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Wortgeschichte zu

Segregation

sozialräumliche Segregation

Politik & Gesellschaft

Kurz gefasst

Segregation geht auf das spätlateinische segregatio, Trennung, zurück. Im Deutschen tritt das Wort mit der Bedeutung Trennung, Absonderung ab dem 18. Jahrhundert auf, wird im 18. und 19. Jahrhundert jedoch kaum verwendet. Seit dem 20. Jahrhundert kann Segregation mit der Bedeutung Trennung, Absonderung von Personen(gruppen) auch auf die menschliche Gesellschaft bezogen werden. Ab der Mitte des Jahrhunderts sind Verwendungen für rassistisch motivierte Trennung gesellschaftlicher Gruppen mit dem expliziten Ziel der Kontaktvermeidung, besonders in Bezug auf die USA und Südafrika, bezeugt. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts verliert das Wort den Bedeutungsanteil um Kontakte untereinander zu unterbinden und kann nun im weiteren Sinn auf ganz unterschiedliche Formen sozialer und sozialräumlicher Trennungsprozesse bezogen werden.

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Wortgeschichte

Trennung. Herkunft und frühe Bezeugungen

Segregation geht auf das spätlateinische segregatio, Absonderung, Trennung, zurück (vgl. 8Georges 2, 2557). In der deutschen Sprache tritt das Wort vereinzelt bereits mindestens seit dem 16. Jahrhundert in der Bedeutung Trennung, Absonderung auf (1565, 1571), zunächst parallel auch noch als Fremdwort markiert (1696). Gladov bucht Segregation Anfang des 18. Jahrhunderts mit Absonderung (A la Mode-Sprach, 634); noch 1906 definiert Brockhaus’ Kleines Konversationslexikon Segregation schlicht als Absonderung (1906). Im 18. und 19. Jahrhunderts wird das Wort allerdings eher selten verwendet und wenn dann mit der Bedeutung Trennung, Absonderung und in Bezug auf ganz unterschiedliche Gegenstände (1725, 1743), im 19. Jahrhundert häufiger in Bezug auf Land- oder Forstwirtschaft (1858, 1862).

Rassistisch motivierte Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen

Im 20. Jahrhundert findet die Verwendung in Bezug auf die menschliche Gesellschaft weitere Verbreitung und erhält nun die neue Bedeutung Trennung von Personen(gruppen) mit gleichen sozialen (religiösen, ethnischen, schichtspezifischen u. a.) Merkmalen von Personen(gruppen) mit anderen Merkmalen. Spätestens ab der Mitte des 20. Jahrhunderts und vermutlich als Entlehnung aus dem englischen segregation, das mit der Bedeutung enforced separation of different racial groups in a country, community, or institution seit der Jahrhundertwende bezeugt ist (vgl. 3OED unter segregation, n.), kann Segregation auch im Deutschen auf die Trennung von Weißen und Afroamerikanern in den USA bezogen werden (1952, 1963). Die Verwendung in Bezug auf diese Form der sozialen Trennung nach Hautfarbe impliziert zugleich, dass der Kontakt zwischen den einzelnen Personen bzw. Personengruppen unterbunden werden soll. Mit dieser auf rassistisch motivierter Form der strikten sozialen Trennung von Personengruppen nach Hautfarbe in den USA bezogenen Bedeutung kann Segregation bis heute verwendet werden, erhält dabei aber zugleich einen historischen Index (2014).

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Wenn Segregation mit der Bedeutung rassistisch motivierte Trennung von Personen(gruppen), um Kontakte untereinander zu unterbinden verwendet wird, dann basiert diese Bedeutung auf der Konstruktion einer Differenz von (vermeintlich) Eigenem versus (vermeintlich) Fremdem, aus der Formen der Ausgrenzung abgeleitet werden (2001b). Die sogenannte Rassentrennung der Apartheid (1982) ist ein weiteres Beispiel, bei der die Unterscheidung von vermeintlich Eigenem und vermeintlich Fremdem (Busse 1997) nicht nur einen Diskurs organisiert, sondern sich auch in die historische Semantik des Wortes einschreibt (1975a). Sprachgeschichtlich interessant ist, dass Segregation einerseits im engeren Sinn auf die amerikanischen Verhältnisse bezogen werden kann und hier semantisch von Apartheid abgegrenzt wird (1975b), andererseits aber auch als Oberbegriff für Formen der Rassentrennung im Allgemeinen verwendet wird – die dann die Apartheid als eine ihrer Formen semantisch einschließt (1980a, 2010b).

