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Wortgeschichte zu

Seilschaft

alte Seilschaft

Politik & Gesellschaft · Freizeit & Sport

Kurz gefasst

Das ursprünglich aus dem Bereich des Bergsports stammende Substantiv Seilschaft in der Bedeutung durch ein Seil miteinander verbundene Bergsteigergruppe findet sich seit Mitte der 1920er Jahre in Publikationen der deutschsprachigen Alpenvereine. Um 1960 herum begegnet man dem Wort Seilschaft auch außerhalb des ursprünglich alpinen Verwendungszusammenhangs, und die neue Lesart sich gegenseitig begünstigende Personengruppe geht in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. Der neutrale oder positiv bewertete Bergsteiger-Ausdruck hat mit der neuen pejorativen Bedeutung eine Umwertung erfahren. Anfang der 1990er Jahre ist nach der deutschen Wiedervereinigung eine starke Gebrauchszunahme feststellbar, besonders in der Verbindung alte Seilschaft.

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Wortgeschichte

Seilschaft am Berg

Das von Seil abgeleitete feminine Substantiv Seilschaft kommt ursprünglich aus dem Bereich des Bergsports und bezeichnet dort eine aus mindestens zwei Personen bestehende Klettergruppe, die bei einer Bergtour mit einem gemeinsamen Sicherheitsseil verbunden ist. Die Wortbildung Seilschaft mit dem Suffix -schaft ist insofern auffallend, als sie nicht wie sonst üblich von einer Personen- oder Kollektivbezeichnung (wie bei Mannschaft, Sippschaft), sondern von einer Gegenstandsbezeichnung abgeleitet ist (vgl. Fleischer/Barz 2012, 221).

Seilschaft findet sich seit der Mitte der 1920er Jahre zunächst in Veröffentlichungen der deutschsprachigen Alpenvereine (1926, 1931). Erst in den 1950er Jahren ist das Wort in Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der ZEIT und dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL bezeugt, es dauert demnach fast 30 Jahre bis Seilschaft jenseits der Publikationen der Alpenclubs standardsprachlich gebräuchlich wird (1952, 1956, 1957a).

Zuweilen bezeichnet Seilschaft weiter gefasst eine Gruppe, die gemeinsam eine Bergtour macht, aber nicht unbedingt mit einem Seil verbunden ist. Eine Seilschaft kann auch seilfrei gehen – dies ist schon darin begründet, dass Seilschaften ihr gemeinsames Seil auf einer Tour zwischenzeitlich aus Sicherheitsgründen ablegen müssen (1957b, 2008a).

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Die Seilschaft als Sicherungs- und Gefahrengemeinschaft

Gewöhnlich gehen Bergsteiger, wenn sie die Sicherheitstechnik des Gehens am Seil (2005a) bei ihren Touren anwenden, in Zweier-, Dreier- oder Viererseilschaften (1931, 1983). Da das Leistungsniveau der Gruppenmitglieder unterschiedlich sein kann, muss sich die Gesamtgruppe nach dem Seilschaftsmitglied mit der geringsten Leistungsfähigkeit richten. Kurze und eindeutige Seilkommandos akustischer oder visueller Art sollen zudem die reibungslose Kommunikation der Seilpartner auch in extremen Situationen gewährleisten (1973).

Die Seilschaft ist in den Bergen zum einen eine Sicherungsgemeinschaft, zugleich aber auch eine Gefahrengemeinschaft. Das die Bergsteiger miteinander verbindende Seil stellt eine Absicherung gegen mögliche Abstürze dar, kann jedoch auch riskant sein oder sogar zum Verhängnis werden, da der Sturz eines einzelnen Teilnehmers im ungünstigsten Fall zu einem Seilschafts(ab)sturz (1992a) bzw. Mitreißunfall (2012) führen kann. Diese schweren Unglücksfälle erlangen oft traurige Berühmtheit, wie zum Beispiel der dramatische Seilschaftsabsturz bei der ersten Matterhorn-Besteigung im Jahr 1865, bei dem vier Bergsteiger den Tod fanden (vgl. 1894a; Kreitling 2015, Kreitling 2017).

Von Seilkolonnen und Seilpartien: das Gehen am Seil

Älter als das Wort Seilschaft ist die angewandte Technik, dass sich mehrere Personen bei Bergtouren mit einem Seil verbinden und sich so gegenseitig gegen Stürze absichern (1864, 1865). In den Jahrbüchern des Schweizer Alpen-Clubs findet sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dafür häufig die auch heutzutage noch gebräuchliche Verbindung am Seil gehen (1866, 1894b; gegenwartssprachlich auch: im Seil gehen 2002a).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind verschiedene Zusammensetzungen bezeugt, die sich auf die Technik des gemeinsamen am Seil Gehens beziehen: Seilkolonne (1883a), Seiltour (1883b), Seilpartie (1893) und Seilgängerei (1898). In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommen dazu: Seilverbindung (1914), Seilgruppe (1919), Seilgemeinschaft (1929) und Seilgesellschaft (1941). Einige dieser Zusammensetzungen kommen auch jünger noch sporadisch vor, die Bildung Seilschaft ist allerdings seit den 1930er Jahren die übliche und eindeutig dominierende Bezeichnung für die durch ein Seil verbundene, sich gegenseitig absichernde Bergsteigergruppe.

Für die Gruppenmitglieder einer alpinen Seilschaft finden sich seit dem 19. Jahrhundert vorwiegend Zusammensetzungen mit Seil- als Bestimmungswort (Seilgefährte, -genosse, -kamerad, -partner); Bildungen mit dem Bestimmungswort Seilschaft- wie Seilschaftskamerad (1989), Seilschaftspartner (1992b) und Seilschaftskollege (2005b) sind jünger und vergleichsweise selten. Nur bei den Zusammensetzungen Seilführer (1966a) und Seilschaftsführer (1968a) gibt es bezüglich der Verwendungshäufigkeit kaum Unterschiede. Entsprechende movierte Formen wie Seilschaftsführerin (2015) und Seilschaftspartnerin (2018) sind bisher kaum zu finden.

Seilschaft wird politisch

Um 1960 herum bilden nicht mehr nur Bergsteiger und Kletterer Seilschaften, man begegnet seither dem Wort Seilschaft auch außerhalb des ursprünglich alpinen Verwendungszusammenhangs. Von Pariser Seilschaften berichtet der Verfasser in einem Zeitungsbericht über die – durch Chruschtschows Schuh-Anekdote in die Geschichte eingegangene – UN-Vollversammlung in New York (vgl. Geißler 2005).

Bleibt also Chruschtschow, der Dritte im Bunde der Pariser Seilschaft (der Vierte, Frankreichs General de Gaulle, hatte es für seiner unwürdig befunden, vom eigenen Gipfel seiner Unnahbarkeit herabzusteigen und auf der turbulenten weltpolitischen Hochebene zu New York seine noble Stimme hören zu lassen) [1960].

