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Wortgeschichte zu

Aufstand

aufständisch · Aufständischer · Volksaufstand

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Aufstand geht auf spätmittelhochdeutsch ûfstant zurück. Zunächst mit breitem Bedeutungsspektrum, ist die für das Themenfeld Politik und Gesellschaft zentrale Bedeutung Aufruhr, Rebellion seit frühesten Bezeugungen belegt. Es gehört zu den wesentlichen Bedeutungsaspekten, dass ein Aufstand gegen eine Obrigkeit gerichtet ist. Ab dem 19. Jahrhundert sind zahlreiche Komposita mit -aufstand als Grundwort, so etwa Volksaufstand, belegt. Daneben gehören die Ableitungen aufständisch und Aufständischer zur Wortfamilie.

Wortgeschichte

Etymologie und frühes Bedeutungsspektrum

Das Substantiv Aufstand geht auf spätmittelhochdeutsch ûfstant zurück (vgl. Pfeifer unter AufstandDWDS). In den älteren Sprachstufen hat es ein breites und heterogenes Bedeutungsspektrum, was durchaus typisch für Ableitungen von Partikelverben ist. So begegnet Aufstand zunächst und bis ins 18. Jahrhundert verstreut auch zu einzelnen Verwendungen des Verbs aufstehen in den Bedeutungen sich (von der Horizontalen) zur Vertikalen aufrichten, nach oben stehen, gerichtet sein, aufrecht stehen, emporragen sowie auf etwas, auf einer Unterlage stehen, sich befinden, angebracht sein, auch: auf etwas hängenbleiben, auflaufen (vgl. 2DWB 3, 759–760 sowie 3, 766–772). Das 2DWB setzt daneben zudem mit Erstbeleg 1687 die Bedeutung Zustand eines Bergwerkes sowie die Berichterstattung darüber an (vgl. 2DWB 3, 760).

Aufruhr: Die politische Bedeutungslinie

Im gegenwärtigen Sprachgebrauch wird Aufstand vornehmlich in der – zentral dem Themenfeld Politik und Gesellschaft zuzuordnenden – Bedeutung Aufruhr, Rebellion verwendet. Es handelt sich hier um einen Fall von Monosemierung. Die Bedeutung ist bereits seit dem 15. Jahrhundert bezeugt (1584, 1609; das 2DWB 3, 765 bucht diese Bedeutung mit Erstbeleg aus dem Jahr 1472). Es gehört zu den zentralen Bedeutungsaspekten von Aufstand, dass es eine Erhebung gegen eine wie auch immer geartete Form der Obrigkeit bezeichnet (1681, 1738). Entsprechend begegnet Aufstand gerade in frühen Belegen in dieser Bedeutung auch mit Kontextwörtern wie EmpörungWGd (1681) oder RebellionWGd (1621).

Die Abbildung zeigt die DWDS-Wortverlaufskurve zu Aufstand, Aufständischer und aufständisch.

Abb. 1: DWDS-Wortverlaufskurve zu Aufstand, Aufständischer und aufständisch

DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)

In der Bedeutungslinie Aufruhr, Rebellion ist Aufstand über die Jahrhunderte weitgehend stabil (1639, 1789, 1860, 1931, 2003). Zugleich zeigt sich hinsichtlich der Verwendungsfrequenz nach einer frühen Bezeugungsspitze zunächst ein Rückgang, bevor die Verwendungshäufigkeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder deutlich ansteigt (vgl. Abb. 1).