Prozesse sozialer und sozialräumlicher Trennung

Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts treten im Deutschen Verwendungsweisen von Segregation auf, in denen der Bedeutungsanteil um Kontakte untereinander zu unterbinden fehlt: Segregation kann nun auch allgemeiner auf ganz unterschiedliche Formen und Prozesse sozialer Trennung bezogen werden (1979, 1981, 1980b, 1984). Zugleich wird soziale Segregation an die Kategorie des Raumes rückgebunden, es entsteht die Vorstellung einer sozialräumlichen Segregation, sprich einer auch räumlichen Trennung von sozialen Gruppen insbesondere in Städten (1988, 1992, 2001a, 2003).

Dieser allgemeinsprachlichen Bedeutungsentwicklung geht eine fachsprachliche voraus: Segregation ist mit den Bedeutungen soziale sowie insbesondere sozialräumliche Trennung von Personen(gruppen) Teil der Terminologie der Soziologie im Allgemeinen und der Stadtsoziologie im Speziellen (vgl. exemplarisch 3Wörterbuch der Soziologie, 420–422 sowie Häußermann/Siebel 2004, hier insb. Kapitel 11 bis 13). Im englischsprachigen Raum wurde das Konzept der (residentiellen) Segregation bereits in den 1920er Jahren von Vertretern der Chicago School eingeführt (vgl. Blasius 1988, 410). Im deutschsprachigen Raum scheint das Konzept erst mit deutlicher Zeitverzögerung rezipiert zu werden – zumindest ist die Wortverbindung residentielle Segregation (1969) im Deutschen nicht vor Ende der 1960er Jahre bezeugt und etabliert sich erst im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte endgültig (vgl. die Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers, die einen Anstieg der Bezeugungsfrequenz ab den 1980er Jahren zeigt). Ebenso Teil der Fachsprache ist die Wortverbindung sozialräumliche Segregation, deren Bezeugungsfrequenz ebenfalls seit den 1980er Jahren steigt (1997, 2010a; vgl. auch die Wortverlaufskurve des Google NGram Viewers).

Segregation in der Terminologie der Biologie

Ausgehend von der recht allgemeinen Bedeutung Trennung findet Segregation Eingang in die Terminologie der Biologie. Auch dort ist das Wort bereits früh bezeugt (1743) und bezeichnet hier die Aufspaltung ursprünglich väterlicher bzw. mütterlicher Erbanlagen durch die zufallsgemäße Verteilung der Chromosomen während der Meiose (Farbtafel). (Lexikon der Biologie Online unter Segregation; 1964).

Anna S. Brasch

Literatur

A la Mode-Sprach Gladov, Friedrich: A la Mode-Sprach der Teutschen Oder Compendieuses Hand-Lexicon. Jn welchem die meisten aus fremden Sprachen entlehnte Wörter und gewöhnliche Redens-Arten, So in denen Zeitungen, Briefen und täglichen Conversationen vorkommen, Klar und deutlich erkläret werden. Nürnberg 1727. (deutschestextarchiv.de)

Blasius 1988 Blasius, Jörg: Indizes der Segregation. In: Soziologische Stadtforschung. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Sonderheft 29 (1988), S. 410–431.

Busse 1997 Busse, Dietrich: Das Eigene und das Fremde. Annotationen zu Funktion und Wirkung einer diskurssemantischen Grundfigur. In: Matthias Jung/Martin Wengeler/Karin Böke (Hrsg.): Die Sprache des Migrationsdiskurses. Das Reden über „Ausländer“ in Medien, Politik und Alltag. Opladen 1997, S. 17–35.

