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Wortgeschichte zu

modernisieren · Modernisierung

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Das Verb modernisieren ist seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Bedeutung dem zeitgenössischen Geschmack anpassen belegt; es wird aus dem französischen moderniser entlehnt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts begegnet das Substantiv Modernisierung in entsprechender Bedeutung. Spätestens ab Ende des 19. Jahrhunderts bildet sich die neue Bedeutungslinie erneuern, insbesondere technisch auf den aktuellen Stand bringen für Verb und Substantiv aus. Im Kontext soziologischer Modernisierungstheorien erhält insbesondere Modernisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die neue Bedeutung Transformationsprozess, der die vormoderne in eine moderne Gesellschaft überführt. Diese Lesart findet Eingang in die Allgemeinsprache; auch das Verb begegnet nun in entsprechender Bedeutung.

Wortgeschichte

Herkunft und frühe Bezeugungen

Das Verb modernisieren ist im Deutschen seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bezeugt (1756, 1777). Es ist wird aus dem französischen moderniser entlehnt, das seinerseits wohl von englisch modernize beeinflusst ist (vgl. TLFi unter moderniser; zu englisch modernize siehe auch 3OED unter modernize, v.; s. a. Pfeifer unter modernisierenDWDS). Modernisieren ist sowohl transitiv etwas modernisieren (1756, 1802) als auch reflexiv sich modernisieren belegt (1835, 1891, 1897).

Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist mit Modernisierung ein Substantiv zum Verb bezeugt (1785, 1799). Es gehört damit zusammen mit ModernitätWGd zu den frühesten Substantiven in der Wortfamilie um das Adjektiv modernWGd.

Ausgangsbedeutungen

Im 18. und 19. Jahrhundert bedeutet modernisieren zunächst sehr allgemein etwas an den zeitgenössischen Stil, Geschmack, die zeitgenössische Mode anpassen etwa in Bezug auf Literatur (1786, 1858), (Innen-)Architektur (1795) oder Mode (1900, 1901a), gelegentlich auch schon in der etwas weiter gefassten Bedeutung an die zeitgenössischen Gegebenheiten anpassen (1802). Bereits 1801 bucht Campe in seinem Verdeutschungs-Wörterbuch sowohl Modernisirung mit der Bedeutung die Verheutigung als auch Modernisiren mit der Angabe ich habe verheutigen dafür zu sagen versucht (1Campe Verdeutschung 2, 469). Das Substantiv Modernisierung ist im 19. Jahrhundert in entsprechender Bedeutung belegt (1854, 1855, 1888, 1893a).

Erneuerung. Neue Bedeutung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Spätestens ab Ende des 19. Jahrhunderts begegnen sowohl Verb (1885, 1891, 1912) als auch Substantiv (1893a, 1893b) zunehmend in der Bedeutung erneuern bzw. Erneuerung in Bezug auf verschiedene gesellschaftliche Teilbereiche. Diese semantische Entwicklung mündet in der neuen Bedeutung (technisch) auf den aktuellen Stand bringen für modernisieren (1901b, 1911, 1964, 2010) – eine Bedeutung, die seither nicht nur, aber doch vermehrt im Kontext der Wirtschaft begegnet (1926, 1987a). Das Substantiv nimmt seinerseits entsprechende Bedeutungen an (1920, 1927, 1948, 1991a).