Wortbildungen und Wortverbindungen

Auch wenn Aufstand in seiner Hauptbedeutung über die Jahrhunderte weitgehend konstant ist, zeigt sich doch, dass das Wort ab Ende des 18. Jahrhunderts ausgesprochen kombinationsfreudig wird. Neben allerdings auch zuvor schon belegten Kollokationen mit Adjektiven wie etwa allgemeiner Aufstand (1626, 1686, 1791), aber auch blutiger Aufstand (1685, 1976b), treten ab in etwa der Wende zum 19. Jahrhundert auch offener (1811, 1989) und bewaffneter Aufstand (1837, 1945). Ebenfalls ab Ende des 18. Jahrhunderts begegnen Wortbildungen mit Grundwort -aufstand: In Komposita wie Bauernaufstand (1796a, 1976a), Arbeiteraufstand (1846, 1913) oder Sklavenaufstand (1848b, 1954) wird dabei die Trägerschaft des Aufstandes über das Bestimmungswort näher bestimmt.

Zu den vielleicht verbreitetsten Komposita gehört Volksaufstand (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Zwar begegnen die Wörter Volk und Aufstand bereits deutlich früher in Bezug aufeinander (1653, 1731), gleichwohl ist Volksaufstand erst seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts belegt (1786, 1796b). Das Wort kann sowohl einen von weiten Teilen der Bevölkerung getragenen Aufstand (1985) als auch in einem scherzhaft-ironischen Sinn eine in der Bevölkerung verbreitete und geäußerte Empörung bzw. einen Massenauflauf bezeichnen (2009, 2010, vgl. auch DWDS unter VolksaufstandDWDS). Daneben treten mit Bezeichnungen wie Boxeraufstand (1902) oder Prager Aufstand (1969) Bezeichnungen bestimmter historischer Ereignisse.

Zur Wortfamilie um Aufstand gehören mit aufständisch sich in Aufruhr befindend, rebellisch, ungehorsam (1855, 1885, 1972; vgl. auch 2DWB 3, 766 und Aufständischer Teilnehmer eines Aufstandes (1848a, 1896, 1960) nicht zuletzt eine Adjektiv- und eine Substantivableitung. Beide sind in offenbar zeitgleich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Quellen belegt (1844a, 1844b).

Erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts bezeugt und damit noch relativ jung ist die feste Verbindung den Aufstand proben (1971, 1997). Sie hat sich ausgehend von Günter Grass’ 1966 uraufgeführtem Stück Die Plebejer proben den Aufstand im deutschen Sprachraum verbreitet (vgl. hierzu auch die Wortgeschichte zu PlebsWGd).

Anna S. Brasch

Literatur

2DWB Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Neubearbeitung. Hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (vormals Deutsche Akademie der Wissenschaften) und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bd. 1–9. Stuttgart 1983–2018. (woerterbuchnetz.de)

DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)

Pfeifer Pfeifer, Wolfgang u. a.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. (dwds.de)

Weitere wortgeschichtliche Literatur zu Aufstand, aufständisch, Aufständischer, Volksaufstand.

Belegauswahl

FErner hat der Römische dazumal König Ferdinandus / Anno 1534. an Churfürsten zu Sachsen nachfolgendes schreiben geschickt: HOchgeborner lieber Oeheim vnd Churfürst / wir haben die zeit her deß Kadawischen auffgerichten vertrags zu etlich malen warhafftig bericht empfangen / das sich an vielen orten im heiligen Reich / vnd fürnemlich bey den Stedten / die Zwinglische Sect von tag zu tag mehren / vnd erzeigen sol / welches nicht wenig erschrecklich / vnd gros vnd hoch zubesorgen ist / wo nicht nottürfftig vnd zeitig einsehen geschicht / das daraus verfürung Christlicher gewissen / vnwiederbringlicher schaden vnd nachtheil gemeiner Christenheit / darneben abfall vnd minderung deß Reichs Stende / vnd fürnemlich auch vngehorsam / empörung vnd auffstand deß gemeinen Mans wieder die ober vnd Obrigkeit erfolgen werde.