DWDS DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. (dwds.de)

8Georges Georges, Karl Ernst: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquitäten unter Berücksichtigung der besten Hilfsmittel. Bd. 1–2. 8., verb. u. verm. Aufl. Hannover 1913–1918 [Nachdruck Darmstadt 2003]. (zeno.org)

Häußermann/Siebel 2004 Häußermann, Hartmut/Walter Siebel: Stadtsoziologie. Eine Einführung. Frankfurt a. M./New York 2004.

Lexikon der Biologie Online Sauermost, Rolf (Projektleitung): Lexikon der Biologie. Online Ausgabe, Heidelberg 1999-. (spektrum.de)

3OED Oxford English Dictionary. The Definite Record of the English Language. Kontinuierlich erweiterte digitale Ausgabe auf der Grundlage von: The Oxford English Dictionary. Second Edition, prepared by J. A. Simpson and E. S. C. Weiner, Oxford 1989, Bd. 1–20. (oed.com)

3Wörterbuch der Soziologie Wörterbuch der Soziologie. Hrsg. von Günter Endruweit/Gisela Trommsdorff/Nicole Burzan. 3., völlig überarb. Aufl. Konstanz u. a. 2014.

Belegauswahl

Die gute Orientische Kirche muss auch den namen führen/ als habe sie nie den Kelchraub angefochten/ Nu hat sie mit der that und im werck/ da sie den gebrauch in beyder gestalt/ fest und bestendig erhalten gnungsam bezeuget/ das sie die Kelchdieberey in der Römischen Kirche nie gebillicht/ Und hat auch mit offentlicher Segregation [Marginalie: „Treumũg [lies: Trennung] der kirchen.“] von derselben/ soclhe missbrauch widersprchen/ One was viel fromer leute/ schrifftlich unnd mündtlich dawider protestiret/ und einen solchen Hass bey der Römischen Kirchen/ damit verursacht/ das man die Orientischen Christen stracks für Ketzer geachtet und gehalten.

Spangenberg, Cyriacus: Gründlicher/Warer bericht von Catholischer Communion/ und rechter niessung Leibs und Bluts Jhesu Christi unsers lieben Herrn/ in dem Hochwirdigen Sacrament des Altars. München 1565, S. 50–51. (books.google.de)

Dann die erfahrenheyt zeigt an/ das der wein ein brennends feür in im tregt/ so sein eßig von ihm gescheyden wirt/ Ob nit Göttliche Segregation auch möge das feüwr auß dem wasser scheyden/ unnd sein eßig hindan setzen?

Paracelsus: Von dem Bad Pfeffers, Gelegen in ober Schweitz […]. Straßburg 1571, unpag. (books.google.de)

Was vor eine herrliche Artzeney wird nicht aus denen jungen Sprößlingen/ die im Majo am besten und voller Safft seyn/ vermittelst der Distillation zu brereitet? der Scarbock wird nicht allein nach dessen Gebrauch gemindert/ sondern endlich gantz und gar ausgereutet/ und ob gleich die Segregation des Groben/ und wilder Rinde von denen seinen weicheren Theilen der jungen grünen Tannzapffen etwas schwer fällt/ so bringt doch die verborgene Stein-zermalmende Krafft diese fatique gar wohl ein.

Ettner von Eiteritz, Johann Christoph: Des getreuen Eckharts entlauffener Chymicus […]. Augspurg/Leipzig 1696, S. 73-74. (books.google.de)

Gestehet er d. disp. 2. §. 33. p. 59. daß die Jüden in der Babylonischen Gefängnüß die segregation, (das ist, die excommunication mit Haut und Haar) erdacht hätten, und stößt damit alles, was er in seinen tractat de origine divina clavis ligantis gelehret hatte, auf einmahl wieder über den Hauffen.

Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel: Nebst einem vollständigen Register über alle Vier Theile. In: Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Vierdter Theil. Halle, 1725. (deutschestextarchiv.de)

Segregation, eine Abſonderung.

