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Hipster

Hipstertum · Mipster · Nipster

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Hipster bezeichnet im Englischen seit den 1930er Jahren Angehörige einer US-amerikanischen Subkultur. Im Deutschen begegnet das Wort erstmals in den 1960er Jahren mit entsprechender Bedeutung. Seit den 1990er Jahren tritt zunächst in den USA, dann weltweit, eine neue, ebenfalls als Hipster bezeichnete Sozialfigur auf, die über ihr Trendbewusstsein charakterisiert wird und Selbstverwirklichung, Kreativität und Individualismus einen hohen Stellenwert beimisst. Mit dieser weiten Bedeutung ist das Wort im Deutschen seit Mitte der 1990er Jahre bezeugt. In etwa zeitgleich ist Hipstertum Lebenseinstellung, Weltsicht, Lebensstil der Hipster erstmals belegt. Mitte der 2010er Jahre entstehen im Kontext zweier Diskursereignisse mit Mipster und Nipster weitere Bildungen auf der Basis von Hipster.

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Wortgeschichte

Ursprünge in der US-amerikanischen Subkultur

Hipster ist ein Lehnwort aus dem Englischen: Im US-amerikanischen Raum ist das Wort als Bildung aus dem Adjektiv hip und dem Suffix -ster seit Anfang der 1930er Jahre bezeugt (vgl. 3OED unter hipster, n.2 and adj.1). Ursprünglich bezeichnet das englische Wort eine SubkulturWGd (vgl. Greif 2014, 13), genauer zunächst vorwiegend afroamerikanische Bepop- und Jazzmusiker, ab den 1950er Jahren weiße Angehörige einer Subkultur oder der Boheme, die von dem Wunsch der angelsächsischen Avantgarde getrieben war, sich von dem Weißen an und in sich zu lösen und das coole Wissen und die exotische Energie, die Lust und die Gewalt der Afroamerikaner zu erlangen (Greif 2014a, 25–26). Das englische Wort hipster ist in diesen beiden Ausbildungen tiefensemantisch mithin an die Diskursfigur der race gebunden.

Prominent behandelt wird die Sozialfigur des Hipsters in zwei bis heute einschlägigen Abhandlungen: Anatole Broyard publiziert 1948 A Portrait of the Hipster (Broyard 1948), Norman Mailer 1957 den Essay The White Negro (vgl. die Wiederveröffentlichung im Dissent Magazine im Jahr 2007). Im englischsprachigen Raum steigt zu dieser Zeit die Bezeugungsfrequenz von hipster (vgl. die entsprechende Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Ob Mailers Essay im englischen Raum zur Verbreitung des Wortes beigetragen hat, ist schwer zu sagen. In frühen Belegen im deutschsprachigen Raum, in denen das Wort noch als fremdsprachlich markiert ist, wird jedenfalls nicht nur auf den englischen Diskurs im Allgemeinen, sondern bisweilen auch auf Mailer im Speziellen verwiesen (1962), so dass eine gewisse Rolle für die Verbreitung des Wortes wohl angenommen werden kann.

Im Deutschen ist Hipster seit den 1960er Jahren gelegentlich bezeugt, hier zunächst unter Bezugnahme auf die einschlägige US-amerikanische Subkultur (1969a, 1969b, 1989a, 1989b). Verwendungen in dieser Bedeutung lassen sich bis heute nachweisen (2001). In dieser Bedeutungslinie wird der Plural im Deutschen – anders als in der später ausgebildeten Bedeutung trendorientierte Person – auf -s gebildet (1989c, 1989d; vgl. demgegenüber 2000a, 2015a für die Pluralbildung in der Bedeutungslinie trendorientierte Person).

