch das Seine that.
Bluntschli, Johann Caspar: Das moderne Völkerrecht der civilisirten Staten. Nördlingen 1868, S. 226. (deutschestextarchiv.de)Meines Erachtens würde ein unbeſchränktes Aſyl die allgemeine menſchliche Rechtsordnung und Rechtsſicherheit bedrohen […], zumal bei der Beweglichkeit der heutigen Verkehrsmittel. Es iſt ein allgemeines Intereſſe […], nicht ein bloßes Landesintereſſe, daß Mörder, Räuber, grobe Betrüger und große Diebe beſtraft werden. Vortrefflich hat der franzöſiſche Miniſter Rouher […](Rede vom 4. März 1866) die Gründe für die Auslieferungspflicht […]mit wenigen Worten ausgeſprochen: „Der Grundſatz der Auslieferung iſt der Grundſatz der Solidarität, der wechſelſeitigen Verſicherung unter Regierungen und Völkern gegen ein überall drohendes Uebel […](contre l’ubiquité du mal)“.
Verne, Jules: Eine Ueberwinterung im Eise. In: Eine Idee des Doktor Ox. Bekannte und unbekannte Welten. Abenteuerliche Reisen von Julius Verne. Bd. XX. Wien u. a. 1877 [1875], S. 167–250, hier S. 204.Am 9. October hielt Johann Cornbutte einen Rath ab, um den Plan für seine Operationen zu entwerfen, und ließ all seine Leute hieran Theil nehmen, damit der Eifer eines Jeden durch die Solidarität der Interessen gehoben würde.
Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs 15 (1880), S. 631. (deutschestextarchiv.de)Ganz besonders aber wünschen und hoffen wir, dass bei Hochgebirgstouren das Gefühl der Solidarität, der gegenseitigen treuen Hülfeleistung, das unerschütterliche Zusammenhalten in Noth und Gefahr, die Pflicht der Anerkennung und Belohnung für geleistete Dienste neu belebt worden sei.
Simmel, Georg: Über sociale Differenzierung. Leipzig 1890, S. 31. (deutschestextarchiv.de)Daſs die wachsende Intensität dieser Beziehungen [innerhalb der Familie], wie wir sie bei den höheren Tieren und schlieſslich beim Menschen beobachten, eine über die unmittelbare Abstammung hinausreichende Solidarität der Familie bewirkt, ist psychologisch leicht verständlich.
Spielhagen, Friedrich: Zum Zeitvertreib. Leipzig 1897, S. 240.Herr von Luckow und Fräulein Stephanie Sudenburg hegen den schlimmsten Verdacht: davon habe ich mich überzeugen müssen, als ich vorgestern eine sehr vorsichtige Rekognoscierung nach dieser Seite anstellte. Niemand steht mir dafür, daß die Genannten ihre Wissenschaft für sich behalten; bei der großen Solidarität der Gedanken und Interessen, die in der Sudenburg’schen Familie herrscht, ist es sogar mehr als unwahrscheinlich.
Bismarck, Otto von: Gedanken und Erinnerungen. Bd. 1. Stuttgart 1898, S. 339. (deutschestextarchiv.de)Der öſtreichiſche Vorſchlag gefiel ihm vielleicht wegen des darin liegenden Elementes fürſtlicher Solidarität in dem Kampfe gegen den parlamentariſchen Liberalismus, durch den er ſelbſt damals in Berlin bedrängt wurde.
Verhandlungen des Reichstages. Berlin 1905, S. 3374. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)Die heute im Reformgasthause tagende öffentliche Volksversammlung spricht […]unter dem Eindruck der durch den Russenprozeß vor aller Welt aufgedeckten barbarischen Zustände des Zarismus ihren […]um die Freiheit kämpfenden russischen Brüdern erneut ihre unerschütterliche Sympathie aus und erklärt, ihnen gegenüber die Pflichten internationaler Solidarität unbeirrt weiter erfüllen zu wollen, bis auch Rußland […]der westeuropäischen Kultur erschlossen und im Geiste eines modernen Rechtsstaats umgewandelt sein wird.
Kautsky, Karl/Bruno Schönlank: Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. 4. Aufl. Berlin 1907, S. 54. (deutschestextarchiv.de)Und wie das Kapital keine Grenze kennt, […]wenn sein Vorteil auf dem Spiele steht, wie es das Erdrund nach neuen Absatzmärkten durchjagt, wie es Länder durchquert und Meere durcheilt, um Reichtum auf Reichtum zu häufen, so fallen auch für die Arbeiter der verschiedenen Länder die nationalen Schranken, die Einheit des Zieles, des Sturzes der kapitalistischen Gütererzeugung, wird ihnen eine unumstößliche Ueberzeugung, die internationale Solidarität tritt in die Erscheinung.
Verhandlungen des Reichstages. Berlin 1924, S. 769. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)Es lebe die internationale Solidarität, der internationale Kampf der Arbeiter, Angestellten und Beamten gegen die kapitalistischen Ausbeuter in Deutschland, in Frankreich, in der ganzen Welt!
Mühsam, Erich: Ausgewählte Werk. Bd. 1: Gedichte, Prosa, Stücke. Berlin 1978 [1928], S. 656.Es lebe die proletarische Solidarität!
Verhandlungen des Reichstages. Berlin 1930, S. 3234. [DWDS] (digitale-sammlungen.de)Die Sozialdemokratie kann die Verantwortung für die Novelle um so eher übernehmen, da sie es als den Erfolg ihres monatelangen Abwehrkampfes ansieht, daß die der Sozialversicherung zugrunde liegende sittliche Idee der unbedingten Solidarität aller Arbeitenden erhalten geblieben ist, einerlei ob ihr Arbeitsschicksal ein günstigeres oder ungünstigeres ist.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt. Bd. 1. Berlin u. a. 1990 [1934], S. 188. [DWDS]Ihr seid ja bloß ’ne Clique, ihr Brüder, du denkst, du bist der Bulle und kannst alle – aber du kannst nur die paar von deiner Clique, und Solidarität – davon hast du überhaupt keine Ahnung, weißt du das!
Zimmermann, Hartmut (Hrsg.): DDR-Handbuch – M. In: Enzyklopädie der DDR. Berlin 2000 [1985], S. 4562. [DWDS]Du sollst Dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.
Noll, Ingrid: Ladylike. Zürich 2006, S. 153. [DWDS]Natürlich steht man aus Solidarität zunächst auf Seiten der Ehefrau, wenn man von einem Seitensprung ihres Mannes erfährt.