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Wortgeschichte zu

Protestler

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Im Deutschen seit Mitte des 19. Jahrhunderts bezeugt, begegnet Protestler zunächst in religiösen Kontexten, wo das Wort jemanden bezeichnet, der gegen seine Kirche protestiert. Eine gewisse semantische Nähe zu Protestant ist dabei kein Zufall, allerdings ist der als Protestler bezeichnete gerade kein Protestant. In den 1870er Jahren erhält das Wort, nun abgeleitet von Protest, eine neue Bedeutung und bezeichnet Anhänger der elsass-lothringischen Protestbewegung bzw. Protestpartei. Daneben stehen seit Mitte des 19. Jahrhunderts vereinzelt, ab Ende des Jahrhunderts zunehmend Verwendungen in einem allgemeineren Sinn. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass das Wort ab Ende der 1960er Jahre zunehmend in Zusammenhang mit der Studenten- und Alternativbewegung verwendet wird und in der Nachfolge semantisch in die Nähe von Demonstrant rückt.

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Wortgeschichte

Protestler: Frühe Bezeugungen in Religionskontexten

Das Substantiv Protestler ist im Deutschen erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts bezeugt (1849). In frühen Bezeugungen zwischen Ende der 1840er und Beginn der 1870er Jahre begegnet das Wort überwiegend in religiösen Kontexten (1849, 1865, 1871a, 1871b). Das lässt Rückschlüsse auf eine semantische Nähe zu den älteren Wörtern ProtestantWGd, das im Verlauf des 16. Jahrhunderts von ProtestationWGd abgeleitet wird, sowie das zu dieser Zeit noch synonym zu ProtestantWGd verwendete ProtestierendeWGd zu. Gleichzeitig ist deutlich, dass Protestler anders als die Vorgänger nicht im engeren Sinn Christen evangelischer Konfession bezeichnet. Zwar begegnet es auch in Zusammenhang zu dieser (1871a), daneben aber auch in Bezug auf etwa Anhänger der altkatholischen Kirche:

Ja einzelne Protestler wollten gar die Beichte, Verehrung der Heiligen, Ehelosigkeit des geistlichen Standes u. s. w. abschaffen, gerade so wie Ronge, der an dem berüchtigten Congreß Theim genommen. […] Mögen sich daher die Neuprotestanten noch so viel mit dem Namen altkatholisch oder selbst katholisch brüsten, sie sind nicht die alten Katholiken mehr, die sie früher waren, die unter Pabst und Bischöfen standen und im Pabst das Oberhaupt, den Vater, den höchsten Lehrer der Christenheit verehrten; sie sind jetzt Neukatholiken oder vielmehr Neuprotestanten, da sie gegen Pabst und Bischöfe, gegen die Beschlüsse einer allgemeinen Kirchen-Versammlung so protestieren, wie einstmals die Protestanten. [1871b]

Obwohl Protestler hier also nicht Protestanten bezeichnet, wird doch auch deutlich, dass das Wort gerade in Anlehnung an Protestantismus, Protestation und Protestanten verwendet wird: Ein Protestler ist jemand, der gegen seine Kirche protestiert. Deutlich wird zudem, dass aus dem Beleg eine Abwertung spricht. Das ist insofern nicht überraschend, als das Wortbildungsmuster mit dem Suffix -ler tendenziell durch eine Neigung zu pejorativen Konnotationen beeinflusst ist (vgl. Fleischer/Barz 2012, 207).

Gleichzeitig ist es wahrscheinlich, dass die Ableitungsgrundlage für Protestler vermutlich nicht – wie im 16. Jahrhundert für ProtestantProtestation ist. Jedenfalls lassen die frühen Bezeugungen von Protestler keine Rückschlüsse auf eine förmliche oder gar schriftlich eingereichte Protestation erkennen. Auch ist das Wort Protestation bereits seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Verbreitung deutlich rückläufig, wohingegen die Verwendungsfrequenz von ProtestWGd deutlich steigt (vgl. die Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Protestler auf der Ableitungsgrundlage Protest in einer gegenüber Protestation weiter gefassten Bedeutung Verwahrung, Einspruch, Bekundung des Missfallens, wie sie sich um 1800 ausbildet, modelliert wird.