Neue Hipster an der Schwelle zum 21. Jahrhundert

An der Schwelle zum 21. Jahrhundert taucht in den USA, insbesondere in New York, eine neue Sozialfigur auf, die ebenfalls als hipster bezeichnet wird. Das Wort erhält im Englischen in diesem Zuge die neue Bedeutung eine Person, die den neuesten Trends folgt und als hip gilt (vgl. 3OED unter hipster, n.2 and adj.1). Indem das Wort auf die neue Sozialfigur übertragen wird, wird erkennbar auf die frühere Subkultur zurückgegriffen. Zugleich wird das Wort in seiner neuen Bedeutung nunmehr sehr viel weiter gefasst und bezeichnet nicht mehr im engeren Sinn eine Subkultur. Warum genau hipster im Englischen wieder aufgegriffen wird, ist ungeklärt. Formuliert worden ist die vage These, dass der Stil der allerersten Hipster viele Menschen an die alten Hipster der fünfziger Jahre erinnerte und dass der Begriff aus diesem Grund plötzlich wieder auftauchte (Greif 2014b, 116).

In Deutschland begegnet Hipster mit der neuen Bedeutung Person, die einen urbanen, mode- und trendbewussten Lebensstil pflegt und Selbstverwirklichung, Kreativität und Individualismus einen hohen Stellenwert beimisst, ab Mitte der 1990er Jahre vorerst nur gelegentlich (1997, 1998a, 1998b), ab den 2000er Jahren dann mit deutlich steigender Verwendungsfrequenz.

Hipster hat Konnotationen des Trendigen (2003a), des Individuellen (2000b), verbunden mit einem exklusiven Wissen insbesondere darüber, was in bestimmten Szenen angesagt ist, bevor es die breite MasseWGd erreicht (2000c), des Postmodernen (2005) sowie nicht zuletzt des Urbanen (2002a). Im Deutschen wird Hipster besonders häufig mit Berlin assoziiert (2002b); wohl auch deswegen tritt die Kollokation Berliner Hipster häufig auf (2012a, 2012b, 2017).

Ist der Hipster männlich?

Einiges spricht dafür, dass der Hipster des beginnenden 21. Jahrhunderts – zunächst – nur auf Männer bezogen wird. Zwar lässt sich dies anhand von Einzelbelegen auf Wortebene nur schwer nachweisen, gleichwohl liegt dieser Rückschluss angesichts der Tatsache, dass Frauen in Texten über Hipster zunächst nicht vorkommen (vgl. Tortorici 2014, 100), nahe. Das 3OED etwa vermerkt explizit, das Wort bezeichne seit den 1990er Jahren a type or stereotype of relatively affluent young urban males adopting aspects of bohemian or alternative lifestyles (3OED unter hipster, n.2 and adj.1, Hervorhebung ASB). Warum der Hipster als vorwiegend männlich wahrgenommen wird, ist schwer zu sagen. Dass das Wort Hipster zunächst Männer adressiert und Frauen in Quellen nicht vorkommen, heißt natürlich nicht, dass es keine weiblichen Hipster gegeben hätte, sondern nur, dass sie nicht mit dem Wort bezeichnet worden sind. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass die Menschen, die diesen Diskurs führten, nichts Neues darin zu erkennen vermochten […], dass sich Frauen auf eine bestimmte Weise kleiden, um sich einer Kultur anzupassen (Tortorici 2014, 100).

Vor diesem Hintergrund ist eine neue wortgeschichtliche Entwicklung seit Mitte der 2010er Jahre allerdings interessant: Es treten nunmehr Wortbildungen wie Hipster-Mädchen (2012c, 2016a), Hipsterin (2012d, 2015b) und Hipster-Frau (2013, 2015c) auf, die dezidiert weibliche Hipster adressieren. Das wiederum lässt den Rückschluss zu, dass Hipster seine dominant männliche Konnotation verloren hat (2012e, 2014a).