Kirchner, Timotheus: Gründliche warhafftige Historia: von der Augspurgischen Confession wie die Anno 1530 geschrieben. Item: Von der Concordia, so Anno 1536. zu Wittenberg, von gedachtem Artickel auffgerichtet, … Wider deß gedichten, unauffrichtigen Ambrosij Wolffij gefelschete Historiam. Leipzig 1584, S. 198. (deutschestextarchiv.de)

Constantinopolitanische Brieff bestettigen den Rebellen Auffstandt in Asia/ die thun grossen Schaden/ so zeucht der Carente Rogli mit 40000. Man/ im Namen des Persianers/ auff Pagadet/ mit welchen Jnwohnern er ein Verstandt hat/ deßwegen von der Porten an alle Bassa Befehlch außgangen/ so viel Volck als nur muͤglich/ auffzubringen/ den Rebellen vnd Persianer Wiederstandt zu thun/ dahero wird verhofft/ die Jmpresa auff Malta/ dardurch zu ruͤck gehen sol.

Schöne, Walter (Hrsg.): Aviso. Relation oder Zeitung. Wolfenbüttel 1609. (deutschestextarchiv.de)

Gestalt offternennte Behemische Rebellen / sambt jrem auff geworffnen vermainten Haubt dem Pfaltzgraven / zu Vnser vnd deß Heyl: Römischen Reichs noch grösserer gefahr / behaubtung jhres Fridtbrüchigen vorhabens / vnnd zu deß Erbvheindts Augenscheinlicher befürderung / wider die Christenheit vnser Königreich Hungern / in ebenmäßigen Auffstandt / Rebellion / vnd Abfall zubringen / vnnd mit besagtem Erbvheindt Christlichen Namens / auch dessen verwandten Fürsten in Sibenbürgen / newe Verbündtnuß wider Vns zu schliessen / vnd dieselb Nation sambt denen so sich darzu schlagen / in diese vnnd vbrige vnsere Erbländer einzuführen sich nit scheuch tragen.

N. N.: Copia, Kayserl: Aachts Erklerung / wider Pfaltzgraff Friderich Churfürst. Wien 1621, Bl. B3r. (deutschestextarchiv.de)

Der Vrſprung ſolches allgemeinen Auffſtandes war dieſer.

Barclay, John: Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Hrsg. von Martin Opitz. Breslau 1626, S. 104. (deutschestextarchiv.de)

Ein gefaͤhrlicher Auffſtand entſtehet zu Stetin wegen des Bierkauffes.

Micraelius, Johann: Erstes Buch Deß Alten Pommer-Landes. Teutsch Wendisch Sächsisch Nebenst Historischer Erzehlung, dero in Nähisten Dreißig Jahren biß auff des Letzten Hertzogen Bogißlai XIV. Todt, in Pommern Vorgegangenen Geschichten. Stettin 1639. (deutschestextarchiv.de)

Auflauf/ Empoͤrung/ Vergadrung/ der Aufſtand von dem Volk/ erheiſcht die Obrigkeit fuͤr Recht/ dardurch das gantze Land geſetzt in Angſt und Noht; Es fallen die Geſetze ein jeder iſt ſein Herr/ ein Herr der nicht verſteht/ das/ was Gehorſam heiſſt.

Harsdörffer, Georg Philipp: Prob und Lob der Teutschen Wolredenheit. Das ist: deß Poetischen Trichters Dritter Theil. Nürnberg 1653, S. 132. (deutschestextarchiv.de)

Sondern ein Aufruhr/ eine Rebellion, Empoͤrung und gemeiner Aufſtand und Auflauff heiſſet und iſt eigentlich/ wann die Unterthanen ſich wider ihre ordentliche von GOtt vorgeſetzte Obrigkeit/ auflehnen/ einer den andern aufwickelt/ ſich haͤuffig rottiren/ und dermaſſen empoͤren/ daß ſie mit gewoͤhrter Hand die Obrigkeit uͤberlauffen/ ſie von ihrer Regierung mit Gewalt abſtoſ[…]Anmerkung: und wie er entſtehe. ſen/ gar erwuͤrgen/ oder doch ihrer ſelbſt Herꝛen werden wollen.