Die Protestler der elsass-lothringischen Protestpartei (und Nordschleswigs)

Ab Mitte der 1870er Jahre begegnet Protestler mit einer neuen Bedeutung und in neuen Kontexten: Nunmehr bezeichnet das Wort elsass-lothringische Reichstagsabgeordnete der Protestbewegung bzw. Protestpartei (vgl. zur elsass-lothringischen Protestpartei bzw. Protestpartei auch Huber 1982, 446–447 sowie Preibusch 2006, 88–92 und 127–132) bzw. solche, die die Annexion Elsass-Lothringens ablehnten (1874, 1895, 1901, 1910, 1966). Relevanz für die weitere wortgeschichtliche Verbreitung hat wohl die Abgabe einer Protesterklärung mit der Forderung einer nachträglichen Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit Elsass-Lothringens nach der ersten Reichstagswahl in Elsass-Lothringen 1874 (vgl. Huber 1982, 449–450). Frühe Bezeugungen des Wortes Protestler in diesem Kontext lassen jedenfalls die Annahme zu, dass die Wortbildung in Zusammenhang mit diesem Ereignis zu verstehen ist (1874). Die Ursprünge der Protestbewegung selbst reichen dahingegen bis zum Jahr 1871 zurück (vgl. Hiery 1986, 144 unter Rekurs auf eine Korrespondenz zwischen Léon Gambetta und August Schneegans im Oktober 1871). Die Wortbildung hat mit députés protestataires eine französische Entsprechung (vgl. auch die Informationen zu Les députés protestataires d’Alsace-Lorraine auf der Seite der französischen Assemblée nationale).

Ausgehend von dieser zunächst eher eng gefassten Bedeutung begegnet Protestler gegen Ende des Jahrhunderts gelegentlich auch in Zusammenhang mit anderen Grenzgebieten des Deutschen Reichs wie insbesondere Nordschleswig (1888, 1898, 1902).

Die 68er und Protestler als Demonstranten

Neben den Bezeugungen in religiösen Kontexten stehen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vereinzelt, dann mit zunehmender Tendenz auch solche mit weiter gefasster Bedeutung oder in anderen Kontexten (1866, 1909, 1915, 1929). Protestler scheint hier recht allgemein jemand, der gegen etwas (öffentlich) Einspruch erhebt zu bedeuten. Es ist dies wohl zugleich die Voraussetzung für eine neuerliche semantische Entwicklung der 1960er und 1970er Jahre: Protestler begegnet nun zunehmend im Kontext der 68er-Bewegung (1967a, 1967b, 1967c, 1970) und bezeichnet nunmehr spezifischer und oft abwertend (1968) Anhänger der Alternativbewegungen, der gegen etwas oder jemanden öffentlich protestiert.

Dabei entstehen auch neue semantische Relationen: So begegnet das Wort nun zusammen mit anderen Sozialfiguren der Zeit wie etwa HippiesWGd (1970) oder Gammler (1968, 1981). Protestler ist nun zudem im Gegensatz zu EstablishmentWGd zu verstehen (1971). Nicht zuletzt kann Protestler nun auch semantische Überschneidungen mit Demonstrant haben (1969, 1982, 2017b), wobei Protestler aber nicht selten Konnotationen des Gewalttätigen hat (2013, 2017a, 2017c).

Anna S. Brasch

Literatur

Assemblée nationale 2021 [Assemblée nationale:] Les députés protestataires d’Alsace-Lorraine. (assemblee-nationale.fr)

DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)

Fleischer/Barz 2012 Fleischer, Wolfgang/Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4., völlig neu bearb. Aufl. unter Mitarbeit von Marianne Schröder. Berlin/Boston 2012.