Modernisierung und Modernisierungstheorien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Insbesondere für das Substantiv Modernisierung entsteht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Bedeutung Prozess der Transformation, der eine Gesellschaft von der Vormoderne in die Moderne überführt. Diese Entwicklung ist im Kontext entsprechender – im Einzelnen durchaus divergenter – Modernisierungstheorien der Soziologie ab den 1960er Jahren (vgl. auch GG 4, 129), die in der Nachfolge auch in andere Kulturwissenschaften importiert werden, zu verstehen. Das Wörterbuch der Soziologie bestimmt Modernisierung im soziologischen Sinn als Komplex miteinander zusammenhängender struktureller, kultureller und individueller Veränderungen, der in der frühen Neuzeit einsetzt und sich seit dem 20. Jh. beschleunigt fortsetzt (3Wörterbuch der Soziologie, 326; vgl. hier auch zur Kritik des Modernisierungsparadigmas). Diese Bedeutung findet in der Nachfolge Eingang in die Allgemeinsprache (1969b, 1970b, 2015), und auch das Verb kann nun die neue Bedeutung eine Gesellschaft von der Vormoderne in die Moderne überführen tragen (2005b, 2017).

Insofern diese Bedeutungslinie nun Aspekte der technischen und wirtschaftlichen Umbau- und Erneuerungsprozesse als Teilprozesse des Übergangs von einer vormodernen zu einer modernen Gesellschaft umfasst, ist die Trennlinie zwischen den beiden Bedeutungen nicht immer ganz einfach zu ziehen (1966). Dennoch ist die Bedeutung Prozess der Transformation, der eine Gesellschaft von der Vormoderne in die Moderne überführt gegenüber der Bedeutung (technisch) auf den neuesten Stand bringen in zweifacher Hinsicht weiter gefasst: Zum einen verbindet sich mit dieser Lesart ein Fortschritts- oder Entwicklungsgedanke (1970a, 1974), zum anderen impliziert sie insbesondere dann, wenn die Wörter auf Schwellen- und Entwicklungsländer bezogen werden, Vorstellungen, in denen ModerneWGd als diejenige Entwicklung der westlichen Länder nach Aufklärung und französischer Revolution verstanden wird (1987b, 1991b, 1990; vgl. aber auch 1972b, 1972a, 1995). Sofern Modernisierung auf westliche Länder bezogen wird, wird hier entweder in historischer Perspektive eben auf jenen europäischen Transformationsprozess, der in der westlichen Moderne mündet, rekurriert (2005a) oder aber es steht die Frage einer Modernisierung der Moderne in eben dem oben adressierten Sinn hinter den Verwendungen (1997b, 2003; vgl. auch Schildt 2010).

Verbreitung und Wortbildungen

Die Abbildung zeigt die DWDS-Wortverlaufskurve zu Modernisierung und modernisieren.

Abb. 1: DWDS-Wortverlaufskurve zu Modernisierung und modernisieren

DWDS (dwds.de) | Bildzitat (§ 51 UrhG)

Verb und Substantiv sind bis zur Jahrhundertwende in etwa gleich weit verbreitet (vgl. Abb. 1 sowie die Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers). Ab der Jahrhundertwende lässt sich zunächst ein langsames, ab der Mitte des 20. Jahrhunderts schließlich ein deutliches Auseinandertreten hinsichtlich der Verbreitung beobachten: Das Substantiv ist im Vergleich zum Verb in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich höherfrequent (vgl. Abb. 1 sowie die entsprechenden Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen zahlreiche Komposita mit -modernisierung als Endglied. Das Spektrum reicht von Anlagenmodernisierung (1951) über Altbaumodernisierung (1965) und Industriemodernisierung (1969a), Städtemodernisierung (1971) und Luxusmodernisierung (1981) bis hin zu Wirtschaftsmodernisierung (1984) und Verwaltungsmodernisierung (1997a). Diesen Komposita liegt die Bedeutung Erneuerung; Vorgang, etwas insb. technisch auf den neuesten Stand zu bringen zugrunde liegt. Daneben stehen Komposita mit Modernisierung- als Erstglied wie beispielsweise ModernisierungsverliererWGd.

Anna S. Brasch

Literatur

1Campe Verdeutschung Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke. Ein Ergänzungsband zu Adelungs Wörterbuche. In zwei Bänden. Braunschweig 1801. (sub.uni-goettingen.de)

GG Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Hrsg. von Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck. Bd. 1–8. Stuttgart 1972–1997.