Gladov, Friedrich: A la Mode-Sprach der Teutschen Oder Compendieuses Hand-Lexicon. Jn welchem die meisten aus fremden Sprachen entlehnte Wörter und gewöhnliche Redens-Arten, So in denen Zeitungen, Briefen und täglichen Conversationen vorkommen, Klar und deutlich erkläret werden. Nürnberg 1727, S. 634. (deutschestextarchiv.de)

Daß es aber zuweilen kommt, daß ein Knäblein und Mägdlein zugleich gezeuget werden, dessen ist die Segregation oder Theilung Ursache, weil einer Seits der stärckere kräfftigere Saame den schwächern mehr, als den andern, inpräguirt hat.

Magnus, Albertus: Die durch Albertum Magnum entdeckte Heimlichkeiten des Frauenzimmers. […] Zweyte Auflag. Franckfurt/Leipzig 1743, S. 86. (books.google.de)

Wohlgemeinte Rathschläge über den Nutzen der Segregation der Hutweiden, Wälder und Rohrschläge des Forst-Patentes und der Commassation vom Standpunkte der siebenbürgischen Landwirthschaft verfaßt und dem Löblichen Klausenburger Landwirthschafts-Vereine hochachtungsvoll gewidmet

Sigerus, Carl: Wohlgemeinte Rathschläge über den Nutzen der Segregation der Hutweiden, Wälder und Rohrschläge des Forst-Patentes und der Commassation vom Standpunkte der siebenbürgischen Landwirthschaft verfaßt und dem Löblichen Klausenburger Landwirthschafts-Vereine hochachtungsvoll gewidmet. Hermannstadt 1858. Titel. (books.google.de)

In den Ungarischen Ländern wurde während der Jahre 1854–1860 die Segregation gemeinschaftlich benützter Grundstücke und die Kommassirung zertreuter Parzellen mit Energie in Angriff genommen.

N. N.: Die landwirthschaftlichen Verhältnisse des österreichischen Kaiserstaates. In: Wochenblatt der Land-, Forst- und Hauswirthschaft für den Bürger und Landmann. 13ter Jahrgang Nr. 31, 1862. (digitale-sammlungen.de)

Segregieren (lat.), ausscheiden; Segregation, Absonderung; Segregat, das Ausgeschiedene; Segregatorium, Scheidungstrichter für Flüssigkeiten.

N. N.: S. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [zuerst 1906], S. 69035. [DWDS]

Aber beide wissen, daß es keine zugkräftige Politik wäre, für die Aufhebung des ungeschriebenen Gesetzes der Segregation einzutreten. Zwei Weltkriege haben Neger und Weiße in den USA sehr viel nähergebracht und dem Problem manche Härte genommen.

N. N.: Schwarz und Weiß in USA. In: Die Zeit, 21. 2. 1952, Nr. 08. [DWDS] (zeit.de)

Die Vernunft hat längst Gründe genug geliefert, um der Segregation, der Trennung von Weiß und Schwarz ihre Rechtfertigung zu entziehen: die amerikanische Verfassung setzt Weiße und Schwarze gleich, das Oberste Bundesgericht hat sein Wort gesprochen.

N. N.: Wallace denkt zuerst an Wallace. In: Die Zeit, 27. 9. 1963, Nr. 39. [DWDS] (zeit.de)

Bei der Segregation des elterlichen Erbguts werden nicht einzelne Gene, sondern solche Kopplungsgruppen verteilt.

Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a. 1965 [zuerst 1964], S. 15. [DWDS]

Sieben Schwerpunkte bereits vorliegender soziologischer Arbeiten und mögliche und notwendige Aufgaben für den Soziologen werden hervorgehoben, Forschungsergebnisse werden referiert und deren Bedeutung für die Planung besprochen:

1. residentielle Segregation,

2. Führungssysteme der Gemeinden,

3. soziale Organisation der kleinen Gemeinden,

4. der gegenwärtige Urbanisierungsprozeß,

5. Bildung von kommerziellen und kulturellen Zentren,

6. Lebenszyklus und Wohnverhältnisse,

7. städtische Anonymität.