Hier geht es nicht mehr um Seilschaften am Berg, sondern um einen politischen Bund. Der Textausschnitt zeigt beispielhaft, wie durch die Verwendung des Worts Seilschaft im Zusammenhang mit weiteren bereits etablierten bildhaften Ausdrücken und Metaphern aus der Bergwelt (z. B. erklimmen, Gipfel, herabsteigen, Hochebene, hochkämpfen, ins Tal reißen) ein sprachliches Bild entsteht, das den zu beschreibenden Sachverhalt durch einen komplexen Vergleich veranschaulichen soll (vgl. 1966b, 1966c, 1979a, 1979b, 1982a).

In den 1960er Jahren wird die Verwendung des Worts Seilschaft außerhalb des Bergkontextes noch als neu und ungewöhnlich empfunden, was sich durch die mehrfach anzutreffenden sogenannten Seilschaften (1964) und auch durch Markierungen mit Anführungszeichen zeigt (1968b). Diese distanzierende Kennzeichnung nimmt mit der Gebrauchszunahme von Seilschaft in den neuen Kontexten ab. Immer häufiger liest man nun – zur Zeit der gesellschaftskritischen Protestbewegung – von Seilschaften in der Politik (1966b), im Kultur- und Medienbereich (1971, 1979c) und an Universitäten (1978a). Seilschaften nennt man das jetzt stellt der damalige Abgeordnete Helmut Kohl während einer Bundestags-Debatte 1978b unmissverständlich fest. Das Wort geht mit seiner neuen Lesart durch gemeinsame Interessen verbundene Personen, die sich gegenseitig begünstigen in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. Die politischen Seilschaften (1979d) mit ihrer abwertenden Konnotation sind nun geläufig und Seilschaft steht seitdem gleichwertig neben den älteren bedeutungsverwandten Wörtern Klüngel und CliqueWGd (z. B. 1982b, 2002b).

Die Furcht vor alten Seilschaften

Viele Menschen in den neuen Bundesländern empfinden heute Angst und Zorn, wenn sie das Wort Seilschaften hören – mit diesen Worten beginnt Rainer Eppelmann 1993a als Vorsitzender der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland die öffentliche Anhörung zu Seilschaften in den neuen Bundesländern (vgl. Gast 1993). Die aus ehemals führenden Vertretern des DDR-Systems gebildeten und zumeist als alte Seilschaften bezeichneten Gruppierungen werden als größeres gesellschaftliches Problem des wiedervereinigten Deutschlands wahrgenommen. Es gibt kein Wort in den fünf neuen Ländern, das soviel Schrecken, soviel Hilflosigkeit hervorruft wie das von den alten Seilschaften der SED schreibt z. B. 1990a die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Artikel über die Probleme mit den Seilschaften der früheren Machthaber in Ostdeutschland.

Insbesondere die Kollokation alte Seilschaften ist in der Presse nach der Wiedervereinigung sehr präsent (1990b, 1992c; vgl. Hoffmann 1992), ferner finden sich Verbindungen wie rote, sozialistische und stalinistische Seilschaften (1990c, 1991a, 1991b), Seilschaften der Ehemaligen (1990d) und Zusammensetzungen wie SED-Seilschaften (1990e) und Stasi-Seilschaften (1994). Das für die alten und neuen Bundesländer erhoffte Zusammenwachsen, was zusammengehört scheint in Bezug auf neue Seilschaften (1991c) und Ost-West-Seilschaften (1991d) gewissermaßen erfolgreich zu sein.

Die Abbildung zeigt einen deutlichen Gebrauchsanstieg des Worts Seilschaft Anfang der 1990er Jahre mit einem Bezeugungshöhepunkt im Jahr 1993.

Wortverlaufskurve zu „Seilschaft“

DWDS (dwds.de)

Die DWDS-Wortverlaufskurve zeigt einen sprunghaften Gebrauchsanstieg des Worts Seilschaft Anfang der 1990er Jahre mit einem Höhepunkt der Bezeugung im Jahr 1993. Seilschaft entwickelt sich in der unmittelbaren Nachwendezeit zu einem prominenten Wort, das bis heute untrennbar mit den verschworenen Gruppierungen von Stasi und SED verbunden ist (vgl. 1993b) und somit zu den Schlüsselwörtern der Wendezeit gehört (vgl. Schlüsselwörter 1997, 340, online).

Ein Absturz der Seilschaften?

Teamgeist, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Kameradschaft – für diese Werte steht die sich gegenseitig sichernde und unterstützende Seilschaft am Berg sinnbildlich. Mittlerweile ist die positive Konnotation des Worts Seilschaft jedoch in den Hintergrund getreten und man assoziiert wohl eher dies: ungerechtfertigte Begünstigungen und Bevorteilungen, intransparente Praktiken, Protektion, verschworene Gemeinschaften. Durch die Übertragung auf den politischen Bereich hat der neutrale oder positiv besetzte Bergsteiger-Ausdruck seit den 1960er Jahren eine pejorisierende Umwertung erfahren, die sich um 1980 herum in der Standardsprache etabliert. Seilschaft wird zu einer negativ besetzten Fremdbezeichnung; anders als z. B. bei dem bedeutungsähnlichen Wort Netzwerk, würde wohl kaum jemand von sich selbst sagen, Mitglied einer (politischen o. ä.) Seilschaft zu sein.

Auch wenn die Verbindungen akademische (2005c), verschworene (2008b), linke (2007), undurchsichtige (2016), korrupte (2019a) oder rechtsextreme Seilschaften (2019b) mittlerweile weit häufiger in der Presse anzutreffen sind als die Verbindung alpine Seilschaft, ist die zuweilen formulierte Befürchtung, das schöne Wort der Bergsteiger würde seine Daseinsberechtigung im Bergkontext verlieren, unbegründet (Mäder 2019, vgl. auch Bebermeyer 1994), denn auch im alpinen Bereich ist das Wort Seilschaft nach wie vor ungebrochen gebräuchlich (2013, 2020). Vermutlich lässt der Ausdruck zwar heutzutage nicht mehr für jeden Sprecher seine Herkunft erkennen, dennoch muss man keineswegs von Verständnisschwierigkeiten bei der Verwendung des polysemen Worts ausgehen. So kommen auch gegenwärtig anzutreffende Komposita wie Männerseilschaft (2003, 2010) oder Frauenseilschaft (2011, 2017) in beiden Bedeutungen vor, ohne dass es zu Irritationen kommt.

Kerstin Meyer-Hinrichs

Literatur

Bebermeyer 1994 Bebermeyer, Renate: „Sozialverträglich“ und „Seilschaft“. In: Sprachspiegel 50/4 (1994), S. 105–110.

Fleischer/Barz 2012 Fleischer, Wolfgang/Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4., völlig neu bearb. Aufl. unter Mitarbeit von Marianne Schröder. Berlin/Boston 2012.