Hiery 1986 Hiery, Hermann Joseph: Reichstagswahlen im Reichsland: ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871–1918. Düsseldorf 1986.

Huber 1982 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. IV: Struktur und Krisen des Kaiserreichs. Zweite verbesserte und ergänzte Auflage. Stuttgart 1982.

Preibusch 2006 Preibusch, Sophie Charlotte: Verfassungsentwicklungen im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871–1918: Integration durch Verfassungsrecht? Berlin 2006.

Belegauswahl

Das erstere geschieht z. B., wenn ein Despot Edikte der Willkür oder der Herrschsucht erläßt, oder wenn Theologen den Zusammenhang des Dogma mit der Vernunft für etwas Indifferentes erklären; des andere, wenn moderne Protestler in der Kirche oder auch außer ihr dogmatisieren, ohne den Bestimmungen irgend eine ernstlich soziale Verbindlichkeit zu geben.

Lange, Johann Peter: Christliche Dogmatik. Erster Theil. Philosophische Dogmatik. Heidelberg 1849, S. 8. (books.google.de)

Wir wissen wenigstens bis jetzt von keinem Edikt des Consistriums, das die untergebenen Geistlichen zu einem Kreuzzuge aufforderte gegen ein von den Meisten gar nicht gelesenes Buch. Und wenn uns auch die eine Wuppertaler Adresse an die badischen Protestler, die uns zu Gesicht kamen, wieder einmal schmerzlich bedauern läßt, wie auch persönlich höchst ehrenhafte Männer durch epidemische Vorurtheile getäuscht, einer unehrenhaften Sache zustimmen können, so drängt es uns doch, mit unserm Bedauern über diese durch Unkenntnis der Sachlage hervorgerufenen Vorurtheile zugleich wenigstens unsere Freude auszusprechen, daß diese Adresse der Zeit nach vor die Berliner Encyklika fällt, also nicht von ihr influirt ist.

Nippold: Aus der Rheinprovinz. In: Allgemeine kirchliche Zeitschrift. Ein Organ für die evangelische Geistlichkeit und Gemeinde. Sechster Jahrgang, Elberfeld 1865, S. 274–279, hier S. 277. (books.google.de)

Und jetzt kommt Vater Trinks und erklärt, aus einem neuen Organon der Homöopathie müsse die Psora-Theorie, die Sykosis und noch Manches ausgemerzt werden! Wenn Sie nun ein Fälscher sind, was ist dann Trinks? Und was sind die Protestler?

Lutze, Arthur: Arthur Lutzes’s Selbstbiographie. Cöthen 1866, S. 352. (books.google.de)

Und weiter mußten die übrigen Landeskirchen zu demselben Endergebniß gelangen, denn da die Bannbulle selber die territorialen Grenzpfähle der Landeskirche niedergerissen, so mußte nun auch das Bewußtsein der Solidarität der einigen deutschen protestantischen Christenheit aufrecht erhalten werden. Aber die badischen „Protestler“ sind nicht ausgezogen aus Babel, sondern genießen die landeskirchliche Freiheit der Rechtgläubigen. Und was die übrigen Landeskirchen betrifft, so hat, wenn ich nicht irre, Baden die letzte eisenacher Kirchenconferenz wiederum beschickt und die anderen Kirchenhäupter haben die badische Landeskirche, in welcher Dr. Schenkel nach wie vor eine hervorragende Stellung einnimmt, ohne Bedenken anerkannt.

Baumgarten, Michael: Der deutsche Protestantenverein, ein heiliges Panier im neuen deutschen Reich. Berlin 1871, S. 64. (books.google.de)

Ja einzelne Protestler wollten gar die Beichte, Verehrung der Heiligen, Ehelosigkeit des geistlichen Standes u. s. w. abschaffen, gerade so wie Ronge, der an dem berüchtigten Congreß Theim genommen. […]

Mögen sich daher die Neuprotestanten noch so viel mit dem Namen altkatholisch oder selbst katholisch brüsten, sie sind nicht die alten Katholiken mehr, die sie früher waren, die unter Pabst und Bischöfen standen und im Pabst das Oberhaupt, den Vater, den höchsten Lehrer der Christenheit verehrten; sie sind jetzt Neukatholiken oder vielmehr Neuprotestanten, da sie gegen Pabst und Bischöfe, gegen die Beschlüsse einer allgemeinen Kirchen-Versammlung so protestieren, wie einstmals die Protestanten.