Bauller, Johann Jacob: Hell-Polirter Laster-Spiegel/ Underschiedlich in sich haltend alle und jede Fugienda, Was ein Christ Böses fliehen soll [...]. Ulm 1681, S. 1016. (deutschestextarchiv.de)

Wo aber GOttes Gebote im Wege/ als wenn der Mensch stielet/ tödtet / einen blutigen Aufstand und dergleichen erreget/ da hat die Gnade nicht statt.

N. N.: Neuer Lust- und Lehrreicher Schau-Platz/ Worinnen Allerhand nachdenkliche Geschichten/ heilsame Sitten-Lehren/ Politische Erinnerungen/ gefasste denkwürdige Sprüche/ wie nicht weniger Welt- Religion- Estats- Jagt- Bergwerks- Münz- und andere dergleichen nützliche Dinge mehr enthalten […]. Nürnberg 1685, S. 311. (deutschestextarchiv.de)

Die Pest thut allhier noch viele Menschen wegreissen/ auch werden die Lebens – Mittel täglich theurer/ weßhalben ein allgemeiner Auffstand besorget wird.

N. N.: Theatrum Novum Politico-Historicum. Das ist: Eine gründliche und ausführliche Erzehlung Alles dessen/ Was sich in dem 1686. Jahr auff diesem kugelrunden Welt-Gebäu an allen Orten und Enden zu Wasser und Land denck- und schreibwürdiges zugetragen und begeben hat. Würzburg 1686, S. 237. (deutschestextarchiv.de)

Philopatoris Maitresse, welchen sie denn dergestalt gefesselt hielt, daß bey nahe die gantze Regirung bey ihr stunde; allein/ als sie sich dessen auch zu sehr erhub, kam es endlich nach des Königs Tode zu einem Aufstande des Volckes wider sie, in welchem sie nackend aus dem Königlichen Pallaste hervor gezogen, und von dem rasenden Pöbel, nebst andern Angehörigen, theils mit den Zähnen zerrissen, theils sonst elendiglich massacriret wurde.

Hederich, Benjamin: Reales Schul-Lexicon, […] Andere und vermehrtere Auflage. Leipzig, 1731, Sp. 137. [DWDS] (gei.de)

Wenn in großen Staͤdten manchmahl die Becken-Knechte, oder Schuh-Knechte einen Aufſtand machen, und ſich wider die Obrigkeit ſetzen, ſo ungerecht auch ihr Unternehmen iſt, und ihr Thun eher eine Hartnaͤckigkeit, als Tapfferkeit zu nennen; dennoch ſo offt ſie in ſchoͤnſter Ordnung recht trotziglich, großmuͤthig, und mit erhoͤhetem Haupte vor die Gerichts-Staͤtte, oder ins Stockhaus gehen, ſo ſtehet die Canaille auf der Gaſſen, und muß vor Freuden und Vergnuͤgen uͤber ſolche ihre Standhafftigkeit, Hertz und Muth, Thraͤnen vergießen.

Bernd, Adam: Eigene Lebens-Beschreibung [...]. Leipzig 1738, Bl. b4r. (deutschestextarchiv.de)

So war gar nicht daran zu denken, daß ein Volksaufstand über die Neuerungen sich ereignen sollte.

[Sintenis, Christian Friedrich]: Theodor; oder über die Bildung der Fürstensöhne zu Fürsten. von M-. Zweiter Theil. Berlin 1786, S. 278. (books.google.de)

An eben dem Tage war zu St. Germain en Laye ein ſo großer Aufſtand, daß der Marſchall von Noailles, der Gouverneur des Orts iſt, der Nationalverſammlung eine Depeſche zuſchickte, welche hierauf 4 ihrer Deputirten nach St. Germain abſandte, die daſelbſt die Ruhe wieder herſtellten.

Staats- und Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, 28. 7. 1789, Nr. 119, S. [4]. (deutschestextarchiv.de)

Ein schneller Abzug rettete ihn vor einem allgemeinen Aufstand und Angriffe des Volkes.