Gast 1993 Gast, Wolfgang: Seilschaft – was ist das? Enquetekommission: Schaden durch Vereinigungskriminalität acht Milliarden. In: taz, 28. 9. 1993, S. 4. (taz.de)

Geißler 2005 Geißler, Ralf: Der Schuh auf dem UNO-Tisch. Vor 45 Jahren wurde Nikita Chruschtschow wütend. Deutschlandfunk Kultur – Kalenderblatt 13. 10. 2005. (deutschlandfunkkultur.de)

Hoffmann 1992 Hoffmann, Wolfgang: Ein Maulwurf in der Treuhand. SED-Vermögen: Alte Seilschaften stehen unter Verdacht, nach der Wende Millionen veruntreut zu haben. In: Die Zeit, 24. 7. 1992, Nr. 31. (zeit.de)

Kreitling 2015 Kreitling, Holger: Die dramatische Erstbesteigung des Matterhorns. In: Die Welt (online), 12. 7. 2015. (welt.de)

Kreitling 2017 Kreitling, Holger: Die falsche Sicherheit der Seilschaft. In: Die Welt (online), 28. 8. 2017. (welt.de)

Mäder 2019 Mäder, Claudia: Als die Seilschaft politisch wurde, kam das schöne Wort der Bergsteiger zuschanden. In: Neue Zürcher Zeitung (online), 3. 9. 2019. (nzz.ch)

Paris 1991 Paris, Rainer: Solidarische Beutezüge. Zur Theorie der Seilschaften. In: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken 45/513 (1991), S. 1167–1174 (Nachdruck in: Rainer Paris: Stachel und Speer: Machtstudien, Frankfurt/Mai 1998, S. 139–151).

Schlüsselwörter 1997 Herberg, Dieter/Doris Steffens/Elke Tellenbach: Schlüsselwörter der Wendezeit. Wörter-Buch zum öffentlichen Sprachgebrauch 1989/90. Berlin/New York 1997. (owid.de)

Belegauswahl

Wir hatten geglaubt, ein blosses Schneefeld vor uns zu haben, und daher noch nicht von dem Seile Gebrauch gemacht. Man sollte dieses aber, sowie man den Schnee betritt, nie versäumen, da man nie weiss, ob verborgene Schründe vorhanden sind. Am Fusse des Grates angelangt, wurden dann Alle am Seile befestigt, und zwar in zwei Abtheilungen. Enderlin, Studer, ich und Peter bildeten die eine Abtheilung, Jäger Padrutt, Tetzer und Franz die andere.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1864, S. 255. [DWDS]

Der Schründe wegen, die man gewahrte, nahmen wir die Gletscherseile zur Hand. An dem einen banden sich Kaspar Blatter, Herr Lindt und Peter fest und bildeten die erste Colonne; Jakob Blatter und ich, am andern Seile, die zweite.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1865, S. 188. [DWDS]

Es ging sich ganz gut im noch harten Schnee, zuvörderst Grass, dann ich, Hr. Blumer und Badrutt. Selbstverständlich gingen wir am Seile.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1866, S. 261. [DWDS]

Am folgenden Morgen trennten wir uns in verschiedene Gruppen, die Einen wandten zum Futschölpaß, die Andern zum Fluchthorn die Schritte; die Hauptzahl, siebzehn Touristen mit sechs Führern in vier Seilcolonnen, führte die ziemlich mühelose Besteigung der Augstspitze aus.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1883, S. 190. [DWDS]

Dicht oben am Col, den wir nach zweistündiger Seiltour erreichen, ist auch der Tanzplatz der Gemsen; […]wir sehen die tiefen Spuren; eine hat sich überschlagen im wilden Rennen, denn wir sehen die Löcher, welche die Hörnchen in die feste, trockene Firnschicht gebohrt.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1883, S. 160. [DWDS]

Am Stolenberg teilten sie sich in drei Seilpartien und passierten den Indrengletscher, um gegen 11 Uhr in der Nähe der Capanna Gnifetti Halt zum Essen zu machen. […]Nach einer halben Stunde wurde der Marsch nach dem Lysjoch unter den besten Bedingungen fortgesetzt, immerhin ziemlich langsam, und schon in der Nähe des Lysjoches zeigte der Lieutenant Giani, der ziemlich schwer und ganz ungeübt war, Symptome von Bergkrankheit, ohne daß die andern Seilpartien davon merkten.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1893, S. 393. [DWDS]

Die alpine Chronik weist aber auch manche Beispiele auf, dass unrichtiger Gebrauch des Seiles eine Katastrophe herbeiführte. Das Unglück auf dem Matterhorn im Jahre 1865, bei dem vier Menschen den Tod fanden, die Katastrophe auf dem Cevedale im Jahre 1878, die gleichfalls vier Personen das Leben kostete, und das Unglück auf der Jungfrau im Jahre 1887, das sechs junge Männer hinwegraffte, reden eine deutliche Sprache; sie belehren uns, dass das Gehen am Seile unter Umständen gefährlicher werden kann, als das Gehen ohne Seil. Das Gehen am Seile in einer Gesellschaft von mehr als drei Personen kann auf brüchigem oder sehr weichem Schnee, wo ein gleichmässiges Marschtempo unmöglich einzuhalten ist, zu einer Qual werden.

Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins 1894 (1894), Band XXV, Festschrift zur Feier des Fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, S. 95–176, hier 139. (deutschestextarchiv.de)

Als stärkster, erfahrenster und gewandtester ging Freund Huber als letzter am Seil und sicherte die Vorangehenden, während wir uns bis zu seiner Ankunft jeweils bestmöglich verankerten, um einen eventuellen Sturz zu mildern oder aufzuhalten.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1894, S. 237. [DWDS]

Der langbeinige Präsident allerdings ging seine eigenen Wege und hatte, während wir in einem langweiligen Eiscouloir am Piz Fliana staken, längst schon eine andere Route gefunden, die Spitze erklommen, die Gipfelflora gesammelt und in Gedanken eine bis zwei Abhandlungen über Allein- versus Seilgängerei geschrieben.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1898, S. 41. [DWDS]

Es gibt Leute, die sagen, in solchen Fällen solle man sich des Seiles entledigen, und vieles spricht für diese Theorie. Ich aber bin der Ansicht, daß gerade dort, wo sich der Freund für den Freund opfert, die treue Zusammengehörigkeit sich auch in der Seilverbindung abspiegeln soll.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1914, S. 147. [DWDS]

Am Sigriswilergrat verunglückten beim Überschreiten der Schaflägerzähne drei Teilnehmer einer Seilgruppe des offiziell und fachmäßig geleiteten Übungskurses der Sektion Bern S.A.C., indem sich in einem Couloir der zur Seilsicherung benutzte, anscheinend ganz feste Block löste und die Seilgruppe zum Absturz über eine Höhe von etwa 150 m brachte.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1919, S. 252. [DWDS]

Alle Felſen waren glaſig und unendlich heikel und die Finger ſtarr und fühllos vor Kälte. Und ſo viel koſtbare Zeit war wieder verſtrichen, ohne daß wir weiter gekommen waren! Die Freundepartie Hirſch-Aupperle ſchickte ſich nun an, nach dem Pickel zu ſuchen. Sie kletterten eine Zeitlang in der Wand herum, ohne eine Spur zu finden und gaben es endlich auf. Ihre Seilſchaft beſtand nunmehr aus einem Einarmigen — unſer wackerer Hirſch hat leider bloß einen Arm – und einem Pickelloſen, was in dieſem Fall faſt das gleiche war.

Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 52/11 (1926), S. 125. (literature.at)

Der Turist wurde gehoben, starb aber auf dem Weg zur Hütte an Herzschwäche. Diese Ereignisse sprechen selbst, man liest aus ihnen sowohl über die Zahl einer richtigen Seilgemeinschaft auf dem Gletscher, als auch über die grossen Schwierigkeiten einer Bergung. […]Dass der Abgestürzte in höchste Lebensgefahr gerät, dass Erschöpfung und Herzschwäche drohen, ist bei der ganzen Situation eines durch das Seil Geschnürten, zwischen Eiswänden Hängenden leicht erklärlich.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1929, S. 585. [DWDS]

[…]Obschon die ersten Gratzacken auf der Nordseite umgangen werden können, überklettern wir sie und stehen bald in der Gratscharte, wo der eigentliche Südostgrat ansetzt. Zwei Seilschaften, eine Dreier- und eine Zweierpartie, verfolgen nun den aufstrebenden Grat.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1931, S. 576. [DWDS]

Die Route Ryan-Lochmatter ist von einzigartiger Grossartigkeit; seit ihrer Erstbegehung im Jahre 1905 hat erst eine einzige Seilgesellschaft eine kürzere Zeit dafür gebraucht als die ersten.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1941, S. 158. [DWDS]

Die Herligkoffer-Expedition 1953 wird nun bergsteigerisch die beste sein, die ja zum Nanga Parbat auszog. […] Aschenbrenner holte den ehemaligen Gebirgsjäger Walter Frauenberg aus Zell am See dazu. Außerdem machte Aschenbrenner den von den Schweizern als beste Seilschaft der Welt bezeichneten Innsbruckern Hermann Buhl und Kuno Rainer den Mund so wässerig, daß sie ebenfalls zusagten.

Der Spiegel, 10. 12. 1952, S. 32. (spiegel.de)

In dem von schweren Schneestürmen heimgesuchten Montblancgebiet werden seit den Weihnachtstagen vier Bergsteiger vermißt, die trotz der schwierigen Wetterverhältnisse in zwei Seilschaften den Ansturm auf den Gipfel versucht hatten. […]Wegen des wilden Schneetreibens konnten am Donnerstag weder Bergungskolonnen aus den umliegenden Ortschaften noch ein bereitstehender Hubschrauber den Versuch wagen, den abgeschnittenen Alpinisten Hilfe zu bringen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. 12. 1956, S. 5.

[…]Denn daß sie der Besteigung der Eiger-Nordwand körperlich nicht gewachsen waren, daß ihre Technik nicht ausreichte, haben diejenigen festgestellt, die sie beim Aufsteigen beobachteten. Sie gingen irr, sie kannten sich im Eis nicht genügend aus, sie kamen viel zu langsam vorwärts. Ihre geistigen Fähigkeiten scheinen auch zweifelhaft, denn nach den Beobachtungen ließen sie es an Bergkameradschaft fehlen, und die vorangehende Partie riß die Eis- und Mauerhaken sorgfältig heraus, anstatt sie den Nachfolgern zu überlassen. Das nahm beiden Seilschaften unnötige Zeit, und Zeitverlust bedeutet bei einer solchen Unternehmung unter Umständen den Tod.

Die Zeit, 22. 8. 1957, Nr. 34. [DWDS] (zeit.de)

[…]Am 6. Juli, nachmittags, sicherte Reinagl die Träger hinunter, während Moravec, der Expeditionsleiter, Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten. Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch; darum gingen sie seilfrei, um sich nicht gegenseitig zu gefährden.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1957, S. 42. [DWDS]

[…]In seiner wahrhaft, staatsmännischen Rede vor dem UN-Forum, der wir Deutschen wegen der mutigen Verteidigung der Bundesrepublik besonderen Dank schulden, war ja ein Leitmotiv auch – und eines, das manch einem entgangen ist – die Tragik der gegenseitigen Furcht und der Gefahr, daß sich der Ost-West-Konflikt hineinverlängere in die eben erst mündig gewordenen Gebiete Afrikas und Asiens. Bleibt also Chruschtschow, der Dritte im Bunde der Pariser Seilschaft (der Vierte, Frankreichs Generalde Gaulle, hatte es für seiner unwürdig befunden, vom eigenen Gipfel seiner Unnahbarkeit herabzusteigen und auf der turbulenten weltpolitischen Hochebene zu New York seine noble Stimme hören zu lassen). […]Der sowjetische Partei- und Regierungschef aber, auf dessen Initiative das Treffen in New York erst alpinen Charakter angenommen hatte, er ist, will man’s vulgär ausdrücken, der Lackierte.

Die Zeit, 7. 10. 1960, Nr. 41. [DWDS] (zeit.de)

Und, Herr Bundesverteidigungsminister, um es einmal im Bundeswehrjargon etwas hart zu motivieren: es ist dann natürlich nicht mehr zu billigen, wenn Verdächtigungen und Vermutungen auftreten, daß sich sogenannte Seilschaften bilden, um die nächste Position in gegenseitiger Hilfestellung zu ergattern. Das wäre nach den gemachten Erfahrungen mit einer Offenlegung der Rangliste zu beseitigen.

Plenarprotokoll der 122. Sitzung, 15. 4. 1964. Verhandlungen des Deutschen Bundestages: Stenographischer Bericht, Band 55, Ausgabe 121–134, A, 5784. (bundestag.de)

An steilen Platten finden sich einige Male zwei bis drei Haken, in die sich der Seilführer einklinken kann.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1966, S. 19. [DWDS]

[…]Ohnehin wehren sich junge Sozialdemokraten, die seitwärts der Jungsozialisten nach oben drängen, gegen den Anschein, als sei der sozialdemokratische Nachwuchs allein bei den Jungsozialisten zu Hause. Viele Erfolgreiche gingen nicht diesen Weg. Allerdings entdeckt auch, wer die Jugend nicht nach der Organisation, sondern nach ihren Jahren auszählt, in der Landes- und der Direktliste der SPD außer Rohlmann, ein oder zwei weiteren Listenkandidaten und zwei Bürgermeistern mit Aussicht auf Direktwahl keine weiteren neuen jungen Gesichter. Nicht ohne Aufbegehren nehmen es die Jungsozialisten hin. Mit Hilfe politischer Seilschaften hoffen sie, sich bei der übernächsten Wahl endgültig in das Aufstiegsfeld hochzukämpfen, das ihnen zur Zeit noch so viele Landräte und Bürgermeister, die zugleich Abgeordnete sind, blockieren.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. 9. 1966, S. 4.