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

Pfeifer Pfeifer, Wolfgang u. a.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. (dwds.de)

Schildt 2010 Schildt, Alex: Modernisierung. Verson 1.0. In: Docupedia-Zeitgeschichte, 11. 2. 2010. (docupedia.de)

TLFi Trésor de la langue française informatisé (Trésor de la langue française, sous la direction de Paul Imbs/Bernard Quemada. Bd. 1–16. Paris 1972–1994). (atilf.fr)

3Wörterbuch der Soziologie Wörterbuch der Soziologie. Hrsg. von Günter Endruweit/Gisela Trommsdorff/Nicole Burzan. 3., völlig überarb. Aufl. Konstanz u. a. 2014.

Weitere wortgeschichtliche Literatur zu modernisieren, Modernisierung.

Belegauswahl

Es ist unmöglich, daß Racine, welcher die Alceste des Euripides gleichfalls modernisiren wollen, glücklicher, als Thomson, damit hätte seyn können.

Lessing, Gotthold Ephraim: Vorrede. In: James Thomson: Des Herrn Jacob Thomson sämtliche Trauerspiele. Aus dem Englischen übersetzt. Leipzig 1756, S. 3–14, hier S. 10. (books.google.de)

Kaͤmpfers deutſcher Styl iſt von der Art, daß ihn in unſern Zeiten niemand mit Vergnuͤgen leſen kan; der Verleger verlangte alſo, daß ich das Kaͤmpferiſche Werk lesbar machen und ſeinen Styl moderniſiren moͤchte.

Kaempfer, Engelbert: Geschichte und Beschreibung von Japan. Aus den Originalhandschriften des Verfassers herausgegeben. Erster Band. Hrsg. von Christian Wilhelm von Dohm. Lemgo 1777, S. XLII. (deutschestextarchiv.de)

Jede verschönerung oder modernisierung des Originals würde in meinen augen entweyhung gewesen seyn: eine geschichte, die nur ein dichter aus den zeiten von Louis le jeune erfinden konnte, mußte auch in dem gothischen tone dieser zeiten vorgetragen werden; je holzschnittmäßiger, je besser!

Wieland, Christoph Martin: Geron der Biederherzige. Eine Erzählung aus König Artus Zeiten. In: Wielands auserlesene Gedichte. Vierte Band. Leipzig 1785, S. 179–240, hier S. [184]. (books.google.de)

Auch paßt alsdann nicht uͤbel hieher eine Stelle aus des alten ehrlichen vergeſſenen Rollenhagens Vorrede zu ſeinem Froſchmaͤuſeler, die ein wenig moderniſirt alſo lautet:

Der Graubart, der mit duͤrren Knochen
Der Lehre nichts kann, als poltern und pochen,
Und hoͤren mag kein luſtiges Wort
Der packe zuſammen und trolle ſich fort!

Raspe, Rudolf Erich: Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abentheuer des Freyherrn von Münchhausen, wie er dieselben bey der Flasche im Cirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. Hrsg. von Gottfried August Bürger. Göttingen 1786, S. 14. (deutschestextarchiv.de)

Sie wuͤrden izt mein Haus in Paris nicht wiederkennen, ſo ſehr iſt alles durch einander geworfen und veraͤndert und moderniſirt […]; ich bin ſo eingeſchraͤnkt, daß ich weniger Freiheiten habe, als meine Bedienten; alle meine vormaligen Freunde fliehen mein Haus und eine Schaar von Zuͤgvoͤgeln gewoͤhnt ſich nach und nach herein, die von der Freigebigkeit, oder vielmehr von der Verſchwendung meiner Gebieterinn leben; — ach Mortimer, ich ſehe noch in meinem Alter einer druͤckenden Armuth entgegen.