Forster, Georg: Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich, im April, Mai und Junius 1790. Zweiter Theil. Berlin 1791, S. 101. (deutschestextarchiv.de)

Wahrſcheinlich wollte der Offizier einen Bauernaufſtand verhindern: denn dieſe ſind, um in ſolchen Faͤllen ſtill zu ſitzen, von den Privilegien ihrer Pfaffen zu gut unterrichtet; und die Pfaffen ermangeln noch weniger, den loͤblichen Satz des Kirchenrechts: ſi quis ſuadente diabolo percuſſerit clericum, und wie es weiter heißt, zu ihrem Vortheil fein huͤbſch zu erklaͤren.

Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale, von ihm selbst beschrieben. Dritter Theil, welcher dessen Begebenheiten, Erfahrungen und Bemerkungen während des Feldzugs gegen Frankreich von Anfang bis zur Blokade von Landau enthält. Leipzig 1796, S. 284. (deutschestextarchiv.de)

Solche Leute muß man in einem Lande anſtellen, wie Koch und Schlemmer in Alzey, Schweikart in Kreuznach, Albertino in Bacharach, Fabel in Grehweiler, Vola in Flonheim, und wie das juriſtiſche Geſindel in der Pfalz, dort uͤberm Rhein, mehr heißt, wenn man Volksaufſtand befoͤrdern will.

Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale, von ihm selbst beschrieben. Dritter Theil, welcher dessen Begebenheiten, Erfahrungen und Bemerkungen während des Feldzugs gegen Frankreich von Anfang bis zur Blokade von Landau enthält. Leipzig 1796, S. 427. (deutschestextarchiv.de)

Aber die Urtheilsſpruͤche konnten nicht vollzogen werden, denn das Volk war in offenem Aufſtand: es ſchuͤtzte jeden Verurtheilten: und Glaͤubiger welche die verhaßten Urtheile erhalten hatten, retteten ſich kaum vor ſeiner Wuth.

Niebuhr, Barthold Georg: Römische Geschichte. Erster Theil. Berlin 1811, S. 407. (deutschestextarchiv.de)

Nur mit Mühe ward ein bewaffneter Aufstand verhindert.

Conversations-Blatt zur Unterhaltung und Belehrung für alle Stände, Burg/Berlin, 1837, Nr. 30. (deutschestextarchiv.de)

Und diese Jammergestalten sind aufständisch geworden und wagen es, den Bajonetten und den Kugeln des feinsten preußischen Commisbrod-Mavors Trotz zu bieten!

Die Grenzboten 3/1 (1844), S. [791]. (deutschestextarchiv.de)

Bald darauf gingen zwei Regimenter zu den Aufständischen über und stellten sich vor Lafsitte’s Hütel auf.

Die Grenzboten 3/1 (1844), S. 440. (deutschestextarchiv.de)

So ist es zugleich mit gelungen, der schlechten Presse die Schuld an den Arbeiteraufständen mit zuzuschreiben — auch davon werden die guten Folgen nicht ausbleiben.

Otto, Louise: Schloß und Fabrik. Roman. Dritter Band. Leipzig 1846, S. 95. (deutschestextarchiv.de)

Von dem Militär sollen nur 10, von den Aufständischen mehre hundert Mann gefallen seyn.

Mainzer Journal, 22. Juni 1848, Nr. 8. (deutschestextarchiv.de)

In Jamaika war Alles ruhig, auf Porto Riko jedoch fürchtete man einen Sklavenaufstand und hatte deswegen allen Verkehr mit St. Domingo aufgehoben, da man glaubte, die freien Neger von Hayti würden ihren Brüdern von Porto Riko eventuell zu Hülfe kommen.