Christdemokrat Hans Filbinger, sonst nur als Privatmann begeisterter Bergsteiger, erklimmt die Villa Reitzenstein, den hoch gelegenen Amtssitz des Regierungschefs. Ihm folgt in der Seilschaft Walter Krause. Der ehemalige sozialdemokratische Oppositionsführer, der oft genug als politischer Widersacher Filbingers hervorgetreten ist, sitzt jetzt selbst im Glashaus des Innenministeriums am Karlsplatz.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. 12. 1966, S. 4.

Nun seilen wir uns mit 40 Metern Abstand an, und mit einigen Eisschrauben und Karabinern am Gürtel bemüht sich der Seilschaftsführer mit grösster Sorgfalt, zwischen dem nackten Fels und einem Wulst harten Schnees in keineswegs leichtem Durchgang den Bergschrund zu überwinden.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1968, S. 257. [DWDS]

[…]Die Solidarität unter den Assistenten ist stark, weil zu viele von ihnen verwickelt sind. Sie glauben, für ihre Existenzgrundlage fürchten zu müssen, wenn die Kraftprobe um Rabehl mißlungen wäre. Zur Selbstverteidigung wie auch zu dem Versuch einer revolutionären Umkehrung der Gesellschaft über die Universitäten und Schulen sind an Berliner Instituten anscheinend „Seilschaften“ entstanden, in denen einer den andern nachzieht, so ähnlich, wie die Assistenten an Ciaessens’ Institut sich um Rabehl verstärkt haben. […]Die Prinzipienschwäche unter Ordinarien, die in erster Linie für die Auswahl des wissenschaftlichen Nachwuchses verantwortlich sind, hat jüngst im Otto-Suhr-Institut einen ähnlichen Fall schon gar nicht mehr explodieren lassen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. 11. 1968, S. 2.

Sollte die österreichische Kulturabteilung, die als Mitveranstalter fungierte, Handke diese akademische Verpackung angetragen haben, so sollte er sie nicht so höflich hinnehmen. Diese Art österreichischer Seilschaft hat er nicht nötig.

Die Zeit, 28. 5. 1971, Nr. 22. [DWDS] (zeit.de)

Jetzt aber gibt es nichts mehr zu hasten; die Seillängen sind schwierig genug, so dass man auch mehr als genug Zeit hat, sich am gleichen Standplatz die Füsse zu „vertreten“ und in aller Ruhe andere Seilschaften rund ums Ochsental ausfindig zu machen. In der Kingspitz-Nordostwand klettern zwei Seilschaften, deren Rufe und Seilkommandos nicht zu überhören sind.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1973, S. 189. [DWDS]

Ganz richtig erkannt sind auch die „strukturellen“ Voraussetzungen, unter denen eine solche Geisteshaltung an vielen deutschen Universitäten gedeiht: die Seilschaften der „Progressiven“, die sich in den Gremien gegenseitig hochhieven.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 1. 1978, S. 6.

Dann sprachen Sie zur Außenpolitik. Nun, meine Damen und Herren, da ist ein gewaltiges Schlachtengemälde aufgebaut worden. Auch hier wütende Ausfälle an Stelle nüchterner Rechenschaft! Da wird jetzt also ein Gebilde aufgebaut — Seilschaft nennt man das jetzt —, wer da alles unterwegs war, um Spionagevorgänge zu erfinden, anzuhängen und was weiß ich. Von wem reden Sie eigentlich, Herr Bundeskanzler?

Deutscher Bundestag. Stenographischer Bericht 104. Sitzung. Plenarprotokoll 8/104. Bonn 21. 9. 1978, S. 8229. (bundestag.de)

Zugleich waren aber auch die Konturen dieses unter Druck stehenden Dreierbundes fester geworden. Carter, Sadat und Begin wirkten wie eine Seilschaft, die den ersten Sturm in der Wand erlebt haben muß, um sich genau zu kennen. […]Es war das Spiegelbild der Wirklichkeit und nicht nur ein Symbol, wie sie unter den knorrigen Bäumen vor den Säulen des Weißen Hauses am Unterzeichnungs-Tisch saßen: der amerikanische Präsident in der Mitte, wie das Bindeglied zwischen dem ägyptischen Präsidenten und Israels Regierungschef.

Die Zeit, 30. 3. 1979, Nr. 14. [DWDS] (zeit.de)

Kein Zweifel, daß die CSU Geißler liebend gern aus der Seilschaft verbannen möchte, die zum Gipfel des Wahltriumphs aufsteigen soll. Kaum ein Tag, an dem sie nicht Geröll gegen ihn lostritt.

Die Zeit, 20. 7. 1979, Nr. 30. [DWDS] (zeit.de)

[…]Sie wird oft geprägt durch einzelne „Täter“-Journalisten, die versuchen, ihr Denken den anderen zu oktroyieren und Gleichgesinnte nachzuziehen. So haben sich in gewissen Redaktionen ganze „Seilschaften“ gebildet, die das Klima dieser Redaktion bestimmen. Dadurch geht in solchen Redaktionen die Offenheit gegenüber Andersdenkenden, die ja Voraussetzung für den Pluralismus der Gedanken und Meinungen ist, verloren.

Die Zeit, 28. 9. 1979, Nr. 40. [DWDS] (zeit.de)

[…]Nicht ganz zu Unrecht war gegen Blötz von Anfang an eingewendet worden, daß er, bei Amtsantritt überdies ein nachrichtendienstlicher Laie, als sozialdemokratischer Aufpasser in den stark konservativ eingestimmten BND geschickt worden sei. Die politischen Seilschaften noch auszubauen, Geheimdienst nach Proporz, das wäre gewiß die absurdeste Lösung.

Die Zeit, 31. 8. 1979, Nr. 36. [DWDS] (zeit.de)

Wehner blieb skeptisch, war im Grunde seines Herzens auch nach 1969 für die Große Koalition. Niemand konnte ihm seine Sorgen und Zweifel ausreden. Er scheute nun einmal Überraschungsaktionen mit Hilfe versprengter Freischärler auf unübersichtlichem, gefährlichem Gelände. Er hielt den Husarenritt des parlamentarisch unerfahrenen Brandt für ein politisches Abenteuer, das er – ebenso wie Helmut Schmidt – gern vermieden hätte. Statt dessen galoppierte Brandt fröhlich querfeldein und stieg, schlimmer noch, auf eigene Faust steinschlaggefährdete Felswände hoch. Wehner, der erfahrene Bergführer der Sozialdemokraten, hatte Angst, daß die zappeligen, unentschlossenen, verstrittenen Liberalen die ganze Seilschaft in Sichtweite des Gipfels ins Tal reißen könnten.