Rosenmayr, Leopold: Die Erneuerung von Städten und Dörfern in soziologischer Sicht. In: Leopold Rosenmayr/Sigurd Höllinger: Soziologie. Forschung in Österreich. Methoden, theoretische Konzepte, praktische Verwertung. Wien u. a. 1969, S. 263–277, hier S. 276.

Zum Beispiel dürfen Weiße und Schwarze nicht dieselben Veranstaltungen besuchen oder dieselben Schulen, Abteile, Transportmittel, Lifts, Toiletten oder Bänke in öffentlichen Anlagen benutzen. Die große Apartheid sieht die Rassentrennung durch die Zuweisung bestimmter Reservate an die Schwarzen vor. In den sogenannten Bantustans, die vorwiegend aus den Heimatgebieten schwarzer Stämme bestehen, sollen die Schwarzen begrenzte wirtschaftliche und politische Autonomie erhalten.

N. N. [schr.]: Apartheid. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000, München: DIZ 2000 [zuerst 1975], S. 127. [DWDS]

Als besondere Formen des Rassismus wurden lediglich die Segregation und die Apartheid hervorgehoben.

N. N.: Doppelte Moral der Menschenrechtler. In: Die Zeit, 21. 11. 1975, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Mit steigender Aufenthaltsdauer, Kontakten zwischen den Nationalitäten, weniger Segregation, mehr Planarbeit wächst erfahrungsgemäß sehr rasch der Wunsch nach Staatsangehörigkeit und Mitsprache.

N. N.: Bürger statt Gastarbeiter. In: Die Zeit, 7. 9. 1979, Nr. 37. [DWDS] (zeit.de)

Die englischsprachigen Weißen in Natal hätten auch ohne Calvinismus eine harte Segregation geschaffen. Die offizielle Apartheids-Ideologie sei verändert worden, nicht weil sich das Wesen der Religion wandelte, sondern weil deren Interpreten ihre Interessen anders zu sehen begannen.

N. N.: Ehe nächstes Mal das Feuer brennt. In: Die Zeit, 25. 4. 1980, Nr. 18. [DWDS] (zeit.de)

Sie ist eine Alternative zur Praxis der Segregation (Ausländerkinder in besonderen Klassen) und zu naivem Verständnis von Integration (Ausländerkinder an den Normen deutscher Rahmenpläne gemessen).

N. N.: Integration – aber wie? In: Die Zeit, 21. 11. 1980, Nr. 48. [DWDS] (zeit.de)

Weil die Segregation so weit fortgeschritten ist, versuchen die Betroffenen sich selber zu helfen. So haben Mucoviscidose-Patienten, Eltern und Ärzte ein Bilderbuch über diese spezielle Behinderung gestaltet („Anna mach mit“, erschienen im Verlag Heinrich Ellermann, München).

N. N.: Noch immer zu viele Phrasen. In: Die Zeit, 4. 12. 1981, Nr. 50. [DWDS] (zeit.de)

Die beiden Kirchen dürfen zwar weiterhin an den Tagungen des Weltbundes, der 149 Kirchen in 76 Ländern vereinigt, teilnehmen, haben aber kein Stimmrecht mehr, es sei denn, sie lassen Schwarze zum Gottesdienst zu, lehnen die Politik der Apartheid ab und unterstützen diejenigen, die unter der Rassentrennung leiden.

N. N.: Ausschluß südafrikanischer Kirchen aus dem reformierten Weltbund. In: Archiv der Gegenwart, 2001 [zuerst 1982], S. 25888. [DWDS]

Nicht allzu lange ist es her, da herrschte im Mutterverein des Crickets, dem Londoner MCC, noch klassenbewußte Segregation: Die vornehmen Amateure kleideten sich getrennt von den paar schlecht bezahlten Profis im Vereinspavillon um.