Tieck, Ludwig: William Lovell. Erster Band. Berlin/Leipzig 1795, S. 287[285]. (deutschestextarchiv.de)

Scheint es doch dem Heldenbuch, dessen Sagen zum Theil mit denen im Liede der Nibelungen in Verbindung stehn, bey der Modernisirung zum Behuf seiner Erscheinung im Druck eben so ergangen zu seyn.

Schlegel, August Wilhelm von/Schlegel, Friedrich von: Athenaeum. Hrsg. von August Wilhelm von Schlegel und Friedrich von Schlegel Zweiter Band (1799), S. Athenaeum, hier 309. (deutschestextarchiv.de)

Diejenigen Theologen, welche das Kirchenſyſtem moderniſiren wollten, und es, ſo gut es ſich thun ließe, mit dem jedesmaligen philoſophiſchen Syſtem harmoniſch zu machen ſich bemuͤheten, ſeyen in dieſem Fall nicht Theologen, und zerſtoͤrten dadurch, daß ſie die Lehren des Glaubens der Vernunft, oder genauer zu reden, dem herrſchenden philoſophiſchen Syſtem unterwuͤrfen, die ganze Theologie.

Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale, von ihm selbst beschrieben. Fünfter Theil, welcher dessen Begebenheiten und Erfahrungen bis gegen das Ende des Jahres 1802 enthält. Leipzig 1802, S. 89. (deutschestextarchiv.de)

In allen Stücken ohne Ausnahme kommt der alte Harlekin vor, der auch, wie man mich versicherte, gewöhnlich das alte Costum beibehält, aber während der Fastenzeit, als ich ihn sah, kraft eines kirchlichen Verbots, sich modernisiren mußte, wie ein altmodischer Bedienter mit Treffenhut etc. gekleidet ging und nur in der bunten Farbe der Strümpfe seinen Charakter andeutete.

Allgemeine Theater-Revue 1/1 (1835), S. 155. (books.google.de)

Man kann also wohl sagen, daß die eigentliche Verschönerung und Modernisirung unserer Städte hauptsächlich von der Zeit anfängt, wo sie aufhörten, befestigte Orte zu sein.

Die Gartenlaube 2 (1854), S. 570. (deutschestextarchiv.de)

Mehr als im Norden und in Toscana ist hier eine unbarmherzige Modernisirung über das Innere der Kirchen ergangen.

Burckhardt, Jacob: Der Cicerone. Eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens. Basel 1855, S. 119. (deutschestextarchiv.de)

Goethe hat zwar in seiner schönen dramatischen Studie „Jphigenie“ gezeigt, wie man diese antiken Stoffe modernisiren und verinnerlichen kann, aber es bleibt doch ein unüberwundener Rest des Stoffes, der uns herausfühlen läßt, daß dies Gedicht nicht das ursprüngliche Product einer freischaffenden Begeisterung ist!

Gottschall, Rudolph: Poetik. Die Dichtkunst und ihre Technik. Breslau 1858, S. 79. (deutschestextarchiv.de)

Allerdings haben die Staatsprüfungen Einiges ein klein wenig modernisirt; denn die centralistische Polizeigewalt des neuern Einheitsstaats hat, wie in Rücksicht auf alles Zunftwesen, so auch im Verhältniss zu den gelehrten Zünften, immerhin ein Stückchen Fortschritt vertreten.

Dühring, Eugen: Der Weg zur höheren Berufsbildung der Frauen und die Lehrweise der Universitäten. 2., verbesserte und mit Gesichtspunkten für Selbstausbildung und Selbststudium erweiterte Auflage. Leipzig 1885, S. 36. (deutschestextarchiv.de)

Oder ein anderes Beispiel (immer vom Wirklichen ausgehend): durch Anknüpfen an alte Motive wäre die Modernisirung des aristophanischen Lustspiels möglich.

Scherer, Wilhelm: Poetik. Berlin 1888, S. 65. (deutschestextarchiv.de)

Auch die Menschen dieser früher so tief verschlafenen Türkenstadt modernisiren sich durch Einwanderung; nur die Natur bleibt sich ewig gleich.