Der Spiegel (online), 7. 3. 1982, S. 83. (spiegel.de)

[…]Im kulturellen Bereich hat Berlin noch etwas zu bieten und ist anspruchsvoll. Zugleich besteht das Kulturleben aus Cliquen und Seilschaften, die einen christdemokratischen Außenseiter nicht als ihren natürlichen Verbündeten ansehen. […]Dazu ist er im Hochschulbereich für die Freie Universität verantwortlich, eine Hochschule, die in weiten Bereichen ihre Qualitätsmaßstäbe verloren hat und die sich kein Kultusminister freiwillig für seinen Amtsbereich aussuchen würde.

Die Zeit, 7. 5. 1982, Nr. 19. [DWDS] (zeit.de)

Es gibt aber auch Dreier- und Viererseilschaften, wobei etwa bei Gletschertouren die Dreierseilschaft als vorteilhaft gilt. Für die Fortbewegung einer Seilschaft gibt es zum Beispiel ganz bestimmte Seilkommandos, wie überhaupt das Gehen und Klettern am Seil in alpinen Lehrbüchern und in den Bergsteigerschulen, die Klettertechnik in Fels und Eis lehren, breiten Raum einnimmt. Eine Seilschaft bildet sich, um subjektive alpine Gefahren, die der Bergsteiger durch eigenes Verschulden hervorruft, abzuwenden.

Seilschaft [Artikel]. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000, München 2000 [zuerst 1983], S. 536. [DWDS]

[…]Ein Österreicher und eine Französin sind im Mont Blanc-Massiv tödlich verunglückt. Wie die Bergwacht in Chamonix mitteilte, stürzte der Mann beim Abstieg vom höchsten Berg Europas auf der italienischen Seite 700 Meter tief ab. Sein Seilschaftskamerad blieb unverletzt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. 5. 1989, S. 9.

Es gibt kein Wort in den fünf neuen Ländern, das soviel Schrecken, soviel Hilflosigkeit hervorruft wie das von den „alten Seilschaften“ der SED, die in der Stille immer noch mächtig seien: Direktoren volkseigener Betriebe, Leute der gehobenen Ebene der Verwaltungen. Besonders bei der Umwandlung der sogenannten volkseigenen Betriebe in private Rechtsformen sieht man in der einstigen DDR die Seilschaften am Werk, also die Machthaber von früher, die nun auf andere Weise versuchen, Macht auszuüben und ihre Privilegien zu retten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. 12. 1990, S. 3.

[…]Ein halbes Jahr lang gingen ehemalige Stasi Mitarbeiter im Auftrage des Innenministeriums im Aktenbunker in der Berliner Normannenstraße ein und aus, sorgten – ganz offiziell – für „Quellenschutz“ und „Altersversorgung“ der Kollegen. Das Ergebnis solcher Kontinuität im Wandel: Die Selbstauflösung wurde zum letzten großen Coup. Unter dem Schutz der Genossen von der Stasi Auflösung erschleichen sich alte Seilschaften seit fast einem Jahr neue Positionen und ehemaliges Volksvermögen. Aussteiger werden schon mal unter Druck gesetzt, sogar regelrecht verhört und mit Rentenentzug oder durch Tätlichkeiten bedroht.

Die Zeit, 12. 10. 1990, Nr. 42. (zeit.de)

[…]Die Gedenkstätte Ernst Thälmann im Erdgeschoß behauptet ihrerseits, im Besitz eines unkündbaren Mietvertrages zu sein, und hat sich auf Dauer eingerichtet. Die Rest-DKP, ein verlorener Haufen unbelehrbarer Dogmatiker und Ewiggestriger mit engen Verbindungen zu den stalinistischen Seilschaften in der PDS, versucht derzeit zu retten, was in dieser Form nicht mehr zu retten ist. […]Sie möchte die „Gedenkstätte“ als „zentrale Einrichtung zur Bewahrung des Thälmann-Erbes“ unter allen Umständen erhalten und ist nicht bereit, über Änderungen in der Konzeption auch nur nachzudenken.

Die Zeit, 30. 11. 1990, Nr. 49. [DWDS] (zeit.de)

Die Regierung und das Komitee gibt es nicht mehr, wohl von unsichtbarer Hand ist die Liste an der Pforte ausgelegt worden. Ausgesperrt bleiben: die Bürgerrechtler des Komitees, die seit dem Sturm auf die Stasi Zentrale die Seilschaften der „Ehemaligen" und der Verdunkler im Auflösungskomitee bekämpft haben. Ihre Namen hat niemand auf die Liste gesetzt.

Die Zeit, 12. 10. 1990, Nr. 42. [DWDS] (zeit.de)

Ein Bauer, dessen Acker die damalige Regierung für die SZM enteignet hatte, ruft empört in den Saal, es sei „eine Schande, daß dort wie in so vielen Betrieben unserer Heimat noch immer die alte SED-Seilschaft das Sagen hat“. Ehemaligen Stasi-Mitarbeitern verschaffte sie denn auch einträgliche Jobs in der Mästerei.

Die Zeit, 16. 11. 1990, Nr. 47. [DWDS] (zeit.de)

[…]Wir haben uns ja schon an allerlei Investitionshemmnisse gewöhnt, die verhindern, daß der Aufschwung den deutschen Osten mit jener ungestümen marktwirtschaftlichen Kraft ins Rollen bringt, von der die Urenkel Ludwig Erhards uns, vor allem den bundesdeutschen Neubürgern, solange vorgeschwärmt haben. Die Gründe, an denen die Reprise des Wirtschaftswunders bisher scheiterte, sind Legion: ungeklärte Eigentumsfragen, rote Seilschaften (oft beklagt, nie entdeckt), mangelhafte öffentliche Verwaltung, marodes Telephonnetz, geschwärzte Grundbücher, löchrige Straßen, verseuchte Böden, fehlende Grundstücke, zu hohe Mieten, zu lange Planungszeiten, widerborstige Umweltschützer, faule Ossis, arrogante Wessis und so weiter und so fort.

Die Zeit, 13. 9. 1991, Nr. 38. [DWDS] (zeit.de)

[…]Hauptziele der künftigen DSU-Arbeit seien das Vorgehen gegen alte sozialistische Methoden und die soziale Gestaltung der Marktwirtschaft. Die DSU habe sich vor allem auf die Fahnen geschrieben, alte sozialistische Seilschaften, die auch den wirtschaftlichen Neubeginn behindern, zu zerschlagen.

taz 22. 5. 1991, S. 21. (taz.de)

Von den alten zu neuen Seilschaften – wie das funktioniert, kann sie auch in ihrem Wahlkreis auf Rügen beobachten – „die verbinden sich mit den westlichen Liegenschaftsaufkäufern“.