Kolberg, A.: Die Secte der Protestkatholiken gegenüber der katholischen Kirche. Braunsberg/Leipzig 1871, S. 61. (books.google.de)

Das Ideal der sogenannten elsässisch-elsassischen Partei, die volle Autonomie, ist freilich damit noch nicht erreicht, aber die 15 elsaß-lothringischen Abgeordneten werden doch im Reichstage offen und laut ihre Stimme erheben können für die Interessen ihres Landes. […]Die Entscheidung freilich wird in den Händen einer nicht-elsaßlothringischen Majorität liegen; aber es ist ihnen doch die Möglichkeit gegeben, diese Majorität aufzuklären, sie zu beeinflussen. In welchem Grade, das wird lediglich von dem politischen Standpunkte der reichsländischen Abgeordneten abhängen. Wir zweifeln nicht, daß elsässische Particularisten, wenn sie sich wirklich aufrichtig auf den Boden der gegebenen Thatsachen stellen und jeden Gedanken an eine Wiedervereinigung mit Frankreich aus ihren Bestrebungen verbannen, beim Reichstage Entgegenkommen finden werden, während man über französische Protestler selbstverständlich zur Tagesordnung übergehen wird.

Kuranda, Ignaz (Hrsg.): Jg. 33, 1874, I. Semester. I. Band. In: Die Grenzboten. Berlin 1874, S. 28. (deutschestextarchiv.de)

So fängt der Däne im Königreich an, dem nordschleswigschen Protestler seine Unterstützung zu entziehen.

Kuranda, Ignaz (Hrsg.): Jg. 47, 1888, Zweites Vierteljahr. In: Die Grenzboten. Berlin 1888, S. 605. (deutschestextarchiv.de)

Bei den Reichstags-Wahlen Juli 1893 betheiligten sich bei der Hauptwahl von 10628292 eingetragenen Wählern 7702265, die 7673973 gültige Stimmen abgaben. […]Es entfielen also auf durchschnittlich 19330 gültige Stimmen ein Abgeordneter. Es erhielten in jener Wahl: Stimmenwirklich Abgeordnetestatt Abgeordnete Deutschkonservative10383536854 Deutsche Reichspartei4383452723 Nationalliberale9969805252 Freisinnige Vereinigung2584811313 Volkspartei6664392234 Süddeutsche Volkspartei166757119 Zentrum14685019976 Polen2295311912 Deutsche Reformpartei (Antisem.)2638611014 Sozialdemokraten17867384395

Weitere 345925 Stimmen entfielen auf Welfen, elsaß-lothringische Protestler, Wilde, sie lassen sich nicht genau rubriziren, 13972 Stimmzettel waren zersplittert.

Bebel, August: Die Sozialdemokratie und das Allgemeine Stimmrecht. Mit besonderer Berücksichtigung des Frauen-Stimmrechts und Proportional-Wahlsystems. Berlin 1895, S. 53. (deutschestextarchiv.de)

Aber der geistige Kampf, den die nordschleswigischen Dünen um die Erhaltung der dänischen Sprache und Denkart führen, findet bei der dänischen Linken die lebhafteste Teilnahme; der mannhafte Widerstand der Nordschleswiger hat ihr Achtung abgenötigt. Die in Nordschleswig betriebne kurzsichtige Gewaltpolitik hat es fertig gebracht, die dänische Linke und die nordschleswigischen Protestler zusammenzuschweißen-Die Meinungsverschiedenheiten traten zurück vor dem einen Bestreben: Erhaltung des dünischen Volkstums. Und ob die Hoffnung auf Wiedervereinigung noch so aussichtslos erscheint, man steht einstweilen in der zähen Lebenskraft des nordschleswigischen Dünentums die beste Bürgschaft dafür, daß in einem etwa eintretenden Falle der Wunsch nach Wiedervereinigung als Triebkraft zur Verwirklichung dieses Wunsches wirken werde.