Lehnert, Josef von: Die Seehäfen des Weltverkehrs. I. Band. Häfen Europas sowie der asiatischen und afrikanischen Küsten des Mittelmeerbeckens. Hrsg. von Alexander Dorn. Wien 1891, S. 186. (deutschestextarchiv.de)

Es bedeutete dies nichts weniger als eine gänzliche Modernisierung des Wesens und Zweckes der Post, und zwar in der Richtung der allgemeinen Zugänglichkeit und eines bedingten Postzwangs.

Huber, Franz C.: Die Geschichtliche Entwickelung des modernen Verkehrs. Tübingen 1893, S. 89. (deutschestextarchiv.de)

Dieſe Klage ſoll nun aufhören, indem nunmehr auch der Militärmantel einer Moderniſirung unterzogen wird.

Mährisches Tagblatt, 4. 9. 1893, Nr. 201, S. [5]. (deutschestextarchiv.de)

Auch in der Illustrationsweise hat das Annuaire C.A.F. sich modernisiert, indem es neben den Holzschnitten auch mechanische Reproduktionen von Photographien und Zeichnungen bringt.

Jahrbuch des Schweizer Alpen-Clubs 32 (1897), S. [429]. (deutschestextarchiv.de)

Nach Verlauf einer Stunde trafen beide ein und Berg ſetzte dem Schneider auseinander, daſs das Brautkleid ſeiner Frau bis zum Nachmittag des nächſten Tages moderniſiert und mit einer Schleppe verſehen werden müſſe, er ſolle die ganze Nacht daran arbeiten.

Badener Zeitung, 24. 1. 1900, Nr. 7, S. 2. (deutschestextarchiv.de)

Es blieb für alle Zeiten das große Staatskleid, wurde alle ein oder zwei Jahr modernisiert und blieb fast das ganze Leben die »pièce de résistance« im Kleiderschrank.

Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 2542. [DWDS]

Zu den ersteren rechnet man diejenigen, welche in den letzten zehn Jahren, zu den älteren diejenigen, welche in den vorhergehenden zehn Jahren erbaut sind, und zu den veralteten solche, weiche älter als 20 Jahre sind. Häufig sind solche Schiffe später modernisiert worden.

Plüddemann, W.: Die Linienschiffe der verschiedenen Flotten. In: Der Tag, 8. 1. 1901, S. 8. [DWDS]

Vor einiger Zeit erschien es ihr notwendig, dieses Hotel im Innern etwas zu verändern und zu modernisieren, neue Tapeten, neue Teppiche anzuschaffen, elektrische Beleuchtung – und einen Wintergarten anlegen zu lassen.

N. N.: Pariser Schönheiten und ihre Lieferanten. In: Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 4. 3. 1911, S. 6. [DWDS]

Wo die Theorieen von der Entstehungsweise dagegen gegen die Idee des weltlich-geistlichen Organismus verselbständigt wurden und zu davon abweichenden Folgerungen führten, da ging man auch von dem eigentlichen katholischen Ideal ab und geriet auf moderne Wege, sei es der Souveränitätslehre, sei es des demokratischen Naturrechtes, wogegen dann wieder das echte thomistische Ideal seit den großen Staats- und Gesellschaftstheoretikern des 16. Jahrhunderts mit einigen Modernisierungen erneuert wurde.

Troeltsch, Ernst: Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen, Tübingen: Mohr 1912, S. 297. [DWDS]

Dabei ist hier lediglich von der Instandhallung der Anlagen die Rede, noch nicht von der Modernisierung, davon, die Anlagen technisch auf der Höhe zu hallen.