Die Zeit, 13. 9. 1991, Nr. 38. [DWDS] (zeit.de)

Um die juristische Aufarbeitung des SED-Regimes ist es damit deutlich besser bestellt, als um die Verfolgung krimineller Einheitsgewinnler und neuer Ost-West-Seilschaften, die das Chaos des Umbruchs zur persönlichen Bereicherung nutzen.

Die Zeit, 11. 10. 1991, Nr. 42. [DWDS] (zeit.de)

Sobald mehr als ein Partner mitgerissen wird, ist es auch für einen versierten Seilschaftsführer nur unter sehr günstigen Umständen noch möglich, die resultierende Sturzfahrt der ganzen Seilschaft aufzuhalten. Seilschaftsabstürze und ihre Konsequenzen. Ist es einmal so weit, das heisst kommt es zu einem Rutschen oder Stürzen der ganzen Seilschaft, sind die weiteren Folgen weitgehend geländebedingt. Im aufgeweichten Schnee oder Firn und bei günstigem Hangauslauf kann ein solcher Seilschaftssturz in einer harmlosen Rutschpartie enden.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1992, S. 73. [DWDS]

Dass aber das Seil kein Amulett ist, das von allein vor Gefahren und Unheil schützen kann, wird bei solchen Situationen nicht selten bereits bei einem Ausrutschzwischenfall eines Seilschaftspartners zur harten Realität.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 1992, S. 80. [DWDS]

Schillernde Beispiele von alten Seilschaften, die sich Posten und Tantiemen zuspielen, prägen den Argwohn über die heutige Situation ehemaliger Stasi-Mitarbeiter. […]Es wird immer wieder behauptet, die alten Seilschaften aus der DDR-Zeit seien auch heute wieder in wichtigen Positionen. Gelder und Vermögen seien auf die Seite gebracht worden und bildeten die Grundlage für einen neuen Start. Das gibt es tatsächlich in nicht wenigen Fällen. Auch erregen zum Teil sehr hohe Honorare, die frühere Würdenträger des SED-Regimes wie Markus Wolf für Buchveröffentlichungen und Interviews erhalten, Ärgernis. Womöglich erpreßt mancher frühere Führungsoffizier des MfS heute seine ehemaligen IM und nutzt so sein altes Herrschaftswissen ein letztes Mal. Doch sind dies Ausnahmen. Für die Masse der hauptberuflichen Stasi-Offiziere gilt: Beim neuen Start in eine berufliche Zukunft haben sie sehr schlechte Karten.

Die Zeit, 28. 2. 1992, Nr. 10. (zeit.de)

[…]Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ veranstaltet im Rahmen ihrer 45. Sitzung heute eine öffentliche Anhörung zum Thema „Seilschaften in den neuen Bundesländern“. Das Problem der Seilschaften war und ist von großem gesellschaftlichem Interesse und schien der Enquete-Kommission so wichtig, daß sie dafür eine eigene Arbeitsgruppe einsetzte. Dieser Arbeitsgruppe verdanken wir auch die Initiative für die heutige Veranstaltung.

Viele Menschen in den neuen Bundesländern empfinden heute Angst und Zorn, wenn sie das Wort „Seilschaften“ hören. Sie fühlen sich enttäuscht, ausgeliefert und ohnmächtig. Und auch die Menschen, die nicht in der DDR gelebt haben, fragen zunehmend besorgter: Was geht da eigentlich bei euch vor? Die DDR-Machthaber haben über viele Jahre den westlichen Imperialisten eine Politik des „Roll back“, des Zurückdrehens des Rades der Geschichte vorgeworfen. Erleben wir heute unter ganz anderen Vorzeichen dieses „Roll back“, organisiert und gesteuert von denen, die in der SED-Diktatur das Sagen hatten?

Eppelmann, Rainer: Öffentliche Anhörung zu dem Thema „Seilschaften in den neuen Bundesländern“. Protokoll der 45. Sitzung der Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“, 27. 9. 1993. Zit. n.: Enquete Wahlperiode 12, Band VIII, S. 647. (enquete-online.de)

Heute dagegen denken die allermeisten Menschen in Deutschland, wenn sie den Begriff „Seilschaft“ hören, zuerst an eine verschwörerische Gemeinschaft ehemaliger Stützen der SED-Diktatur, die sich miteinander verbunden haben, um ihre Privilegien zu verteidigen, neue Positionen unter Einsatz ihres „alten“ Wissens zu erreichen, ihre Strafverfolgung zu vereiteln und das Bild der Vergangenheit in ihrem Sinn zu verfälschen.

Eppelmann, Rainer: Öffentliche Anhörung zu dem Thema „Seilschaften in den neuen Bundesländern“. Protokoll der 45. Sitzung der Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“, 27. 9. 1993. Zit. n.: Enquete Wahlperiode 12, Band VIII, S. 647. (enquete-online.de)

„Mein größter Fehler war“, sagt Fischer, ~ diese Leute unterschätzt zu haben. " Ist Fischer alten Stasi-Seilschaften aufgesessen? Oder ging sein eigener Plan nicht auf, Ex-Stasileute bewußt für sich zu nutzen?

Berliner Zeitung, 17. 2. 1994. [DWDS]

Weil ich unter all den Erwachsenen offensichtlich am wenigsten Felserfahrung hatte, nämlich fast vier Jahrzehnte lang gar keine, durfte ich im Seil gleich hinter Paul gehen. […]Er stieg langsam und sicher voran, hängte das Seil in die vorbereiteten Haken, suchte einen Standplatz, sicherte.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 2002, S. 2. [DWDS]

Dazu werden zunächst die Namen von Chefs und Kollegen auf Karteikarten geschrieben, danach alle Karten ausgebreitet und schließlich zu Gruppen zusammengeschoben. So lassen sich Seilschaften und Klüngel abbilden – und gegebenenfalls auch mal mit Füßen treten.

Die Zeit, 8. 8. 2002, Nr. 33. [DWDS] (zeit.de)

Weil das Geschlecht, selbst bei der Bewerbung um das höchste Amt im Staat, keine Rolle mehr spielt. Klar werden dann auch Männerseilschaften überflüssig, jedenfalls so weit es in ihnen darum geht, Frauen auszuschließen. Wahrscheinlich werden gemischte Seilschaften entstehen, die sich nur noch gegen die Konkurrenz mit dem fremden Stallgeruch wenden.

Der Tagesspiegel, 18. 11. 2003. [DWDS]

Abschätzen, wo auf einer Hochtour gleichzeitiges Gehen am Seil möglich ist oder wo und wann man geeignete Sicherungsmittel einsetzen muss, ist und bleibt die zentrale Frage auf solchen Touren.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 2005, S. 5. [DWDS]

Hélène Brandt auf der Schulter des Liongrates des Matterhorns 1927. Das Foto wurde von ihrem Seilschaftskollegen Guido Rey aufgenommen.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 2005, S. 3. [DWDS]

[…]Wir wissen aber nicht, wieviel Glauben wir den Ankündigungen aus Brüssel schenken sollen. Noch immer versprechen die europäischen Staatschefs und Forschungspolitiker uns zuviel, und sie halten zuwenig. An den Universitäten geht es nach wie vor viel zu hierarchisch zu, technologische Innovation spielt in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle, die Kommission und die Regierungen der EU-Staaten steigern ihre Forschungsbudgets nur zögerlich. Viele Milliarden werden über akademische Seilschaften vergeben anstatt im freien Wettbewerb, Wissenschaftler verbringen die Hälfte ihrer Zeit damit, Formulare auszufüllen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. 4. 2005, S. 33.