Neue Rheinische Zeitung. Beilage, 28. November 1848, Nr. 154, S. [2]. (deutschestextarchiv.de)

Der Statthalter war auf militärische Maſsregeln nicht gefaſst und selbst der elende Landsturm der Insel nicht sogleich zur Hand; weſshalb er ein Bündniſs abschloſs mit einem der bekanntesten Räuberhauptleute auf der Insel und gegen das Versprechen ihn selbst zu begnadigen ihn bewog die aufständischen Sclaven durch Verrath den Römern in die Hand zu spielen.

Mommsen, Theodor: Römische Geschichte. Zweiter Band: Von der Schlacht bei Pydna bis auf Sullas Tod. Leipzig 1855, S. 129. (deutschestextarchiv.de)

Das Volk glaubte sich in diesem Fall berechtigt, das ursprüngliche Urtheil wieder herzustellen. Vor allem aber spielte das politische Element in diesem Vorgange eine Rolle. Es war in der That mehr ein Aufstand als ein Krawall.

Fontane, Theodor: Jenseit des Tweed. Bilder und Briefe aus Schottland. Berlin 1860, S. 91. (deutschestextarchiv.de)

Eine ſeltſame Gunſt des Schickſals fügte es nun, daß dieſelben revolutionären Ideen, welche den Führern der aufſtändiſchen Creolen den Muth entflammten, die Widerſtandskraft des Mutterlandes lähmten.

Treitschke, Heinrich von: Deutsche Geschichte im Neunzehnten Jahrhundert. Dritter Theil: Bis zur Juli-Revolution. Leipzig 1885, S. 135. (deutschestextarchiv.de)

Ein großer Theil der Bevölkerung der Union ſympathiſirt mit den Aufſtändiſchen auf Cuba und im Senate iſt deren Anerkennung als kriegführende Macht beantragt worden.

Mährisches Tagblatt 17, 30. 12. 1896, Nr. 300, S. [2]. (deutschestextarchiv.de)

Während des ganzen Verlaufes der Unruhen und Verwickelungen in China, die auf den Ausbruch des Boxeraufstandes folgten, sind die beiden Mächte in engem und ununterbrochenem Verkehr gewesen und haben gleichartige Anschauungen bethätigt.

N. N.: Das Bündniß zwischen England und Japan. In: Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 12. 2. 1902, S. 1. [DWDS]

Daß diese damals schon ihre Rechte zu wahren verstanden, zeigen die Akten eines Arbeiteraufstandes, der unter Ramses IX. ausgebrochen war, weil man ihnen den zuständigen Lohn nicht lieferte, der erste nachweisbare Streik der Weltgeschichte (Erman S. 182 f.).

Groebe, Paul Ernst (Hrsg.): Handbuch für den Geschichtsunterricht. Bd. 1. Leipzig, 1913. (deutschestextarchiv.de)

Der Nationalismus, das heißt die Staatsanschauung, die jeder Volks- und Blutseinheit das Recht und die Pflicht zur Erlangung oder zur Aufrechterhaltung ihrer staatlichen Selbständigkeit zuerkennt, und die nur in einem blutmäßig einheitlichen Volkskörper den natürlichen und gesunden Träger einer Staatseinheit sieht, hat sich elementar geäußert in dem Aufstand des spanischen Volkes gegen die Regierung des napoleonischen Satrapenstaats, den der Welteroberer aus Spanien gemacht hatte, fast zur gleichen Zeit in dem Freiheitskampf, den aus ähnlichem Zwang das preußische Volk unter Mitwirkung einiger anderer deutscher Stämme gegen Napoleon ausfocht.

Breysig, Kurt: Die Geschichte der Seele: im Werdegang der Menschheit. In: Breysig, Kurt: Die Geschichte der Seele. Berlin, 1931. (deutschestextarchiv.de)

In der Note wurde laut The World Today weiter ausgeführt, es habe sich in Aserbaidschan nicht um einen bewaffneten Aufstand, sondern lediglich um Bestrebungen nach Sicherstellung der demokratischen Rechte der Bevölkerung von Aserbaidschan gehandelt, die innerhalb der Grenzen Irans nationale Autonomie anstrebe.