Hipstertum

Zeitgleich zu der neuen Bedeutung von Hipster entsteht mit Hipstertum, Lebenseinstellung, Weltsicht, Lebensstil der Hipster (vgl. auch 2DFWB unter Hippie), eine neue Ableitung, die im Deutschen seit Mitte der 1990er Jahre bezeugt ist (1995, 2000d, 2011). Obwohl es erst parallel zum sachhistorischen Auftreten der neuen Hipster und der entsprechenden Entstehung der neuen Bedeutung trendorientierte Person entsteht, bezeichnet Hipstertum sowohl ältere Subkulturvertreter (2003b) als auch die neuen Hipster der Nullerjahre (2008).

Mipster und Nipster. Zwei Diskursereignisse

In den 2010er Jahren entstehen im Kontext zweier Diskursereignisse, eines weltweiten und eines überwiegend deutschen, mit Mipster (2014b) und Nipster (2014c) zwei neue Bildungen auf der Basis von Hipster. Mipster – eine Bildung aus Muslim und Hipster – entsteht 2013 in der Nachfolge eines Youtube-Videoclips mit dem Titel Somewhere in America #MIPSTERZ, in dem sich einige amerikanische Musliminnen zu Somewhere in America des Rappers Jay-Z als muslimische Hipster in Szene setzen. Zu sehen sind junge, urbane, trendorientierte Frauen, die Kopftuch und Hipster-Röhrenjeans tragen, die sich selbst im Videotitel als #MIPSTERZ bezeichnen und mit Insignien des Hipstertums, so etwa dem Schnurrbart, spielen, wodurch sie sich visuell als muslimische Hipster inszenieren. Anders als bei Hipster, das heute überwiegend als Fremdzuschreibung verwendet wird (2012e), handelt es sich bei der Neubildung Mipster damit um eine Selbstbezeichnung. Das Video ging um die Welt und hat auch in Deutschland ein Diskursereignis hervorgerufen (vgl. exemplarisch die Berichterstattung im Tagesspiegel, in der Welt oder in Cicero; daneben 2014b, 2016b). Mipster wird bis heute gelegentlich verwendet, bleibt dabei aber erklärungsbedürftig (2019).

Ein vor allem auf den deutschsprachigen Raum beschränktes Diskursereignis ereignet sich 2014 um die Wortschöpfung Nipster, eine Kontamination aus Nazi und Hipster (2014c). Vermutlich geht die Wortprägung auf einen Artikel der Tageszeitung taz mit dem Titel Hipster unterm Hakenkreuz. Zehn Schritte zum Nipster vom 6. April 2014 zurück (2014d). Thema und Wort werden in zahlreichen Medienberichten (2014e, 2014f), prominent unter anderem der Kulturjournal-Beitrag Michel Abdollahi sucht die neue Nazi-Mode des NDR vom 4. August 2014, aufgegriffen. Über Deutschland hinaus verbreitet ein Beitrag des Rolling Stone vom 23. Juni 2014 das Wort. Nipster bezeichnet Neonazis, deren äußeres Erscheinungsbild eine Aneignung von Hipsterattributen, die mit rechten Insignien kombiniert werden, ist, um sich einen trendigen Anstrich zu geben (2014g, 2014c). Wie weitreichend das Diskursereignis für die Besetzung des Wortes Nipster war, zeigt die Geschichte eines Nürnberger Online-Magazins, das sich 2012 den Eigennamen Nipster, wohl als Bildung aus Nürnberg und Hipster, gegeben hatte (2012f). Das Multi-Kulti-Projekt, wie es sich selbst nennt, hat den Namen in der Nachfolge aufgegeben (vgl. das entsprechende Statement auf der Website von Nürnberg und so).

Nach dem Diskursereignis von 2014/2015 begegnet das Wort Nipster heute kaum mehr; möglicherweise hat die Tatsache, dass die rechte Szene das Wort unmittelbar nach der Prägung als negativ konnotierte Fremdzuschreibung als Hashtag, also als zur besseren Auffindbarkeit mit dem Schriftzeichen # markiertes Schlagwort, in den sozialen Medien besetzt und damit umgedeutet hat, zum Rückgang beigetragen (vgl. schon die Beobachtung im Rolling Stone).