N. N.: Cricket fern der Heimat. In: Die Zeit, 26. 10. 1984, Nr. 44. [DWDS] (zeit.de)

An ihrem Traum von der sozialen Mischung der Klassen, die die allgegenwärtige Segregation von A- und B-Menschen aufhebt, werden die redlichen Städtebauer noch lange zu träumen haben.

N. N.: Zeitmosaik. In: Die Zeit, 15. 4. 1988, Nr. 16. [DWDS] (zeit.de)

In Brisbane wurden in der näheren Umgebung des Weltausstellungsgeländes die Mieten zwischen 54 und 62 Prozent innerhalb eines Jahres erhöht, einkommensschwächere Gruppen und Ausländer mußten weichen, die räumliche Segregation der Stadt wurde vertieft.

N. N.: Die Festivalisierung der Politik. In: Die Zeit, 30. 10. 1992, Nr. 45. [DWDS] (zeit.de)

In der 2. Auflage geht es nun stärker um die sozialen und politischen Verteilungsprozesse selber, um Lebenslagen, sozialräumliche Segregation, um die lebensstilprägende Leitbildfunktion des Reichtums – und um sozialethische Fragen.

Huster, Ernst-Ulrich: Reichtum in Deutschland. Die Gewinner in der sozialen Polarisierung. Frankfurt/New York 1997, Klappentext.

Das ist die Voraussetzung für die folgende Interpretation der Ursachen der Arbeitsmarktsituation der Türken in Berlin. Zunächst weisen sämtliche Erkenntnisse zur Arbeitsmarktintegration junger Zuwanderer auf einen starken Zusammenhang mit dem Grad der wohnräumlichen Segregation hin. In Bezirken mit einer starken türkischen Konzentration wie Neukölln, Wedding und Kreuzberg ist der Drang in die ethnische Nischenwirtschaft besonders ausgeprägt – man arbeitet am Dönerstand um die Ecke, im Lebensmittelgeschäft des Onkels oder meldet sich, wenn die türkische Community gerade keinen Job zur Verfügung stellt, arbeitslos.

Der Tagesspiegel, 9. 4. 2001. [DWDS]

Ob das Kriterium der Abgrenzung Religion oder Hautfarbe ist, die Segregation entspringt immer dem trügerischen Wunsch nach Geborgenheit unter Seinesgleichen. Dabei führt kein Weg an der Begegnung mit dem Andern vorbei – früher oder später.

Der Tagesspiegel, 4. 9. 2001. [DWDS]

Denn wenn Günther Jauch, Nadja Auermann oder Wolfgang Joop nach Potsdam ziehen, vollziehen sie nach, was großbürgerliche Eliten vor einem Jahrhundert vorgelebt haben: knallharte soziale Segregation. Künstler lebten unter Künstlern, Banker neben Bankern.

Zajonz, Michael: Auf der Sonnenseite der Straße. In: Berliner Zeitung, 13. 10. 2003. [DWDS]

Sozialräumliche Segregation bzw. soziale Brennpunkte finden sich besonders ausgeprägt in Metropolen und Metropolregionen, da diese in stärkerem Maße von der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft mit den einhergehenden Problemen auf den Arbeitsmärkten betroffen sind (vgl. Kap. 1).

Bege, Stefan: Das Konzept der Metropolregion in Theorie und Praxis. Ziele, Umsetzung und Kritik. Wiesbaden 2010, S. 194.

Die Apartheid hat die Wohngebiete, Lebensräume und Verkehrsnetze systematisch nach Hautfarben getrennt, diese Segregation prägt bis heute das Stadtbild. Johannesburg ist zerklüftet in Villenviertel, Townships undsquatter camps, wilde Siedlungen am Stadtrand.

N. N.: Traut euch! In: Die Zeit, 10. 6. 2010, Nr. 24. [DWDS] (zeit.de)

Alle ihre Romane handeln von der schwarzen Geschichte der USA, von Sklaverei, Segregation und Diskriminierung.

N. N.: Endlich angekommen. In: Die Zeit, 13. 3. 2014, Nr. 12. [DWDS] (zeit.de)