Silverberg, Paul: Preisfragen im deutschen Kohlenbergbau. In: Kölnische Zeitung (Mittagsblatt), 3. 1. 1920, S. 1. [DWDS]

Wir sehen überall die Notwendigkeit, Betriebe zu reorganisieren und zu modernisieren. Neue Maschinen und Werkzeuge müssen angeschafft werden, und die theoretische Feststellung, dass wir um so und soviel Prozent mehr Produktionsmittel als vor dem Kriege haben, vermag an der Notwendigkeit dieser Anschaffungen und Erweiterungen nicht das geringste zu ändern.

Pinner, Dr. Felix: Das grosse Dilemma. In: Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 6. 3. 1926, S. 10. [DWDS]

Die Firma hat die Howbeach Colliery , die zu einer Tagesproduktion von 1000 To . Kohle fähig ist, aber seit dem Bergarbeiterstreik von 1921 stilliegt , erworben und wird in dieser sofort die technische Modernisierung durchführen.

Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 3. 3. 1927, S. 7. [DWDS]

Die rasche Entwicklung der sozialistischen Elemente und die Zunahme ihres spezifischen Gewichtes in der Volkswirtschaft, wodurch das Tempo der Industrialisierung des Landes vergrößert und das Niveau der produktiven Kräfte durch eine technische Modernisierung der Industrie, der Landwirtschaft und des Transportwesens gehoben wird.

N. N.: Parteien. Innenpolitik. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 18, 5. 12. 1948, S. 1725. [DWDS]

Je mehr der Bergbau in die Lage versetzt wird, über eine ausreichende Ertragslage seiner sozialen Verantwortung einschließlich einer Sicherung der Arbeitsplätze durch Anlagenmodernisierung und -erweiterung zu folgen, um so mehr kann er die aus Verpflichtung entstandenen und durch Fortschritt erheblich verbesserten betriebssozialen Einrichtungen ausbauen und seine Maßnahmen unter anderem zur Bekämpfung von Berufsnot und Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen erweitern.

Die Zeit, 26. 7. 1951, Nr. 30. [DWDS] (zeit.de)

Die ganze mechanische und technische Einrichtung des Kurorts ist modernisiert worden.

Die Zeit, 4. 12. 1964, Nr. 49. [DWDS] (zeit.de)

Fraglich ist aber, ob nicht die Kapazität der Bauwirtschaft durch die Altbaumodernisierung und die angekündigte Sanierung von Städten und Dörfern weiterhin stark angespannt bleiben wird.

Die Zeit, 19. 2. 1965, Nr. 08. [DWDS] (zeit.de)

Die Entwicklungsländer mußten ihre Industrien modernisieren und ihre Zolltarife untereinander rasch reduzieren.

N. N.: 3. Session. In: Archiv der Gegenwart, Bd. 36, 16. 2. 1966, S. 12340. [DWDS]

Danach sollen von 1970 an innerhalb des 6. Planes zur Industriemodernisierung „mehrere Kernkraftwerke errichtet werden, die mit angereichertem Uran arbeiten“.

Die Zeit, 28. 11. 1969, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

In dem langwierigen Prozeß der Modernisierung der Entwicklungsländer war ihr Erfolg der fragloseste, mit der Folge der Bevölkerungsexplosion.

Die Zeit, 12. 12. 1969, Nr. 50. [DWDS] (zeit.de)

In großem Maße liegt dabei die Verantwortung bei den Entwicklungsländern selbst, doch wird der Fortschritt – wenigstens teilweise – auch davon abhängen, inwieweit die Industrieländer diese Bemühungen unterstützen. Der Zug zur Modernisierung führt unausweichlich zu Konflikten zwischen den Wahrern der Tradition und den Befürwortern es Wandels.

Die Zeit, 13. 3. 1970, Nr. 11. [DWDS] (zeit.de)

Geber- und Empfängerländer sahen beide die Modernisierung und Entwicklung der Länder mit niedrigem Volkseinkommen als einen Versuchan, die industrielle Revolution gleichsam im Zeitraffer zu wiederholen.