Der Kritik der Schweizerischen Volkspartei, die von linken Seilschaften spricht und den Abbau der Subventionen fordert, halten die Sozialdemokraten ihre Nähe zu den Kulturschaffenden entgegen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. 3. 2007, S. 35.

Mehrere Optionen sind abzuwägen. Die Seilschaft kann seilfrei gehen und darauf vertrauen, dass jeder Einzelne eigenen Sturz abfängt.

The Mountaineers (Hrsg.): Bergsteigen – Das große Handbuch: Das weltweit erfolgreichste Buch für den Bergsport. München 2018, o. S. (books.google.de)

[…]Weder haben sie es verstanden, die Aufbruchsstimmung der ersten Monate in der Chefetage zu nutzen, noch gelang es ihnen, allgemeine Akzeptanz für ihr Programmangebot zu erzielen, indem sie sich konsequent ihrer Kernkompetenz besonnen hätten. Stattdessen regieren nach wie vor verschworene Seilschaften in dem aufgeblähten Apparat (jetzt eben neue) [ORF], wirkt vieles lieblos hingeschustert, weil Ränkespiele den größten Teil der Energien binden.

Die Zeit, 7. 2. 2008, Nr. 07. [DWDS] (zeit.de)

Nach zwölf Klettertagen mit bedrohlichen Übernachtungen in der Felswand stand die Männerseilschaft schliesslich auf dem Gipfel des Arwa Towers.

Jungfrau Zeitung (online), 19. 11. 2019. (jungfrauzeitung.ch)

Die 69-Jährige mit den roten Haaren, ihrem Markenzeichen, setzte auf globale Allianzen. So verdankt sie viele Erfolge einer einzigartigen Frauen-Seilschaft: der „Utstein-Initiative“, benannt nach einem Kloster in Norwegen. […]Dort hatten sich Kolleginnen aus Großbritannien, den Niederlanden und Norwegen zusammengetan, die Gerechtigkeit statt Wohltätigkeit wollten.

Die Zeit, 10. 11. 2011, Nr. 46. [DWDS] (zeit.de)

Kurz nachdem die fünf Bergsteiger den Gipfel verließen, stürzten sie in die Tiefe. Wie es dazu kam, sei bislang unklar. „Ich gehe von einem Mitreißunfall aus, dass einer gestürzt ist und die anderen mit“, sagte der Chef der zuständigen Bergrettung Saas-Fee.

Die Zeit, 4. 7. 2012 (online). [DWDS] (zeit.de)

[…]Den gemeinsamen Entschluss, sich erstmals an einen Siebentausender heranzuwagen, haben Annette und Anja vor einem Jahr gefasst, nachdem sie in Ecuador (Südamerika) den Chimborazo (6268 Meter) bestiegen hatten. „Die Bergbegeisterung haben wir von unseren Eltern“, betonen beide. In Tutzing haben sie gemeinsam das Gymnasium besucht und sind später jedes Wochenende in den Bergen unterwegs gewesen, haben sich aber erst vor zwei Jahren zu einer alpinen Seilschaft zusammengefunden.

Merkur (online), 18. 10. 2013. (merkur.de)

[…]Bei drei Lawinenunfällen im Juli und August an den Pointes de Mourti, am Zinalrothorn und an der Pointe de Zinal wurden fünf Hochtourengänger von den Schneemassen mitgerissen und erlitten tödliche Verletzungen. Bei einem weiteren Unfall verlor die Seilschaftsführerin im Aufstieg zum Mont Dolent ein Steigeisen, kam ins Rutschen und riss ihren Seilpartner mit. […]Beide stürzten in eine Gletscherspalte, wobei der Seilpartner getötet wurde.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs. Zürich 2015, S. 12. [DWDS]

All das gehört zum Wahlkampf dazu, ohne simple Botschaften geht es nicht. Aber dieses Geschäft beherrscht der Populist Trump besser als „crooked Hillary“, die „korrupte Hillary“, wie er sie ständig nennt. Der Spitzname trifft Clintons verwundbarste Stelle. Sie gilt vielen Wählern als Polit-Insiderin, verstrickt in undurchsichtige Seilschaften in Washington.

Die Zeit (online), 2. 6. 2016, Nr. 24. (zeit.de)

Ab 22 Uhr berichtet die Walliserin Caro North (Schweiz), wie sie mit Seilpartnerin Christiane Huber im argentinischen Nationalpark „Los Glaciares“ den vielleicht schwierigsten Kletterberg der Welt, den Cerro Torre, erklomm – als erste Frauenseilschaft überhaupt.

Leipziger Volkszeitung, 9. 8. 2017. [DWDS]

Die Hochtouren packten mich. Wobei ich im Klub auch die passenden Seilschaftspartnerinnen für diese Touren fand: Marianne Winkler etwa oder die Wirtschaftsprofessorin Heidi Schelbert.

Neue Zürcher Zeitung (online), 16. 11. 2018. (nzz.ch)

Moldau galt in Brüssel als Vorzeigeland. Dann plünderten korrupte Seilschaften die Banken.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17. 2. 2019, S. 6.

[…]Wer den Zusammenhang dieser Gewalt mit der Verrohung unserer Debatten leugnet, der ist entweder naiv oder ignorant. Wie kann ein Täter in der politischen Beruhigungssprache als Einzeltäter gelten, wenn er von rechtsextremen Seilschaften im Internet inspiriert und getragen, von dumpfen Parolen auf Marktplätzen und in sozialen Medien befeuert wird? […]Die Tat von Halle reiht sich ein in eine lange Linie von rechtsextrem, antisemitisch oder rassistisch motivierten Morden und Gewalttaten in unserem Land.

Steinmeier, Frank-Walter: Rede von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier bei der Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung „Demokratie unter Druck – für eine neue politische Streitkultur“, 17. 10. 2019. [DWDS] (bundesregierung.de)

Das ist für mich schwer zu erklären, da ich ja schon in meiner Kindheit mit meinem Bruder als Seilschaft unterwegs war: Ich bin mit diesem Gefühl des Vertrauens aufgewachsen. Ich weiß, mein Bruder Alexander würde mich nie im Stich lassen. Es ist ein wirklich blindes Vertrauen da – und nur so kann man Grenzen gemeinsam nach oben verschieben.

Spiegel (online), 9. 9. 2020. (spiegel.de)