Anna S. Brasch

Literatur

Broyard 1948 Broyard, Anatole: A Portrait of the Hipster. In: Partisan Review XV, 6 (1948), S. 721–727.

2DFWB Deutsches Fremdwörterbuch. Begonnen von Hans Schulz, fortgeführt von Otto Basler. 2. Aufl., völlig neu erarbeitet im Institut für Deutsche Sprache von Gerhard Strauß u. a. Bd. 1 ff. Berlin/New York 1995 ff. (owid.de)

Greif 2014 Greif, Mark: Vorwort zur amerikanischen Ausgabe. Aus dem Englischen von Tobias Moorstedt. In: Mark Greif u. a. (Hrsg.): Hipster. Eine transatlantische Diskussion. Aus dem Englischen von Niklas Hofmann und Tobias Moorstedt. Frankfurt a. M. 2014, S. 11–19.

Greif 2014b Greif, Mark: Nachruf auf den weißen Hipster. Aus dem Englischen von Tobias Moorstedt. In: Mark Greif u. a. (Hrsg.): Hipster. Eine transatlantische Diskussion. Aus dem Englischen von Niklas Hofmann und Tobias Moorstedt. Frankfurt a. M. 2014, S. 112–140.

Greif 2014a Greif, Mark: Positionen. Aus dem Englischen von Tobias Moorstedt. In: Mark Greif u. a. (Hrsg.): Hipster. Eine transatlantische Diskussion. Aus dem Englischen von Niklas Hofmann und Tobias Moorstedt. Frankfurt a. M. 2014, S. 23–31.

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

Tortorici 2014 Tortorici, Dayna: Man erkennt sie, wenn man sie sieht. Aus dem Englischen von Niklas Hofmann. In: Mark Greif u. a. (Hrsg.): Hipster. Eine transatlantische Diskussion. Aus dem Englischen von Niklas Hofmann und Tobias Moorstedt. Frankfurt a. M. 2014, S. 99–111.

Belegauswahl

Diese Vorschriften erstrecken sich unter anderem auf die Kleidungsstücke, Philosophen, Speiselokale und Jazzmusiker, die der hipster zu bevorzugen hat. Dieser Kodex ist durchaus ernst gemein; Mailer läßt sich keinerlei Ironie zuschulden kommen.

Enzenzberger, Hans Magnus: Die Aporien der Avantgarde. In: Einzelheiten. Frankfurt a. M. 1962, S. 292–315, hier S. 306.

Er [Malcolm X] war gerade vier Jahre alt, als Angehörige des Ku-Klux-Klan seinen Vater ermordeten; seine Mutter endete infolge der rassischen Diskriminierung im Irrenhaus; seine Kindheit verbrachte er unter der Aufsicht einer staatlichen Behörde, ein Pariadasein als „begabter Neger“ unter weißen Schulkindern; im Getto versuchte er als „Hipster“ krampfhaft seine schwarze Identität zu verdrängen; die kriminelle Karriere des „Hustlers“, als Rauschgifthändler und Zuhälter in Harlem, beschloß er 1946, mit einundzwanzig Jahren, im Gefängnis.

Die Zeit, 4. 4. 1969, Nr. 14. [DWDS] (zeit.de)

Wer seine Darstellung des Teufelskreises von Neurose und Psychose liest („Von der Sucht, ein Weißer zu sein, befreit sich der Hipster durch das Rauschgift, vom Rauschgift wiederum durch die Sucht, ein Weißer zu sein“), vom Warenfetischismus als Ersatzbefriedigung, durch die der Gettobewohner sein pervertiertes Ichideal bestätigt, oder vom (weißen) Mythos von der sexuellen Potenz des Negers, wird mit solchen kleinen Ungenauigkeiten ausgesöhnt: Bei all dem bleibt die Frage offen, ob der Erkenntniswert des theoretischen Jargons nicht wettgemacht wird durch die Einbuße an Verständlichkeit.