Die Zeit, 13. 3. 1970, Nr. 11. [DWDS] (zeit.de)

Bildungsreform, Umweltschutz, Städtemodernisierung, Ausbau der sozialen Sicherung, Vermögensbildung – die Experten wissen längst, daß sich diese Ziele nicht alle auf einmal, auch einzeln nur in Etappen und überhaupt nur in einer prosperierenden Wirtschaft erreichen lassen.

Die Zeit, 5. 11. 1971, Nr. 45. [DWDS] (zeit.de)

Die Dritte Welt modernisiert sich nun nach ihren eigenen Gesetzen.

Die Zeit, 4. 2. 1972, Nr. 05. [DWDS] (zeit.de)

Eine der zentralen Fragen für die meisten Entwicklungsländer ist das Verhältnis zwischen Tradition und Modernisierung. Und was eigentlich heißt Modernisierung: Ist sie Industrialisierung, also Verwestlichung? Ist sie überhaupt ein Fortschritt? Mehr noch: Kann nur eine Revolution diesen Fortschritt bringen? Um diesen Fragenkomplex hat sich im modernen China, das schließlich den revolutionären Weg gegangen ist, eine Reihe von politischen Theorien entwickelt.

Die Zeit, 29. 12. 1972, Nr. 52. [DWDS] (zeit.de)

Reformistische Versuche werden verallgemeinernd definiert als das Bemühen, die traditionelle, stagnierende und vorindustrielle Gesellschaftsordnung in der Dritten Welt zu modernisieren, ohne sich zugleich die staatssozialistische Methode der forcierten Akkumulation oder die massive Förderung eines von den Metropolen abhängigen Kapitalismus zu eigen zu machen.

Die Zeit, 29. 3. 1974, Nr. 14. [DWDS] (zeit.de)

Die Luxusmodernisierung, die die Mieten unnötig herauftrieb, wird nicht mehr subventioniert.

Die Zeit, 20. 11. 1981, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Einige alte Totschlagvokabeln wirken nicht mehr so wie früher, so die Schlagworte von der Investitionslenkung und der Staatsintervention; nicht zuletzt, weil das, was früher mit diesen Begriffen angeprangert wurde, bei der Wirtschaftsmodernisierung von Unionspolitikern wie Späth munter praktiziert wird.

Die Zeit, 27. 4. 1984, Nr. 18. [DWDS] (zeit.de)

Er hat die Industrie modernisiert, für Gehälter gesorgt, die zur Not zum Leben reichten, Ruhegehälter und Renten eingeführt, die an die Gepflogenheiten der demokratischen Länder erinnerten, und er hat versucht, Sozialleistungen zu ermöglichen.

Die Zeit, 3. 4. 1987, Nr. 15. [DWDS] (zeit.de)

Er übersprang die westlichen Stufen der Modernisierung – Verfassungsstaat und Rechtsstaat –, weil sie mit revolutionären Dekreten nicht einfach hinzuzaubern waren.

Die Zeit, 10. 4. 1987, Nr. 16. [DWDS] (zeit.de)

Die Türkei wird zum Gefangenen widerstrebender Ziele: Modernisierung und Hinwendung zum Westen einerseits, Vormarsch islamischer Schulen, Moscheenbau zuhauf und Demonstrationen für das Kopftuch in Hörsälen andrerseits.

Die Zeit, 5. 1. 1990, Nr. 02. [DWDS] (zeit.de)

Neben der Modernisierung der östlichen Volkswirtschaften gibt es wahrlich noch andere ökonomische Probleme, die nicht mit kurzen Formeln im Schlußkommunique zu lösen sind: die Wachstumsschwäche in westlichen Industrieländern und – für die Bevölkerung dort weitaus folgenschwerer – in der Dritten Welt, die Gefahren für den freien Welthandel, die dramatische Verschuldung der Entwicklungsländer, der Hunger in Afrika und anderen Teilen der Welt.