N. N.: Außenpolitik. IRAN. Okkupation. AUSSENMINISTERKONFERENZ IN LONDON. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 15, 5. 12. 1945, S. 552. [DWDS]

Auf diese Ode nimmt er Bezug, als er von einem Fragment berichtet, das niemand anders zum Helden hatte, als den großen Führer des römischen Sklavenaufstandes, Spartakus.

Kamnitzer, Heinz: Lessing und die Nation. In: Neue deutsche Literatur, 1954, Nr. 1, Bd. 2, S. 123. [DWDS]

Die Mehrzahl der Aufständischen ergab sich den Regierungstruppen oder floh in die Dschungelgebiete bzw. nach Kolumbien.

N. N.: Niederschlagung eines Aufstandsversuches. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 30, 23. 4. 1960, S. 8353. [DWDS]

Zu Beginn der Woche, in der die ČSSR des Prager Aufstands gegen die nationalsozialistische Besetzung gedachten, äußerte KP-Chef Husak die „Hoffnung, innerhalb kurzer Zeit eine wirklich normale Atmosphäre zu erreichen“.

Die Zeit, 9. 5. 1969, Nr. 19. [DWDS] (zeit.de)

Diese Männer proben nicht den Aufstand gegen das Recht, sondern sie protestieren damit gegen einen veralteten Sportgeist.

Die Zeit, 18. 6. 1971, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

Die aufständischen Militärs haben sich gut verschanzt.

Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 122. [DWDS]

Diese falsche Ansicht ist wirklich eine willkürliche und rohe Beleidigung der chinesischen Geschichte und der Bauernaufstände in der Geschichte Chinas…

N. N.: Scharfe innenpolitische Auseinandersetzungen über den richtigen Ideologischen Kurs bei Bewältigung der Wirtschaftsziele. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 46, 18. 2. 1976, S. 20013. [DWDS]

Das Nationale Studentenzentrum, das im Oktober 1973 durch den blutigen Aufstand gegen die Militärdiktatur der Demokratie zum Erfolg verholfen hatte, tritt für die lange vernachlässigten Arbeiter und Bauern ein.

Die Zeit, 26. 3. 1976, Nr. 14. [DWDS] (zeit.de)

Einheiten der GSSD waren maßgeblich an der Niederschlagung des Volksaufstandes vom 17. 6. 1953 in der DDR, beim Bau der Mauer in Berlin am 13. 8. 1961 und am Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes am 21. 8. 1968 in die CSSR beteiligt.

Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch – G. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 3082. [DWDS]

Dabei handelt es sich um eine ambivalente, unterwürfig-trotzige Abhängigkeitshaltung, die, solange sie nicht ,,durchgearbeitet" ist, oft nur zwei extreme Lösungen zuläßt: Anpassung oder offenen Aufstand.

Die Zeit, 8. 12. 1989, Nr. 50. [DWDS] (zeit.de)

Als dieser Weg nach ihr benannt werden sollte, hatten damals die Bauern im Gemeinderat den Aufstand geprobt: „Nach oana Theatahur’ nenna ma koa Strossn “so die Dorfchronik.

Die Zeit, 29. 8. 1997, Nr. 36, S. 61. [DWDS]

Doch die geladenen Zeitzeugen haben sämtlich ein gespaltenes Verhältnis zu den Aufständen in der DDR gehabt.

Der Tagesspiegel, 4. 6. 2003. [DWDS]

In einem Meinungsklima, in dem jede neu geplante Moschee einen kleinen Volksaufstand auslöst, findet sich aber nur mehr ein sehr eingeschränkter politischer Handlungsspielraum.

Die Zeit, 15. 10. 2009, Nr. 43. [DWDS] (zeit.de)

Eine gezückte Kamera kann einen kleinen Volksaufstand auslösen.

Die Zeit, 17. 2. 2010, Nr. 7. [DWDS] (zeit.de)