Die Zeit, 4. 4. 1969, Nr. 14. [DWDS] (zeit.de)

Hipsters waren Schwarze, die in der Welt der Weißen überleben, erfolgreich sein und doch Schwarze bleiben wollten. Sie akzeptierten die Normen der Weißen, die sie zur Maskerade übertrieben.

Die Zeit, 16. 6. 1989, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

Irgendwann verlor der Hipster, so erkannte Mailer, seine Hautfarbe und wurde ein allgemeines Phänomen.

Die Zeit, 16. 6. 1989, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

Hipsters hörten Jazz, machten Jazz, liebten Jazz, waren Jazz.

Die Zeit, 16. 6. 1989, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

Die Rock ’n’ Roll-Revolution in den sechziger Jahren verdrängte die Hipsters, Musik und Musiker wurden laut und brachial.

Die Zeit, 16. 6. 1989, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

Hat also Poschardt mit diesem Buch Verrat geübt am eigenen Hipstertum oder dem seiner Idole?

Der Spiegel, [Wochenzeitschrift], 28. 8. 1995, S. 196. [IDS]

Das sieht lässig aus und gleichzeitig ein bißchen gaga. Zwei Hipster, die demonstrieren, daß ihnen Mode eigentlich scheißegal ist. Sixties-Reverenzen – Pilzkopf und Röhrenjeans – vermischen sich mit dem Normalo-Look der Nineties.

Der Tagesspiegel, 24. 11. 1997. [DWDS]

Zwischen Trip Hop (Howie B., J Saul Kane), Detroit Techno (Carl Craig, 69), HipHop (Jungle Brothers), Old-School Hip-Hop (Junkyard Band) ist Platz für alles, was moderne, urbane Hipster mit B-Boy Vergangenheit cool finden.

Berliner Zeitung, 21. 1. 1998. [DWDS]

Deshalb reden die Beastie Boys in Interviews lieber über Kiwi-Früchte, Tofu-Snacks und Snowboards als über ihre Kunst. In ihrer öffentlichen Performance als mobile Verunsicherungseinheit erfinden sie eine neue Version des Hipsters, jener legendären Boheme-Figur aus den fünfziger Jahren, über die Norman Mailer geschrieben hat: „Er ermuntert den Psychopathen in sich, um das Feld, in dem Ruhe nur Langeweile bedeutet, für Experimente zu nutzen.“

Die Zeit, 16. 7. 1998, Nr. 30. [DWDS] (zeit.de)

Wie wäre es, mithilfe des Internet teure Sportmode an junge Leute zu vertreiben, an die Hipster, die lange schon am Computer zu Hause sind?

Die Zeit, 31. 5. 2000, Nr. 23. [DWDS] (zeit.de)

Der Retro-Trend hat die breite Masse erreicht. Welcher selbst ernannte Hipster aber will die gleichen Schuhe tragen wie ein Berufsschüler aus Recklinghausen? Wer wirklich trendy sein will, muss sich auf die Suche nach den wirklich raren Sneakers machen, Schuhe die es in Recklinghausen nicht gibt.

Berliner Zeitung, 29. 12. 2000. [DWDS]

Wie anders sollte man sich erklären, dass sie neuerdings Cowboyhüte trägt, eine Mode, die in diesem Jahr selbst das Massen-Spektakel Love Parade erreicht hat? Man darf sich die Beziehung zwischen Hipstern, also den Menschen, die Cowboy-Hüte trugen, als sie noch nicht überall zu sehen waren, und Madonna, die damit nun Geld verdient, trotzdem als eine Liebesgeschichte vorstellen.

Der Tagesspiegel, 17. 9. 2000. [DWDS]

Endlich wäre eine endlose Rückkopplungsschleife hergestellt aus Hipstertum und Marketingmaßnahmen.