Kuranda, Ignaz (Hrsg.): Jg. 57, 1898, Viertes Vierteljahr. In: Die Grenzboten. Berlin 1898, S. 614. (deutschestextarchiv.de)

Indessen wäre es verfehlt, aus dem Verschwinden der Protestpartei zu schließen, daß auch die Protestler verschwunden seien. Der offne Protest ist tot; der verkappte Protest führt uoch ein zähes Leben. Zum Beweise dieser Behauptung soll zunächst das Zeugnis eines eingebornen Elsässers angeführt werden.

Kuranda, Ignaz (Hrsg.): Jg. 60, 1901, Viertes Vierteljahr. In: Die Grenzboten. Berlin 1901, S. 322. (deutschestextarchiv.de)

Hält sich so der nördliche Nachbar im Schmollwinkel, und läßt er seinen Beamten freie Hand in einer unglaublich taktlosen Beteiligung an der staatsfeindlicheil Agitation der nordschleswigschen Protestler, dann ist natürlich nicht ausgeblieben, daß wiederum unsre Behörde Rückschlag auf Schlag erteilt hat.

Kuranda, Ignaz (Hrsg.): Jg. 61, 1902, Viertes Vierteljahr. In: Die Grenzboten. Berlin 1902, S. 181. (deutschestextarchiv.de)

Der Elsässer ist immer Protestler; er war es gestern gegen die französische Herrschaft; er ist es heute gegen die deutsche, und er würde es morgen wieder gegen die französische sein, wenn sie ihm morgen auferlegt werden sollte.

Kuranda, Ignaz (Hrsg.): Jg. 68, 1909, Erstes Vierteljahr. In: Die Grenzboten. Berlin 1909, S. 494. (deutschestextarchiv.de)

Die Reichstagswahlen, die noch 1874 fünf Protestler für den Reichstag ergeben hatten, fielen 1877 statt dessen auf fünf Autonomisten.

Rothert, Eduard: Vaterländische Geschichte der neuesten Zeit. Düsseldorf, 1910, S. 255. (gei.de)

Auf einem Karren stehen die Redner. In kleinen Trupps, die Internationale singend, zerstreut sich die Schar der Protestler unterm Gewitterregen. Zürich ist die Stadt der Gesangvereine.

Ball, Hugo: Zürich. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1915], S. 9743. [DWDS]

Schande auf Schande: wie Amerika politische Flüchtlinge nur wegen ihrer Gesinnung ausliefert: zum Beispiel Italiener an die Faschisten; wie gemein sich die Regierung gegen die Protestler im Fall Sacco-Vanzetti benommen hat, und es sind nicht einmal sehr viel gewesen . . .

Tucholsky, Kurt: Auf dem Nachttisch. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 6980. [DWDS]

Er selbst hat es an dem Beispiel der Entwicklung der Stimmen der Protestler in Elsaß-Lothringen zwischen 1874 und 1907 dargetan.

Die Zeit, 11. 2. 1966, Nr. 07. [DWDS] (zeit.de)

Sie tragen die Uniform moderner jugendlicher Protestler, lassen die Haare über die Ohren und bis auf die Schulter wachsen.

Die Zeit, 24. 2. 1967, Nr. 08. [DWDS] (zeit.de)

Ein Teil des jungen, intellektuellen Amerika, das seine Identität sucht, identifiziert sich mit dem Feind. Das geschah vor dem als Tempel der Macht dämonisierten Zentrum der „Militärmaschinerie“, die in den Augen dieser jungen Protestler den Krieg plant, organisiert und ihm hoffnungslos verfallene ist. Vorangegangen waren ein Sommer der Mobilisierung zur Friedenskampagne, verdunkelt vom Aufruhr der Gettos und einer Woche schwerer Krawalle an Universitäten und vor einigen Wehrämtern.