Die Zeit, 19. 7. 1991, Nr. 30. [DWDS] (zeit.de)

Die Gesellschaften des Südens brauchen Einfluß auf die weltwirtschaftliche Entwicklung im Norden, weil hier die Weichen gestellt werden, die in der Dritten Welt als Zwang zur Modernisierung, zum Mithalten, zur Export-Orientierung in Erscheinung treten.

Die Zeit, 8. 11. 1991, Nr. 46. [DWDS] (zeit.de)

Wie sehr wir hier wider bessere Einsicht hoffen, zeigen die kulturellen Überkompensationen, die nunmehr der Westen gegenüber jenen Gesellschaften entwickelt, die sich zu unserer Verblüffung modernisieren, ohne sich dabei zu verwestlichen.

Die Zeit, 24. 11. 1995, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Dreißig Jahre Beschäftigung mit Verwaltungsmodernisierung und Verwaltungsreform haben mich gelehrt, daß die schon um die Jahrhundertwende beklagte wachsende Regelungs- und Vollzugsdichte nur durch einen drastischen Personalabbau dort gestoppt und ins Gegenteil verkehrt werden kann, wo sie entsteht: in den Amtsstuben der Ministerialbürokratie des Bundes und der Länder und in dem „administrativen Umfeld“, das sich die Politik im Verlaufe der letzten dreißig Jahre geschaffen hat (einschließlich ein er drastischen Reduzierung der Zahl der Abgeordneten).

Die Zeit, 25. 4. 1997, Nr. 18. [DWDS] (zeit.de)

„Auf dem Weg in eine andere Moderne“ lautet der Untertitel meines 1986 erschienenen Buches „Risikogesellschaft“. Auch dort wird schon zwischen „einfacher“ und „reflexiver Modernisierung“, „erster“ und „zweiter Moderne“ unterschieden – wie in allen Büchern, die danach kommen.

Die Zeit, 14. 8. 1997, Nr. 34. [DWDS] (zeit.de)

Die Zeit sei reif für eine „Modernisierung der Moderne“, lautet die These, wobei neben dem alten „Zentrum der Sachen, der Natur des Könnens, das neue Zentrum des Subjekts, der Kultur des Seins“, an Macht gewinnt.

Der Tagesspiegel, 13. 10. 2003. [DWDS]

War es nicht gerade dieser „Anschluss“ alter Bild- und Symbolwelten an die nationalsozialistische Ideologie, die ihr diese Wirkung sicherte? Und war das Bedürfnis nach dieser Rückbindung nicht aus dem Prozess europäischer Modernisierung selbst emporgewachsen – als eine legitime Frage, auf die der Nationalsozialismus perverse Antworten gab?

Berliner Zeitung, 14. 4. 2005. [DWDS]

In seinem neuen Werk kann man dabei zusehen, wie sich ein Land gesellschaftlich zu modernisieren und gleichzeitig mit seiner Tradition zu versöhnen sucht.

Die Zeit, 3. 11. 2005, Nr. 45. [DWDS] (zeit.de)

Außerdem müssen viele Kraftwerke modernisiert werden – was eine neue Chance für die Absolventen technischer Studiengänge ist.

N. N.: Dreimal Grund zu Zuversicht. In: Zeit Campus, 23. 2. 2010, Nr. 2. [DWDS] (zeit.de)

Denn Nepal, das über Jahrhunderte weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten war, erlebt Modernisierung und Globalisierung noch abrupter als andere Länder der früheren Dritten Welt.

Die Zeit, 7. 5. 2015, Nr. 19. [DWDS] (zeit.de)

Der Norden, der inzwischen erfolgreich Fabriken mit Wasserkraft und Dampfmaschinen betrieb, hatte sich auch gesellschaftlich modernisiert und forderte die Abschaffung der Sklaverei. Die Plantagenbesitzer im Süden aber wollten sich die billigen Arbeitskräfte nicht nehmen lassen.

Die Zeit, 17. 8. 2017, Nr. 31. [DWDS] (zeit.de)