Die Zeit (Online-Ausgabe), [Wochenzeitung], 3. 10. 2000, Nr. 41, Jg. 55. [IDS]

Jenseits der Leinwand wurde er der ultimative Hipster, der mit Jazzmusikern herumhing und für die Welt nur gelangweilte Verachtung übrig hatte. Als er 1943 mit dem Schauspielen begann, hatte Mitchum ein Leben hinter sich, aus dem Hollywood zehn Filme mit Überlänge machen würde.

Die Zeit, 26. 7. 2001, Nr. 31. [DWDS] (zeit.de)

Dass die Karawane der Hipster nach dem Zug durch Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg im Südosten ankommt, hält Brand nicht für unmöglich: „Das Viertel hat Potenzial.“

Berliner Zeitung, 14. 9. 2002. [DWDS]

Berlin ist der Ort, von dem du geträumt hast, die letzte und größte Hoffnung, die es für Hipster gibt.

Anna Schwan, New York: Hauptstadt der Hipster. Der Tagesspiegel, 30. 12. 2002. [DWDS]

Horden von Computerfreaks bevölkern dann die Kongresshallen und die Liegestühle am Pool; teigige, bleiche Gestalten in T-Shirts und riesigen Sandalen, trendige Hipster mit Fantasiefrisuren, viele der Gäste haben noch reichlich Pickel um die Nase.

Die Zeit, 4. 12. 2003, Nr. 50. [DWDS] (zeit.de)

Weil das Foto, das ihnen allen zu Grunde liegt, so gar nicht existieren dürfte: Es dokumentiert weniger den Skandal zweier beim Drogenkonsum erwischter Prominenter als vielmehr den Skandal einer Staatsmacht, die organisiertes Hipstertum mit frisierten Beweisen strafrechtlich verfolgte. Es ist das Jahr 1967: Die englische Polizei hat Keith Richards’ Landhaus in Sussex ausgehoben und führt nun dem Publikum zwei des Drogenmissbrauchs Beschuldigte auf dem Abtransport zum Chichester Court vor: Robert Fraser, einen Londoner Galeristen, und Mick Jagger, Sänger in einer berühmten Band.

Süddeutsche Zeitung, 17. 7. 2003, S. 13. [IDS]

Schicke Jungs zitierten coole Vorbilder aus den Sechzigern und Siebzigern (Rolling Stones, Velvet Underground), dann den Achtzigern (The Pop Group, E.S. .) und brachten dem schläfrig gewordenen Rock postmodernes Hipstertum.

Tages-Anzeiger, 19. 2. 2005, S. 50. [IDS]

Lieber setzt Eißler auf ein vages Berlin-Bild und ein vages Berlin-Gefühl aus Hipstertum, Partys, Musik, zu dessen Untergrund-Subkultur-Gestus die ganzen American-Pie-Gags einfach nicht recht passen wollen – genausowenig wie zur zumindest ansatzweise subtil erzählten Liebes- und Lebensgeschichte Toms.

die tageszeitung, 10. 1. 2008, Nr. 8475, Jg. 29, S. 17. [IDS]

2003 herrschte in der Subkultur schließlich das Gefühl, das Hipstertum sei an sein Ende gelangt.

Süddeutsche Zeitung, 7. 1. 2011, S. 12. [IDS]

Die New Yorker Hipster glaubten, sagten die Diskutanten, sie imitierten Berliner. Die Berliner Hipster aber glaubten, sie imitierten New Yorker.

Die Zeit, 16. 2. 2012, Nr. 08. [DWDS] (zeit.de)

Jutebeutel, Schallplatten, schwarze Papp-Brille und Visitenkarten: fertig ist der Berliner Hipster.

Die Zeit, 28. 6. 2012 (online). [DWDS] (zeit.de)

Um den jungen Berliner Hipster-Mädchen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, sollte man freilich anmerken, dass die eine Weile lang unter ihnen unangenehm grassierende Duttmode inzwischen wieder abgeflaut ist.

Berliner Zeitung, 23. 5. 2012, S. 21. [IDS]

In der Hamburger Location Saal II habe ich mir von einer stadtbekannten Hipsterin mit „Chuck Bass is my boyfriend“-Umhängebeutel sagen lassen, dass „A Different Ship“ eine sogenannte „Hipster-Platte“ sein soll.