Die Zeit, 27. 10. 1967, Nr. 43. [DWDS] (zeit.de)

Der Samstag der Protestler brachte viele banale, triviale und auch einige obszöne Szenen; aber man darf in ihnen nicht das beherrschende Merkmal sehen.

Die Zeit, 27. 10. 1967, Nr. 43. [DWDS] (zeit.de)

Dagegen und gegen „Radaustudenten, Berufsrevoluzzer, Hippies, Gammler, Protestler aller Schattierungen, Rauschgiftsüchtige in rauhen Mengen, Kriegsdienstverweigerer, Landesverräter, Geheimnisverräter“ will Thadden die „aufrechten Deutschen“ mobilisieren, auf dem Boden der demokratischen Grundordnung.

Die Zeit, 20. 12. 1968, Nr. 51. [DWDS] (zeit.de)

Auch versucht Nixon, die Protestler und Kriegsgegner zu beschwichtigen, obgleich er öffentlich erklärt, er werde seine Entschlüsse von ihren Demonstrationen in keiner Weise beeinflussen lassen.

Die Zeit, 17. 10. 1969, Nr. 42. [DWDS] (zeit.de)

Weil diese junge Generation alle Schattierungen aufweist – von dem vom Weltekel befallenen, langhaarigen Hippie bis zum kerzengeraden Pfadfindertyp mit dem Sternenbanner in der Hand und dem Verfassungsschwur auf den Lippen –, sind amerikanische Politiker konservativer Prägung einer Selbsttäuschung erlegen, wenn sie glauben, diese junge Generation in weiße und schwarze Schafe scheiden und die Protestler als Halbverrückte, Anarchisten oder verfaulende Äpfel am Stamme Amerikas aussortieren zu können.

Die Zeit, 15. 5. 1970, Nr. 20. [DWDS] (zeit.de)

Mit den gleichen Befürchtungen ist auch das „Confrontation“-Spiel bedacht worden, „das Spiel der Studenten und Protestler gegen das Establishment“.

Die Zeit, 28. 5. 1971, Nr. 22. [DWDS] (zeit.de)

Unter ihnen waren auch sieben junge Leute, die damals „Gammler“ oder „antiautoritäre Protestler“ hießen: Von ihnen gehorchten sechs bis zum Schluß.

Die Zeit, 7. 8. 1981, Nr. 33. [DWDS] (zeit.de)

Fast schien es, als wären Regierungschefs und Staatsoberhäupter zu Protestlern und Demonstranten gegen Verstocktheit und Hartherzigkeit der von ihnen ja selbst geleiteten schwerfälligen Großbürokratien geworden.

Die Zeit, 4. 6. 1982, Nr. 23. [DWDS] (zeit.de)

Schon kurz nach Beginn der Demonstration hatten Einsatzkräfte am Mittag einen Teil der Protestler vom den übrigen Zug getrennt, weil sie sich vermummt hatten und verbotene Gegenstände mit sich führten.

Die Zeit, 1. 6. 2013 (online). [DWDS] (zeit.de)

Vermummte Protestler warfen Steine, Farbbeutel und mit Exkrementen gefüllte Flaschen und Plastikbecher. Puputovs nennen sie die Geschosse, in Anlehnung an Molotowcocktails.

Die Zeit, 11. 5. 2017 (online). [DWDS] (zeit.de)

Man rechne mit bis zu 8.000 gewaltbereiten Protestlern bei den Anti-G20-Demonstrationen, erklärt Polizeisprecher Matthias Hoppe.

Die Zeit, 4. 7. 2017 (online). [DWDS] (zeit.de)

Friedliche Demonstranten und gewalttätige Protestler sind nicht dasselbe.

Die Zeit, 13. 7. 2017 (online). [DWDS] (zeit.de)