Spiegel-Online, [Onlinemagazin], 15. 5. 2012. [IDS]

Sind sie nun alle Hipster – oder wollen sie den Typus mit ihrer Teilnahme lächerlich machen? „Wer sich Hipster nennt, ist ja keiner“, sagt Svenja aus dem Prinzessinnen-Team und nennt damit eine wichtige Hipster-Regel, „aber mir gefällt der Stil und auch, es mal zu überspitzen.“ Die Hipster, die an der Olympiade teilnehmen oder zuschauen, sie scheinen sich heute einfach mal selbst zu feiern, ironisch, selbstironisch und albern.

Berliner Morgenpost, 22. 7. 2012, S. 16. [IDS]

Und dann wird erst einmal gepitcht: So wie beim Speed-Dating die Männer immer, wenn die Glocke ertönt, einen Tisch weiterrutschen, geht es auch hier zack zack mit den Geschäftsideen, die Nürnberger Mehrwertzone ist dabei, ein neues Online-Magazin namens Nipster und mit The Awesome Foundation ein frischer Internet-Trend.

Nürnberger Nachrichten, 29. 11. 2012, S. 33; Hauptsache, das Netzwerk stimmt – Zwangloses Plaudern auf AEG: Beim „Creative Monday“ treffen sich Künstler zum Austausch. [IDS]

Da erwarteten ein Hipster-Mann und eine Hipster-Frau ein Kind in Manhattan, doch sie fanden keine Bleibe.

NZZ am Sonntag, 26. 5. 2013, S. 82. [IDS]

Gerta ist fein gekleidet, wenn sie das Haus verlässt; lebte sie heute, wäre sie sicher ein Hipster.

Die Zeit (Online-Ausgabe), 30. 1. 2014, Nr. 5. [IDS]

Eigentlich normale Szenen, wie sie sich in jeder Metropole abspielen könnten. Doch die jungen Frauen tragen Kopftücher, kombinieren modische Statements mit religiösen. Sie sind bekennende Hipster (was an sich schon ziemlich ungewöhnlich ist, wird dieser Ausdruck doch eher als abwertende Fremdbezeichnung benutzt), stehen aber gleichzeitig zu ihrem moslemischen Hintergrund. Das Ergebnis: Mipster (Hipster plus Moslem), wie sich die jungen Frauen vor und die Männer hinter der Kamera – Habib Yazdi und Abbas Rattani – nennen.

St. Galler Tagblatt, 16. 1. 2014, Nr. 12, S. 18. [IDS]

Vollbart, Jutebeutel und rechtsextrem. Vegan, umweltbewusst und rechtsextrem. Wer sich mit der politisch rechten Szene beschäftigt, stößt auf scheinbare Widersprüche. Und einen neuen Typen: Den Nipster. Das Kunstwort setzt sich aus Nazi und Hipster, dem manchmal etwas abfällig genutzten Begriff für szenebewusste Großstadtbewohner, zusammen. Gemeint sind Rechtsradikale, die so ganz anders auftreten, als die kahlrasierten und Springerstiefel tragenden Neonazis früherer Jahre. Prominenz verschaffte den Nipstern jüngst das US-Magazin Rolling Stone mit einer langen Reportage aus Deutschland (Heil Hipster). Die grobe Charakterisierung: Nipster bedienen sich angesagter Modestile und wirken wie ein Teil der urbanen Subkultur. Die Frage dahinter: Wie gefährlich ist rechte Ideologie, wenn sie trendy verpackt wird? Zumindest lässt sie sich von außen schwerer erkennen. Neonazis könnte es deutlich leichter fallen, Zugang zu Jugendlichen zu finden, warnen Experten weil sie zunächst gar nicht als radikal wahrgenommen werden.

Nordkurier, 9. 8. 2014, S. 6. [IDS]

Schritt 3: Kauf dir gute Jute. Viel Aufsehen erregte der Stoffbeutel „Bitte nicht schubsen, ich hab einen Joghurt im Beutel“ eines Kameraden auf dem Magdeburger „Trauermarsch“ im Januar. Ironische Sprüche kommen gut, am besten in Runen-ähnlicher Schrift. Zusammen mit einer klaren Grafik, ist deine Tasche dann ein Hit. Nipster stehen auf klares Design und geometrische Formen. Und da ist das Hakenkreuz ganz vorne mit dabei.

die tageszeitung, 1. 4. 2014, S. 13. [IDS]

Man denke nur an die zahlreichen ikonischen Kleidungsstücke, die wirklich jeder kennt, an Palitücher, an Che-Guevara-T-Shirts, an die aktuelle Diskussion um den als Hipster verkleideten Nazi namens Nipster.

Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2014, S. V2/6. [IDS]

Zuletzt wollten sich sogar Randgruppen wie Neonazis das Hipster-Etikett umhängen: sogenannte Nipster (Nazi+Hipster) kleiden sich oberflächlich wie modische Großstädter, lassen aber bei winzigen Details wie Ringen, Ketten, Tattoos oder dem „richtigen“ Spruch auf dem Jutebeutel ihre eigentliche Weltanschauung erkennen.

Die Presse, 10. 8. 2014, S. 33. [IDS]

So hat die Berliner Taz nämlich Nipster jetzt in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet: für Nazis, die sich mit Hipsterattributen wie Bart, Hornbrille und Stofftasche einen modischeren Anstrich geben wollen.

Nürnberger Zeitung, 15. 4. 2014, S. 11. [IDS]

Während die Hipster einen Raum voller Brechungen erfunden haben, in dem sie selbst die Regeln aufstellten, erschöpft sich die Ambition der Yuccies darin, in eine Elite aufzusteigen, von der die Wall Street auch noch was hat.

Die Zeit, 23. 6. 2015, Nr. 25. [DWDS] (zeit.de)

Wobei – und das ist gleichermaßen das Dilemma der Hipster/Yuccies wie auch Zeichen ihrer Bedeutung – die Modeketten ihren Stil längst übernommen und für die breite Masse aufbereitet haben: Holzfällerhemden (und -blusen, denn natürlich gibt es auch die Hipsterin, wiewohl sie optisch weniger auffallen mag), Trucker-Kappen und Vintage-Leibchen für alle.

Die Presse, 18. 10. 2015, S. 34–35. [IDS]

Heißt das, die coole Hipster-Frau ist bei Ihnen bloß Fassade?

Berliner Zeitung, 19. 5. 2015. [IDS]

Hipster-Mädchen tragen jetzt kurze Jeansshorts mit hohem Bund, dazu ein kurzes T-Shirt und ein kanadisches Holzfällerhemd, das sie sich um die Hüfte binden.

Stern, 9. 6. 2016, S. 22. [IDS]

Business und Religion, Moderne und Tradition: Shazia Saleem gehört zu den Prototypen der Generation M. Das «M» steht für Mipster, muslimische Hipster. Diese Wortkreation ging 2013 um die Welt, als eine Gruppe amerikanischer Musliminnen einen Clip online stellte, in dem sie sich zum Track «Somewhere in America» des Rappers Jay Z in Szene setzten. Oben Kopftuch, unten Skateboard.

NZZ am Sonntag, 25. 9. 2016, S. 23. [IDS]

Das, so hat mir Max verraten, ist sein Standard-Spruch, wenn Berliner Hipster entsetzt auf die Tatsache reagieren, dass sie in Hamm eigentlich besser aufgehoben wären.

Die Zeit, 4. 9. 2017 (online). [DWDS] (zeit.de)

Diese Generation hipper Muslime und Musliminnen nennt sich Mipster (kurz für Muslim Hipster).

NZZ am Sonntag, 30. 6. 2019, S. 57. [IDS]